Bezüglich des "Kopfwaschens" vielleicht mal noch ein Denkanstoß:
Ich bin mit meiner besseren Hälfte jetzt im Februar 10 Jahre zusammen. Wir waren nie großartig getrennt voneinander. Ich bin definitiv kein Mensch, der nicht eifersüchtig ist; früher war ich auch ziemlich schlimm, gerade weil ich so an ihm hänge. Er ist vor vielen Jahren extra meinetwegen nicht auf eine Studienfahrt mitgefahren, weil ich damit ein Problem hatte... eigentlich grundlos.
Vor anderthalb Jahren kam dann für mich die Schocknachricht, dass er aufgrund eines neuen und guten Jobs fortan in 120 km Entfernung arbeiten wird. Er hatte ein halbes Jahr trotz Studiums nichts in unserer Ecke gefunden und sich dann natürlich weiter weg beworben. Für mich brach erstmal eine Welt zusammen, weil ich wie gesagt nie allein war seitdem wir zusammen sind, aber auch, weil das Alleinleben mit Ängsten auch gar nicht so einfach ist.
Ich hatte aber keine Wahl: Entweder ich zieh es durch und vertraue ihm und stell mich der Situation oder wir gehen getrennte Wege... Letzteres schafften wir nicht.
Obwohl die Stelle anfangs nur befristet war, wurd er übernommen und auch befördert; das heißt, die Chancen auf "zusammen in der Heimat" stehen denkbar schlecht. Er hat dort auch Kolleginnen, soll ich ihm deshalb die Hölle heiß machen? Nein, denn wir verbringen unsere Wochenenden so, dass ich mir an jedem Sonntag Abend sicher sein kann: Es ist DEIN Mann, er liebt dich und du liebst ihn. Jedenfalls meistens

- Knatsch gibt es natürlich dann und wann auch. Aber meistens haben wir unser gemeinsames Universum, unternehmen viel und reden auch intensiv miteinander.
Was will ich damit sagen?
Es macht mich sehr traurig, wenn Paare, die sich lieben, ihre gemeinsame Zeit nicht zu schätzen wissen und ihrer Beziehung mit Dingen wie Eifersucht nur Schaden zufügen, anstatt jede Minute miteinander zu genießen. Ich bin mittlerweile eher eifersüchtig auf Paare, die sich jeden Abend sehen und einen Alltag miteinander haben dürfen, als auf irgendwelche Hirngespinste.
Und mal andersrum gedacht: Meinst du nicht, dass wenn er dich wirklich aus heiterem Himmel wegen einer Anderen verlassen würde, ER der Ar. wäre? Der Ar., der nicht versucht hat etwas zu ändern, als er unzufrieden war? Kommunizert auf jeden Fall offen miteinander und teile deine Ängste, anstatt ihn zu überfahren. Meiner hat auch viel durch mit mir, aber irgendwie ging es bis jetzt immer weiter.