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Unruhe_in_Person
Hallo!

Ich muss mich wieder mal in eigener Sache an euch wenden,denn ich bin im Augenblick schon wieder fix und fertig und kann mich nicht wirklich beruhigen.

Vorhin war ich bei einem Termin bei meiner Vermittlerin,weil sie mir einen Gesundheitsbogen des ärztlichen Dienstes vom JC zugesendet hat,den ich natürlich auch ausgefüllt habe und heute bei ihr abgab.Das geht jetzt seit Oktober 2016 so.Seit dem wird alle halbe Jahre die Leistungsfähigkeit geprüft.Auch unabhängig von der EGV (Eingliederungsvereinbarung) habe ich mich gekümmert wieder auf die Beine zu kommen,bisher leider ohne Erfolg.Mein Zustand hat sich verschlechtert.

Meine Therapeutin hat etwa Mitte diesen Jahres zu mir gemeint,dass ich einen neuen Lebensinhalt brauche (siehe andere Themen bei mir) und da ich an meinem Beruf hänge,habe ich versucht in diesem einen Job in mir selbst zumutbarer Stundenanzahl zu bekommen,leider ohne Erfolg.Das hat mich schon extrem runter gezogen,weil ich gerne dort gearbeitet hätte,weil ich auch der Meinung war,dass es meinem Gesundheitszustand dienlich gewesen wäre.Naja,hat zum einen von seitens der Praxis nicht geklappt,aber zum anderen auch nicht von seitens des JC.Es hieß,dass ich keine Allgeingänge machen solle,dass der ärztliche Dienst dazu erst die Tauglichkeit prüfen müsse und dass ich mich melden könne,wenn ich vor Ablauf des halben Jahres "wieder voll einsatzfähig sei."
Ich (und nicht nur ich) hatte den Eindruck,dass man keine Notwendigkeit sähe mir zu helfen solange ich nicht zumindest 3 Stunden belastbar wäre.Dahingehend kam also keine Unterstützung.(siehe entsprechendes Thema)

Bei dem Termin vorhin erwähnte die Mitarbeiterin,dass die Meinung von Psychiater gewichtiger seien als Psychotherapeuten,da erstere ja auch die Befugnis hätten Medikamente zu verordnen und ich meine es so verstanden zu haben,dass sie mir damit sagen wollte,dass ich über Medikamente nachdenken solle bzw. einen Psychiater aufsuchen solle um mir welche verschreiben zu lassen.

Das möchte ich aber definitiv nicht.Ich habe sehr große Angst vor heftigen Nebenwirkungen,denn Psychopharmaka bringen definitiv einen großen Sack davon mit.Von Erfahrungsberichten von Freundinnen,Mitpatienten sowie eigenständig behandelten Patienten weiß ich,dass diese Medikamente von suizidalen Gedanken,über Gewichtszunahme bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen so ziemlich alles mit sich bringen können.Abgesehen davon habe ich bei meinem Papa erlebt,dass er (zwar in einer anderen Problematik) mit einem simplen Asthma-Spray angefangen hat,dann Herztabletten nehmen musste deswegen dann Blutverdünner und Cortison nehmen musste und einiges andere,zuletzt Morphium bekam-und es ihm trotzdem nicht besser ging.Ich habe panisch Angst davor in einen solchen Teufelskreis hineinzugeraten,wo es mir vielleicht(!,denn es weiß ja keiner) psychisch besser gehen könnte (je nach dem wie man "besser" definiert),aber dafür in anderen Bereichen massive Beschwerden habe,die dann vielleicht psychische Symptome verstärken.Also zB. Gewichtszunahme,das ist einer der Klassiker von den Nebenwirkungen,die in 9 von 10 Fällen auftritt und ich bin mit meiner Figur so zufrieden wie sie ist,eine Gewichtszunahme würde nicht zur Verbesserung beitragen.Nur um ein Beispiel zu nennen.

Ich habe nun echt Sorge darüber,dass man mich dazu zwingen kann Medikamente zu nehmen.An sich weiß ich,dass jeder Mensch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat und mich so gesehen keiner zwingen kann Psychopharmaka einzunehmen,aber ich habe Angst,dass es mir von seitens des JC als "nicht willens zu genesen" ausgelegt werden kann oder sowas in der Art und es deshalb zu Leistungsentzug kommen könnte.

Ich mache seit Jahren Therapie,habe zwischendurch meine Ausblding beendet,gearbeitet und jetzt bin ich zu Hause.Vor zwei Jahren war ich mal wieder in der Tagesklinik (zwei Monate),im Anschluss daran war ich etwas über einem Jahr in der PIA,nach der PIA habe ich auf Vorschlag eine Reha gemacht (die vonseitens der Klnik beendet wurde).In Medikamenten sehe ich einfach keine Heilung,sondern nur eine Ruhigstellung meiner Seele,die dafür anderes,ebenso gravierendes hervorrufen.Mein Gefühl sagt mir,dass das nicht der richtige Weg für mich ist.Ich mache und tue so gut ich eben kann,aber Medikamente schließ ich komplett aus,weil ich Angst habe.
Inzwischen überlege ich sogar,ob ein Umzug sinnvoller wäre,obwohl sogar alleine der Gedanke daran blanker Horror für mich ist,eben weil ich lieber in meinem gewohnten Umfeld bleiben möchte,aber ich sehe zB. auch,dass ich hier in meiner Heimat nicht viele Möglichkeiten habe,da es eine Kleinstadt ist und die Ärzte überfüllt sind.Die Therapiechancen sind hier deutlich geringer als in größeren Städten,auch was das berufliche angeht habe ich hier kaum eine Chance.

