App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

19

D

Dannila
Mitglied

Beiträge:
53
Themen:
6
Danke erhalten:
22
Mitglied seit:
Hallo zusammen,

Leider geht es mir aktuell wieder mal nicht so gut und ich werde nächste Woche das dritte Mal in eine Klinik gehen müssen.

Termin steht schon fest nur habe ich aktuell wieder sehr große Angst davor, was auf mich zukommt und wie es danach weitergehen soll.

Ich habe so große Sorgen davor wieder zurück in den alten Job zu gehen, dass ich nicht weiß wie es danach mit mir weitergehen soll.

Ich wollte euch mal fragen, wie oft wart ihr in einer Klinik und wie ging es für euch nach der Klinik weiter?

Danke im Voraus für eure Nachrichten.

30.01.2025 #1


36 Antworten ↓
Kruemel_68

Kruemel_68
Mitglied

Beiträge:
2775
Themen:
31
Danke erhalten:
4072
Mitglied seit:
Zitat von Hopeless5381:
und wie bitte macht man das? mindset umkrempeln leben umkrämpeln? ich weiss nämlich auch das klinik alleine es nicht bringt das ist immer für ...

Es müssen nicht immer große Änderungen wie neuer Job, Partner verlassen, Bruch mit Familie etc sein. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns ein Bein stellen, weil sie immer und immer und immer wieder reingrätschen.

Bei mir war es so, dass es bei vielen Dingen ausgereicht hat, dass ich mir bewusst wurde, was für Muster bei mir wirken. Dass ich jetzt weiß - okay. In Situation XY flippe ich aus, weil da Glaubenssätze aus meiner Kindheit wirken. Ich bin nicht zu doof, weil ich das nicht ändern kann, sondern da wirken Dinge, die zB mein Vater mir reingedrückt hat. Das nimmt unglaublich den Druck raus, wenn man das versteht.

Und eine Änderung vom Mindset erreicht man, indem man in die Selbstwirksamkeit kommt. Indem man aufhört, allen anderen die Schuld für sein Leben zu geben, wie es gerade ist. Indem man komplett die Verantwortung für sich übernimmt und sich Dingen stellt. Indem man sich selbst nicht mehr fertig macht für Dinge, für die man nichts kann. Dann kann Selbstliebe und Selbstvertrauen wachsen. Und man fühlt sich den Stürmen des Lebens nicht mehr ausgeliefert, sondern steht selbst am Steuer.

Ich habe immer gedacht, ich bin schwach. Hab viele Dinge weggedrückt, weil ich dachte, das Leben ist halt so und anderen geht es schlechter (was ja bestimmt auch so ist). Aber mein Therapeut hat mir klar gemacht, wie stark ich eigentlich bin und dass ich in vielen Situationen die Druckmuster meiner Familie mittrage. Auch das kann man loslassen und der anderen Person signalisieren: das ist dein Druckmuster und dein Problem - sieh zu, dass du da selber rauskommt.

Ich kann es nicht besser formulieren, vielleicht dazu mal ein Beispiel:

Ein Druckmuster von meinem Mann ist, dass er unglaublich Angst hat, Fehler zu machen und will deshalb keine Entscheidung treffen (im Privaten, beruflich ist er Führungskraft mit fast 100 Angestellten). Er kann nicht zugeben, dass er etwas nicht weiß. Deshalb ist er auch ein unglaublicher Kontrollfreak.

Wenn wir jetzt zB privat irgendwo hinfahren, muss ich alles entscheiden: Wann fahren wir los? Was soll ich anziehen? Ist es draußen kalt oder warm? Fahren wir links oder rechts rum? Unsere Kommunikation besteht nur aus einem Frage- und Antwortspiel. Wenn ich jetzt zB sage - fahr doch rechts, und wir kommen in einen Stau, sagt er: Also ich wäre ja links gefahren, da wären wir pünktlich gewesen, aber DU wolltest ja rechts rum fahren. Da ich aber aufgrund meiner Muster nur schwer in die Konfrontation gehen kann, setzt mich dieses ganze Tänzchen, was wir da aufführen, komplett unter Stress. Dieser Druck geht bei mir ungefiltert nach innen, weil ich ja nichts sagen "darf".

Und wenn diese Situationen immer und immer wieder kommen, zu Hunderten, legen sie Steinchen um Steinchen in die Mauer der psychischen Erkrankung. Ich lerne jetzt, diese Muster zu erkennen und sie ohne in die Konfrontation zu gehen, zu lösen. "Du bist der Fahrer, entscheide Du." Liest sich leicht, ist aber echt schwer für mich. Und wenn ich das 50x, 100x gemacht habe, wächst in mir das Selbstvertrauen, dass ich einen Einfluss nehmen kann. Und die Angst kann wieder ein Stück gehen.

