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Ich weiß es klingt komisch, aber ich muss es euch erzählen.

Es war vor ca. 4 Wochen. Ich hatte, wenn ich den Kopf nach rechts gedreht habe, immer ein stechen im Halsmuskel, bzw. hab ICH gleich wieder gedacht meine Halsschlagader ist dicht und gleich sterb ich. Naja, ich habs versucht zu verdrängen, das Ende vom Lied war, ich lag zuhause auf der Couch mit Ohnmachtsgefühl und dachte wirklich jetzt hat sich ne Verstopfung in der Halsschlagader gelöst (der Schmerz war nämlich weg) und ne Ader in meinem Gehirn geht zu und gleich ist es vorbei.
Also mal vorne weg, ich bin nicht gestorben. Aber ich konnte nicht anders und hab mich von meiner Oma (total peinlich) zur diensthabenden Praxis im Nachbarort fahren lassen (war ein Samstag). ich hatte auch ne Erkältung und hab den Arzt 2 mal darauf hingewissen, das ich hier im Hals ganz schlimmes stechen hab, aber nicht innen sondern außerhalb des Rachens.

Irgendwie hat der gleich geschnallt das ich ein Hypochonder bin (war nämlich in dem Quartal schon mal bei ihm im Notdienst, weil ich dachte mir platzt die Galle, ich hab nämlich Gallensteine. ).

Er sagte dann zu mir in nem recht genervten und bestrafenden Ton Das kommt halt von ihrer Erkältung, was soll´s den sonst sein... So nach dem Motto: Na was hätten sie denn gerne?

Da saß ich dann und bin mir total blöd vorgekommen. Ich dachte dann auch na du bist echt doof, was solls denn sonst sein. Komischerweise waren die Schmerzen dann zwar noch 1 Tag da aber ich hab keinen Gedanken mehr daran verschwendet tot umzufallen.

Seit dem bin ich nicht mehr zu nem Notdienst oder 2mal die Woche zum Arzt, weil er mir mit seiner komischern Art echt die Augen geöffnet hat.

Manchmal ist es anscheinend besser, nicht mit Samthandschuhen angefasst und betüdelt zu werden, sondern klar gesagt zu bekommen, dass da nix ist und fertig.

Hat mir im Nachhinein wirklich sehr geholfen.

16.07.2009 08:44 • 30.08.2009 #1


8 Antworten ↓

Hallo...
schön das es Dir geholfen hat....

Aber trotzdem hätte er doch ein wenig feinfühliger sein können,immerhin ist es sein Beruf und er verdient damit seinen Lebensunterhalt.
Ich glaub da würde ich vor Angst auch nicht mehr hin...

Wir sind halt ein wenig empfindlicher wie andere,aber ich finde auch damit müssten Ärzte sich auskennen und müssen nicht so schroff sein sondern einen versuchen klar zu machen das dies und das halt nur von der Pysche kommt.

lg.Eva

16.07.2009 09:18 • #2



Abfuhr vom Notdienst-Arzt, seit dem alles besser!

x 3


Deswegen geh ich wenn überhaupt nur zu meinen Hausarzt, der weiß dann, wenn er nichts findet braucht er auch nicht suchen, dann kommts von meiner Psyche.

16.07.2009 10:37 • #3


Krasses, aber Augen öffnendes Erlebnis scheinbar

Wenn es dir geholfen hat -umso besser!

Ich war am Anfang meiner PAs auch zweimal innerhalb von 3 Wochen in der Notaufnahme -und die ham das ja im PC gespeichert, wann man zuletzt da war, da ist mir dann beim zweiten Mal auch aufgegangen, wie gestört ich eigentlich bin

Alles Gute weiterhin!
Pilongo

16.07.2009 12:01 • #4


Suppi, doch bei mir war es auch mal Anders. Vor ca. 20 Jahren, als ich das Wort Angststörung noch garnicht kannte, bin ich auch zum Notdienst und habe über Halsschmerzen geklagt, (dachte ich bekomm ne grippe), und da anscheinend der Hals nicht mals rot war, schrieb er mir ein Rezept und schickte mich nach Hause. Als ich das Rezept abgeholt hatte, glaubte ich mich nicht richtig zu sehen, er hatte mir Atosil aufgeschrieben, als ich ihn anrief und beschwerte, meinte er lapidar, das wäre gegen mein Globussyndrom. Dumm guck und Arzt gewechselt, bzw. am anderen Tag zum Hausarzt.

16.07.2009 13:11 • #5


Finde ich aber echt Hammer so abgefertigt zu werden.

Da wundert man sich dann wenn man selbst meint man hat einen an der Waffel .

