77

Schlaflose
Ich nehme seit über 20 Jahren ADs und konnte damit erreichen, dass ich die ganze Zeit arbeiten kann. Und ich habe 0 Verständnis, wenn man es noch nicht einmal ausprobiert, ob man damit aus der Arbeitsunfähigkeit herauskommen könnte.

22.11.2019 11:09 • x 5 #21


Bei mir war einfach irgendwann der Leidensdruck so groß, dass ich gedacht habe, schlimmer kanns doch eh nicht kommen und ich alles getan hätte, nur um aus diesem Gefühlszustand rauszukommen. Mich wundert wie leidensfähig manche sind. Ist es das wert? Nur um irgendwie keine Medikamente zu nehmen, lieber täglich Leid ertragen, was wahrscheinlich größer ist als die Nebenwirkungen? Außerdem: Man kann doch auch Medikamente wieder absetzen oder wechseln, wenns dann wirklich so schlimm werden sollte. Ist doch nicht alles in Stein gemeißelt.

22.11.2019 11:15 • x 3 #22



Hallo Unruhe_in_Person,

Zwangsmedikamentation durch Behörde?

x 3#3


Achso und zum Thema Persönlichkeitsveränderung wollte ich noch was sagen: Ja, ich bin dadurch vielleicht ein bisschen ein anderer Mensch, aber nicht im Sinne von veränderte Persönlichkeit, sondern eher der Mensch, der ich ohne die Angststörungen wäre bzw. wie ich davor war! Mehr, wie ich sein will.
Ich wäre das auch lieber gerne ohne Medikamente, aber wenns eben nicht so einfach geht, dann sind sie eine gute Hilfe. Wie eben bei anderen Krankheiten auch.

22.11.2019 11:34 • x 1 #23


Carsten1974
Zitat von Unruhe_in_Person:
Ich habe nun echt Sorge darüber,dass man mich dazu zwingen kann Medikamente zu nehmen.An sich weiß ich,dass jeder Mensch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat und mich so gesehen keiner zwingen kann Psychopharmaka einzunehmen,aber ich habe Angst,dass es mir von seitens des JC als "nicht willens zu genesen" ausgelegt werden kann oder sowas in der Art und es deshalb zu Leistungsentzug kommen könnte.


Ich würde bei den konkreten rechtlichen Fragen, also was das Jobcenter in Deiner Situation darf und was nicht, Hilfe und Auskunft bei unabhängigen Sozialberatungsstellen suchen oder in speziellen Foren zu diesen Themen rund um ALG 2. Die gibt es auf Facebook zum Beispiel.

22.11.2019 11:49 • x 1 #24


Carsten1974
Zitat von Unruhe_in_Person:
Rentenantrag kann ich nicht stellen,weil ich nicht ausreichend in die Versicherung eingezahlt habe.


Doch, kannst Du meiens Wissens und wenn Deine 100-prozentige Erwerbsunfähigkeit festgestellt wird, bekommst Du statt EU-Rente Grundsicherung oder Sozialhilfe.

22.11.2019 11:59 • x 1 #25


Unruhe_in_Person
Hallo ImWahn.

Danke erstmal für Deinen Beitrag.

Ich gebe zu,dass es spannend ist verschiedene Meinungen und Ansichten zum Thema der Nebenwirkungen von Medikamenten zu lesen und ich finde es gut,dass es Menschen gibt,auf die AD´s mehr positiv als negativ reagieren.Auch bei Freundinnen von mir ist das sehr gemischt und ich finde es okay so.Es soll jeder so machen wie er das für sich selbst für richtig hält und ich urteile über keinen einzelnen.

