» »

201310.07




1
«  1, 2
Hallo

Ich weiss nicht, ob ich mit meinem Problem hier richtig bin, aber ich versuchs mal.

Ich suche Informationen/Erfahrungsberichte über eine Endoskopische Transthorakale Sympathektomie (ETS). Allerdings nicht wegen übermässigem Schwitzen, sondern um die unkontrollierte Blutzufuhr ins Gesicht endgültig zu stoppen.

Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit plötzlich auftretenden Hitzeschüben. Vorallem bei Temperaturwechsel (von der Kälte in die Wärme), bei Aufenthalt in geheizten Räumen (also v.a. im Winter) und bei Wärmeeinstrahlung durch Lampen, Sonne, etc. Einmal ausgelöst, scheint die Blutzufuhr nicht mehr stoppen zu wollen und dauert mehrere Stunden, wobei Wangen, Ohren und Hals regelrecht brennen und durch die Hitze auch anschwellen. Auch die Augen werden rot. All das belastet mich sehr. Im Prinzip genauso wie Euch hier das Schwitzen.

Mittlerweile heize ich meine Wohnung nicht mehr und habe mich auch von den meisten Freunden getrennt, die mich ständig fragten, was mit mir los sei, obwohl ich es schon x-mal erklärt hatte, bzw. Unverständnis zeigten, weil ich sie im Winter nicht besuchen wollte.

Nachdem ich mich nun einige Jahre damit herumgeschlagen hatte und hoffte, dass sich das Problem von alleine löst, merkte ich, wie auf meiner Haut mittlerweile bleibende Schäden sichtbar werden. Meine Suche nach Lösungen wurde von den bisherigen Hautärzten jeweils quittiert mit "schauen Sie nicht mehr in den Spiegel", oder "man sieht ja JETZT gar nichts" über "ich schreibe Ihnen die Nummer eines guten Psychologen auf, damit sie lernen damit zu leben"...

Irgendwann bin ich dann in einem Artikel auf ETS gestossen. Der Hausarzt nahm meinen Wunsch, zu erfahren, ob diese Operation etwas für mich wäre überhaupt nicht ernst und winkte ab. Mittlerweile weiss ich, dass hier in der Schweiz viele Ärzte überhaupt nicht über ETS Bescheid wissen und sich nicht die Mühe machen wollen, mehr darüber zu erfahren. Den "richtigen" Arzt zu finden, der diesen Eingriff schon mal gemacht hat (und vielleicht bereit wäre, mit mir die Risiken und Möglichkeiten abzuwägen) ist irgendwie gar nicht so einfach.

Meine Frage also: Kennt hier jemand, der aufgrund von Erröten (ich nenn es mal so banal) eine ETS machen liess? Weiss jemand, welche Ärzte in der Schweiz darauf spezialisiert sind?

LG
Liliana

Auf das Thema antworten


1
  08.10.2014 09:16  
Hallo ! Ich habe 2003 eine ETS durchführen lassen und BEREUE es jeden Tag meines Lebens. Bitte lest Euch alles genau durch !

Ich hatte unter den Achseln und im Gesicht geschwitzt. ALCL und alle anderen Sachen haben nix geholfen.

Ich war in Hamburg Wilhelmsburg, Gross Sand, bei Herrn Dr. Scola !
2003 waren die sozialen Medien noch nicht so verbreitet (keine oder wenig internet Foren) und ich hörte mir alles vom Doc an. Er machte eigentlich einen kompetenten Eindruck, erzählte auch vom Kompensatorischen Schwitzen, tat dieses aber als "MINIMAL" ab ( ich habe einen Link aus dem Internet, in dem steht, in den "übrigen" Regionen schwitzt der Körper 113% mehr als vorher, was ich auch leider bestätigen kann).

Der Knaller aber war, Herr Dr. Scola nutzte meinen Leidensdruck aus, und bat mir einen Termin in 1,5 Jahren an zur OP.
Wenn ich sofort einen Termin haben wollte, sollte ich ihm 2500 euro bar geben. Natürlich unter der Hand.

Da ich verzwefelt war und nix half, einigten wir uns auf 500 euro, die ich auch bezahlte und ich wurde umgehend von ihm operiert (die OP zahlte die Kasse problemlos).

Jetzt ging der Horror los. Nach 10 minuten spazieren gehen schwitze ich am Rücken, Bauch, AN DEN SCHIENBEINEN UND KNIEN ! (da habe ich vorher nie geschwitzt !), ich kann im Sommer ab 20 Grad nur noch schwarze Oberteile tragen, da ich immer irgendwo Flecken habe..........(vorher NULL). Beim Sport schwitze ich nach 2 Minuten, früher konnte ich (bis auf Gesicht und Achseln), locker 90 min Fussball spielen, nun ist mein Trikot nach 5 Minuten komplett durchgeschwitzt !

