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Hallo Foris,

kürzlich erzählte ein Freund, dass er im Zug mal eine Durchsage hörte: ". deshalb fahren wir mit 10 Minuten Verspätung im Hbf München ein, welche hiermit entschuldigt ist".

Mal von dieser netten "Vorwegnahme der Entschuldigung" abgesehen, frage ich Euch (und mich): Wie funktioniert eine Entschuldigung wirklich?

Kann ich "mich" wirklich "ent-schuldigen" oder kann das nur der Adressat, indem er/sie meine Entschuldigung akzeptiert?

Natürlich gehe ich hier von echter "Schuld" aus. Von einer Handlung, die ich bewusst vorgenommen habe im Wissen, dass ich meinem Gegenüber direkt oder indirekt Schaden oder Leid zufüge.

11.10.2019 16:27 • 18.10.2019 #1


21 Antworten ↓

Feuerschale
Hallo,

in dem Beispiel mit der Bahn wäre auch in meinen Augen entschuldigen auch das falsche Wort, eher
"wir bedauern Ihre Unannehmlichkeiten, weil wir unseren Plan nicht erfüllen und Ihre Pläne dann stören"
oder sowas.

Entschuldigen wirkt auf mich schnell wie eine Floskel. Kann ich so als rein wörtliche Transaktion nicht
verstehen oder annehmen. (oder aussprechen)

Für mich wäre das wie ein Prozess, dass der jenige, der "Schuld" hat ganz genau hinsehen kann,
und versteht, worin genau die Schuld oder das Leid liegt und es ihm dann aufrichtig um den anderen
Leid tut, er das Leid quasi mitempfinden kann.
Das braucht Zeit, Vertrauen, Empfinden, Einsicht und am besten auch noch eine Wiedergutmachung.
Das ist für mich ein so langer Weg, der noch an vielen vorherigen Hürden scheitern kann.
(überhaupt Leid und Schuld anerkennen, zuhören).

Ich denke nicht, dass ich mich alleine entschuldigen kann, weil das für mich eher ein Prozess / Begegnung
ist und der andere ja entscheidet, wie aufrichtig das wohl ist oder ob es entschuldbar ist.

11.10.2019 17:30 • x 1 #2


MutigerMäuserich
Hab Mal einen Pastor drüber reden hören, das man nur selbst entschuldigen kann, also jemandem die Schuld erlassen. Möchte man um Entschuldigung bitten, bittet man um Verzeihung.

War eine spannende Predigt, nur am Ende habe ich den Faden verloren

12.10.2019 08:59 • x 1 #3


Vielen Dank für Eure interessanten Antworten!

Zitat von Feuerschale:
Entschuldigen wirkt auf mich schnell wie eine Floskel. Kann ich so als rein wörtliche Transaktion nicht
verstehen oder annehmen. (oder aussprechen)


Ich glaube, die "wörtliche Tat" ist zumindest besser als nichts - zumindest wenn sie freiwillig vom "Schuldner" erbracht wird, ist davon auszugehen, dass es ihm leidtut und er seine Schuld anerkennt. Ein erster Schritt, sozusagen - der auch beim "Geschädigten" einiges Heilsames auslösen kann!

Zitat von Feuerschale:
Für mich wäre das wie ein Prozess, dass der jenige, der "Schuld" hat ganz genau hinsehen kann,
und versteht, worin genau die Schuld oder das Leid liegt und es ihm dann aufrichtig um den anderen
Leid tut, er das Leid quasi mitempfinden kann.


Ja, genau diesen Prozess meine ich. Ich finde, er stellt für eine echte (d. h. hier: vollständige) Entschuldigung sowohl die Voraussetzung als auch den aktiven Anteil des Schuldners dar.

Zitat von Feuerschale:
Das braucht Zeit, Vertrauen, Empfinden, Einsicht und am besten auch noch eine Wiedergutmachung.
Das ist für mich ein so langer Weg, der noch an vielen vorherigen Hürden scheitern kann.
(überhaupt Leid und Schuld anerkennen, zuhören).


