Cogito ergo sum = „ich denke, also bin ich" -, ein Grundsatz des Philosophen René Descartes.
Stimmt diese Behauptung? Habt Ihr das Gefühl, durch Denken stärker - und evtl. auch stabiler - existent (gegenwärtig) zu sein?
Ich persönlich habe manchmal das Gefühl, daß 'denken' leicht in 'grübeln' übergeht, was mich dann in "eine andere Welt" versetzt. Und dort bin ich nicht mehr ICH.
• • 26.12.2014#1
Schlaflose Mitglied
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Ich bin kein Philosoph, aber ich habe diesen Satz immer anders interpretiert: weil ich denken kann, bin ich mir meiner Existenz bewusst (im Gegensatz zu Tieren).
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#2
A
"Ich denke, also bin ich "
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VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von Schlaflose:
Ich bin kein Philosoph, aber ich habe diesen Satz immer anders interpretiert: weil ich denken kann, bin ich mir meiner Existenz bewusst (im Gegensatz zu Tieren).
"Cogito" heißt aber nicht "weil ich denken kann".
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#3
Schlaflose Mitglied
40015
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Schon mal was von freier Übersetzung gehört?
Aber von mir aus ohne "kann": Ich denke, also bin ich mir (deshalb auch) meiner Existenz bewusst.
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#4
VomWindeVerweht Mitglied
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von Dir aus - Denkmal - frei überlegt - schön
Lesen kann ich Dich jetzt nicht mehr: ergo sum.
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#5
N
No_Smile Mitglied
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Dieses Zitat hat Renè Descartes in seinen "Meditationen" geschrieben und bezieht sich darauf, dass Descartes sich darüber Gedanken gemacht hat, was als gesicherte Erkenntnis gelten kann. Im Zuge seiner Überlegungen hat er festgestellt, dass erstens, auf sinnliche Eindrücke keine gesicherte Erkenntnis aufgebaut werden kann, da wir im Traum auch sinnliche Erfahrung machen, diese aber nach dem Aufwachen als "Traum" erkannt werden. Zweitens hat er weiterhin untersucht, ob denn die Erkenntnisse von der Welt auch durch einen "bösen" Gott initiert werden. Dabei erkannte er, dass es, trotz der verschiedenen Möglichkeiten "getäuscht" zu werden, es dennoch immer ICH es bin, der Erfahrung und Erkenntnis macht. Auch wenn die Welt nur Illusion ist, so bin ich es der diese Illusion im Bewusstsein erlebt. Aus diesem Grund: "Cogito ergo sum".. Ich denke, also bin ich. Wobei der Satz so nicht stehengelassen werden kann, da es eher heißen müsste "Ich bin denkend, also bin ich". Denn wenn ich denke, dass ich bin, benötige ich ein "Über-ich" was wiederum das Ich konstituiert, was denkt. Gleichzeitig führte Descartes mit seinen Meditationen einen ontologischen Gottesbeweis durch.
Das war Descartes Philosphie in Superkürze. Nachzulesen in: Renè Descartes, "Meditationes de prima philosophia", Meiner Verlag.
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#6
VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von No_Smile:
Dieses Zitat hat Renè Descartes in seinen "Meditationen" geschrieben und bezieht sich darauf, dass Descartes sich darüber Gedanken gemacht hat, was als gesicherte Erkenntnis gelten kann. Im Zuge seiner Überlegungen hat er festgestellt, dass erstens, auf sinnliche Eindrücke keine gesicherte Erkenntnis aufgebaut werden kann, da wir im Traum auch sinnliche Erfahrung machen, diese aber nach dem Aufwachen als "Traum" erkannt werden. Zweitens hat er weiterhin untersucht, ob denn die Erkenntnisse von der Welt auch durch einen "bösen" Gott initiert werden. Dabei erkannte er, dass es, trotz der verschiedenen Möglichkeiten "getäuscht" zu werden, es dennoch immer ICH es bin, der Erfahrung und Erkenntnis macht. Auch wenn die Welt nur Illusion ist, so bin ich es der diese Illusion im Bewusstsein erlebt. Aus diesem Grund: "Cogito ergo sum".. Ich denke, also bin ich. Wobei der Satz so nicht stehengelassen werden kann, da es eher heißen müsste "Ich bin denkend, also bin ich". Denn wenn ich denke, dass ich bin, benötige ich ein "Über-ich" was wiederum das Ich konstituiert, was denkt. Gleichzeitig führte Descartes mit seinen Meditationen einen ontologischen Gottesbeweis durch.
Das war Descartes Philosphie in Superkürze. Nachzulesen in: Renè Descartes, "Meditationes de prima philosophia", Meiner Verlag.
Cogito ergo sum = „ich denke, also bin ich" -, ein Grundsatz des Philosophen René Descartes.
Stimmt diese Behauptung? Habt Ihr das Gefühl, durch Denken stärker - und evtl. auch stabiler - existent (gegenwärtig) zu sein?
Ich persönlich habe manchmal das Gefühl, daß 'denken' leicht in 'grübeln' übergeht, was mich dann in "eine andere Welt" versetzt. Und dort bin ich nicht mehr ICH.
