12

BrokenHarmony
Huhu, ich bin neu hier und wollt mich mal vorstellen.In der Gruppentherapie hab ich den Text hier mal vorgelesen und soviel positives Feedback bekommen, also kopier ich in einfach mal rein

Hallo ihr Lieben,

bin hier schon ne weile Angemeldet und hab mich bis jetzt erfolgreich davor gedrückt mich hier vorzustellen. Leider hab ich oft Probleme mich verständlich auszudrücken, meistens dann wenn ich über mich selbst reden muss. Leider beherrsche ich dann oft nicht mal mehr einfachste Grammatik und mein ganzer Wortschatz löst sich in Luft auf. Ich krig da echt Komplexe und was Minderwertigkeitskomplexe betrifft hatte ich schon ne ganze Menge in meinem Leben nur zur Information. Als ich ende letzen Jahres 3 Monate in Stationärer Therapie war, wegen meiner Dro. und Depressionen, hab ich die Zeit gut genutzt um zu Experimentieren.Ich hab einfach mal versucht ganz ich selbst zu sein.

Aus angst nicht in Ordnung zu sein so wie ich bin und aus angst verletzt zu werden hab ich mich fast mein ganzes leben lang hinter einer Maske versteckt.Schon als kind war ich extrem schüchtern, verschlossen und nah am Wasser gebaut was gefühle betrifft."So ein Liebes Kind!" haben die Leute immer zu meiner Mutter gesagt.Ja, das war ich.Aber nur in anwesenheitheit von fremden oder wenn wir besuch hatten.Ansonsten war ich oft ein richtiger Teufel.Obwohl ich damals oft heftige Wutausbrüche hatte, sagt meine Mutter ,dass ich ihr so besser gefallen habe.So ca mit 10 Jahren hab ich mich um 180 grad gedreht.Das war auch die Zeit als ich mein Leiblichen Vater zum letzten mal gesehen habe.Wahrscheinlich gibts da ein zusammenhang.

Jedenfall fing ich zu dem Zeitpunkt schon an Gefühle in mich hineinzufressen und negative Erfahrungen zu verdrängen.Meistens war ich sehr still und introvertiert.Aber meine rebellische Ader hab ich mir beibehalten.Irgendwie komisch, da ich in Wirklichkeit ein Riesen Hosen*******r bin.Ich hab angst vor Konflikten, Angst vor der Gesellschaft,Angst jemanden zu verletzten,Angst andere zu entäuschen, angst vor der zukunft, angst vor Zurückweisung, angst zu reden, angst vom leben. Puh, mit mir nimmts so schnell keiner auf.Seltsamerweise viel es mir immer leicht neue freunde zu finden.Ich kanns bis heute nicht verstehen, aber Menschen fangen komischerweise schnell an mir zu vertrauen.Selbst meine Therapeutin hat dumm aus der wäsche geschaut.Sie konnt nicht verstehen wie der ruhigste Mensch aus der Gruppe mit der Krawallnudel der Klinik so eng befreundet sein kann.Keiner ist mit ihr klar gekommen. Ich hab fast auch 20 Jahre sehr hart trainiert.Ich bin praktisch im Irrenhaus großgeworden.Mein Stiefvater hat mir schon ein Ordenlichen Dachschaden verpasst.Und außerdem bin ich auch von Geburt an nicht ganz dicht. #bäh# Aber keiner hat mich so geprägt wie mein bester Freund.Niemanden auf der Welt hab ich so verflucht und mit niemanden hab ich so viel gelacht.Ich glaub ich hab noch nie in meinem Leben ne größere Nervensäge kennengelernt. -Schk_ Er sagt selbst sein liebstes Hobby ist es die Leute Depp zu machen.Mehr sag ich dazu auch nicht.