Ehrlich. ich könnte mich im Augenblick einfach nur in die Ecke setzen und weinen. Ich fühl mich mit dem Rücken gegen ne Wand gedrückt,habe das Gefühl,dass die Luft zum Atmen immer enger wird.

Hab schon bei meiner Therapeutin angerufen und um einen Termin gebeten.Ich fühle mich im Augenblick mit meinen allgemeinen Ängsten alleine gelassen.Es ist immer da,aber wurde durch den Termin vorhin verschlimmert.Es war nur dieser eine Satz-und der hat mich total runtergezogen.Ich meine,wirklich,ich mache und tue,ich bin keine von denen,die einfach keinen Bock haben,ich habe das Gefühl,dass mir die Luft genommen wird,dass ich genötigt werde und ich hab Angst,panische Angst einfach nur.Mir ging es schon die letzten Tage "akut schlecht",aber vorhin die Aussage der Mitarbeiterin hat eine regelrechte Panik ausgelöst.



Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

12.11.2019 12:35 • 23.11.2019 #1


heartstowolves
@Unruhe_in_Person

Hey, tut mir leid zu lesen, dass es dir so schlecht gerade geht.

Ich glaube aber nicht, dass es darum geht, dass du eine Zwangsmedikation nehmen sollst. Sowas darf auch das JC nicht von dir verlangen.

Zitat von Unruhe_in_Person:
Bei dem Termin vorhin erwähnte die Mitarbeiterin,dass die Meinung von Psychiater gewichtiger seien als Psychotherapeuten,da erstere ja auch die Befugnis hätten Medikamente zu verordnen

Die Meinungen de Psychiater haben auch eine höhere Gewichtung, da sie Ärzte sind. Psychotherapeuten/Psychologen haben "nur" Psychologie studiert und nicht Medizin mit Schwerpunkt Psychiatrie - deswegen kannst du z.B. auch nur von einem Psychiater krankgeschrieben werden oder Medikamente bekommen und von einem Psychologen nicht.
Ich hatte vor ein paar Monaten ähnliche Probleme, die hatten aber mit der Krankenkasse zu tun und nich mit dem JC. Da hatte sich der MDK eingeschaltet und da mein Therapeut mich öfters sieht wie meine Psychiaterin hatte ich ihn gefragt, warum er nicht vom MDK angeschrieben wurde zwecks seiner Meinung. Er meinte dann, dass er zwar sagen kann, aber das Wort der Ärzte mehr ins Gewicht fällt.

Von daher glaube ich nicht, dass sie dir Medikamente aufzwingen wollen. Wie du selbst geschrieben hast: Jeder hat die freie Wahl, ob er Medikamenten nehmen soll oder nicht. Und das geht das JC absolut nichts an. Sonst müssten sie grundsätzlich jeden Langzeitkranken kontrollieren - und damit meine ich nicht nur uns psychisch Erkrankte sondern auch Leute mit Rückenleiden usw.

Ich hoffe, das konnte dir wenigstens ein bisschen helfen.
Fühl dich unbekannterweise mal lieb gedrückt.

12.11.2019 13:16 • x 1 #2



Hallo Unruhe_in_Person,

Zwangsmedikamentation durch Behörde?

x 3#3


Miami
Es tut mir leid zu hören das es Dir gerade so schlecht geht.

Ich kann aus dem Satz kein "Sie müssen Medikamente nehmen!" heraushören.

Mir scheint der Nebensatz mit den Medikamenten eher als unbeholfene Begründung warum man sieht das die Meinung von Psychiater hierarchisch über der von Therapeuten einzuordnen sind.

Ging es da eventuell um eine Begutachtung?

12.11.2019 16:26 • x 1 #3


Unruhe_in_Person
Zitat von heartstowolves:
Die Meinungen de Psychiater haben auch eine höhere Gewichtung, da sie Ärzte sind.


Hallo heartstowolves!

Vielen lieben Dank für Deine Antwort!