Leider habe ich insgesamt aber mehr negatives darüber gehört-und um ehrlich zu sein,wenn man Depressionen hat und eine Nebenwirkung KANN sein,dass man verstärkt suizidale Gedanken hat bis zum Impuls sich umbringen zu wollen,dann kann da was nicht richtig sein.Das macht mir Angst,ich habe insgesamt Angst vor Nebenwirkungen.Mein Leben soll nicht von Medis bestimmt werden.Ich bin froh,dass ich mich so immer noch einschätzen kann,Medis verändern mich,aber sie heilen nicht meine Krankheit.Ich möchte es auch gar nicht versuchen,denn Ärzte machen mit den Medis nichts anderes als versuchen was jetzt hilft.Ich will gar nicht erst damit anfangen,denn wenn es zu spät ist,ist es zu spät.

Aber ich finde es gut,dass Du und Leute,die Du kennst,gut mit den Medis klar kommen.

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

22.11.2019 13:57 • #26


Hmm das mit der erhöhten Suizidalität ist ja meines Wissens hauptsächlich in den ersten Wochen ggf. ein Problem, weil die antriebssteigende Wirkung von SSRI sofort einsetzt, aber die antidepressive erst später. Ich kann das auch ein Stück weit nachvollziehen, weil ich tatsächlich in der ersten Woche sehr unruhig war und noch ängstlicher als vorher. Aber danach wurde es besser und das ist, was die meisten berichten. Daher steht auch in der Beilage, man soll diese nahestenden Personen zeigen, damit die Bescheid wissen u. ggf. Veränderungen bemerken.
Ich denke, du solltest diese Bedenken mit einem Psychiater besprechen, es gibt doch auch so viele unterschiedliche Medikamente bzw. vielleicht auch Lösungen um die Anfangszeit zu überbrücken. Aber letztlich ist das natürlich deine Entscheidung!

22.11.2019 14:10 • x 1 #27


Unruhe_in_Person
Hallo Schlaflose.

Danke für Deinen Beitrag.

Zitat von Schlaflose:
Ich nehme seit über 20 Jahren ADs und konnte damit erreichen, dass ich die ganze Zeit arbeiten kann. Und ich habe 0 Verständnis, wenn man es noch nicht einmal ausprobiert, ob man damit aus der Arbeitsunfähigkeit herauskommen könnte.


Weißt Du...das ist genau die Denkweise,die meiner Meinung nach auch Behörden haben.
Es geht in erster Linie nicht darum,dass es einem wirklich gut geht sondern darum,dass man nicht auf den Staat angewiesen ist.
Du sagst,dass Du kein Verständnis hast,wenn Leute nicht mal versuchen so aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen.Ich persönlich bin nicht arbeitslos und werde auch nicht unter "arbeitslos" geführt.Bei mir liegt keine Leistung vor,die ausreichend genug ist um mich in Teil-oder Vollzeit zu vermitteln.Okay,manche nehmen die Medikamente,aber die Probleme,die man hat,verschwinden nicht.Sie bleiben da.Sie sind da.AD´s sorgen lediglich dafür,dass man gewissermaßen sediert wird.Und mein Leben lang darauf angewiesen sein möchte ich auch nicht.

Ich möchte,dass es mir gut geht.Verstehst Du?Mir als Mensch im ganzen-und nicht weil Medis meine seelischen Schmerzen bis zu einem gewissen Punkt unterdrücken.Ich möchte,dass es mir mal gut geht,eben weil es mir gut geht und nicht,weil die Medikamente dafür sorgen.Ich möchte,dass es mir als Wesen gut geht und wenn es mir mal gut gehen sollte,dann weil die "inneren Dämonen" wären.

