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Hallo!
Ich bin neu hier und hatte das Gefühl, mir das einfach mal von der Seele schreiben zu müssen. Auch in der Hoffnung, vielleicht ein paar Menschen zu finden denen es ähnlich geht wie mir.
Zur Info vielleicht, ich habe schon mit 13 das erste mal die Diagnose Depressionen bekommen, damals war es eine schwere Episode.
Also eigentlich fing damals alles an als ich im Jugendalter Canna. konsumiert habe. Ich hatte dadurch eine Art "Psychose" entwickelt (Ich nenne es einfach so, es wurde nie diagnostiziert aber die Symptome die ich hatte, haben schon sehr dazu gepasst).
Von der einen auf die nächste Sekunde hatte ich unglaubliche Ängste, diese hielten bestimmt 2 Monate an und umfassten sowas wie Verfolgungswahn bzw die Angst das mir draußen jemand was antun könnte, extreme Ängste vorm sterben, ich konnte in der Zeit keine Stunde alleine bleiben und brauchte immer jemanden um mich.
Zu dieser Psychose kam dann allerdings noch hinzu das ich minderjährig war und ein Umzug in eine 300km entfernte Stadt anstand. Am Tag des Umzuges (als die Symptome der Psychose schon größtenteils abgeklungen waren) fing es mit den körperlichen Symptomen jedoch erst richtig an.
Ich hatte täglich ein stechen in der Lunge und extreme Angst vor Lungenkrebs. Dazu kam dann noch täglicher Schwindel, Benommenheit, etc.
Ich war zu dem Zeitpunkt so am Ende das ich darüber nachgedacht habe mich in eine psychiatrische Klinik zu begeben. Dies ist allerdings nicht passiert, dafür war ich im Krankenhaus. Röntgenbilder von der Lunge gemacht, alles in Ordnung.
Daraufhin verschwanden die Symptome auch alle nacheinander bis ich komplett beschwerdefrei war.
Das alles ist jetzt ca 3 1/2 Jahre her.
Seit ca einem Jahr kam jedoch wieder diese extreme Angst vor dem Tod, diese hatte sich über Wochen so gesteigert, dass er irgendwann meinen Alltag bestimmt hat. Es gab nicht viele Zeiten am Tag an denen ich nicht darüber nachgedacht habe. Panikattacken hatte ich jedoch nie. Als ich dann eines Nachts plötzlich aus dem Schlaf hochgeschreckt bin, weil ich einen extremen Schwindelanfall hatte bin ich am morgen direkt ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde ich neurologisch untersucht (Diese allgemeinen Tests wie "laufen sie auf der Stelle, fassen Sie sich mit geschlossenen Augen an die Nase, etc.). Der Arzt sagte mir, es wäre nur ein Lagerungsschwindel der zwar lästig ist, aber mit ein paar Lagerungsübungen wieder verschwindet.
Jedoch konnte ich den ganzen nicht wirklich glauben schenken und hatte extreme Angst vor einen Hirntumor.
Die nächsten Tage kamen dann auch gefühlt jeden Tag neue Symptome dazu wie eine extreme Benommenheit die wirklich den ganzen Tag über anhielt und allgemein Konzentrationsstörungen, Gangunsicherheit etc. Selbst als der eigentliche Lagerungsschwindel weg war, blieben diese Symptome.
Ich war bei meiner Hausärztin, die mir gesagt hat, dass sie es für sehr unwahrscheinlich hält das wirklich irgendwas körperliches ist und es alles von der Psyche kommt. Sie schickte mich zur eine psychiatrischen Klinik die eine Art Notfallsprechstunde anbieten. Als ich einer Psychiaterin meine Symptome schilderte, war diese auch überhaupt nicht überrascht und meinte sogar es könnte noch schlimmer werden, sollte ich jetzt nichts an meiner Situation ändern.
Dazu ist zu sagen, das ich davor schon bei einer Psychologin war die sagte das ich wohl wieder in einer mittelschweren depressiven Episode bin und meine Ängste über den Tod gut damit zusammenhängen können.
Ich dachte mir jedoch nur "noch schlimmer? Wie soll das gehen?"
Ein paar Tage später hatte ich dann ein MRT. Völlig unauffällig. Daraufhin war ich wieder beruhigt und die Symptome klungen ab.
Vor einigen Wochen bin ich dann morgens wieder aufgewacht. Plötzlich war mir extrem Schwindelig, konnte kaum gehen, habe gezittert, fühlte mich extrem schwach, meine Sicht war verschwommen und meine Augen taten weh. Aus irgendeinem Grund hab ich dann an Multiple Sklerose gedacht (obwohl ich die symptome vorher nicht kannte, fand ich mich beim googeln plötzlich in den meisten wieder) daraufhin kam die Panik und ich bin wieder ins Krankenhaus gefahren. Dieselben Untersuchungen wie beim Lagerungsschwindel, alles unauffällig. Blut war auch in Ordnung nur meine Leukozyten waren erhöht (was die Ärztin aber komischerweise nicht erwähnt hatte) wieder sagte man mir, es ist alles psychisch und das es einerseits gut wäre, das neurologisch nichts vorliegt aber man anderseits leider auch nichts tun kann als eine lange Zeit Psychotherapie.
Wieder ging ich nach Hause und konnte es eigentlich gar nicht glauben. Wie soll meine Psyche so etwas auslösen?
Am nächsten Tag ging ich mit dem Laborbefund zu meiner Hausärztin. Diese sagte das die erhöhten Leuko's von allen möglichen kommen könnten, eine leichte Erkältung etc würde schon ausreichen und bei Rauchern wäre es wohl auch normal wenn sie höher sind. Sie meinte es wäre nur auffällig gewesen wenn andere Entzündungswerte erhöht wären, waren sie aber nicht. Des weiteren wäre es wohl untypisch für MS das mein MRT völlig unauffällig war auch wenn dies schon 2 Monate zurücklag.
Sie meinte man könnte es nicht ausschließen aber die Lumbalpunktion, mit welcher man wirklich feststellen könnte ob es MS ist, möchte sie mir nicht antun, dafür wären die Anzeichen nicht groß genug.
Was soll ich sagen die nächsten 2 Wochen klungen ein paar Symptome ab, aber diese extreme Benommenheit blieb, ein Gefühl als würde man hinter einer Glasscheibe sitzen, alles ist abgestumpft. Komischerweise war dieses viel stärker als ich draußen war, was eigentlich zur Ablenkung dienen sollte. Wenn ich Zuhause im Bett lag war es nicht mehr so präsent.
Mittlerweile ist die Benommenheit auch weg aber was ich noch ziemlich extrem habe sind die Sehstörungen. Oft tun mir die Augen bei Bewegung weh und ich sehe immer schwarze Punkte/Fäden/Schatten vor dem Auge.
Dabei habe ich in letzter Zeit viel an meiner Situation geändert und mir geht es auch von meiner Stimmung her viel besser wie noch vor ein paar Wochen. Ich denke auch nicht mehr viel über den Tod oder Krankheiten nach und trotzdem verschwinden die Sehstörungen nicht.
Ich weiß nicht ob ich vielleicht unterbewusst noch irgendwas austrage oder ob es nicht doch ein MS-Schub war der soweit abgeklungen ist außer die Sehstörungen?
Vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel von mir und diese psychosomatischen Sachen brauchen einfach länger bis sie verschwinden auch wenn es einem wieder besser geht?.
Meine Therapeutin bei der ich demnächst meine Therapie beginne meint übrigens, dass ich keine Hypochondrie hätte sondern diese Ängste quasi ein "Überbleibsel" von der damaligen Psychose sind und diese jetzt wieder hochkommen, weil es mir psychisch nicht so gut geht.