Letzte Woche war ich bei meinem Neurologen (seit 4 Monaten dort),der meinte ganz trocken zu mir....eigentlich seh ich ganz gesund aus,ein Mensch mit Angst und Panik sieht anders aus!!!

jetzt frag ich mich schon,wie muss man aussehn,damit man nicht als Simulant hingestellt wird.??

Überlege echt zu wechseln....

16.07.2009 13:25 • #6


Chaosfee, du musst mal bedenken, dass die Ärzte jede ausprägung einer Krankheit kennen.
Bei dem Notarzt kommen z.B. die meisten Patienten in horizontaler Lage rein, weil sie nicht mehr selber laufen können oder oftmals gar nicht mehr ansprechbar sind.
Der sieht jeden Tag Menschen sterben.
Wenn man dann daher kommt mit typischen Angst-Symptomen, und er merkt, dass da nichts ist, dann mag seine Antwort durchaus etwas ruppig ausfallen.

Oder überleg mal, mit welchen Leuten es dein Neurologe so zu tun hat. Mit Menschen, die haben Depressionen, zweifeln an sich selber, möchten teilweise ihr Leben beenden -dagegen bist du bestimmt einw ahrer Lichtblick
Psychologen sehen Menschen, die am Abgrund stehen -jeden Tag.
Meiner z.B. hat mir oft von seinen Fällen erzählt.. z.B. von einem Mann, dessen Frau seit 3 Jahren im Koma liegt, der sie immer noch jeden Tag im KH besucht und sich von ihr emotional nicht lösen kann. Oder von einem mit ner Querschnittslähmung nach nem Autounfall, oder von einer Patientin, deren Sohn ist gestorben, während sie mit ihrem Mann fröhlich tanzen war -die kann seitdem nicht mehr tanzen und nicht mehr fröhlich sein.
Wir mit unseren Angststörungen sind da noch die leichten, die schönen Fälle. Wir werden relativ schnell geheilt. Bei uns geht das überhaupt, dass man noch heilen kann. Aber was willst du als Arzt einem sagen, der Quershcnittsgelähmt ist? Dafür gibt's keine Heilung.
Daher kann ich die Aussage von deinem Arzt sehr sehr gut nachvollziehen, und wenn du mal bedenkst, was der sich jeden Tag anhören muss, um sein Geld zu verdienen, kannst du es vielleicht auch

Alles Gute,
Pilongo

16.07.2009 14:46 • #7


@Pilongo

Klar gibt es 1000mal krankere Menschen wie mich,wie Dich wie vielleicht alle hier,weil wir können uns hier noch alle schreiben,aber trotzdem möcht man doch ernst genommen werden.
Auch wenn alles nur psychisch ist,man ja körperlich völlig gesund ist braucht man doch in diesem Moment Hilfe.
Grade wenn man in Behandlung ist,muss doch ein Vertrauensverhältnis da sein,also ich weiss nicht ob ich meinem Arzt noch mal was persönliches erzähl,nach seiner Feststellung jetzt.

ja und so ein Notarzt muss doch auch erst mal davon ausgehn was ich Ihm schildere,da fallen mir direkt wieder unzählige Berichte ein wo Menschen nicht ernst genommen worden sind und hinterher kam jede Hilfe zu spät...

lg.Eva

16.07.2009 15:25 • #8


Hab ich auch mal erlebt. Hatte eine Gastritis und heftigen Durchfall (psychomatisch bedingt, was sonst) und seit 2 Tagen kaum gegessen und getrunken. Natürlich draußen knapp 30 Grad und die Nächte zuvor eben auch nicht bzw. nur wenig geschlafen. Es kam wie es kommen musste… mir wurde richtig schwindelig und ich hab Sehstörungen bekommen (so, als wenn man zulange in eine helle Glühbirne oder die Sonne schaut). Panik nahm dann ihren Lauf. Ein RTW hat mich dann ins nächste Krankenhaus gebracht – dort war ich total am zittern und hab vor mich hingestammelt. Die Ärztin meinte dann ganz kalt: „Ich mache jetzt ein kleines Blutbild – nur um Nummer sicher zu gehen. Und danach will ich Sie hier nicht mehr sehen. Mit soetwas kann sich Ihr Hausarzt rumschlagen. Wir haben hier jedenfalls wichtigeres zu tun.“

Danach bin ich dann zu Fuß ca. 10km beschwerdefrei nach hause gelaufen – sämtliche körperlichen Symptome waren weg. Nur müde war ich am Ende. Und mein Hausarzt, der sich dem dann eine Woche später ausführlich angenommen hat (und Verständnis hatte), hat dann mal wieder die „Gesicher der Angst“ bestätigt.

29.08.2009 23:04 • #9




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