Wie bereits schon im vorhergehenden geschrieben respektiere ich es grundsätzlich,wenn Leute der Auffassung sind,dass ihnen AD´s wirklich helfen.Aber zu sagen,dass man keinerlei Verständnis für Leute aufbringt,die keine nehmen wollen und als Grund angeführt wird,dass man so aus der Arbeitslosigkeit raus kommt,finde ich echt happig.Ja,es ist wichtig,dass man aus der Arbeitslosigkeit raus kommt,wenn man es ist.
Aber ich persönlich finde es wichtiger,dass es einem Menschen wirklich gut geht und er die Leistung erbringen kann,weil er es kann und nicht,weil er sowieso nicht merkt,dass er es eigentlich ohne Medis nicht schaffen würde.Wir sind alle Menschen und Gefühle und Emotionen sind uns nun mal mitgegeben.Wenn es mir schlecht geht und es dafür auch wie bei allen anderen auch Gründe gibt,dann ist es eben so-und geheilt bin erst,wenn diese "inneren Dämonen" nicht mehr aktiv sind.
Medis unterdrücken nur den Zustand,aber sie heilen nicht-und ohne kommen die meisten dann nicht mehr klar,ihr Leben wird davon bestimmt.Ich will kein Skla. von Medis werden.Ich möchte,dass es mir gut geht,weil es mir wirklich gut geht.Es muss jeder selbst wissen und jeder hat Gründe dafür sie zu nehmen oder es zu lassen und man kann und darf nicht verurteilen für das eine oder andere.

Schade,dass Du kein Verständnis hast.
Aber danke für Deinen Beitrag.


Unruhe_in_Person

22.11.2019 14:18 • x 2 #28


Schlaflose
Zitat von Unruhe_in_Person:
Leider habe ich insgesamt aber mehr negatives darüber gehört-und um ehrlich zu sein,wenn man Depressionen hat und eine Nebenwirkung KANN sein,dass man verstärkt suizidale Gedanken hat bis zum Impuls sich umbringen zu wollen,dann kann da was nicht richtig sein.


Ich hatte ohne die Medikamente ständig suizidale Gedanken und mit war ich nach 3 Wochen ein fröhlicher Mensch, so wie ich es in meiner Jugend war.
Zitat von Unruhe_in_Person:
Ich möchte,dass es mir gut geht.Verstehst Du?


Will das nicht jeder? Aber wenn plötzlich alle, die Antidepressiva (oder auch andere Medikamente) nehmen, es nicht mehr tun würden oder sich von vornherein dem verschlossen hätten und somit nicht arbeitsfähig wären, wäre der Sozialstaat nicht mehr imstande alle zu unterstützen und die Wirtschaft würde massiv einbrechen. Ich bin der Ansicht, dass erstmal jeder alles Erdenkliche versuchen muss, um arbeitsfähig zu sein. Wenn die Medikamente (und sonstige Maßnahmen) keinen Nutzen bringen, dann finde ich es in Ordnung, wenn man Geld vom Staat bezieht.

Zitat von Unruhe_in_Person:
Ich will kein Skla. von Medis werden.Ich möchte,dass es mir gut geht,weil es mir wirklich gut geht.


Das kannst du natürlich so halten, aber dann bitte auf eigene Kosten.

22.11.2019 16:13 • x 3 #29


heartstowolves
Zitat von Schlaflose:
Ich bin der Ansicht, dass erstmal jeder alles Erdenkliche versuchen muss, um arbeitsfähig zu sein. Wenn die Medikamente (und sonstige Maßnahmen) keinen Nutzen bringen, dann finde ich es in Ordnung, wenn man Geld vom Staat bezieht.