Ja,das ist mir dann auch in den Sinn gekommen.Ich war ja vor Jahren mal bei einer Psychiaterin,die mir sagte,dass es bei ihr nur um Medikammente ginge.Da hab ich den Glauben ein bisschen aufgegeben und mich verloren gefühlt.
Ich traue eben keinem übern Weg so wirklich und bei Behörden weiß man sowieso nie auf was für einen Trichter sie kommen könnten.
Hab vielleicht wirklich mehr rein interpretiert als tatsächlich gemeint war,aber meine Vermittlerin hat den Punkt "Psychiater" und "Medikamente" noch nie angesprochen,obwohl sie aus dem Gesundheitsfragebogen entnehmen kann und konnte,dass ich in einer Tagesklinik und PIA war-und beides wird von einer Psychiaterin betreut was also die Frage ausschließt,ob ich mal bei einem Psychiater war.Als sie "Medikamente" erwähnte und sinngemäß meinte,dass ich vielleicht gucken sollte bei einem Psychiater rein zu kommen,war bei mir die Panik im Anmarsch.
Hab halt Angst,dass mir die Verweigerung Medikamente zu nehmen als mangelende Mitwirkung ausgelegt werden würde,da bisher nicht geholfen hat,was ich probiert hab und die vielleicht der Meinung sind,dass Medis jetzt ran müssten.

Danke noch mal für Deine Nachricht und Deine aufmunternden Worte!Das ist wirklich lieb von Dir!

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

13.11.2019 09:30 • #4


Unruhe_in_Person
Zitat von Miami:
Ging es da eventuell um eine Begutachtung?


Hallo Miami!

Danke auch Dir für Deine Antwort!

Um eine Begutachtung an sich nicht,ich war einmal beim ärztlichen Dienst vom JC.Das war vor drei Jahren,seitdem wird alles per Post von meinen Therapeuten angefordert.Gestern habe ich wieder den Gesundheitsfragebogen bei meiner Vermittlerin abgegeben,was seit Oktober 2016 alle halbe Jahre gemacht wird.
Ich hab mich so gegen die Wand gedrückt gefühlt gestern.
Was mich auch so irritiert hat,dass es plötzlich drum ging wegen einem Psychiater und das die gewichtiger seien als Psychotherapeuten.Bisher waren die Befunde so auch akzeptiert wurden und deswegen war ich da gestern total panisch.

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

13.11.2019 09:40 • #5


Sonnenzombie
Hallo
Ich war vor 2 Jahren in der Tagesklinik und mir wurden in den 2 Monaten die ich da war 2 neue Antidepressiva verschrieben.Da mir dass gar nicht gut Getan hat wollte ich sie absetzten.
Da würde mir gesagt sie fahren doch auch nicht in die Werkstatt mit einem kaputten Auto und lassen sich dann nix herrichten.
Müsste die dann nehmen ansonsten würde ich gebeten denn Platz frei zu machen. Dass ich erhebliche Nebenwirkungen von den Medis hatte würde gar nicht beachtet,in Gegenteil die drohten mir dass ich Probleme mit dem Reha Geld bekommen werde .Bei dir @Unruhe in Person ist es etwas anderes du bist ja nicht gezwungen worden.
Aber passieren tut so Was leider schon .
War sehr schlimm für mich gerade weil sie mir das Mirtabene absetzten wollten obwohl ich es schon 9 Jahre genommen hab. Hoffe dass du eine Stelle findest die für dich angemessen ist und die du schaffen kannst @ Unruhe in Person ! Aber alles gefallen lassen müssen selbst wir Psychies uns nicht !
LG Sonnenzombi

13.11.2019 10:03 • x 1 #6


heartstowolves
@Unruhe_in_Person
Ich glaub ich wär auch im ersten Moment überrumpelt gewesen. Für mich liest es sich, dass deine Vermittlerin eher gemeint hat, ob du noch zusätzlich zu einem Psychiater sollst wenn du nun nichtmehr in einer PIA bist. Für dich hätte das eben auch den Nutzen, dass der Arzt dir dann eher helfen kann, wenn Behörden Gutachten haben wollen. Vielleicht wusste sie auch nicht, dass in einer PIA Psychiater drin sind Mach dir auf jeden Fall keinen Kopf. Ich würd mir an deiner Stelle trotzdem überlegen eine/n Psychiater/in zu suchen. Grad wenn es auch mal um Reha oder ähnliches geht oder eine Beratung. Das können Therapeuten in dem Ausmaß leider nicht tun.
Zum Thema mangelnde Mitwirkung wegen Tablettenverweigerung: Ich hatte das Thema auch schon mit meiner Psychiaterin. Direkt beim ersten Gespräch hat sie mir ein Rezept in die Hand gedrückt. Ich hab es zwar eingelöst, aber nie genommen. Irgendwann kam die Frage, wie ich denn das Sertralin vertragen würde. Hab ihr dann gesagt ich hab es nicht genommen. Erfreut war sie nicht, weil es mch eben stabiler machen sollte aber sie hat es akzeptiert. Ich hab dann gemeint, sollte ich nochmal abrutschen wie am Anfang werd ich es eher nehmen. Trotzdem kann dich ein Arzt nicht zwingen irgendwas zu nehmen - und Vorwürfe seitens Ämter, Behörden oder des Arztes brauchst du dir da nicht geben Es steht jedem frei, Medikamente zu nehmen oder eben nicht. Zumal meine Psychiaterin dann auch ganz schnell meinte "Medikamente sind gut, wenn Menschen in tiefen Krisen stecken, es ist ein Krückstock. Dieser Krückstock bearbeitet aber nur die Oberfläche, um den Rest kümmern sich die verschiedenen Therapieformen (Verhaltenstherapie, usw.)"
Da wirst du keine Probleme bekommen.

