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Icefalki
Silvester steht vor der Tür. Angst und Panik betrifft nicht nur uns, auch die Tiere leiden.

Hab hier einen Artikel gegoggelt und eingestellt, der absolut meine Erfahrung und Kenntnisse widerspiegelt.



Das Wichtigste zuerst: Geben Sie Ihrem Hund auf keinen Fall Acepromazin. GANZ, GANZ wichtig.



Dieses Phenothiazin-Derivat ist ein Neuroleptikum und Sedativum und wird unter den Handelsnamen Vetranquil, Sedalin, Calmivet und Prequillan vertrieben. Acepromazin wurde früher weit verbreitet an Silvester eingesetzt und hat dabei von außen betrachtet eine gute Wirksamkeit gezeigt, sprich die Hunde waren richtig platt. Seit geraumer Zeit wissen wir aber, dass das Geräuschempfinden und die damit verbundene Angst der Patienten durch den Wirkstoff nicht wirklich eingeschränkt werden. Der Hund hat also keinen Deut weniger Angst als sonst, er ist nur körperlich unfähig zu erkennbaren Reaktionen. Das ist natürlich eine ganz fiese Sache, also Finger weg! Es gibt durchaus noch Kolleginnen und Kollegen, bei denen diese Erkenntnis bisher leider nicht angekommen ist.

Wer jetzt darauf hofft, dass ich hier die Universal-Lösung des Silvesterproblems anbieten könnte, den muss ich leider enttäuschen. Sie können aber mehrere Dinge versuchen, die zumindest das Potential für Teilerfolge haben.

Bei extrem verängstigten Hunden ist die Anwendung von Benzodiazepinen (Diazepam, Alprazolam) zu erwägen, weil diese Wirkstoffe tatsächlich anxiolytisch (angstlösend) wirken. Nachteil ist die beim Hund meist kurze Wirksamkeit von maximal 5 Stunden. Eine Dosis reicht also auf keinen Fall für den ganzen Silvester-Tag. Benzodiazepine dürfen nicht erst gegeben werden, wenn der Hund schon in heller Panik ist, weil sonst die Wahrscheinlichkeit einer paradoxen Reaktion mit mehr statt weniger Erregung gegeben ist. Eine Art Probelauf im Vorfeld von Silvester und unter Anleitung Ihres Tierarztes wäre ratsam. Bekannte Nebenwirkungen sind vermehrter Appetit bis hin zu Fressattacken und eine gewisse Enthemmung, die bei potentiell aggressiven Hunden problematisch sein kann.

Bei weniger stark betroffenen Hunden können Präparate versucht werden, die nicht als Medikamente, sondern als Nahrungsergänzungsmittel deklariert sind, wie zum Beispiel Zylkene und Adaptil-Tabletten. Unter dem Namen Adaptil werden auch Pheromonverdampfer für die Steckdose und Halsbänder vertrieben, die sich ebenfalls als hilfreich erweisen können.

Früher wurde dazu geraten, die Angst des Hundes einfach zu ignorieren, um das Problem nicht auch noch durch Bestätigung zu verstärken. Das sieht man inzwischen anders. Ob die aktuelle Meinung die richtige ist? Keine Ahnung! Ich folge da einfach meinem Bauchgefühl. Nogger, sonst ganz der furchtlose Terrier, kann mit Feuerwerk gar nicht umgehen. Er sucht in seiner Angst die körperliche Nähe zu seinen Menschen, und die bekommt er auch.

Meine Kollegin Sophie Strodtbeck beschreibt in ihrem Artikel zum gleichen Thema, dass sie einem ihrer Hunde durch geräuschdämpfende Maßnahmen helfen konnte. Sie hat Watte in die Ohren gepackt, einen Schal um den Hundekopf gewickelt und diesen mit selbstklebendem Verband fixiert. Ich wäre ehrlich gesagt nicht auf einen solchen Gedanken gekommen, aber einen Versuch könnte das wohl wert sein.

Durch einen Kommentar meiner lieben Kollegin Sabine Schroll wurde ich daran erinnert, dass es ja auch noch die sogenannten Mutt Muffs zur Geräuschabschirmung gibt. Einfach mal googeln!

Zuletzt seien noch die sogenannten Thunder-Shirts erwähnt, eng anliegende und elastische Bodys, die durch die auf den Hundekörper ausgeübte sanfte Kompression ebenfalls einen beruhigenden Effekt erzielen sollen. Ich habe damit keine eigenen Erfahrungen, aber schon viele Berichte gelesen, die die Wirksamkeit zu bestätigen scheinen. Wer sich dafür interessiert, wird wohl einfach ausprobieren müssen, ob es seinem Hund etwas bringt.

Auf allgemeine Maßnahmen wie das Aufsuchen ruhiger Räume, das Herunterlassen der Rollläden und eventuell laute Musik muss ich wohl nicht extra eingehen.

