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Hallo zusammen, ich bin neu hier im Forum und wende mich an euch, weil ich seit einiger Zeit mit der Angst vor dem Schlucken (Phagophobie) zu kämpfen habe. Da diese Phobie oft schwer für Außenstehende nachzuvollziehen ist, hoffe ich hier auf Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht. Meine Situation: Bei mir äußert sich die Angst vor allem dadurch, dass ich bei jeder Mahlzeit das Gefühl habe, mein Schluckreflex würde nicht richtig funktionieren. Sobald ich feste Nahrung im Mund habe, setzt eine Art Panik ein, dass ich mich verschlucken oder gar ersticken könnte. Das führt dazu, dass ich mein Essen extrem lange kauen muss (fast bis es flüssig ist) oder manche Lebensmittel ganz meide. Symptome, die mich begleiten: Starke Konzentration auf den Schluckakt, wodurch er sich erst recht „falsch“ anfühlt. Vermeidung von Essen in der Öffentlichkeit oder in Gesellschaft aus Scham. Körperliche Begleiterscheinungen wie Herzrasen oder ein Engegefühl im Hals während des Essens.
Obwohl ärztlich alles abgeklärt ist und keine organische Ursache gefunden wurde, fällt es mir schwer, das logisch zu verarbeiten. Meine Fragen an euch: Kennt ihr das Gefühl, dass man das Schlucken plötzlich „neu lernen“ muss? Welche Strategien helfen euch in akuten Angstmomenten beim Essen? (Ich habe von bewusstem Atmen oder kleinen Schlucken gelesen). Gibt es spezielle Therapien oder Übungen (z.B. Logopädie oder Verhaltenstherapie), die euch langfristig geholfen haben?
Ich freue mich sehr über einen Austausch und Tipps, wie ihr euren Alltag mit der Phagophobie meistert. Es tut schon gut zu wissen, dass man mit dieser Sache nicht allein ist. Viele Grüße!
• • 10.05.2026#1
5 Antworten ↓
Perle Mitglied
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@TanjaT Hallo,
das hatte ich vor ca. 12 Jahren auch. Seit wann hast Du die Schluckstörung? Oft ist sie psychosomatisch bedingt. Hast Du viel Stress oder Kummer derzeit?
LG Perle
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#2
A
Phagophobie/ Schluckangst
x 3
Tänzerin82 Mitglied
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Gut, dass du die Logopädie ansprichst, genau an diese Empfehlung habe ich gleich gedacht. Ich bin nämlich selbst Logopädin und behandele diverse Schluckstörungen. Wir machen da immer eine ausführliche Anamnese und Diagnostik und erheben daraus den Befund. Die Therapieplanung erfolgt dann anhand der Ergebnisse aus der Anamnese und Diagnostik bzw Testung, sowie daraus, was die Patienten und / oder Angehörigen "drumherum" noch erzählt haben. Mit den darauffolgenden, individuell ausgesuchten Übungen, die auch im häuslichen Bereich idealerweise wiederholt werden, kann man dann sehr schön schrittweise Verbesserungen erkennen. Das ist für alle Beteiligten entlastend und erfreulich 👍 .
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#3
Abendschein Mitglied
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Zitat von TanjaT:
Hallo zusammen, ich bin neu hier im Forum und wende mich an euch, weil ich seit einiger Zeit mit der Angst vor dem Schlucken (Phagophobie) zu kämpfen habe. Da diese Phobie oft schwer für Außenstehende nachzuvollziehen ist, hoffe ich hier auf Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht. Meine Situation: Bei mir ...
Hatte ich auch schon mal und das zwei Jahre lang. War auch bei allen möglichen Ärzten und auch beim Brei schlucken, aber es war alles in Ordnung. Ich konnte machen was ich wollte, ich konnte nicht mehr schlucken und nach zwei Jahren war es wieder da.
Ich hatte im Unterbewußtsein Angst am schlucken zu ersticken.
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#4
Perle Mitglied
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Bei mir lag es damals an stark verspannten Halsmuskeln bedingt durch eine Angststörung. Als ich dann einige Wochen später auf der Akutstation war, verschwand die Anspannung.
Es ist ein Tick. Eine Fixierung auf einen Normalerweise unbewussten Vorgang. Das ist inhaltlich austauschbar und kann sich um die Beobachtung des Gleichgewichtes( Schwindel) des Atmens( Angst nicht normal atmen zu können ) starke Fixierung auf alle möglichen natürlichen / teils unbewussten körperlichen Funktionen.. Verdauung , Schmerz etc.. Dort kann es ja ganz regulär auch mal zu Schwankungen und Störungen und Störgefühlen kommen. Ich denke das hat jeder Mensch zeitweise das Problem ist nur wenn diese Abweichung der Norm zu stark beachtet und im Verlauf damit weiter verstärkt werden. ich kenne das leider auch und habe die Erfahrung gemacht, dass es am ehesten hilft, wenn man sich andere und interessantere Themen in seinem Leben sucht und sich diesen zuwedet. Natürlich ist es hoch individuell, aber bei mir waren die Therapien weniger hilfreich, da sich manches in meinem Kopf durch die Fixierung darauf weiter vergrößert hat. Ich habe dann irgendwann gemerkt, als ich andere Probleme hatte, dass manche Erscheinungen einfach wieder uninteressant und unbeachtet geworden sind und dadurch nicht mehr so viel Raum eingenommen haben. Natürlich kann eine Psychotherapie eine sehr wichtige Unterstützung sein aber grundsätzlich sollte man natürlich versuchen den Fokus von den Dingen zu nehmen, die normalerweise nicht beachtet gehören.