Falls überhaupt jemand bis hierhin gelesen haben sollte und sich mit meiner Geschichte identifizieren kann oder einen Rat für mich hat wäre ich super dankbar über eine Antwort oder Nachricht.

Allen die unter egal was für einer psychischen Erkrankung leiden wünsche ich viel Kraft!

18.04.2020 16:49 • 22.04.2020 #1


4 Antworten ↓


sun78
Hallo ich leide seit 20 Jahren unter psychomatischer Angststörung habe bis vor 1 jahr gut umgehen können.Dann zusammenbruch Reha was mir nicht geholfen hat. Jeden Tag Symtome mal mehr mal weniger. Ich habe mich nie um meine Krankheit schlau gemacht (was man machen kann) erst seit einem Monat Lese ich viel darüber und es ist schon bisschen leichter

18.04.2020 17:01 • x 1 #2



Substanzinduzierte Psychose - Startschuss Hypochondrie

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Zitat von sun78:
Hallo ich leide seit 20 Jahren unter psychomatischer Angststörung habe bis vor 1 jahr gut umgehen können.Dann zusammenbruch Reha was mir nicht geholfen hat. Jeden Tag Symtome mal mehr mal weniger. Ich habe mich nie um meine Krankheit schlau gemacht (was man machen kann) erst seit einem Monat Lese ich viel darüber und es ist schon bisschen leichter


Hallo!
Ich habe in letzter Zeit auch schon oft darüber nachgedacht stationär zu gehen aber ich denke es wäre keine Option für mich da dann meine Arbeit wegfallen würde, die momentan meine einzige 'Ablenkung' ist.
Ich habe auch schon öfters in solchen Foren geguckt aber nie so wirklich jemanden gefunden der dasselbe hat wie ich aber scheinbar ist durch die Psyche wirklich jedes Symptom möglich..

18.04.2020 17:06 • x 2 #3


sun78
Ja stimmt die psyche spielt uns streiche

22.04.2020 17:12 • x 1 #4


maniro
Ich kann mich mit deiner Geschichte zu 100 % identifizieren. Bei mir war es damals Spice.

22.04.2020 22:19 • x 1 #5




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