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1

C

Cousupp
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Moin,
gleich mal vorweg: Ich hatte mich hier zu Beginn des Jahres angemeldet, um meine erfolglose Odyssee auf der Suche nach einem Therapieplatz zu beschreiben und um Rat zu fragen.
Wer sich dazu noch informieren möchte, kann hier nachschauen: Reihenweise Absagen - Wie noch Therapie finden?


Da jetzt mittlerweile keine Kliniken mehr in Reichweite sind, hatte ich mir dann ab Mitte Februar gedacht, okay, jetzt werde ich einfach mal ranklotzen, mich ablenken mit Arbeit etc. Ich bin freiberuflich tätig und hatte seit meinem letzten großen Downer 2022 und so richtig 2023 eigentlich nur noch von meinen Ersparnissen gelebt.

Habe dann also gut 2 1/2 Monate geackert, Kontostand aufgefüllt. und merkte schon so mittendrin, dass mein Körper sagte, dass da was nicht stimmt. Meine Schlafdauer reduzierte sich von üblichen 7-8 Stunden auf 4-6 Stunden - und nein, das lag weder an der Arbeit noch an Terminen.
Hochschrecken, Zittern, mit richtig ekligen Bildern im Kopf, von denen ich nicht mal weiß, ob sie überhaupt der Wahrheit entsprechen bzw. ob die Erinnerungen überhaupt echt sind. Problem: Die Bilder sind aus der Täterperspektive, das ist auch ein Grund, aus dem mich kein Therapeut behandeln will.

Aber man kämpft sich ja irgendwie so durch.

So, und nun (wie auch schon Ostern in verminderter Form) hat es mich wieder komplett zerlegt. Kaum mal ein Tag außerplanmäßiger Leerlauf im Kopf und alles bricht wieder auf mich ein.
Ewiges Gedankenkreisen, Reflexion über frühere Beziehungen, wo ich denke, dass allein die Tatsache, dass ich eine Partnerin angefasst habe, mich schon zum Vergewaltiger macht. Auch hier irgendwelche Erinnerungsfetzen, wo ich nicht mal weiß, wie ich sie einordnen soll, ob sie wirklich geschehen sind.
Problem ist mehr oder weniger schon seit der Jugend da, brachte mir damals (wie aus dem Link ersichtlich) eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht ein, da ich Anzeigen im Namen anderer Personen gegen mich selbst gefälscht habe. Grund: Kurz gesagt, um den inneren Ankläger zu externalisieren.
Weil sonst halt sowas wie jetzt passiert. Es zerreißt mich einfach innerlich. Wenn ich sage, was mir durch den Kopf geht, stoße ich so gut wie immer auf Ablehnung, viele reagieren mit kompletten Kontaktabbruch oder auch Anzeigen bei der Polizei. Weil das, was ich beschreibe, so absolut realistisch und konsistent ist, auch wenn die Ermittlungsbehörden niemals einen Ansatzpunkt dafür finden konnten, dass die Erinnerungen echt sind.

Gelegentlich wird mir dann auch vorgeworfen, ich wolle einfach nur Aufmerksamkeit. Mag man mir jetzt glauben oder nicht, aber 99 % dieser Kämpfe trage ich nur im Inneren aus.
Jeder sch. Bericht über eine entsprechende Straftat (allgemein aus dem Bereich der Sexualdelikte; bei anderen Straftaten weniger bis gar nicht) triggert mich innerlich extrem, immer verbunden mit der inneren Wertung "Du bist genau so!" und dem Impuls, mich selbst anzuzeigen für etwas, das womöglich, wahrscheinlich, was auch immer, gar nicht passiert ist. Muss mir manchmal so sehr auf die Zunge beißen, dass ich tagelang schmerzhafte Stellen dort habe, weil die Energie irgendwo hin muss und ich mir sonst den Schädel an der Wand einschlagen würde oder sonst was.

Warum habe ich das jetzt eigentlich geschrieben? Keine Ahnung eigentlich. Musste irgendwie mal raus.

