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Sydaemeni


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Das ist natürlich irgendwie doof wenn sie Energie abends kommt... Ich bin aktuell total im Eimer.. Gestern war auch nicht mehr an Sport zu denken.
Du wirst deinen Weg auf alle Fälle auch finden, ist ja noch recht frisch alles da muss man sich erst rein finden.
Ich wäre gerne diese komischen Phasen los und das immer wieder aufkommende Angstgefühl aber auch ich brauche noch mehr Zeit.. Und hin verdammt froh das ich dann erst wieder im September ne Woche arbeiten muss. Auch wenn dafür ne Prüfung ansteht es is doch was anderes als funktionieren zu müssen hier.

Vor 4 Stunden • #61


Kiliane77


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Hallo Frau Knacks.

Mich hat der Schwindel 2012 komplett ausgeknockt. Ich konnte keinen Schritt mehr gehen ohne zu schwanken. Als hätte mein Körper endlich genug von meiner Ignoranz und den übervollen Arbeitstagen gehabt. Damals war ich sieben Monate krank geschrieben, acht Wochen im der Klinik. Meine schönste Zeit. Nur ich und Zeit für die Auseinandersetzung mit mir. Es ging mir dann in der Wiedereingliederung in der Arbeit recht gut. Das Credo war: ich war krank. Zukünftig muss ich aufpassen, dass es nicht mehr soweit kommt. Tja, ich fühlte mich trotzdem verpflichtet möglichst gut zu funktionieren. Inzwischen ist bis auf Dauerschwindel alles wieder da. Ich kämpfe täglich bis mittags, dann geht es einigermaßen. Ich gehe kaum einkaufen, unternehme nichts. In der Klinik habe ich vor allem gelernt, auf mein Befinden zu achten. Ich finde immer was. Somit endet der Kreislauf aus Angst, Beobachtung und Verzweiflung nie. Aber Therapie und Klinik haben mich für eine Weile aufgefangen. Definitiv! Ich würde sofort wieder gehen. Aber der erneute berufliche Gesichtsverlust hält mich ab. Sie haben es einmal mitgetragen. Beim zweiten Mal wird mir nix mehr zugetraut. Ist ja nicht wie n Armbruch der wieder heilt. Das versteht halt kaum jemand.

Vor 3 Stunden • x 2 #62


frau_knacks

frau_knacks


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Zitat von Kiliane77:
Aber der erneute berufliche Gesichtsverlust hält mich ab

Ich kann dich da sehr gut verstehen, das waren auch die ganze Zeit meine Gedanken. Allerdings habe ich da etwas meine Sichtweise geändert, was aber auch an dem positiven Feedback gelegen hat, welches ich auf der Arbeit bekommen habe. In meinem Umfeld haben so viele Leute einen Burn Out, das ist echt nicht mehr normal. Es sickert immer irgendwie durch, obwohl natürlich alle verheimlichen wollen was sie haben. Die meisten sind beruflich sehr weit gekommen und hatten sicher einiges zu leisten über Jahre und irgendwann kommt eben der Punkt wo es nicht mehr geht.
Ich glaube jeder muss einfach seine Work-Life-Balance finden mit der er dauerhaft leben kann. Ist nicht so einfach scheinbar, aber es kann ja nicht der Sinn des Lebens sein mit Anfang 50 total ausgelaugt zu sein.

Vor 2 Stunden • x 1 #63


Bernie1970


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Ja, ich frage mich oft, wo das tatsächlich hinführen wird. Die Psychokliniken sind rappelvoll, neue werden gebaut und alle die irgendwie mit der Thematik beschäftigt sind (Ärzte, Therapeuten, Psycho-HPs), sind fast bundesweit am Anschlag.

Gab es im Forum schon mal eine Diskussion mit breiter Beteiligung über die Gründe für die enorme Zunahme der sogenannten psychischen und psychosomatischen Krankheiten?

Irgendwas läuft schief die letzten Jahre...! Auch wenn wohl viele hier nichts davon hören wollen, behaupte ich, das die meisten Menschen durch die Digitalisierung inzwischen fast aller Abläufe stark überlastet sind. Als "Ausgleich" zerstreut man sich ebenfalls digital und wenn dann spät Abends endlich mal der Input abgeschaltet wird um zu schlafen, beschleicht einen diese Leere, die Angst, die ungute Gewissheit, dass "sich eigentlich was ändern müsste".
Aber was denn? Und wer und wie?
Zu realisieren, dass man wohl irgendwo die falsche Abzweigung nahm und nun das Navi nur den Weg nach "vorn" statt "zurück" als Software parat hat, ist hart.
Soll es in meinem, unserem Leben immer so weitergehen? Ist diese Aussicht nicht zurecht deprimierend?

Ich bin heute, 4 Jahre nach dem Burnout, froh, dass ich dadurch die Chance (!) bekam, das Ruder noch mal (endlich !) rumzureißen. Und zwar in Gefilde, wo ich mich mit deutlich weniger Stress, Verantwortung und Geld sehr wohl und richtig fühle, auch wenn der Körper seinen Preis für die jahrelange Ignoranz zahlen musste.

Vor 1 Stunde • x 2 #64


frau_knacks

frau_knacks


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Zitat von Bernie1970:
Irgendwas läuft schief die letzten Jahre...!

Also ich kann für meine Generation nur sagen dass wir schon als Kinder unter Druck gesetzt wurden unbedingt "was gscheits" zu lernen. Kenne sehr viele die lieber eine handwerkliche Ausbildung gemacht hätten als BWL oder Jura zu studieren aber der Druck durch die Eltern (die selbst oft keine Akademiker waren) war einfach da. Man bekam es schon in der Grundschule eingetrichtert. Du musst aufs Gymnasium, sonst bist du quasi nichts.
Heute ist meine Generation erwachsen und so viele wie nie zuvor haben studiert. Manche haben Glück und verdienen wenigstens ganz gut, andere wie ich merken jetzt, dass man nicht unbedingt gutes Geld bekommt nur weil man studiert hat. Wir bekommen zusätzlich durch sämtliche Medien ständig die Aufforderung zum Konsum, wollen gut gekleidet sein, ein tolles Haus und Auto etc. Im Prinzip streben wir nur noch danach anderen zu zeigen wie reich, schön und erfolgreich wir sind. Nur auf unsere mentale Gesundheit zu achten, das hat uns leider niemand beigebracht. Kein Wunder, dass es so viele Aussteiger gibt die wieder zum Minimalismus zurückkehren, die die Welt bereisen um wieder zu sich selbst zu finden.

Vor 39 Minuten • x 2 #65



Dr. Christina Wiesemann


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