Ja, da hast Du Recht - sehe ich genau so.

Zitat von Feuerschale:
Ich denke nicht, dass ich mich alleine entschuldigen kann, weil das für mich eher ein Prozess / Begegnung
ist und der andere ja entscheidet, wie aufrichtig das wohl ist oder ob es entschuldbar ist.


Ja, alleine kann keine vollständige Entschuldigung zustande kommen. Aber ich denke, wirklich aufrichtig um Entschuldigung zu bitten, kann (!) - trotz verweigerter Annahme - sehr vieles zum Positiven verändern: Sich selber Schuld eingestehen und dies zum Ausdruck zu bringen, kann auch einseitig sehr erleichtern. Schuldgefühle können furchtbar viel Energie rauben, sie können langfristig krank machen.

Ein Beispiel: Ich habe mal versehentlich einen Nachbar abgewiesen (das war beruflich), weil ich ihn nicht mehr erkannt hatte (er darf offiziell nicht bei mir einkaufen, aber bei ihm hätte ich natürlich eine Ausnahme gemacht). Wir liefen uns bis dahin in der Tat jahrelang einfach nie über den Weg - er hatte seine Frau durch eine tragische Krankheit verloren und war sichtlich gealtert. Als er dann ziemlich beleidigt (verständlich!) abgezogen ist, kam mir sein Gesicht doch irgendwie erkannt vor und ich erinnerte mich. Da war es allerdings schon zu spät. Obwohl das für Außenstehende vielleicht eine Lappalie ist, mir hat das ziemlich arg zugesetzt. Irgendwie schaffte ich jahrelang nicht, mich bei ihm zu entschuldigen und ihm die Sache zu erklären. Ich habe mich geschämt und ging davon aus, dass er mir nicht glauben würde. Obwohl wir uns dann einige Zeit auf der Straße sahen, kam es seinerseits zu keinem Blickkontakt mehr. Nach ca. 3 Jahren (!) schrieb ich ihm einen Brief, in dem ich ihn um Entschuldigung bat und ihm die Sache erklärte. Das war für mich sehr wichtig - ich fühlte mich einfach wohler danach. Es mussten weitere 1-2 Jahre vergehen, bis wir uns wieder auf der Straße grüßten und kürzlich redeten wir gar ein paar Worte miteinander, als wir uns beim Straßenkehren trafen. Ich glaube, wir sind wieder im Reinen, obwohl er meine Entschuldigung "wörtlich" nie akzeptiert hat.

Zitat von MutigerMäuserich:
Hab Mal einen Pastor drüber reden hören, das man nur selbst entschuldigen kann, also jemandem die Schuld erlassen. Möchte man um Entschuldigung bitten, bittet man um Verzeihung.


Stimmt - die Formulierung machts! Unsere schöne, deutsche Sprache...

12.10.2019 11:04 • #4


Zitat von Bernie1970:
welche hiermit entschuldigt ist


Die Bahn sagt auch Dinge wie, danke für ihr Verständnis. Wie kommt sie darauf, dass ich das habe?
Aber wie sich Unternehmen gegenüber Kunden verhalten ist ein anderes Thema.

Zitat von Bernie1970:
Kann ich "mich" wirklich "ent-schuldigen"


Nein, entweder man hat Schuld oder nicht.
Was du beabsichtigst ist wohl eher um Verzeihung bitten.

12.10.2019 14:11 • x 1 #5


Skade
Das Wort ist genauso falsch gesellschaftlich etabliert wie zb Selbstbewusstsein.

Entschuldigen = jeder meint das jemand zu dem anderen sagt "es tut mir leid".

Selbstbewusstsein = Jeder meint, ob man sich gut und sicher mit sich selbst fühlt (zb Aussehen).
Dabei ist Selbstwertgefühl hier das eigentlich richtige Wort. Ich benutze das auch immer. Wenn ich von Selbstbewusstsein spreche, dann meine ich per Definition ob ich mich selbst wahrnehme, spüre zb Bedürfnisse und Grenzen.