Liebe Grüße zurück!

13.11.2019 10:31 • x 1 #7


Miami
Ein Psychiater ist auch für Atteste, Koordination, Reha, Klinik, Rezepte und als Ideenfinder gut.

Ideenfinder in dem Sinne das er nicht nur über das Werkzeug "Medikamente" verfügt sondern sich allgemein gut mit Hilfsangeboten vor Ort auskennt und überlegt was passen könnte.

Rezepte ... z.B. für Ergotherapie (und da werden nicht nur Laubsäge arbeiten gemacht sondern es gibt auch da vielfältige Angebote).

Es ist schon eine Überlegung wert sich nach einem guten Fachmann umzusehen.

Und wenn der Erste Dir absolut nicht taugt steht es Dir immer frei aufzustehen und wieder zu gehen.

13.11.2019 11:26 • x 1 #8


Mitwirkungspflicht hat man schon! Wenn es einem dauerhaft schlecht geht, sich aber medizinisch-medikamentös nicht helfen lassen will, kann das durchaus zum Problem werden, allgemein gesprochen.

13.11.2019 11:43 • x 4 #9


Icefalki
Zitat von juwi:
Mitwirkungspflicht hat man schon! Wenn es einem dauerhaft schlecht geht, sich aber medizinisch-medikamentös nicht helfen lassen will, kann das durchaus zum Problem werden, allgemein gesprochen.


Dem stimme ich voll und ganz zu . Etwas hart gesprochen, aber wer Leistungen von Staat oder ähnlichen Institutionen bezieht, ist auch zur Mitarbeit angehalten.

Evtl. liegt hinter Angst auch eine Depression. Oder die ganze Therapie greift nicht, weil man unter Angst gar nichts lernen kann, weil die Symtome alles überlagern. U.U. sind dann Medis ein Segen. Muss man ausprobieren.

Ich glaube nicht, dass man gezwungen werden kann, Medis zu nehmen, aber die Folgen trägt man dann auch.

13.11.2019 12:30 • x 4 #10


Unruhe_in_Person
Zitat von heartstowolves:
Irgendwann kam die Frage, wie ich denn das Sertralin vertragen würde. Hab ihr dann gesagt ich hab es nicht genommen. Erfreut war sie nicht, weil es mch eben stabiler machen sollte aber sie hat es akzeptiert.



Hallo @heartstowolves

Ich habe für heute einen kurzfristigen Termin bei meiner Therapeutin bekommen und sie hat sowas ähnliches gesagt wie Du.Sie meinte,sie habe Patienten,die auch Psychopharmaka verordnet bekommen,diese aber nie oder nur teilweise genommen haben.Sie meinte auch,dass Psychiater ihr Geld hauptsächlich nur mit dem Verschreiben von Tabletten bekämen,aber im seltenen Fall Gesprächstherapie machen...Ich habe das schon von mehreren gehört,also irgendwas muss dran sein.

Zitat von heartstowolves:
Grad wenn es auch mal um Reha oder ähnliches geht oder eine Beratung. Das können Therapeuten in dem Ausmaß leider nicht tun.


Ich war im letzten Jahr auf Reha und für mich war klar,dass ich das nicht wieder mache,wenn es nicht zwingend nötig ist.Es war grauenhaft,hatte an sich nicht viel Therapie,aber das was ich hatte,war zu heftig und keine Entspannungsmaßnahmen gehabt.Echt schlimm,nie wieder.Wenn irgendwas ansteht,rede ich grundsätzlich immer mit meiner Hausärztin oder meiner Therapeutin darüber,die Psychiater,die ich bisher kennengelernt habe,waren sehr unnahbar und die eine hat mir wie gesagt direkt klar gemacht,dass es bei ihr ausschließlich um Medis gehe.Das war wirklich ne Wand.
Meine Therapeutin unterstützt mich da besser,vielleicht liegt es auch daran,weil ich zu ihr auch wirklich Vertrauen habe.Während man bei anderen (auch Reha-Einrichtungen) davon ausgehen muss,dass sie einfach ne Quote erfüllen wollen,ist da bei ihr wirkliches Verständnis und sie versucht zu helfen.

Zitat von heartstowolves:
"Medikamente sind gut, wenn Menschen in tiefen Krisen stecken, es ist ein Krückstock. Dieser Krückstock bearbeitet aber nur die Oberfläche, um den Rest kümmern sich die verschiedenen Therapieformen (Verhaltenstherapie, usw.)"


Der Spruch ist klasse.Da ist was Wahres dran.


Hallo @sonnenzombi!

Danke für Deine Nachricht!

Das klingt ja grauenhaft.oO Mir fehlen grad die Worte..Konntest Du dagegen was unternehmen?

Hallo @Miami


Zitat von Miami:
Ideenfinder in dem Sinne das er nicht nur über das Werkzeug "Medikamente" verfügt sondern sich allgemein gut mit Hilfsangeboten vor Ort auskennt und überlegt was passen könnte.

Rezepte ... z.B. für Ergotherapie (und da werden nicht nur Laubsäge arbeiten gemacht sondern es gibt auch da vielfältige Angebote).