Hoffe, das ist irgendwie verständlich.

30.01.2025 13:33 • #27


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Das dritte Mal in die Klinik

x 3


Kruemel_68

Kruemel_68
Mitglied

Beiträge:
2775
Themen:
31
Danke erhalten:
4072
Mitglied seit:
Zitat von Hopeless5381:
aber verdammt wie setz ich es um


Schritt für Schritt. Eine Situation raussuchen, die dich nervt und überlegen, was dir Entlastung bringt und wie du es anders machen könntest. Und das dann üben und umsetzen. Aber ich gebe auch zu - allein finde ich das schwierig. Ohne meinen Therapeuten hätte ich das nicht geschafft.



Zitat von Hopeless5381:
ich kann nicht und darf meistens nicht sagen was ich denke weil er dann beleidigt ist oder es gibt herrscher krieg sozusagen und er macht aber was er will


Zitat von Hopeless5381:
mich stören soviele sachen aber ansprechen ist immer drama usw.

Jetzt sage ich mal was ganz ketzerisches - und hoffe, du nimmst es mir nicht übel. Das gilt nicht nur für dich, sondern für uns alle und es ist menschlich: dieser Druck, der da entsteht- das ist es, was wir mit Tavor oder ADs platt machen.

30.01.2025 13:56 • #29


Zum Beitrag im Thema ↓


A
2 mal und gehe im Januar wieder, weil es eben nicht anders geht

x 1 #2


D
Danke für deine Nachricht.

Wie ging es damals bei dir nach der Klinik weiter und wie machst du das mit Arbeiten?

Danke für deine Nachricht.

#3


J
Was habt ihr denn für Diagnosen?

#4


J
Zitat von Dannila:
Danke für deine Nachricht. Wie ging es damals bei dir nach der Klinik weiter und wie machst du das mit Arbeiten? Danke für deine Nachricht.

Sorry wenn ich so doof fragen muss aber wieso sich darüber Gedanken machen - wichtig ist doch erstmal auf den Damm zu kommen. Nicht jetzt schon etwas zerdenken und sich Sorgen machen? Hilft dir das aktuell weiter? Bzw ändert die Frage die du dir selber stellst etwas an deinem Ist Zustand?

x 1 #5


D
@Nina2906

Depression mit Angststörung.

Danke für deine Nachricht.

Es ändert nichts an meinem Ist-Zustand, jedoch sind das meine aktuellen Sorgen, die ich auch gerne abschalten würde.

Hast du Erfahrung mit Kliniken? Wenn Ja, wie ging es bei dir weiter?

x 1 #6


A
@Dannila mir ging es immer eine zeitlang besser. Aber da bei mir Medikamente schnell die Wirkung verlieren, lande ich schnell wieder im Krankenhaus. Job nun ja. Es ist bei mir einer der trigger.bisher hab ich den Job nach dem Krankenhaus entweder gewechselt oder kurz danach. Mach dir darüber keinen Kopf. Gesundheit bringt dir mehr als dein Job

@Nina2906 Angststörung, schwere Depression, adhs, schwere insomnie

x 2 #7


J
Du solltest mal generell alles auseinander nehmen und dich fragen was passt und was passt nicht. Habe eben mal bisschen nach gelesen das du ein Problem mit der Arbeit hast… ist da mal dran gearbeitet worden oder heraus gearbeitet worden woran das liegt? Ich mein wir können alle Tabletten nehmen und uns 100 Therapien oder Klinik Aufenthalten geben- nur wenn grundlegend was nicht geändert wird. Wird’s schwer…wieso landest du im Krankenhaus - aufgrund welcher Beschwerden?

Ich hatte Selbiges vor über 10 Jahren … dann 3 Jahre meine Ruhe und war dann „rückfällig“ aber habe nie eine Klinik gebraucht…

Was erwartest du dir von der Klinik?

Also weil schon einige mal meinen schreibstil bemängelt haben - ich meine das nicht böse zwinkern

x 1 #8


J
Zitat von alexK1985:
Mach dir darüber keinen Kopf. Gesundheit bringt dir mehr als dein Job

Genauso ist es! dieser Gedanke passt zur Hamster Rad Generation… geh da mal raus. Dein Körper und deine Gesundheit sind dir einmal gegeben… Jobs gibt es 10000de

x 2 #9


D
Ich erhoffe mich vom Krankenhaus genau das.

Das es mir wieder besser geht und ich aus dem Hamsterrad rauskommen. Nur leider komme ich immer wieder an meine Grenzen und die Angst packt mich.

#10


J
Die Grenze ist was genau und wieso packt dich dann die Angst- die Angst wovor genau?

#11


D
Meine Grenze bei der Arbeit.

Ich bekomme dann vermehrt Versagensängste mit Panikattacken.