12.10.2019 14:50 • x 2 #6


soleil
Zitat von Bernie1970:
Ein Beispiel: Ich habe mal versehentlich einen Nachbar abgewiesen (das war beruflich), weil ich ihn nicht mehr erkannt hatte (er darf offiziell nicht bei mir einkaufen, aber bei ihm hätte ich natürlich eine Ausnahme gemacht). Wir liefen uns bis dahin in der Tat jahrelang einfach nie über den Weg - er hatte seine Frau durch eine tragische Krankheit verloren und war sichtlich gealtert. Als er dann ziemlich beleidigt (verständlich!) abgezogen ist, kam mir sein Gesicht doch irgendwie erkannt vor und ich erinnerte mich. Da war es allerdings schon zu spät. Obwohl das für Außenstehende vielleicht eine Lappalie ist, mir hat das ziemlich arg zugesetzt. Irgendwie schaffte ich jahrelang nicht, mich bei ihm zu entschuldigen und ihm die Sache zu erklären. Ich habe mich geschämt und ging davon aus, dass er mir nicht glauben würde. Obwohl wir uns dann einige Zeit auf der Straße sahen, kam es seinerseits zu keinem Blickkontakt mehr. Nach ca. 3 Jahren (!) schrieb ich ihm einen Brief, in dem ich ihn um Entschuldigung bat und ihm die Sache erklärte. Das war für mich sehr wichtig - ich fühlte mich einfach wohler danach. Es mussten weitere 1-2 Jahre vergehen, bis wir uns wieder auf der Straße grüßten und kürzlich redeten wir gar ein paar Worte miteinander, als wir uns beim Straßenkehren trafen. Ich glaube, wir sind wieder im Reinen, obwohl er meine Entschuldigung "wörtlich" nie akzeptiert hat.

Ich glaube, ich an deiner Stelle hätte da nicht Jahre warten können, da mir persönlich so etwas total leid tut. Dir ja auch, du hast dich Jahre damit rumgequält, bis du ihm einen Brief schreiben konntest. Finde ich übrigens sehr gut von dir, dass du da über deinen Schatten gesprungen bist.
Früher hatte ich mehr Schwierigkeiten damit, jemanden um Verzeihung zu bitten. Heute fällt mir das zum Glück leichter, aber Voraussetzung dafür ist, dass mir mein Verhalten auch wirklich leid tut.

Ich habe hier einen interessanten Link zum Unterschied Entschuldigung - Verzeihung gefunden.
https://www.sozial-pr.net/sie-koennen-s...ng-bitten/

12.10.2019 17:25 • x 1 #7


Hallo soleil,

guter Link, vielen Dank!

13.10.2019 12:10 • #8


Wenn man darauf Vertrauen muss, dass das Gegenüber ehrlich ist, das mit empfinden kann, den langen Prozess mitträgt und ernst meint etc. Wie kann man sich denn sich sein, dass er es NICHT ehrlich meint? Wenn man sozial nicht so gut ist, übersieht man vielleicht derlei Signale oder missinterpretiert sie. Schlussfolgert dann etwas - evtl. - gegensätzliches und tut dem anderen unrecht. Und wartet dann weiter auf eine Entschuldigung, die man an seinen eigenen Maßstäben gemessen hat, die das Gegenüber aber nicht kennt.

Man macht sich also selbst verrückt, weil die Entschuldigung nicht kommt - Erwartungshaltung.
Ärgert sich aber auch gleichzeitig, um das Verhalten des Anderen - als Person - weil hier ebenfalls die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Hier sind also zwei negative Aspekte, die sich Poten. und dazu beitragen, das man sich in einen Strudel von Ärger und Gedanken begibt, die vermeidbar gewesen wären.

14.10.2019 22:45 • x 1 #9


Feuerschale
@MrsEternity
Das wäre mir zu einseitig und mich selbst dann untergrabend. Nur bei mir das Manko sehen (bin ja eh
sozial kompetent, also ersetze ich einfach "alle sind schon ehrlich"). Oder nicht meiner eigenen
Körperwahrnehmung, neuronalen Reaktionen im Miteinander, Mikromimik des Gegenübers deuten
ect. vertrauen.