Es ist schon eine Überlegung wert sich nach einem guten Fachmann umzusehen.


Wie gesagt,ich habe bisher eher die Erfahrung gemacht,dass es ausschließlich um Medis ging,wurde mir auch direkt so gesagt.
Ich habe in der PIA übern Jahr Ergotherapie gemacht,auch das hat angefangen mich zu erschöpfen.
Aber ich werde den Vorschlag annehmen und mich noch mal um einen Psychiater kümmern.
Danke Dir.

Hallo @ juwi

Danke auch Dir für Deine Nachricht.

Zitat von juwi:
Mitwirkungspflicht hat man schon! Wenn es einem dauerhaft schlecht geht, sich aber medizinisch-medikamentös nicht helfen lassen will, kann das durchaus zum Problem werden, allgemein gesprochen.


Meine Therapeutin hat gesagt,dass ich in keiner Form dazu gezwungen darf und kann,schon mal alleine deshalb nicht,weil es Gesetze gibt.Zu Medikamenten hat sie eine ähnliche Einstellung wie ich auch.Freundinnen von mir nehmen seit Jahren Medikamente,besser als mir geht es ihnen trotzdem nicht.Ich reds auch keinem aus,wers nehmen möchte oder denkt ihm hilft es,soll es machen.Aber für mich ist das keine Option.


Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

13.11.2019 19:36 • x 2 #11


Unruhe_in_Person
Hallo @ Icefalki

Danke erstmal für Deine Nachricht.

Zitat von Icefalki:
Dem stimme ich voll und ganz zu . Etwas hart gesprochen, aber wer Leistungen von Staat oder ähnlichen Institutionen bezieht, ist auch zur Mitarbeit angehalten.

Evtl. liegt hinter Angst auch eine Depression. Oder die ganze Therapie greift nicht, weil man unter Angst gar nichts lernen kann, weil die Symtome alles überlagern. U.U. sind dann Medis ein Segen. Muss man ausprobieren.

Ich glaube nicht, dass man gezwungen werden kann, Medis zu nehmen, aber die Folgen trägt man dann auch.



Nun,ich versperre mich grundsätzlich nicht gegen Wege damit es besser wird,nicht einfach weil der Staat das lieber hätte,sondern weil es in erster Linie mir besser gehen soll.Daher arbeite ich auch so gut ich kann mit und das in Rahmen des mir möglichen.Ich war auf Reha,obwohl es mir ein absoluter Gräul gewesen ist.Medis sind aber definitiv keine Option und stehen für mich auch nicht zur Debatte.Ich sehe persönlich keine Heilung drin,habe große Angst vor den Nebenwirkungen,was berechtigt ist.

Naja,ich hab tatsächlich unteranderem ne Depression,inzwischen erschöpfe ich mit allem,weil ich einfach auch keine wirkliche Pause habe von Therapien und meinen Sorgen.Ist leider kein Rucksack,den ich irgendwo stehen lassen kann.Ich denke aber,das kennen viele.

Wie gesagt,ich spreche es keinem ab.Wer denkt,es hilft,soll das machen.Für mich ist das kein Weg.Ich kann mich so noch einschätzen,merke,wenn mein Körper Ruhe braucht.Medis hebeln das auch mit aus und wie gesagt,ganz zu schweigen von den extremen Nebenwirkungen.


Liebe Grüße euch allen,
Unruhe_in_Person

13.11.2019 19:52 • x 1 #12


heartstowolves
Zitat von Unruhe_in_Person:
Ich habe für heute einen kurzfristigen Termin bei meiner Therapeutin bekommen und sie hat sowas ähnliches gesagt wie Du.Sie meinte,sie habe Patienten,die auch Psychopharmaka verordnet bekommen,diese aber nie oder nur teilweise genommen haben.Sie meinte auch,dass Psychiater ihr Geld hauptsächlich nur mit dem Verschreiben von Tabletten bekämen,aber im seltenen Fall Gesprächstherapie machen...Ich habe das schon von mehreren gehört,also irgendwas muss dran sein.

Mich beruhigt es auch schon zu wissen, dass ich im Notfall Medikamente habe sollten alle Stricke reißen.
Ja, das ist auch wirklich so. Meine Psychiaterin hat vor ein paar Jahren noch Therapie nebenbei gemacht, hat es aber eingestellt. Wenn ich bei ihr zur Besprechung bin, dauert das teilweise nur 10 Minuten. Da kommt man auch nicht wirklich dazu, etwas anzusprechen. Das bleibt dann eher bei meinen Therapeuten liegen.


Zitat von Unruhe_in_Person:
Ich war im letzten Jahr auf Reha und für mich war klar,dass ich das nicht wieder mache,wenn es nicht zwingend nötig ist.Es war grauenhaft,hatte an sich nicht viel Therapie,aber das was ich hatte,war zu heftig und keine Entspannungsmaßnahmen gehabt.Echt schlimm,nie wieder.Wenn irgendwas ansteht,rede ich grundsätzlich immer mit meiner Hausärztin oder meiner Therapeutin darüber,die Psychiater,die ich bisher kennengelernt habe,waren sehr unnahbar und die eine hat mir wie gesagt direkt klar gemacht,dass es bei ihr ausschließlich um Medis gehe.Das war wirklich ne Wand.
Meine Therapeutin unterstützt mich da besser,vielleicht liegt es auch daran,weil ich zu ihr auch wirklich Vertrauen habe.Während man bei anderen (auch Reha-Einrichtungen) davon ausgehen muss,dass sie einfach ne Quote erfüllen wollen,ist da bei ihr wirkliches Verständnis und sie versucht zu helfen.