Damit bleibt mir nur, uns allen die Daumen zu drücken, dass wir diesen für unsere Hunde so stressigen Tag wieder mal halbwegs gut hinter uns bringen.

27.12.2016 12:03 • 27.12.2019 x 5 #1


16 Antworten ↓

Ich spiel Beethoven für meinen Hund, lass ne kleine Lampe an. Er kriegt Leckerlis. Und um 6 Uhr morgens geh ich dann mit ihm raus spazieren.

Endzeitstimmung, aber schön:

youtube.com/watch?v=4Tr0otuiQuU

27.12.2016 12:06 • x 5 #2



Sylvesterangst bei den Tieren

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Bei unserem Hund damals, kein Problem, er fand die Knallerei sogar toll und wollte am liebsten mit raus.
Unser Kater, beim ersten Knaller verzieht er sich hinter den Stubenschrank, nichts kann ihn mehr vorlocken, bis er in den frühen Morgenstunden alleine vorkommt.
Ins extra Zimmer, abdunkeln, Musik, dabei hocken bleiben, alles versucht. Er ist ja so gross, dass er die Türen aufmachen kann, er macht sie dann auf, man kann ihn nicht aufhalten, er kommt dann in die Stube geschossen und zack.... hinterm Schrank. Wir sind absolut ratlos, was wir machen können, um ihm den jährlichen Stress zu ersparen.
Meine Frettchen interessiert die Knallerei gar nicht, die pennen seelenruhig.

27.12.2016 12:17 • x 1 #3


Icefalki
Damals, als ich noch mit den Tieren gearbeitet habe, war das natürlich zu Sylvester in Riesenthema.

Man kann Tiere vorher desensibilisieren, aber natürlich nicht so kurzfristig. Deshalb hab ich diese Methode auch nicht gepostet.

Mir war wichtig, dieses Acepromazin anzusprechen. Das wird wirklich noch haufenweise verabreicht. Und die armen Tierchen leiden ohne Ende und können sich nur nicht bewegen. Von aussen sehen Sie total relaxt aus.

Wer, wenn nicht wir, können das in der ganzen Problematik verstehen.

27.12.2016 12:25 • #4


Ah ok, es ging nur um das Medi, sorry, dachte geht allgemein um Sylvesterangst.

27.12.2016 12:26 • #5


@icefalki.

Ich würde den Artikel gerne in meinen Facebookgruppen posten. Hast du da einen Link zu?
Da erreicht man auch viele Menschen.

27.12.2016 12:29 • #6


Icefalki
Zitat von Angor:
Ah ok, es ging nur um das Medi, sorry, dachte geht allgemein um Sylvesterangst.


Doch natürlich geht es auch darum. Absolut.

Tierbesitzer sind ja auch schlau. Wer weiss, was noch für Methoden angewandt werden.

Immerhin haben wir ja schon Beethoven als Beruhigungsmöglichkeit.

Meine Katze verkriecht sich übrigens auch.

27.12.2016 12:32 • #7


Icefalki
Zitat von Flocke79:
@icefalki.

Ich würde den Artikel gerne in meinen Facebookgruppen posten. Hast du da einen Link zu?
Da erreicht man auch viele Menschen.



https://www.google.de/url?sa=tsource=w ... ozH-5yTdfA


Kannst du damit was Anfangen? Bin nicht so Doll, was kopieren betrifft.

27.12.2016 12:35 • #8


Vielen Dank! Alles super. Erledige ich jetzt sofort.

27.12.2016 12:40 • #9


Mondkatze
Mit unseren Huskies hatten wir da überhaupt kein Problem.
Sie waren schussfest und schliefen ganz gemütlich.
Aber unser Schäferhund war völlig verrückt.
Das fing schon Tage vorher an, als die Kinder draußen auf der Straße ihre Knaller umherwarfen.
Der Hund war nicht zu beruhigen und er war völlig geschafft, wenn endlich alles vorbei war.
Da tat uns unser Liebling so leid, dass wir beschlossen, zu Silvester raus zu fahren.
Wir sind dann 2 Stunden, bevor es richtig losging in die Wildnis auf ein Feld gefahren. Dort haben wir bis 1-halb 2 gewartet und sind dann nach Hause zurück gefahren.
Es war zwar schweinekalt, aber wir hatten eine wunderbare Aussicht und haben dann gemütlich im 12 angestoßen.
Der Hund war zufrieden und wir auch.
Und das haben wir 10 Jahre lang gemacht.

