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islandfan
Gast

Hallo,

ich habe folgendes "Problem": Ich war heute bei meiner Hausärztin, weil bei mir mal wieder ein großes Blutbild anstand. Am Empfang fragte mich die Schwester, ob ich nicht am Hausarztmodell teilnehmen wolle, sie würden momentan alle Patienten dazu überreden. Sie meinte, dass das positiv für die Hausarztversorgung auf dem Land wäre, die verschiedenen Ärzte zu denen man geht besser verbindet und der Hausarzt halt mehr Geld pro Quartal bekommt.
Ich verstehe, dass Hausärzte auf dem Land nicht gerade viel Geld verdienen und meine Hausärztin ist eine ganz liebe, die mich psychisch immer aufbaut und immer ein offenes Ohr hat.

Der einzige Nachteil, der für mich aber gravierend ist, ist, dass man für jeden Facharzt eine Überweisung braucht. Ich habe das damals so gehasst als es das noch bei der Praxisgebühr gab. Ich gehe etwa 2 Mal im Jahr zum Hautarzt, 3 mal zum Neurologen und jedes Quartal zur Psychotherapie. Bei anderen Beschwerden suche ich auch schon mal einen Orthopäden oder HNO-Arzt auf. Ich habe infach keine Lust wegen jeder blöden Überweisung erst zur Hausärztin zu gehen und dort auch immer wieder der Gefahr von Viren (z.b. in der Grippezeit) ausgesetzt sein, nur weil ich eine Überweisung zum Neurologen brauche.
Ich mag einfach die Freiheit, dass ich mir selber Termine ohne Überweisung machen kann.

Man hat so gut wie keine Vorteile, aber ich fühle mich halt mies, wenn ich meiner lieben Hausärztin einen Korb geben muss. (Ich habe mir heute erst einmal Infomaterial mitgeben lassen).

Desweiteren wäre ich für mindestens ein Jahr verpflichtet, bei meiner Hausärztin zu bleiben (ich mag sie, aber man weiß ja nie).
Sollte man gegen den Vertrag verstoßen, kann die Krankenkasse im Extremfall eine Privatrechnung stellen.

Ich habe halt das Gefühl, dass man da als Patient nur Nachteile hat.

Was meint ihr? Hat einer von euch so ein Modell? (Mein Mann hat eins, aber der ist da auch nicht so kritisch wie ich).

22.10.2014 #1


32 Antworten ↓
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nicowersonst
Gast

Abra ICH bin gesetzlich versichert meine Männer privat. ICH hab das Versorgungsmodell beim Rheumatologen wir sind in der Grosstadt ( Düsseldorf ) da gibt es genau 3 davon und die sind auf Monate ausgebucht ( dank Vertrag hatte ich beim ersten innerhalb von 4 Wochen einen Termin. Als ich mit der Behandlung dort nicht zufrieden war hab ich meine Kasse angerufen und die haben sich um einen Praxiswechsel gekümmert zu DER Koryphäe unter den Rheumatologen der nur entweder privat oder eben mit Versorgungsmodell behandelt als ich 1! Woche später meinen Termin dort hatte lagen schon alle Vorbefunde da )
In der ländlichen Gegend ist oft das Problem dass der Hausarzt zwar nen riesigen Patientenstamm hat aber nur, dank Deckelung, für einen Teil seiner Patienten überhaupt Geld bekommt. Außerdem hat er oft Hausbesuche und muss teilweise echt lange Strecken dafür fahren. Das Hausarztmodell sorgt dafür dass er pro Patient mehr Geld bekommt. Letztendlich kommt das den Patienten zu Gute finde ich. Es ist ja auch keiner gezwungen daran Teil zu nehmen deswegen ist ja die ärztliche Versorgung nicht schlechter nur der Arzt hat wirtschaftlich gesehen einen sichereren Stand was letztendlich besonders im ländlichen Bereich gut für die Patienten ist da dann keine Notwendigkeit besteht die Praxis aufzugeben weil sie nicht wirtschaftlich ist.