Ohje das hört sich nicht so toll an. Ich geh jetzt auch bald in Reha und hoffe es wird gut verlaufen. Hab mir aber ne ziemlich "gelobte" Klinik ausgesucht. Es ist halt auch schwierig schnell Vertrauen aufzubauen. Aber bei manchen Dingen kann der Hausarzt oder Therapeut auch nicht viel machen. Verstehe aber, was du meinst.


Zitat von Unruhe_in_Person:
Der Spruch ist klasse.Da ist was Wahres dran.

Ja, fand ich auch klasse. Sie verschreibt zwar auch sehr schnell Medikamente aber sie hört auch auf, darüber zu reden wenn man ihr zeigen kann, dass man an sich arbeitet und es auch so schaffen möchte.

13.11.2019 20:10 • x 1 #13


Unruhe_in_Person
@heartstowolves

Das scheint mir eine vernünftige Person zu sein.

13.11.2019 20:30 • #14


Unruhe_in_Person
Hallo @ heartstowolves

Zitat von heartstowolves:
Mich beruhigt es auch schon zu wissen, dass ich im Notfall Medikamente habe sollten alle Stricke reißen.
Ja, das ist auch wirklich so. Meine Psychiaterin hat vor ein paar Jahren noch Therapie nebenbei gemacht, hat es aber eingestellt. Wenn ich bei ihr zur Besprechung bin, dauert das teilweise nur 10 Minuten. Da kommt man auch nicht wirklich dazu, etwas anzusprechen. Das bleibt dann eher bei meinen Therapeuten liegen.


Ja,falls was ist,hast Du so zumindest etwas also eine Art "Notfall-Verbandskasten".^^
Ich finde das schlimm,dass über etwas zu sprechen einen so geringen Stellenwert hat,aber einfach nur Medikamente verschreiben einen so hohen.:/ Fürchterlich.
Die Erfahrung habe ich auch gemacht,dass ich beim Psychiater teilweise nicht mal 10 Minuten drin saß."Wie gehts Ihnen?","Haben Sie noch irgendwelche Fragen?","Dann wünsch ich Ihnen eine gute Zeit."-So in etwa sind die Gespräche verlaufen.Also bestenfalls nicht mal 5 Minuten.

Zitat von heartstowolves:
Ohje das hört sich nicht so toll an. Ich geh jetzt auch bald in Reha und hoffe es wird gut verlaufen. Hab mir aber ne ziemlich "gelobte" Klinik ausgesucht. Es ist halt auch schwierig schnell Vertrauen aufzubauen. Aber bei manchen Dingen kann der Hausarzt oder Therapeut auch nicht viel machen. Verstehe aber, was du meinst.


Naja,es ist ein offenes Geheimnis,dass so einige Reha-Einrichtungen mit der Rentenversicherung zusammenarbeiten..und was da sheißt,kann man sich ja denken.Ich habe schon echt heftiges auch gehört von bestimmten Einrichtungen,aber jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen.Ich hab meine auch gemacht,nie wieder.Überhaupt stationär unter Fremden in einer völligen fremden Gegend gewesen zu sein war einfach der Horror.Dann die Therapien.Habs nicht lange dort ausgehalten,aber zumindest im Vergleich zu anderen versucht.
Vertrauen ist sone Sache.Muss man sich erarbeiten.Nen Therapeut oder Psychiater kann nicht erwarten,dass man ihm direkt alles sagt.

Ich hoffe,dass Du eine gute Zeit in der Reha hast.

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

14.11.2019 08:47 • #15


Du solltest über eine (längere) Krankschreibung nachdenken und unbedingt fachliche Unterstützung (Beratungsstelle o. ä.) beim Umgang mit dem JC organisieren.

Ein Vermittler bei JC hat überhaupt keine Kompetenz dir irgendwelche medizinische Ratschläge zu erteilen, geschweige denn konkrete Therapien vorzuschlagen. Zwingen kann dich NIEMAND ein Medikament einzunehmen, auch nicht das JC. Das wäre ja dann ein Straftatbestand, z. B. Nötigung usw. Frage doch das nächste Mal einfach, ob sie dir das Anliegen schriftlich gibt...

Das "Schlimmste" was die machen können ist zum Rentenantrag auffordern und das ständige Quälen mit Meldeterminen, deshalb einfach krankschreiben lassen (manchmal einziger + bester Weg, funktioniert immer + sofort!). Da du krank bist, kannst du dich auch krankschreiben lassen.

Andereseits könnte man auch von sich aus einen Rentenantrag stellen, dann ist man auch erstmal paar Monate vom Radar.