27.12.2016 12:53 • x 2 #10


Wir hatten viele Jahre lang Kaninchen, die das ganze Jahr über auf dem Balkon waren, mit selbstgebautem Unterschlupf, Buddelkasten und Birkenästen.
Wenn Silvester kam, ging es schon einige Tage vorher los mit der Ballerei und die Tiere traf man oft in auf-dem-Boden-gepresster Haltung an, verkrümelt im Unterschlupf. Ich habe sie am Abend vor Silvester dann in einem Käfig rein nehmen müssen und habe sie in das leiseste Zimmer mit einer Decke eingehüllt und viel Heu ohne Heizung bis zum Neujahrstag drin gelassen. Kaninchen haben so feine Ohren und sind so empfindlich, daß ich sie lieber für die Zeit in einen Käfig setzte, als sie diesem Krach draußen auszusetzen. Zumal sich in der Stadt auch gelegentlich eine Rakete verirrt und auch Balkone trifft.

Das sind aber auch ohrenbetäubende Knaller, die so gezündet werden - widerlich.

27.12.2016 12:56 • x 1 #11


Icefalki
Hab ich auch von vielen gehört, manche haben da einen Urlaub in ruhigen Gefilden gemacht.

Und Kätzchen, solche Aktionen werden dann zu etwas Schönem, das man freiwillig gar nicht unternommen hätte.

Und @reenchen, hast du wirklich gut gemacht. Denn Nager können wirklich an Angst und Stress ganz schnell sterben. Hat die Natur so eingerichtet.

27.12.2016 12:57 • x 1 #12


Ich möchte dieses Thema mal aus der Versenkung holen.
Ist ja wieder soweit mit der Böllerei.
Passt gut auf eure Tiere auf!

26.12.2019 23:15 • x 1 #13


Danke @Skade
Meine Rede. Hier wird das Feuerwerk wohl ziemlich heftig ausfallen. Habe erfahren, dass das Haus hier so eine Art gewohnheitsmässiges Hausfeuerwerk zündet. bei dem alle mitmachen. Aber mehr als bei meiner Katze sein, sie beruhigen und dann wenns richtig los geht ins Bad mit ihr zu gehen (einzige Raum ohne Fenster) kann ich nicht machen. Bin froh, wenn`s rum ist.

27.12.2019 09:16 • x 1 #14


Angor
Ich kann nur hoffen, dass dieses Jahr nicht soviel geböllert wird.
Ich hab zu Sylvester 7 Katzen da, und ich weiß nur von Kater Flash und meinen Gastkatzen, dass sie mit großer Angst reagieren. Wie Cleo, Princess und die Kitten reagieren, weiß ich nicht.

Ich muss die Katzen auch noch aufteilen, Mama Cleo bleibt mit ihren Kitten, die erst im neuen Jahr ausziehen, oben im Katzenzimmer. Flash und Princess bleiben unten. Und da meine Tochter, die mit ihrem Freund zu Besuch kommt, ihre beiden Katzen mitbringt, damit sie nicht allein zu Hause sind, werden sie vorübergehend in den Kellerraum gebracht, wo die Geräusche am wenigsten hinkommen, sie reagieren richtig panisch.

Beim Feuerwerk nach dem Allerheiligenmarkt sind sie laut meiner Tochter bald vor Panik die Wände hochgegangen.
Meine Tochter bleibt dann während der Knallerei bei ihren Katzen, ich gehe nach oben, und um die anderen zwei kümmern sich mein Mann und meine Jungs.

Ich bin dann froh, wenn alles vorbei ist. Früher haben wir ja auch mal Feuerwerk gemacht, aber wir mögen lieber die Lichteffekte und nicht dieses laute Krachen. Diese Chinaböller sollte man verbieten.

Da liest man eh wieder in der Zeitung, wie viele sich damit, oft mit nicht erlaubten Kram aus Polen, oder mit selbstgebastelten Knallern, verletzt haben.

27.12.2019 09:38 • #15


Ich hoffe, dass meine schlimmsten Befürchtungen nicht eintreten, denn Feuerwerksartikel sind günstig wie nie.
Mit einem Hund kann man an Silvester verreisen. Es gibt hier in der Nähe sogar ein Hotel, sehr ruhig gelegen. Dort treffen sich Jahr für Jahr Hundebesitzer mit ihren Hunden und bleiben eine Nacht. Mit Katzen geht das nicht. Für mein Julchen ist jede kleine Fahrt mit dem Auto zum TA ein Wahnsinnsstress und sie mögen auch keinen Standortwechsel.

27.12.2019 09:45 • #16


Hallo,

Alles ist gut.
Ich e selber habe Vögel Katzen Hunde gehabt ,Tür Zeit einen Kater , na klar ist er nicht entspannt , von daher sollte man selber dafür Sorgen dass das Tier einen Schutz hat und dann überleben es die Tiere auch.
Sie knallerei dauernd ja keine zehn Stunden an an einem Stück.
Wer sein Tier liebt der weiß was er machen muss.

Wenn sich das Tier verkriecht es einfach in Ruhe lassen es kommt wieder heraus wenn für ihn die Gefahr vorbei ist.

27.12.2019 09:50 • x 2 #17



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