22.10.2014 16:32 • #28


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Hausarztmodell

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islandfan
Gast

Bei uns geht es sogar noch mit der Facharztversorgung. Aber man hört immer wieder, dass halt die Hausarztpraxen keine Nachfolger finden. Ich verstehe ja auch, dass die mehr Geld verdienen wollen und ich gönne meiner Hausärztin auch alles Geld der Welt, aber ich habe mir ja den Vertrag auch durchgelesen und für mich ist das mit den Überweisungen der Hauptgrund. Aber es gibt halt auch noch andere Dinge, die für mich eher dagegen sprechen. Man ist vertraglich an seinen Hausarzt gebunden und darf ihn in der Zeit nicht wechseln (was auch blöd ist, wenn es mal massive Probleme gibt). Verstößt man gegen den Vertrag (wenn man ohne Überweisung zum Facharzt geht oder man einen neuen Hausarzt nimmt), dann kann die Kasse das in Rechnung stellen. Da ist man doch als Patient denen, die die freie Wahl haben, stets im Nachteil. Die Krankenkassen haben einen großen Überschuss, warum geben sie dem Patienten denn dann keinen Anreiz, dieses Modell zu unterstützen? Wer möchte es denn freiwillig schlechter haben?

Ich wünsche mir natürlich auch, dass die Hausarztversorgung erhalten bleibt, aber ich wäre eher dafür, dass die Kassen dann mehr Honorar bezahlen, anstatt den Patienten zum Spielball zu machen.

22.10.2014 16:51 • #29


Zum Beitrag im Thema ↓


M
Hallo Islandfan,
ja, ich kenne das auch mit dem Hausarztmodell - ich persönlich mache das nicht. Ganz einfach, weil ich noch Selbst frei in meiner Entscheidung sein möchte, zu wem ich gehen will oder bei wem ich nicht mehr sein will.

Ich bin sowieso lieber ein Mensch der seinen eigenen Kopf hat und jede Art von Bevormundung oder Vorschriften nicht mag. Die Entscheidung kann ich Dir Selbst nicht abnehmen - für mich jedenfalls kommt es nicht in Frage.

Vielleicht gibt es ja noch Andere, die da positive Erfahrungen gemacht habe - ich muß passen.

LG
Mary45

#2


I
Danke Mary,

ja, die Freiheit ist auch das, was mir fehlt. Vor allem muss man halt immer wieder an seine Überweisung denken. Wenn man dann am ersten Tag des Quartals einen Termin beim Neurologen hat, muss man erst zur anderen Praxis fahren. Ich finde, das ist totaler Quatsch! Zumal meine Neurologin und meine Hausärztin 20 km von einander entfernt wohnen.

#3


M
Hallo Islandfan,
bezüglich Überweisungen mache ich das immer so:
Ich gehe am Anfang des Quartales immer hin und hole mir schon für einige Fachbereiche vorab Überweisungen.
Wie Frauenarzt, HNO, Orthopädie - weil ich weiß dass ich die sowieso benötige. Wenn ich diese dann nicht brauche, dann vernichte ich diese.
Meine Hausärztin macht das auch immer mit, weil Sie weiß dass ich nicht ständig wegen jedem Schein extra zu Ihr fahren will.

Weiß nicht, vielleicht macht es Deine Hausärztin auch. Sie meinte nur, dass Sie mehr als 3 nicht ausstellen kann - das reicht mir ja auch.

Lg
Mary

#4


I
Vielleicht ist das ja auch bundeslandabhängig, aber ich brauche für keinen Arzt eine Überweisung, ich kann frei wählen (zumindest solange ich nicht im Hausarztmodell bin).

#5


P
Du musst es ja nicht machen. Ist doch kein Zwang. Sowas gab es hier auch mal. Da lockten sie damit, dass man die Praxisgebühr teilweise zurück bekam. Seitdem habe ich von dem Modell aber nichts mehr gehört. Ich gehe auch immer ohne Überweisung zu Ärzten. Es sei denn, es wird explizit am Telefon schon eine verlangt. Ich glaube, das ist aber nur bei ganz speziellen Untersuchungen der Fall.
Wenn es dir nicht passt, dann mach es einfach nicht.

#6


A
Ich habe mich auch dagegen entschieden, da ich für mich keinen Vorteil sehe. Nachteile liegen auf der Hand.

Es geht um dich, treffe eine Entscheidung, die dir zu gute kommt. Das hat nichts mit "Korb geben" zu tun. Wenn du dich dagegen entscheidest, kannst du deine Grunde offen und ehrlich sagen. Ich fände das nicht schlimm.

#7


I
Vielen Dank für eure Meinung!

Ich habe mich nun dagegen entschieden, aber ich habe so Bammel und schäme mich dafür. Ich habe Hemmungen, meine eigenen Bedürfnisse durchzusetzen.

Und Abra, ich sehe auch keinen einzigen Vorteil. stirnrunzeln

#8


A
Du brauchst dich nicht zu schämen, dafür gibt es keinen Grund.

