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@MrsEternity
Das wäre mir zu einseitig und mich selbst dann untergrabend. Nur bei mir das Manko sehen (bin ja eh
sozial kompetent, also ersetze ich einfach "alle sind schon ehrlich"). Oder nicht meiner eigenen
Körperwahrnehmung, neuronalen Reaktionen im Miteinander, Mikromimik des Gegenübers deuten
ect. vertrauen.
Soviel Vertrauen habe ich in mich, zu erkennen, ob es über einen Prozess hin ehrlich läuft oder nicht.
Man kann ja auch ein bisschen länger hinsehen und hinspüren, bevor man den anderen zu schnell
verurteilt.
Oder erstmal nur fragen, oder vorsichtig noch ein Stück Wegs gemeinsam gehen. Dann zeigt sich ja
das Vertrauen und die Handlungen und Absichten.
Man muss aber nicht, jedem ewig lange Zeit geben. Denke da auch an Kinder und wie sie ein Nein lernen sollten.
Wäre schlecht, wenn die sich ewig hinterfragen müssten, alles aushalten, ganz naiv irgendwas
glauben jenseits ihrer Körpersignale. Das macht sehr manipulierbar, das zu umgehen, finde ich,
darum finde ich das nahezu gefährlich.
Irgendwann weiß man gar nichts mehr selbst und hat irgendwelche Regeln im Kopf, vertraut nicht
mehr auf seine Wahrnehmung, und findet sich, überspitzt gesagt, in der nächsten Sekte wieder, weil
man sich ja eh misstraut und irgendwelche Regeln im Kopf hat, wie was zu sein hat, mit wem man abhängen
soll und wo man hingehen soll.
Ich würde weder sagen "meine Einschätzung ist absolut, richtig, der andere ist immer der dumme".
Aber genausowenig "meine Einschätzung ist schlecht, das ganze Manko des Nicht Vertrauens und Ärger machens liegt bei mir, der andere ist immer gut und kongruent und tut mir gut".
Ich denke, ich kann mir situativ vertrauen und bei Unsicherheit länger beobachten, bevor ich ein Urteil fälle.
Ich kann auch Fehler machen dabei.