Im Nachhinnein machte ich mich im Internet "schlau", und ich fand raus, dass Scola nur an T2 und T3 hätte trennen müssen, er trennte aber auch T4 (was eigentlich nur die Stelle ist für Patienten mit nassen Händen). Somit sind meine Hände und Arme KNOCHENTROCKEN, welche aber nie das Problem waren. Da ich an diesen Stellen nun nicht mehr schwitzen kann, kompensiert sich das über alle anderen Stellen natürlich vermehrt. Bedeutet, hätte er T4 nicht getrennt, würde ich niemals so stark kompensatorisch schwitzen und es wäre vielleicht alles in Ordnung.

Ja, ich weiss, mein Fehler, so dumm zu sein und sich ins blaue hin operieren zu lassen.

Aber andererseits finde ich es UNGLAUBLICH, mit (im Nachhinein) ein wenig im Internet zu recherchieren, mehr Ahnung zu haben als dieser Arzt ! (seine Aussage war, "das ist ja nicht so schlimm", "im Urlaub muss man ja nicht nach Mallorca fahren, Schweden ist auch sehr schön")

Ich hoffe, ihr/Du überlegt euch es gut, ob ihr das machen lasst ! Bei nassen Händen gibt es wohl nix anderes, aber dann nur T4 trennen. Achseln würde ich immer absaugen lassen, und Gesicht halt nur T1 oder T2 trennen lassen. Niemals drei Stellen gleichzeitig, wie bei mir.

Und ob ihr Euch in die Hände von Dr Scola gebt, bleibt euch überlassen ! Aber die "Qualen" eines Patienten auszunutzen und 2500 euro zu verlangen, solchen Ärzten gehört das Handwerk gelegt !
Dazu sagte mir seine Sekretärin " Er ist der einzige in Deutschland, der das macht"

Es gibt aber auch ein Herrn Dr. Schick und noch ein zwei mehr, also, überlegt es Euch gut.
Wäre schön zu wissen, ob es nocht jemanden gibt, dem er dieses unmoralische Angebot gemacht hat, würde mich über Nachricht freuen.

Viel Erfolg !



1
  29.11.2016 17:43  
Hallo,
irgendwie sind alle Beiträge, die ich zu diesem Thema sehen kann schon alt, aber ich dachte mir ich teile trotzdem mal meine Erfahrung. Vielleicht hilft es ja irgendjemand. Also ich bin 18 Jahre alt, hab aber im Juni 2016 mit 17 Jahren die OP an der Uniklinik Freiburg durchführen lassen, da ich fast mein ganzes Leben unter stark schwitzenden Händen gelitten hab, was aber va. in den letzten Jahren zu einer riesigen Belastung für mich geworden ist. Meine größte Sorge war, dass nach der OP starkes kompensatorische Schwitzen auftreten könnte. Trotz zahlreiche Horrorberichten auf verschiedenen Foren hab ich mich letztendlich für eine OP entschieden und das war die beste Entscheidung meines Lebens! Die Schmerzen waren aushaltbar und gehen nach einer Woche immer mehr zurück. Aber das beste waren natürlich meine trockenen Hände, die seit der OP auch ausnahmslos IMMER trocken geblieben sind. Kompensatorisches Schwitzen ist auch nur sehr sehr gering am Rücken aufgetreten, beispielsweise wenn mir zu warm ist. Auch beim Sport schwitze ich etwas mehr, aber nicht unnormal viel. Alles in allem hat sich die OP für mich zu 100% gelohnt, ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden. Ist schon ein cooles Gefühl sich keine Sorgen mehr darüber machen zu müssen jemand die Hand zu geben, Händchen zu halten etc. Hoffentlich mal ein Gegenbeitrag zu den ganzen Horrorbeiträgen, die man sonst zu diesem Thema findet.
Viele Grüße an alle, die das gelesen haben!


« Nachtschweiss Ursachen Alles Einbildung? » 

Auf das Thema antworten  13 Beiträge  Zurück  1, 2

Foren-Übersicht »Krankheiten & Gesundheits Foren »Hyperhidrose & starkes Schwitzen Forum


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 
Endoskopische transthorakale Sympathektomie (ETS)

» Hyperhidrose & starkes Schwitzen Forum

7

5918

05.06.2003

ETS Sympathektomie

» Hyperhidrose & starkes Schwitzen Forum

3

4255

24.08.2004

Sympathektomie! OP?

» Hyperhidrose & starkes Schwitzen Forum

2

1124

09.11.2003

Kompensatorisches Schwitzen nach Sympathektomie

» Hyperhidrose & starkes Schwitzen Forum

9

4800

26.04.2002

Erfahrungen mit PA?

» Angst vor Krankheiten

2

494

23.06.2017







Krankheiten & Gesundheits Foren