Soviel Vertrauen habe ich in mich, zu erkennen, ob es über einen Prozess hin ehrlich läuft oder nicht.
Man kann ja auch ein bisschen länger hinsehen und hinspüren, bevor man den anderen zu schnell
verurteilt.
Oder erstmal nur fragen, oder vorsichtig noch ein Stück Wegs gemeinsam gehen. Dann zeigt sich ja
das Vertrauen und die Handlungen und Absichten.

Man muss aber nicht, jedem ewig lange Zeit geben. Denke da auch an Kinder und wie sie ein Nein lernen sollten.
Wäre schlecht, wenn die sich ewig hinterfragen müssten, alles aushalten, ganz naiv irgendwas
glauben jenseits ihrer Körpersignale. Das macht sehr manipulierbar, das zu umgehen, finde ich,
darum finde ich das nahezu gefährlich.
Irgendwann weiß man gar nichts mehr selbst und hat irgendwelche Regeln im Kopf, vertraut nicht
mehr auf seine Wahrnehmung, und findet sich, überspitzt gesagt, in der nächsten Sekte wieder, weil
man sich ja eh misstraut und irgendwelche Regeln im Kopf hat, wie was zu sein hat, mit wem man abhängen
soll und wo man hingehen soll.

Ich würde weder sagen "meine Einschätzung ist absolut, richtig, der andere ist immer der dumme".
Aber genausowenig "meine Einschätzung ist schlecht, das ganze Manko des Nicht Vertrauens und Ärger machens liegt bei mir, der andere ist immer gut und kongruent und tut mir gut".
Ich denke, ich kann mir situativ vertrauen und bei Unsicherheit länger beobachten, bevor ich ein Urteil fälle.
Ich kann auch Fehler machen dabei.

15.10.2019 05:23 • x 2 #10


@Feuerschale

Das ist doch gut, wenn das Vertrauen in Dich da ist.
Andererseits antwortest Du aber auf einen Beitrag, von mir, der an niemanden speziellen gerichtet war und rechtfertigst Dich weiter.
Das ist nicht böse gemeint, erscheint mir nur nicht schlüssig und rund.
Ich denke daher nicht, dass Du in der Mitte stehst, sondern schon eine Tendenz aufgrund Erfahrung (oder so) zu einer bestimmten Richtung hast. Bevorzugst xy denkst statt yz. Das ist nicht schlimm, denn das macht meiner Meinung nach jede/r.
(Ich möchte Dir nicht auf die Füße treten damit, sondern nur verstehen. Ich hingegen bin unbeholfen in Sachen Kommunikation.)

Andererseits, vielleicht suchst Du nur "harmlosen" Austausch und meine Interpretation ist eine falsche. Was mich dann zu folgendem bringt:

Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass es eben auch solche Menschen geben kann. Die verkehrte oder gar keine Signale senden, außer so Mikromimik, oder aber auch solche, die es nicht "lesen" können. Dann müsste Sender aber wissen, dass der Empfänger das nicht kann, um sich einstellen zu können. Häufig fehlt ein klares "Spielfeld", klare Verhältnisse, wo jede/ r weiß, worauf er/sie sich einlässt. Dann kommt es zu Missverständnissen.

Bei mir ist das ein dauerhaftes abwegen. Aktion erzeugt immer Reaktion bei mir. Ein Gedankengang fördert den nächsten, der wieder einen. Da kann man sich drin verlieren, was mir oft genug passiert. Andere kennen das vielleicht beim "sich ärgern", wenn die immer weiter in einen Strudel geraten und hineinsteigern. Ich habe das immer.

Also, nichts für ungut, falls ich das falsch verstanden habe.

15.10.2019 12:18 • #11


Zitat von MrsEternity:
Wenn man sozial nicht so gut ist, übersieht man vielleicht derlei Signale oder missinterpretiert sie.


Was meinst du eigentlich mit "Signalen" in diesem Zusammenhang?
Man kann um Verzeihung bitten, und je nach Situation und Grund auch bekunden, dass es einem aufrichtig Leid tut.