Naja , ich hab vor langer zeit mal versucht mich vorstellen.Hab mich leider nicht getraut den Text zu posten.Der Text ist sehr Chaotisch geworden,aber beschreibt wenigstens in etwa wie es mir die letzen Jahre so erging.Hier ein kleiner Auszug.
.
. .
Vom Leben hab ich sowieso nichts mehr erwartet und mit der Welt da draußen wollt ich eh schon lang nichts mehr zu haben.Gewalt, Hass, intoleranz , Leistungsdruck, Gesallschaftlichekonventionen u.s.w.Ich hab alles versucht um es der Welt da draußen rechtzumachen. Dann gibts du dir mühe auf der Arbeit und wirst trotzdem noch verarcht. Geld und Materielle dinge haben mich sowieso nie Interessiert. Ich hatte einfach nur die schnauze voll und wollt einfach nur meine Ruhe haben.Das hat sich aber alles unterbewusst abgespielt. Wenn man fast das ganze Leben dauergestresst ist macht man automatisch irgendwann komplett dicht.Zuhause hatte ich auch nie meine Ruhe. Mein narzisstischer Cholerischer Stiefvater mit extremen Stimmungsschwankungen hat mich echt an den Rand des Wahninns getrieben.Ich sag nur Psycho Terror vom aller feinsten. Rede und Meinungsfreiheit gab es nicht wirklich. Aber nicht schlimm, als überlebenskünstler der ich bin hab ich die Ultmative Überlebensstratgie entwickelt. Nichts Sehen, nichts hören und das allerwichtigste nichts fühlen. Das ganze lernte man auch nicht von heute auf morgen. Es braucht schon jahrelanges training um dahin zu kommen, aber im Prinzip kann es jeder von euch schaffen. Ihr müsst nur konsequent versuchen Gefühle zu unterdrücken, versuchen es jeden und allen rechtzumachen, jede Kritik an euch zu Herzen zu nehmen. Was ihr auf keinen fall machen dürft ist euch selber treu zu bleiben und euch so zu akzeptieren wie ihr seid. Ich garantier euch ihr werdet nie wieder von Gefühlen, Sorgen oder Problemen überfordert sein.Aber ihr werdet auch keine Freude mehr empfinden, keine Liebe empfangen oder senden und es wird euch egal sein ob lebt oder stirbt. Eigendlich seid ihr praktisch schon Tod. Was bleibt ist nur noch ne seelenlose Hülle.Die schlimmsten Sachen hab ich gar nicht erwähnt wie der Krebs meiner Mutter, Tod meiner Oma die praktisch ne zweite Mutter für mich war, Tod vom Hund u.s.w. Ich hab in der Therapie schon einige Lebensgeschichten gehört und ich kann mich wirklich nicht beklagen.So ich hab jetzt vollkommen den Faden verloren.

Jedenfalls hab ich die letzten Jahre komplett Isoliert von der Außenwelt gelebt und die Dro. haben mir dann noch den Rest gegeben. Mit viel Mühe und Unterstützung hab ich es irgendwie in Therapie geschafft. Ohne zu übertreiben, ich hatte die schönste Zeit meines Lebens.Ich hab zu mir selbst gefunden.Ich hab gelernt mich selbst zu akzeptieren.Und ich bin total glücklich wieder ein Mensch mit Gefühlen zu sein.

26.01.2020 19:11 • 27.01.2020 x 10 #1


1 Antworten ↓

Hotin
Guten Morgen Broken Harmony,

vielen Dank für Deine aufschlussreiche Vorstellung.

Zitat:
Hab mich leider nicht getraut den Text zu posten. Der Text ist sehr Chaotisch geworden, aber beschreibt
wenigstens in etwa wie es mir die letzten Jahre so erging.


An Deinem Text finde ich überhaupt nichts chaotisch. Du schreibst sehr klar strukturiert und
verständlich.
Folglich traue Dich ab jetzt häufiger über Dich, Deine Sichtweisen und Deine Gefühle zu schreiben.

Zitat:
Aus angst nicht in Ordnung zu sein so wie ich bin und aus angst verletzt zu werden hab ich mich fast
mein ganzes leben lang hinter einer Maske versteckt.


So verhalten sich die meisten Menschen.
Nun brauchst Du das nicht mehr. Als Erwachsener Mensch hast Du andere Selbstschutz-Möglichkeiten.

Zitat:
Ich kanns bis heute nicht verstehen, aber Menschen fangen komischerweise schnell an mir zu vertrauen.


Das ist doch wunderbar, wenn Du bei anderen vertrauensvoll rüberkommst.

Zitat:
Ich hab angst vor Konflikten, Angst vor der Gesellschaft ,Angst jemanden zu verletzten, Angst andere zu enttäuschen, angst vor der zukunft, angst vor Zurückweisung, angst zu reden, angst vom leben.


Nun, so schlimm, wie Du es beschreibst, muss es nicht bleiben. Sobald Du Dir eine andere Sichtweise
zulegst, kann das deutlich besser werden.

Viele Grüße und alles Gute wünsche ich Dir.

Bernhard

27.01.2020 11:04 • x 2 #2