21.11.2019 19:10 • x 2 #16


Unruhe_in_Person
Hallo dirk1804,
danke erstmal,dass Du Dich dazu geäußert hast.

Zitat von dirk1804:
Du solltest über eine (längere) Krankschreibung nachdenken und unbedingt fachliche Unterstützung (Beratungsstelle o. ä.) beim Umgang mit dem JC organisieren.


Naja bei mir hängt das so zusammen,dass ich vom ärztlichen Dienst des JC quasie "krankgeschrieben" bzw. genauer gesagt für ein halbes Jahr als nicht "leistungsfähig" eingestuft wurde.Eine Krankschreibung könnte ich allerhöchstens bei meiner Hausärztin bekommen,Psychiatern traue ich nicht wirklich über dem Weg...Ich war bis letztem Jahr in der PIA und die dortige Psychiaterin hat gemeint,dass sie mich nicht krank schreibe,weil es "ja wieder in Richtung Berufsleben" gehen solle....Ich weiß nicht,wem ich noch trauen kann...

Zitat von dirk1804:
Ein Vermittler bei JC hat überhaupt keine Kompetenz dir irgendwelche medizinische Ratschläge zu erteilen, geschweige denn konkrete Therapien vorzuschlagen. Zwingen kann dich NIEMAND ein Medikament einzunehmen, auch nicht das JC. Das wäre ja dann ein Straftatbestand, z. B. Nötigung usw. Frage doch das nächste Mal einfach, ob sie dir das Anliegen schriftlich gibt...


Wie gesagt,ich habe es vielleicht auch einfach so aufgefasst,weil meine Vermittlerin sagte,dass ein Psychiater ja gewichtiger sei als ein Psychotherapeut und der ja auch Medis verschreiben dürfe.Ich habe einfach Angst,dass es mir als "Ich mache nicht genug" ausgelegt wird,weil ich Medis verweigere.

Zitat von dirk1804:
Das "Schlimmste" was die machen können ist zum Rentenantrag auffordern und das ständige Quälen mit Meldeterminen, deshalb einfach krankschreiben lassen (manchmal einziger + bester Weg, funktioniert immer + sofort!). Da du krank bist, kannst du dich auch krankschreiben lassen.

Zitat von dirk1804:
Andereseits könnte man auch von sich aus einen Rentenantrag stellen, dann ist man auch erstmal paar Monate vom Radar.



Rentenantrag kann ich nicht stellen,weil ich nicht ausreichend in die Versicherung eingezahlt habe.Ich habe auch an sich nicht ständig irgendwelche Termine,bestenfalls zwei,drei Mal im Jahr.

Ich fühle mich insgesamt hängengelassen...Naja.

Danke Dir noch mal.

21.11.2019 19:20 • #17


Angor
Niemand kann Dich zu etwas zwingen, ob es Medikamente sind oder eine Klinik.

Als ich noch beim Jobcenter war, sollte ich in der Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, dass ich in eine Klinik gehe. Daraufhin habe ich gesagt, das unterschreibe ich nicht, ich glaube nicht dass sie mich dazu nötigen dürfen in eine Klinik zu gehen, wenn ich nicht möchte.

Daraufhin hat sie etwas angesäuert den betreffenden Text gestrichen.

Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich dann in die Reha Abteilung gewechselt bin. Die waren da bedeutend netter und ich habe diesen ständigen Druck nicht mehr gehabt. Was nützt es wenn man Bewerbungen schreibt und Maßnahmen machen soll, wenn man sich nicht mal in öffentliche Verkehrsmittel traut oder in geschlossenen Räumen eine PA bekommt?

Ich hatte auch keine Nachteile, als ich mich beim Praktikum versucht hatte, und es nach zwei Tageen abbrechen musste. Wenns nicht geht, gehts nicht, am besten krank schreiben lassen wenn der Druck zu groß wird.

Lass Dich von denen nicht fertig machen, wir haben schon genug mit der Psyche zu tun, da braucht maan nicht noch so arrogante Typen, die keine Ahnung haben, wie sch... es einem geht.

Du kannst zwar keinen Rentenantrag stellen, wenn Du nicht genug eingezahlt hast, aber falls Du nach Gutachten dauerhaft erwerbsunfähig geschrieben wurdest, bekommst Du Grundsicherung, das ist sogar ein bischen mehr wie Hartz4.

21.11.2019 22:35 • x 1 #18


Unruhe_in_Person
Hallo Angor,
danke Dir für Deinen Beitrag.

Zitat von Angor:
Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich dann in die Reha Abteilung gewechselt bin. Die waren da bedeutend netter und ich habe diesen ständigen Druck nicht mehr gehabt.


Ich bin auch in der Reha-Abteilung.An sich ist es ruhiger dort,ja und ich habe einen nicht ganz so heftigen Druck dort,aber Druck ist trotzdem vorhanden,weil ich meinen Gesundheitszustand verbessern soll.Will ich ja auch,aber inzwischen gehen mir die Idee und Möglichkeiten aus,ich bin kräftetechnisch am Ende angekommen


Zitat von Angor:
Ich hatte auch keine Nachteile, als ich mich beim Praktikum versucht hatte, und es nach zwei Tageen abbrechen musste.