Da stimme ich dir zu. Ich habe in einigen Threads schon gelesen, dass ganz vielen sehr schnell geraten wird, die Rente zu beantragen. Das sind Dinge, die ich nicht verstehe. Genauso wie viele eine große Abneigung gegenüber einer Reha haben. Ich spreche jetzt von mir selber: Ich nehme keine Medikamente. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wegen meinem Herzen, zum anderen bin ich übersensibel was Medikamente angeht - selbst Ibuprofen 400mg ist schon zu stark für mich. Ich hatte vor Jahren wegen Schlafstörungen Opipramol bekommen und sollte 12,5mg nehmen. Ich kam mir vor, als wär ich auf einem Horrortrip. Aber; ich versuche alles, damit ich endlich wieder arbeiten kann. Ich bin seit einem Jahr krankgeschrieben - mir fällt die Decke auf den Kopf, gleichzeitig bekomme ich meinen Alltag dank Angsterkrankung nicht gebacken. Ich geh jede Woche zur Therapie. Sowohl Psychologe als auch Heilpraktikerin für Psychotherapie und begebe mich eigenständig in meine Angstsituationen. Und jetzt steht die Reha an. Klar, werden die meine Probleme nicht wegschnipsen können aber ich bin mir sehr sicher, dass die Tagesstruktur und das Programm (Sport, Stressmanagement, Berufsberatung, Entspannung, etc.) mir definitiv weiterhelfen werden. Man muss eben selber auch Motivation zeigen - es ist schließlich das eigene Leben um das es geht. Und das kann niemand ändern, außer man selbst mit kleinen Krücken von Therapeuten. Deswegen verstehe ich bei vielen die Ablehnung gegenüber Therapie, Klinik, Reha und Medikamente nicht. Wenn wirklich gar nichts geht und man wie du leider suizidale Gedanken hat sollte man über Medikamente nicht lange nachdenken. Ich hab mir auch geschworen, sollte ich jemals wieder so krass abrutschen wie am Anfang gehe ich direkt in eine Klinik und lasse mich unter Beobachtung mit Medikamenten einstellen. Trotzdem ist es so, wie ich es auf den ersten Seiten geschrieben habe: Zwingen darf man niemand, etwas zu tun. Ob es fair anderen gegenüber ist...das steht auf einem anderen Blatt.
Das ist aber auch so ein Thema wie bei Hartz 4. Die einen bemühen sich ohne Ende etwas zu finden, während andere sich einen faulen Lenz machen.

22.11.2019 16:32 • x 2 #30


Hallo!
Ich finde du hast eine sehr negative Einstellung zum Thema medis. Ich nehme seit 8 Jahren Antidepressiva und kann dank der Tabletten normal leben. Warum soll man leiden, wenn es eine so "einfache" Lösung gibt? Natürlich machen medis alleine nicht gesund, aber sie sind eine große Hilfe auf dem Weg dorthin. Meine Antidepressiva sind meine Schutzhülle, an der vieles abprallt, ohne die medis wäre eine Therapie nicht denkbar.
Nebenwirkungen hat man übrigens im Normalfall nur in den ersten 1-2 Wochen, danach nicht mehr.
Es ging einfach psychische Krankheiten, die man ohne medis nur schwer/kaum heilen kann.
Wir lange dauert dieser Zustand schon? Wovon lebst du?
Liebe Grüße

22.11.2019 19:41 • #31


Miami
Ich finde die Feststellung das Antidepressiva sedieren falsch.

22.11.2019 19:47 • x 1 #32


Zitat von Miami:
Ich finde die Feststellung das Antidepressiva sedieren falsch.

Ist sie auch, bzw. ist sie viel zu pauschal. Würde ich was Sedierendes kriegen, wäre ich scheintot Im Normalfall sind die klassischen AD antriebssteigernd und stimmungsaufhellend. Sedieren tun Beruhigungs- und Schlafmittel. Nur gegen die seltene agitierte Depression wird gegebenenfalls was Sedierendes verschrieben. Oder wenn starke Schlafstörungen auftreten - da kann man für abends was Sedierendes geben.

22.11.2019 19:52 • x 1 #33


Lillibeth
Warum versuchst Du es nicht einfach ? Und gibst den Tabletten eine Chance? Ich wollte 30 Jahre keine und es war ein ständiges auf und ab. Jetzt nehme ich welche und es geht gut. Man nimmt ja auch Blutdrucksenker wenn er zu hoch ist und die haben nicht weniger Nebenwirkungen. Wenn es nicht klappt kannst Du es ja wieder lassen. Du hast ja offensichtlich ein Ziel und da sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Und das wissen auch die vom Med. Dienst

22.11.2019 21:22 • x 1 #34


Lillibeth
Zitat von Carsten1974:
Doch, kannst Du meiens Wissens und wenn Deine 100-prozentige Erwerbsunfähigkeit festgestellt wird, bekommst Du statt EU-Rente Grundsicherung oder Sozialhilfe.