Wenn ein "Schuldiger" aber kein Klartext redet oder lieber Ausreden vorzieht, spricht das weder für sein Verantwortungsbewusstsein noch Ehrlichkeit.

Da kann man nicht viel missinterpretieren.

15.10.2019 16:04 • x 1 #12


Feuerschale
Hallo @mrseternity,
ich bin auf deinen Beitrag so angesprungen, weil der für mich gerade an so ein Thema gerührt hat.
(was ich ja jetzt nicht nochmal wiederholen muss, da oben beschrieben; Vertrauen in die Wahrnehmung,
Vertrauen in das, was bei Begegnung und Kommunikation geschieht bei und nach der Entschuldigung. Das mit
Kommunikation hatte ich oben nicht explizit gesagt, aber es steckt mit drin).

Aber ich glaube auch, dass du das für dich anders gemeint hast. Dass das in deinem Zusammenhang
für dich dann stimmt.

Ich kann mir auch Fälle vorstellen, wo man sich zuviel ärgert, und dem anderen vergisst die Erwartungen
mitzuteilen.

Aber an sowas dachte ich halt nicht, als ich ganz oben von Prozess sprach, der mir wichtiger
ist als nur Worte.
Denn bei Prozess gehe ich auch von Kommunikation aus und tieferen emotionalen Austausch.
Nicht nur von Erwartungen am anderen vorbei.
Falls ich zuviel erwarte, kann das ja auch in das miteinander reden mit einfließen.
Wenn man sich nach Entschuldigung wieder annähert.

Ich glaube, wir hatten einfach andere Rahmenbedingungen im Kopf.

15.10.2019 16:23 • x 1 #13


Feuerschale
PS:
Edit ging nicht mehr.

Ich sehe mich nicht in einer Mitte oder "fertig". Es geht da schon um meine Position,wie ich was bewerte.
Wollte dich damit nicht angreifen.
Deine Position hat in mir eine "Gegenposition" - so läuft es für mich nicht, bis hin zu, "find ich nicht gut,
sich selber so hinzustellen bzw wegzustellen" gereizt.

Aber dennoch denke ich, das sind beides Meinungen und Erfahrungen.
So rigide würde ich halt lieber nichts davon anwenden, hat alles seine Schattenseiten.

Harmloser Austausch oder nicht weiß ich nicht, was damit gemeint ist?

Das mit dem Ärgern und Strudel hab ich auch ab und an. Das ist echt anstrengend. Da bin ich
auf deiner Seite(oh Mann, die Formulierung klingt wie beim Therapeut oder Sozialpädagogen),
dass es gut ist, den Strudel zu stoppen.
Du meinst so, mit Verständnis für den anderen und sich selber nicht ganz so wichtig zu nehmen,
etwas relativer sehen?

15.10.2019 16:40 • x 1 #14


@Inkompatibel
Ja, alles an Signalen. (Mikro)Mimik, Timbre, Betonung, Gestik, ... Umfeld. Wenn das Umfeld nicht stimmt, kann das auch in eine Katastrophe führen. Achte ich aber nicht drauf, weil ich vielleicht in besagtem Strudel drin bin. Und dann übersehe ich ein Signal - und eine ganze Reihe anderer - die dann die Unterredung gen negative Schwingung führt. Da wird nichts Positives bei rum kommen, wenn Setting - Inneres wie Äußeres - nicht stimmt. Oder auch, wenn ich Signale nicht lesen kann. Und nicht so gut darin bin und fehlinterpretiere. Das geht ziemlich schnell. Wenn Du darin bist, prima. Viele sind es nicht. Sonst würden nicht so viele Konversationen den Bach runterkriegen. Selbst die, die öfter miteinander reden - Talk-Shows oder Live-Interviews - sind da öfters eh minder talentiert.

Für mich ist es bei weitem nicht annähernd so einfach, wie Du es schilderst.