An deiner Theorie ist echt was dran. Denken geht ins grübeln über, dann ist man in einer anderen Welt, in meinem Fall dann die Welt der Angst und ich erkenne mich nicht mehr, weil das nicht ich bin. Wirklich was dran.
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VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von mattes:
Zitat:
...An deiner Theorie ist echt was dran. Denken geht ins grübeln über, dann ist man in einer anderen Welt, in meinem Fall dann die Welt der Angst und ich erkenne mich nicht mehr, weil das nicht ich bin. Wirklich was dran.
Danke -, mattes. Du hast es hiermit geschafft, eine Diskussion in DIE Richtung zu lenken, die ich mir gewünscht habe.
Es soll nicht philosophisch weitergehen, sondern "menschlich": stimmt es, daß ich bin (wie ich sein möchte), wenn ich denke?
Oder welche Erfahrungen habt Ihr damit?
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#10
M
mattes Gast
Da greift wieder meine Signatur. Die Macht deiner Gedanken ist es in welche Richtung es geht, ob du du bleibst, oder ob du dich in eine andere Welt, ob schön oder eben auch hässlich leitest. Die meisten hier haben den Überblick irgendwann verloren, ich auch. Dann passiert das was wir Angsterkrankung nennen. Aber ich muß jetzt los, Ringe kleiner machen lassen. Nachher vielleicht mehr.
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#11
Celestine Mitglied
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Hallo zusammen,
Man kann seine Gedanken ja in die eine und die andere Richtung lenken. @Mattes: Du hast Recht: wir können uns durch unsere Gedanken eine nette Panikattacke herbeizaubern. Die Frage ist, warum wir nicht den anderen Weg nutzen, uns mithilfe der Gedanken vor einer Panik schützen und es gar nicht soweit kommen lassen?
@VomWindeVereht: Die Frage stellt sich mir so nicht. Weil ich das Denken ja so nicht abstellen kann. Bin ich weil ich denke? Oder umgekehrt? Knoten im Kopf!
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#12
VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von mattes:
Da greift wieder meine Signatur.
"Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab."
Stimmt. Paßt gut zum hiesigen Thema.
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#13
VomWindeVerweht Mitglied
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@ Celestine:
Ich sehr da keinen Knoten in Deinem Kopf. Im Gegenteil: ich sehe da eine philosophische Ader.
Dieses "umgekehrt" = 'denke ich, weil ich bin' stimmt natürlich: wäre ich nicht, könnte ich nicht denken.
Aber die Frage ist eben: bin ich, was ich bin, über mein Denken?
Und später gefragt: könnte ich mein Denken ändern, um anders zu sein?
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#14
VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von VomWindeVerweht:
Ich sehr da keinen Knoten ...
Soll heißen "SEHE"
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#15
Celestine Mitglied
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Beide Fragen kann ich mit einem klaren JA beantworten!
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#16
VomWindeVerweht Mitglied
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Zitat von Celestine:
Beide Fragen kann ich mit einem klaren JA beantworten!
Dann wäre das vielleicht ein ("psychotherapeutischer") Weg, sich selbst durch Denken helfen zu können.
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#17
VomWindeVerweht Mitglied
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Da gab es doch diesen jetzt geschlossenen Thread "Welche Gedanken hast Du gerade?" Viele haben sich zu ihren aktuellen Gedanken geäußert. Aber niemand hat - wenn ich mich recht erinnere - dann dazu Stellung genommen, was diese momentanen Gedanken für ihn für eine Bedeutung haben könnten: gut - schlecht - hilfreich - erheiternd - beruhigend - beängstigend ...
Man könnte endlos diskutieren: ich denke -, aber was bin ich oder habe ich dadurch?
(René Descartes wäre vielleicht entsetzt, was er wohl mit seinem Spruch "angerichtet" hat. Denn eigentlich bewegen wir uns ja von seinen Gedankengängen deutlich in eine andere Richtung.
"Sprüche" sind nicht immer gut; aber DER hier hat's ins sich. )
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#18
N
No_Smile Mitglied
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"Ich denke, also bin ich" bedarf ein vorher konstituiertes Ich was ein Ich denken kann. Also ein Über-Ich. Das führt aber, wenn man es in dem Muster weiterführt zu einem infinitiven Regress. "Ich bin, also denke ich" entpricht somit einer eher annehmbaren Möglichkeit. Ist ähnlich wie die Sache mit dem Huhn und dem Ei. Der Leib-Seele-Dualismus ist bis heute immer noch ein großes Thema und wird, wie viele Fragen der Philosphie wohl noch lange nicht zur Zufriedenheit geklärt werden. Gut so.
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#19
Carcass Mitglied
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Ich denke , dass ich schon denken kann und denken muss. Wäre der Gedankenfluss unterbrochen wären die psychischen Gebrechen vermutlich geringer und ich setzte mich mit meinem "Ich" nicht auseinander. Aber da ich eben sehr viel darüber nachdenke und mich mit dem "Ich" befasse, bleibt dem "Über-Ich" die Zeit Angst und Panik zu haben. Schlechter Tausch, aber dumm möchte man nun auch nicht durch das Leben rennen.