Julie80
Gast
Ich wurde schon in der Schule massiv gemobbt und ausgegrenzt, und ab dem 11. Lebensjahr war die Schule für mich eine regelrechte Hölle, der reinste Spießrutenlauf, und ich durchlebte fast 10 Jahre lang den totalen Mobbingalptraum. Immer wieder sagten die Jungen in meiner Klasse mir damals, wie hässlich ich doch wäre, und dass "ich doch niemals einen abkriegen würde, so kacke wie ich aussehe."
Auch ein Schulwechsel brachte keine Besserung, danach ging es genauso weiter wie an der ersten Schule. Wieder mobbten die Jungen der Klasse mich bei jeder Gelegenheit, und ich zog mich immer mehr zurück und bekam eine Essstörung, damals fing ich an, mit Majonaise belegte Brote, Burger, Schokolade und ähnliches in mich hineinzustopfen, weil ich mich so wertlos und hässlich fühlte. Noch heute ist dieses Gefühl da, und ich kann nicht in den Spiegel schauen, weil ich meinen eigenen Anblick nicht ertrage, und denke, "sie hatten damals Recht, ich bin es nicht wert, geliebt zu werden."
In der Berufsschule ging es ähnlich weiter, auch da machten mich alle massiv fertig, vor allem die Jungen der Klasse machten sich einen Spaß daraus, mich zu verhöhnen und mir immer wieder zu sagen, dass ich eine hässliche Missgeburt wäre, die es nicht verdient zu leben. Die Ausbildung war für mich die reinste Hölle, und danach habe ich nie eine Arbeit gefunden, nach den Jahren der Demütigung kann ich es nicht mehr ertragen, unter Menschen zu sein, und lebe seitdem von Hartz IV. Leider muss ich da ab und zu in Maßnahmen gehen, und auch dort werde ich massiv, vor allem von männlichen TEilnehmern gemobbt, genauso wie früher in der Schule. Ich kann das einfach nicht mehr ertragen, und lasse mich jetzt jedes Mal, wenn so eine Maßnahme ansteht, krankschreiben.
Vor Männern habe ich eine panische Angst, wechsele die Straßenseite, sobald ich welche sehe, ein Gang in die Stadt wird für mich zur Tortur, wenn ich irgendwo jemanden lachen höre, denke ich, derjenige lacht über mich. Und deswegen vermeide ich jetzt, wenn möglich, den Gang in die Stadt.
Immer häufiger breche ich grundlos in Tränen aus, und auch eine Esstörung habe ich wieder, allerdings jetzt nicht mehr Essucht, jetzt habe ich eine Magersucht, habe schon 35 kg abgenommen, wiege jetzt 70 kg, und denke immer, ich muss noch weiter abnehmen, damit ich vielleicht endlich einmal von anderen akzeptiert werde.
Depressiv bin ich zwar, allerdings keineswegs selbstmordgefährdet, denn ich will leben. Und noch immer sehne ich mich nach Dingen, die ich niemals erleben werde, also irgendwann einmal jemanden kennenzulernen, der mich so liebt wie ich bin, vielleicht zu heiraten und Kinder zu haben. Aber ich weiss auch, dass solche Träume für mich unerreichbar sind.
Oft frage ich mich, ob es wirklich so ist, wie mir gesagt wurde, dass ich es nicht wert bin, geliebt zu werden, und ich mein Leben lang für alle nur der Fußabtreter sein werde.
Ich habe mich immer schon gefragt, wieso gerade ich..wieso durfte ich damals nicht das erleben, was alle meine Klassenkameradinnen hatten, die erste Liebe, die ersten Komplimente, ich stand da immer nur aussen vor und fühlte mich hässlich und wertlos.
Ist es vielleicht wirklich so, dass es Menschen gibt, für die es einfach keinen Partner gibt, weil niemals jemand sie lieben könnte? Den Spruch "Auf jeden Topf passt ein Deckelchen" empfinde ich jedenfalls als reinsten Hohn.
Manchmal habe ich das Gefühl, um mich herum sind alle glücklich, alle werden geliebt, jeder hat einen Platz, an den er gehört, doch ich, ich habe das alles nicht, und fühle mich deswegen oft so verdammt verloren
• • 02.10.2013 x 1 #1