05.05.2026 #1


3 Antworten ↓

E
Klingt nicht schön was du da mit deinen Gedanken erlebst, besonders wenn du das Gefühl hast die Kontrolle darüber zu verlieren was echt ist und was nicht, im Grunde richtet es sich mehrheitlich gegen Dich, und du bekommst Angst was schlimmes getan zu haben. Ich habe mal was gelesen von jemanden die Person hatte immer Angst dass sie beim Autofahren jemand überfahren hat und es nicht bemerkt hatte, aber sie hatte dieses Gefühl es könnte so sein.

Was hast du für eine Diagnose bekommen, das sollte ja schon möglich sein anhand von deinen Gedanken und Bilder die du erlebst und es dich so verunsichert dass du das Vertrauen in dir verloren hast und bereit bist zu glauben du seist ein schlechter Mensch oder tust sehr schlimme Sachen, so was klingt für mich auch nach etwas Amnesie, da du dich nicht wirklich erinnern kannst nur Bruchstücke empfängst und du musst sehr viele Ängste haben, verstehe nicht warum du keinen Therapieplatz bekommst.

#2


A


Von sich selbst erschlagen werden

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Las
Dass man viel in sich trägt kenne ich. Nicht immer ist es möglich das irgendwie auszusprechen oder mitzuteilen… dafür braucht man erstmal den passenden Rahmen. Wenn ich sehr unruhig bin nutze ich Sport als Ventil, wenn man sich so richtig auspowert wird auch der Kopf etwas träge und müde, nicht nur der Körper.

Manchmal wenn es schlimm ist (das habe ich zur Aufarbeitung von belastenden Erinnerungen genutzt) schreibe ich alles wie es gerade in meinem Kopf ist auf ein weißes Blatt Papier. Interessanter Weise bringt mir das oft mehr, als am Handy / PC zu tippen. Frühers habe ich auch Briefe an eine fiktive Person geschrieben, mir hat es gedanklich total geholfen jemanden anzusprechen - auch wenn da natürlich niemand war und so ein Brief nie in andere Hände gekommen ist. Wenn es besonders belastet kann man sich selbst auch immer die Option geben das Blatt einfach zu vernichten, zu verbrennen, dann „ruhen“ diese Text nicht irgendwo in eine Schublade etc. den eigenen vier Wänden.

Ansonsten kann es auch leichter sein, einfach ein paar Stifte zu nehmen und drauf los zu kritzeln. Irgendeinen physischen Output generieren, wenn Worte zu kompliziert sind. Ohne Perfektion - ohne Nachdenken.

Vielleicht hilft dir das ja lachen

x 1 #3


R
Habe alles gelesen, auch den Thread hinter dem Link, Du bist nach Jugendrecht ein verurteilter Täter, deshalb der Verweis auf die forensische Psychiatrie, da wird Dir ein niedergelassener Psychotherapeut keine Therapie anbieten können. Auch was Du aktuell an Symptomen, Fantasien und Gedanken schilderst gehört in diesen Bereich. Du müsstest einen niedergelassenen forensischen Psychiater finden, der Dich behandeln kann ohne die richterliche Verfügung. Fachkräfte ohne die forensische Qualifikation werden Dir nicht weiterhelfen können, es ist auch rechtlich nicht möglich. Natürlich, auf der forensischen Station der Psychiatrie werden nur aktuelle psychisch kranke Straftäter aufgenommen mit einer Verfügung vom Gericht. Du bräuchtest eine ambulante Behandlung, aber ob es ambulante forensische Psychotherapeuten gibt, die eine Therapie anbieten, bin ich überfragt. Da bist Du in einer blöden Situation, Du bist ein psychisch kranker Straftäter, aber derzeit ohne Urteil vom Gericht und bekommst somit in der forensischen Psychiatrie keine Behandlung. Gedanken aufschreiben ist eine gute Idee, um sich davon zu befreien, sie dann verbrennen kann ein Ritual sein, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

#4






Dr. Reinhard Pichler
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