Wo die genau herkommen, wurde jetzt den Rahmen sprengen. Leider bekomme ich das aktuell nicht so gut in den Griff.

Ich wollte eig. nach Wegen nach der Klinik fragen bzw. Erfahrungsberichte um zu hören ob ich alleine mit dem Problem bin oder es noch andere mit ähnlichen Erfahrungen gibt.

#12


J
INaja - das Thema bearbeiten das dich daran hindert danach klar zu kommen.
Das ist Arbeit das is mir klar. Wenn du so hört es sich an immer wieder über diese Grenze gehst … ist das natürlich sch… wenn ich das richtig verstanden habe. Weil Klinik und danach jedes Mal dasselbe ist ja nicht zielführend? Ich würde mir dann eher die Frage stellen was die Klinik so richtig bringt… wenn du das wieder durchmachen musst… sorry ich bin da direkt. Dir soll ja geholfen werden…

Eine Langzeit Therapie ambulant hast du dass schon gemacht und warst du bisher nur einen gewissen Zeitraum in einer Klinik?

#13


A
@Dannila du bist sicher nicht alleine. Trigger gibt es verschiedene. Manchmal lassen sie sich nur lösen durch andere Probleme. Im Krankenhaus hast du halt die Zeit und Fokus genau daran zu arbeiten und weichen zu stellen. Du wirst sicher nicht gesund sein, wenn du wieder rauskommst. Aber besser vorbereitet

#14


J
Ich drücke mich jetzt mal vorsichtig aus- mein Freund wollte auch in eine Klinik. Ich bin der Meinung man muss mit dem hier und jetzt arbeiten. Nicht 6 Wochen weg sein und meinen dann is alles gut- das geht nicht. Man kommt dann wieder ins selbe Fahrwasser und man sollte mit dem Fahrwasser arbeiten.

Gibt tatsächlich Menschen die brauchen das 6 Wochen weg sein weil sie Suizid gefährdet sind oder null null null mehr klar kommen…

Aber ich persönlich halte es immer noch für sinnvoll erstmal MIT dem Leben (nachdem man es aufgeräumt hat) zu lernen, aufzuarbeiten und zu arbeiten…also wöchentlich Therapiesitzung …wie sich raus zu ziehen.

Mein Partner ist damit gut gefahren. Klar muss jeder selber für sich entscheiden…

Es muss halt helfen…und wenn du danach wieder da rein gerätst, ist dass dann des Rätsels Lösung? Lass ich jetzt mal so stehen 🙂

x 2 #15


Hopeless5381
@Nina2906

dich und deine Sichtweise beneide ich sehr

diese kraft hätte ich gerne

lg mach weiter so

#16


Sonnenzauber
@Nina2906 es kommt ja sehr auf die Erkrankung an ob man in eine Klinik geht oder nicht. So ganz pauschal kann man das nicht sagen es gibt schwer traumatisierte Menschen die eine intensive Therapie brauchen. Körperlich und Psychisch ich finde ein Klinik Aufenthalt rentiert sich immer.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

J
@Hopeless5381 naja das drum herum sollte ja irgendwie weiter gehen 😅 eins nach dem andern is da meine Devise. Von jetzt auf gleich geht nicht alles. Und auch nach Klinik heißt es nicht das alles super ist.

#18


Kruemel_68
Zitat von Nina2906:
Ich drücke mich jetzt mal vorsichtig aus- mein Freund wollte auch in eine Klinik. Ich bin der Meinung man muss mit dem hier und jetzt arbeiten. ...

Genau so sehe ich das auch und habe es auch so gehandhabt. Ich habe jetzt 4 Jahre harte Therapie hinter mir. Jede Woche eine Stunde (mein Therapeut macht immer 60 Minuten). Und dann nicht nur die Stunden abgesessen, sondern auch unter der Woche echt jeden einzelnen Tag an meinen Themen gearbeitet. Geübt. Mich konfrontiert. Mir Theorie abgelesen. Mir Meditation, Achtsamkeit und Energiearbeit beigebracht. Mein Leben umgekrempelt. Mein Mindset umgekrempelt.

Das hätte ich in 6 Wochen Klinik nur anstoßen können, dann hätte mir aber die konsequente Begleitung bei der Umsetzung gefehlt. Ich glaube, dass da auch die Crux bei den Klinikaufenthalten liegt.

Von daher war es für mich der bessere Weg.

x 2 #19


Hopeless5381
und wie bitte macht man das?

mindset umkrempeln
leben umkrämpeln?

ich weiss nämlich auch das klinik alleine es nicht bringt das ist immer für kurze zeit und dann fällt man zurück weil man sonst nicht viel ändert.

was wenn man nicht viel ändern kann?

lg

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
App im Playstore