Aber warum ? Vielleicht klappt es ja mit Medikamenten. Ich finde schon das man alles versuchen sollte bevor es an Sozialleistungen geht .

22.11.2019 21:23 • x 2 #35


Lillibeth
Zitat von Unruhe_in_Person:
Hallo Schlaflose.Danke für Deinen Beitrag.Weißt Du...das ist genau die Denkweise,die meiner Meinung nach auch Behörden haben.Es geht in erster Linie nicht darum,dass es einem wirklich gut geht sondern darum,dass man nicht auf den Staat angewiesen ist.Du sagst,dass Du kein Verständnis hast,wenn Leute nicht mal versuchen so aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen.Ich persönlich bin nicht arbeitslos und werde auch nicht unter "arbeitslos" geführt.Bei mir liegt keine Leistung vor,die ausreichend genug ist um mich in Teil-oder Vollzeit zu vermitteln.Okay,manche nehmen die Medikamente,aber die Probleme,die man hat,verschwinden nicht.Sie bleiben da.Sie sind da.AD´s sorgen lediglich dafür,dass man gewissermaßen sediert wird.Und mein Leben lang darauf angewiesen sein möchte ich auch nicht.Ich möchte,dass es mir gut geht.Verstehst Du?Mir als Mensch im ganzen-und nicht weil Medis meine seelischen Schmerzen bis zu einem gewissen Punkt unterdrücken.Ich möchte,dass es mir mal gut geht,eben weil es mir gut geht und nicht,weil die Medikamente dafür sorgen.Ich möchte,dass es mir als Wesen gut geht und wenn es mir mal gut gehen sollte,dann weil die "inneren Dämonen" wären.Wie bereits schon im vorhergehenden geschrieben respektiere ich es grundsätzlich,wenn Leute der Auffassung sind,dass ihnen AD´s wirklich helfen.Aber zu sagen,dass man keinerlei Verständnis für Leute aufbringt,die keine nehmen wollen und als Grund angeführt wird,dass man so aus der Arbeitslosigkeit raus kommt,finde ich echt happig.Ja,es ist wichtig,dass man aus der Arbeitslosigkeit raus kommt,wenn man es ist.Aber ich persönlich finde es wichtiger,dass es einem Menschen wirklich gut geht und er die Leistung erbringen kann,weil er es kann und nicht,weil er sowieso nicht merkt,dass er es eigentlich ohne Medis nicht schaffen würde.Wir sind alle Menschen und Gefühle und Emotionen sind uns nun mal mitgegeben.Wenn es mir schlecht geht und es dafür auch wie bei allen anderen auch Gründe gibt,dann ist es eben so-und geheilt bin erst,wenn diese "inneren Dämonen" nicht mehr aktiv sind.Medis unterdrücken nur den Zustand,aber sie heilen nicht-und ohne kommen die meisten dann nicht mehr klar,ihr Leben wird davon bestimmt.Ich will kein Skla. von Medis werden.Ich möchte,dass es mir gut geht,weil es mir wirklich gut geht.Es muss jeder selbst wissen und jeder hat Gründe dafür sie zu nehmen oder es zu lassen und man kann und darf nicht verurteilen für das eine oder andere.Schade,dass Du kein Verständnis hast.Aber danke für Deinen Beitrag.Unruhe_in_Person

Du bist kein Skla. der Medikamente. Dazu gehört auch eine Therapie. Und dann setzt man es irgendwann wieder ab. Aber einfach so abwarten und über das System schimpfen ist nicht die Lösung. Es gibt Hilfe und die sollte man annehmen. Denn ohne kommst Du ja auch nicht klar. Wovon also soll es besser werden ?

22.11.2019 21:29 • x 1 #36


Unruhe_in_Person
Hallo Lillibeth.

Danke für Deinen Beitrag.^^

Zitat von Lillibeth:
Aber einfach so abwarten und über das System schimpfen ist nicht die Lösung. Es gibt Hilfe und die sollte man annehmen. Denn ohne kommst Du ja auch nicht klar. Wovon also soll es besser werden ?