@Feuerschale
harmlosen Austausch -> Du wolltest einfach Deine Meinung mitteilen und ich habe es überinterpretiert oder fehlinterpretiert. Daher harmlos im Sinne von nicht angegriffen fühlen (Du), nur weil Du darauf eingestiegen bist.

Weiß nicht, wegen der Rahmenbedingungen. Dachte, die sind hier gesteckt worden. Denke, bei mir waren es eher ein anderer "Geschichtsverlauf". Eine Alternative zu Deiner. Und auch gar nicht rigide. Die kann ja variieren. Genau wie jeden andere.

Fühle mich nicht angegriffen.

15.10.2019 17:49 • x 2 #15


Zitat von MrsEternity:
Für mich ist es bei weitem nicht annähernd so einfach, wie Du es schilderst.


Manchmal muss man sich eben zu seiner Schuld bekennen, es reicht nicht nur ein Signal zu geben nach dem Motto "Ach der oder die werden das schon richtig deuten". Man muss also schon Verantwortung übernehmen und sich nicht davon freisprechen. Sich selbst "ent-schuldigen" gibt es nicht ...

Man kann um Verzeihung bitten, schuldig bleibt man trotzdem.
Und je nachdem was man angestellt hat, sollte man auch zeigen das es einem aufrichtig Leid tut und dann ist es auch glaubhaft.

Das liegt an jedem selbst.

15.10.2019 18:13 • x 1 #16


Zitat von Inkompatibel:
Manchmal muss man sich eben zu seiner Schuld bekennen, es reicht nicht nur ein Signal zu geben nach dem Motto "Ach der oder die werden das schon richtig deuten". Man muss also schon Verantwortung übernehmen und sich nicht davon freisprechen. Sich selbst "ent-schuldigen" gibt es nicht ...Man kann um Verzeihung bitten, schuldig bleibt man trotzdem.Und je nachdem was man angestellt hat, sollte man auch zeigen das es einem aufrichtig Leid tut und dann ist es auch glaubhaft.Das liegt an jedem selbst.


Ah da liegt der Hund begraben.

Ich stimme dir zu.

Meinte aber etwas anderes. Nicht, wenn ich mich entschuldige, sondern wenn ich eine Entschuldigung in Form von Mimik, Gestik, ... nicht erkenne, Ich benötige klare Worte, weil ich mit subtilen Signalen nichts anfangen kann.

15.10.2019 19:20 • #17


Zitat von MrsEternity:
Ich benötige klare Worte, weil ich mit subtilen Signalen nichts anfangen kann


Ja unbedingt, denn "Um Verzeihung bitten" ist keine Frage von Gestik und Mimik sondern von Aufrichtigkeit.

15.10.2019 19:45 • x 1 #18


Eine Entschuldigung ist immer angebracht wenn ich jemandem einen Schaden zugefügt habe ohne im Vorsatz gehandelt zuhaben. So erklärte mir das mal ein Jurist. Eine Entschuldigung kann auch die Strafe mildern aber Straffrei wird man dadurch nicht, fügte er hinzu.
Ein Pfarrer der alten Schule sagte mir mal das er sich für jede Ohrfeige die er verteilt hat , sich nie entschuldigt hat.
Auch sagte er das Leute die zur Kirche gehen , so ticken :,, Entweder diese Leute wollen etwas tun , oder haben schon etwas getan ! "
Eine Philosophie mit Tiefgang im warsten Sinne des Wortes.

Karl

15.10.2019 20:14 • x 1 #19


Zitat von Inkompatibel:
Ja unbedingt, denn "Um Verzeihung bitten" ist keine Frage von Gestik und Mimik sondern von Aufrichtigkeit.


Ja, nur bei mir hat es noch einen anderen Stellenwert. Ich benötige das ggf. - wahrscheinlich sogar - wiederholt, auch gerne klar ausgedrückt in Worten. Oder geschrieben. Oder sichtbaren Gesten, die ich dem zuordnen kann. Mimik, Gestik, ... sind "große Sachen" aber für mich eben nicht wahrnehmbar in dem Ausmaß, wie andere es gewöhnt sind. Vielleicht wird das so klarer.

15.10.2019 22:29 • #20




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