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Aha, jetzt hab ich's verstanden.
Dann gibt es 2 Sorten von stummen Mitlesern.
Aber ich sehe das so wie Petra: Für ein
fruchtbares Gespräch über ein Problem ist es nicht nötig, dass dabei beide von ihren Problemen reden.
Im Gegenteil, das gilt als Unart. Es ist ein typisches Beispiel aus der Kommunikationslehre, wie man es in einer guten Kommunikation
nicht machen soll, nämlich:
Der erste fängt an, über ein ernstes Problem zu sprechen, das er hat, z.B. eine für ihn neue Krankheit. Der andere hört das und sagt: "Ja, das kenn ich! Ich war neulich auch beim Arzt, und stellen Sie sich vor, was der bei mir festgestellt hat - meine Leber ist kaputt! Ich muss jetzt Diät machen ... "
Der andere ist frustriert, denn eigentlich hatte er das Bedürfnis gehabt, mit dem anderen über
seine akuten Sorgen und Ängste wegen
seiner Krankheit zu sprechen und erhoffte sich dafür Trost, Zuspruch und idealerweise auch Erfahrungen und Tipps. Für die Krankheiten des anderen hat er momentan zu viel eigene Sorgen und Angst. Und das ist normal und verständlich.
Daher, entweder jemand möchte einfach nur plaudern, Small Talk machen, um die Zeit angenehm totzuschlagen, z.B. während des nachmittäglichen Kaffeetrinkens oder beim Warten auf den Bus.
Oder, jemand hat wirklich ein akutes Problem, dann ist es richtig und wichtig, dass der andere darauf eingeht und bei diesem Thema bleibt und nicht mit seinem eigenen Kram dazwischenquatscht.
Wenn der erste dann aber fordert, dass der andere ihm jetzt erstmal seine eigene Lebensgeschichte oder Leidensqualifikation erzählt - dann hat er offenbar keinen wirklichen Bedarf an Zuwendung und stiehlt dem anderen nur Zeit und Energie.
Dass "der andere" trotzdem, auch wenn er beim Problem "des ersten" bleibt, etwas falsch machen kann, z.B. zu fordernd sein kann, ist klar.
Ich hoffe, das war jetzt meinerseits verständlich.