Ich schimpfe nicht auf das System und habe auch mit keiner Silbe derartiges verlauten lassen,wenn das so rüber kam,dann ist das lediglich eine Interpretation.
Ja,es gibt Hilfen und die nehme ich auch an,solange es keine Medikamente sind,denn in denen sehe ich keine Heilung der Probleme.Ich komme aus der med.Branche,habe selbst Patienten behandelt,sie erlebt.Zudem erlebe ich es selbst an mir und ich erlebe auch Mitpatienten und tausche mich viel darüber aus.Nicht nur hier.

Zitat von Lillibeth:
Warum versuchst Du es nicht einfach ? Und gibst den Tabletten eine Chance? Ich wollte 30 Jahre keine und es war ein ständiges auf und ab. Jetzt nehme ich welche und es geht gut. Man nimmt ja auch Blutdrucksenker wenn er zu hoch ist und die haben nicht weniger Nebenwirkungen. Wenn es nicht klappt kannst Du es ja wieder lassen.


Wie gesagt,ich sehe in Tabletten keine Heilung.Ich habe meinem Vater über Jahre hinweg beim Sterben zugesehen.Die Medikamente haben seine Gesundheit nicht gebessert.Im Gegenteil.Fängt harmlos an und zum Schluss ist Endstation.Das will ich für mich nicht.

Hallo nektarine.

Danke für Deine Mitteilung.^^

Zitat von nektarine:
Ich finde du hast eine sehr negative Einstellung zum Thema medis. Ich nehme seit 8 Jahren Antidepressiva und kann dank der Tabletten normal leben. Warum soll man leiden, wenn es eine so "einfache" Lösung gibt? Natürlich machen medis alleine nicht gesund, aber sie sind eine große Hilfe auf dem Weg dorthin. Meine Antidepressiva sind meine Schutzhülle, an der vieles abprallt, ohne die medis wäre eine Therapie nicht denkbar.
Nebenwirkungen hat man übrigens im Normalfall nur in den ersten 1-2 Wochen, danach nicht mehr.
Es ging einfach psychische Krankheiten, die man ohne medis nur schwer/kaum heilen kann.
Wir lange dauert dieser Zustand schon? Wovon lebst du?


Ja,habe ich.Ich sehe nämlich nicht,dass es den Menschen um mich herum besser geht als mir.Freundinnen von mir und ich treffen uns einmal in der Woche,alle verschiedenen Alters.Besser als mir geht es ihnen nicht.Die eine war fast 5 Monate in der Klinik,obwohl sie jahrelang schon auf ihre Medis eingestellt wurde.Aber so ist das mit den Medis:Die Dosis muss angepasst werden.
Als "einfache" Lösung betrachte ich das nicht unbedingt.Dann nehme ich dagegen wieder Medis,weils da Probleme gibt und dann dagegen wieder...ein Teufelskreis vor dem ich mich fürchte.Ich habs bei meinem Vater gesehen.

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

22.11.2019 22:00 • #37


Unruhe_in_Person
Hallo Schlaflose

Zitat von Schlaflose:
Ich bin der Ansicht, dass erstmal jeder alles Erdenkliche versuchen muss, um arbeitsfähig zu sein. Wenn die Medikamente (und sonstige Maßnahmen) keinen Nutzen bringen, dann finde ich es in Ordnung, wenn man Geld vom Staat bezieht.


Wie gesagt,grundsätzlich sehe ich das genauso wie Du,allerdings beziehe ich das nicht ausschließlich auf die Arbeit.

Zitat von Schlaflose:
Das kannst du natürlich so halten, aber dann bitte auf eigene Kosten.