Das war auch eines der Dinge,die mal zum Gespräch standen,aber mir wurde vin der Vermittlerin erklärt,dass ein Praktikum nur möglich sei,wenn der Poten. Arbeitgeber zu einer Vollzeit-Übernahme bereit wäre und das es in dem Sinne kein Praktikum gäbe sondern nur sowas wie "zweiwöchige Probezeit".Das war nämlich auch Thema bei meiner Therapeutin und mir.Teilhabe am Arbeitsleben konnte ebenfalls nicht bei mir realisiert werden,aufgrund der zu geringen Belastungsfähigkeit.

Zitat von Angor:
Lass Dich von denen nicht fertig machen, wir haben schon genug mit der Psyche zu tun, da braucht maan nicht noch so arrogante Typen, die keine Ahnung haben, wie sch... es einem geht.


Du hast recht.Im Moment fühle ich mich mit dem Rücken gegen die Wand gedrückt..schutzlos,einfach schutzlos...

Zitat von Angor:
Du kannst zwar keinen Rentenantrag stellen, wenn Du nicht genug eingezahlt hast, aber falls Du nach Gutachten dauerhaft erwerbsunfähig geschrieben wurdest, bekommst Du Grundsicherung, das ist sogar ein bischen mehr wie Hartz4.


Bei mir hat das alles vor drei Jahre angefangen,ich wurde nach beendetem Arbeitsverhältnis zum ärztlichen Dienst vom Arbeitsamt/Jobcenter geschickt und im darauffolgenden Gutachten stellte man keine Leistungsfähigkeit fest.Seitdem wird das alle halbe Jahre geprüft,bisher war es immer dasselbe Ergebnis.Ich habe trotzdem versucht auf Basis von zwei Stunden (mehr hält meine Therapeutin für derzeit nicht machbar) einen Job zu finden-worauf mir erklärt wurde,dass ich keine Alleingänge machen solle und ich weiterhin Therapie machen solle,mich aber melden könne,wenn ich "wieder voll einsatzfähig" sei...
Wie gesagt,ich fühle mich derzeit sehr gegen die Wand gedrückt,weil ich so nicht vorwärts komme und das Gefühl habe vom JC hängen gelassen zu sein. Ich kann auch nicht einschätzen,wer es gut mit mir meint und wer nicht,wer mir ehrliche Antworten gibt oder wer nur sein Interesse im Kopf hat...ich fühle mich hilflos

21.11.2019 22:49 • x 1 #19


Hallo! Ich bin normalerweise stille Mitleserin, aber dieser Beitrag hat mich dazu animiert, doch mal was zu schreiben. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich deine Lage verstehen kann. Auch ich hatte massive Angst vor Nebenwirkungen, weil man ja alles mögliche im Netz liest und habe mich lange davor gedrückt was zu nehmen. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass es auch meine Angststörung selber war, durch die auch diese Ängste einfach übertrieben waren und fernab der Realität. Man liest ja halt wie so oft immer nur die schlimmen Dinge im Netz, das darf man nicht vergessen! Und ob dann jede Nebenwirkung wirklich nur durch das Medikament bedingt ist, weiß man doch auch nicht (z. B. Gewichtszunahme). Dazu kann man nicht alle über einen Haufen scheren und es kommt ja auch noch auf die Dosis an.

Sooo furchtbar schlimm sind die heutigen Antidepressiva doch gar nicht wie hier dargestellt oder befürchtet. Ich selber habe Erfahrungen mit Paroxetin und Escitalopram. Ich habe/hatte bei beiden leichte Nebenwirkungen, die aber deutlich besser zu ertragen sind als die Ängste/Depression. Manches hört/liest sich vielleicht auch dramatischer als es dann tatsächlich ist. Daher schreibe ich jetzt auch nicht, was für Nebenwirkungen ich habe.

Das Problem ist vielleicht auch, dass tatsächlich meistens die ca. ersten zwei Wochen der Einnahme schwierig sind, aber wenn man die durchgehalten hat, dann ist es meistens halb so wild und es geht einem besser.
Ich will damit nicht sagen, dass AD's total klasse sind und die Lösung aller Probleme, aber sie dermaßen zu verteufeln halte ich für problematisch, besonders wenn man bedenkt, dass andere, die gerade vielleicht auch überlegen, ob sie was nehmen sollen oder nicht, diesen Thread lesen.

Ich kenne übrigens auch einige, die AD's nehmen und habe noch von niemandem von wirklich drastischen Nebenwirkungen gehört!

Trotz alledem sollte man natürlich auch immer eine Psychotherapie machen, die Medikamente lösen natürlich nie die dahinter liegenden Probleme! Aber sie können es erleichtern, überhaupt erstmal wieder ins Leben zurückzufinden.

Dass man dazu gezwungen werden kann, kann ich mir aber auch nicht vorstellen, solange man keine ernsthafte Gefährdung für sich oder andere darstellt.

Das wollte ich nur mal dazu gesagt haben

22.11.2019 10:16 • x 2 #20