Irgendwann wurde mir mal das Wort oder der Begriff Streitkultur mit auf den Weg gegeben,
das muss sich dann irgendwie in mir festgesetzt haben. Mir liegt daher immer viel daran, alles
was anfällt ruhig und sachlich zu regeln. Und hinzu kommt, dass ich laut keifende Menschen in
dem Moment ganz schlimm finde und nur schwer ertragen kann. Eine meiner besten Freundinnen
hat das ganz schaurig drauf. Sie hat dann auch keinerlei Kontrolle, sie kreist förmlich aus.
Wir haben das mal auf einer gemeinsamen Urlaubsreise live erlebt.
Mein Mann weiß seitdem um so mehr meine Ruhe zu schätzen und ihr Mann hat ihm sehr leid
getan in dem Moment.
Aber natürlich bin ich selbst auch manchmal stocksauer und das artet dann auch in manchmal
endlose Diskussionen aus. Aber mir ist halt dabei immer wichtig, dass alles ausgesprochen und
geklärt wird und danach nichts mehr zwischen mir und dem anderen steht.
Denn harmoniebedürftig, bedeutet ja nicht zwingend dann auch nicht streitbar zu sein.
Im Gegenteil, ein Gewitter reinigt die Luft, auch wenn es in dem Fall eher ein sanftes,
erfrischendes Sommergewitter ist.
Übrigens fällt mir gerade ein, dass ich auch schon mal während eines Streits meine
Lieblingsvase, die ich gerade in der Hand hielt, auf den Boden geschmissen habe, das hat
mich hinterher so fertig gemacht, weil ich mich nicht unter Kontrolle hatte und weil die Vase
eine Erinnerung an meine Oma war. Als das passierte war ich um einiges jünger und das war
auch das einzige Mal.
Zum Thema Schimpfworte muss ich sagen, dass ich sowas überhaupt nicht kenne, in keiner
meiner Beziehungen oder Freundschaften. Wäre auch schwer zu ertragen für mich.
Das heißt aber nicht, dass ich nicht deftig vor mich hin fluchen kann, wenn etwas nicht so klappt
wie ich will.
Aber nur wenn ich mich unbeobachtet fühle