Es hat schon seine Gründe wieso man nicht dazu gezwungen werden darf,denn mit den Folgen müsste ICH alleine klar kommen.Weder Du noch wer anderes,geschweige denn ein Arzt,kann die Tragweite dessen verantworten bzw. für mich dann mit den Folgen klar kommen.Ich müsste das.Also ist es auch mein gutes Recht für mich selbst abzuwägen,ob ich das für mich selbst möchte.
Es ist leicht kein Verständnis zu haben,wenn man die Nebenwirkungen des anderen nicht ausbaden muss.Es ist auch leicht kein Verständnis zu haben,wenn man die Gründe nicht versteht.
Inzwischen fühle ich mich massiv angegriffen und ich bin froh,dass keiner von denen,die mich hier hinstellen als sei ich nicht gewillt alles erdenkliche zu tun (denn so ließt sich das teilweise),in der Position sind zu entscheiden wer Anrecht auf Unterstützung hat und wer nicht.
Keiner regt sich über Leute auf,die den ganzen Tag zu Hause rumsitzen,keine Lust haben,nicht mal zu Terminen gehen etc.,aber ich werde hier in die Mangel genommen,weil ich für mich sage,dass ich mir die möglichen Nebenwirkungen von Medis nicht antun möchte,weil keiner die Tragweite dessen verantworten kann und ich für mich selbst verantwortlich bin und entschieden habe,diese zusätzlichen Pakete an Problemen nicht auf mich nehmen zu wollen.Das ist echt heftig.Ich mache so ziemlich alles,nur Medis möchte ich nicht nehmen und werde extrem verurteilt deswegen.
Ich sag auch zu keinem,dass die Medis ja schon lange eingenommen werden,aber scheinbar zu keiner Besserung geführt haben,denn sonst müsste man sie ja nicht nehmen.Mache ich auch nicht.Weils unfair wäre und ich nicht über andere Menschen urteile oder darüber wie sie mit ihrer Krankheit umgehen.Wenn Medis als hilfreich empfunden werden,dann ist das okay,ich urteile da nicht darüber,obwohl ich anderer Meinung bin,aber jeder soll das machen wie es ihm am besten damit geht.Aber ich fühle mich extrem in die Mangel genommen und in keiner Weise respektiert oder verstanden.
Liebe Grüße

22.11.2019 22:25 • #38


Miami
Es tut mir leid das Du es so auffasst.
Mir war wichtig herauszustreichen das AD nicht sedieren.

Auch wenn es vielleicht welche geben mag wo genau das erwünscht ist.
Aber AD ist nicht gleich Sedierung oder ruhig stellen.

Du hast Deine Gründe keine Medikamente zu nehmen.

Das Du es nicht versuchen willst finde ich nicht von Amts wegen schade oder wegen irgendwelcher Leistungen sondern weil sie Dir womöglich wirklich helfen könnten ein eventuell vorhandenes Ungleichgewicht von Botenstoffen wieder gerade zu rücken.

Und genau diesen Gedanken könnten natürlich auch Ärzte haben.

22.11.2019 22:34 • #39


Unruhe_in_Person
Ich werde mich zu dem Thema nicht mehr äußern.
Ich habe das Thema eröffnet,weil ich wahnsinnige Angst hatte,dass man mich wirklich dazu zwingen könnte Medikamente zu nehmen vonseits der Behörden,obwohl ich sehe,dass meinen Freundinnnen nicht besser geht und Medis auch meinen Papi nicht gerettet haben.Dass ich mich aber jetzt regelrecht rechtfertigen muss und hier weit weniger auf Verständnis stoße als erhofft und es inzwischen soweit geht,dass ich mich angegriffen fühle,tut mir nicht gut.Grundsätzlich habe ich kein Problem mit der Meinung anderer,auch wenn ich anderer Auffassung bin,aber ich muss mit Erschrecken feststellen,dass ich gleiches Verständnis in keiner Form umgedreht bekomme sondern sogar hingestellt werde als sei ich nicht ausreichend gewillt,weil ich den Medikamenten-Weg für mich persönlich ablehne.Das macht mich sprachlos.
Ich musste erstmal überlegen wie ich mich verhalten soll und ich habe mich entschieden,dass es das beste ist,wenn ich mich nicht mehr dazu äußere.

Ich wünsch euch alles Gute.

22.11.2019 22:42 • #40