Unter emotionaler Validierung verstehe ich "gesehen werden" bzw. "gefühlsmäßig verstanden zu werden".
Um das auf rein textlicher Basis (z. B. in einem Forum)
tiefgründig zu erreichen, braucht es nicht nur eine detaillierte Beschreibung der eigenen Gefühlslage sondern v. a. ein emphatisches Gegenüber.
Ich selber habe schon Probleme, mich auf Deutsch (meine Muttersprache)
authentisch mitzuteilen. Umso schwieriger stelle ich mir das in einer Zweitsprache vor, egal wie umfangreich das Vokabular auch sein mag.
Auch deshalb "misstraue" ich gewissermaßen der Sprache ein wenig, da sie auch von Muttersprachlern mehrdeutig verstanden werden kann. Das zeigen auch manch eskalierende Beispiele hier im Forum.
Andererseits reizt es mich immer wieder, es zu
versuchen, zum Gegenüber einen "direkten Draht" herzustellen. Dass hierbei die Ausbeute eher gering ausfällt, akzeptiere ich ebenso geduldig, wie meine z. T. ausufernden Monologe, die ich lediglich im Geiste führe. Erst wenn sie schweigen, fühle ich mich "verstanden"...

Damit will ich sagen: oft stehen
uns unsere
eigenen Formulierungen im Wege. Und ich schätze und bewundere Menschen, die meistens sehr wenig sagen, aber letztendlich viel "verstehen". Diese Menschen zu finden ist nach meiner Erfahrung schwierig, aber mit etwas Übung "sieht" man sie.