#9


I
Zitat von abra77:
Du brauchst dich nicht zu schämen, dafür gibt es keinen Grund.



Freunde Danke, das baut mich auf. Ich habe oft so ein geringes Selbstbewusstsein! stirnrunzeln

#10


P
Ich kann das verstehen. Allerdings betrifft mich das nur, leider, bei grundlegenden Entscheidungen. Ich könnte mich niemals gegen einen Chef durchsetzen. Oder überhaupt gegen einen Vorgesetzten. Ich bin da immer viel zu freundlich und sage zu oft "ja", obwohl es mir eigentlich gar nicht passt. Danach ärgere ich mich über mich selbst. Deswegen liebe ich es, mich schriftlich zu äußern. Ich habe bislang jeden Papierkrieg gewonnen, den ich ausfechten musste. Ich habe kein Problem damit, Widersprüche oder Klagen zu verfassen oder andere Anliegen schriftlich vorzutragen. Aber wenn mich direkt jemand anspricht, kann ich meine Meinung im Grunde nicht vertreten. Es sei denn, ich habe die Situation mehrmals durchdacht und geplant.

#11


Schlaflose
Zitat von islandfan:
Vielen Dank für eure Meinung!

Ich habe mich nun dagegen entschieden, aber ich habe so Bammel und schäme mich dafür. Ich habe Hemmungen, meine eigenen Bedürfnisse durchzusetzen.

Und Abra, ich sehe auch keinen einzigen Vorteil. stirnrunzeln


Es gibt wirklich keinen Grund, sich zu schämen. Die sollten sich schämen, die Patienten in solch eine Bedrängnis zu bringen. Wahrscheinlich werden sich die meisten Patienten dagegen entscheiden, wenn es keinen Vorteil für sie bringt.

#12


P
Bringen wird es eh nur dem Arzt was. Der hat dann für eine gewisse Zeit die Patienten an sich gebunden und sein Geld sozusagen sicher. Und die Krankenkasse werden in irgendeiner Art und Weise auch davon profitieren. Nur der Patient hat mehr Lauferei, wenn er ständig Überweisungen etc. erstmal dort abholen muss. Wenn man dafür einen Bonus von der Krankenkasse bekommen würde, so wie früher, würde sich das ja noch lohnen. Bei meinem Hausarzt soll man jetzt auch ständig antanzen. Seit das eine Gemeinschaft ist, nehmen die es ganz genau. Selbst wenn man nur etwas verordnet haben will, soll man einen Termin vereinbaren. Also irgendwas, wofür auch die Helferinnen gerade ein Rezept ausstellen könnten und es, so wie früher unterschreiben lassen könnten. Dann ist man so entnervt, dass man lieber ohne Rezept in die Apotheke geht und es auf eigene Kosten komplett bezahlt. Immer noch besser, als sich im Wartezimmer noch zehn andere Krankheiten einzuhandeln. So sehe ich das jedenfalls immer.

#13


I
Vielen Dank für eure Meinung, Schlaflose und Pumuckl. Ich habe auch das Problem, dass ich schriftlich selbstbewusst auftreten kann, aber wenn ich Leuten gegenüber stehe, dann bin ich total unselbstbewusst. Ich habe dann enorme Hemmungen.
Und bei diesem Modell sehe ich halt nur Nachteile für mich, die ich nicht haben möchte.
Für mich war nach der Abschaffung der Praxisgebühr die freie Arztwahl das wichtigste überhaupt. Und ich gehe nicht wegen jedem Pups zum Facharzt, aber wenn meine Ekzeme wieder aufblühen, dann gehe ich lieber sofort zu meiner Hautärztin als dass ich vorher erst zu meiner Hausärztin wegen einer Überweisung gehen muss.

Ich kam mir halt gestern schon sehr überrumpelt vor, vor allem wollte die Schwester am Empfang, dass ich sofort so einen Wisch unterschreibe. Dann unterstrich sie die Forderung noch mit so einem Satz wie: "Sie wollen doch auch, dass Ihre Ärztin auf dem Land eine Zukunft hat, oder?" So etwas nervt, das war schon fast wie eine Werbesendung.
Ich habe nun ein wenig Angst vor dem nächsten Termin, aber ich werde versuchen so selbstbewusst wie möglich aufzutreten und zu sagen, dass ich das nicht möchte.

#14


A
Das ist wirklich eine frechheit, dass sie dich unterschwellig dermaßen unter Druck gesetzt hat. Vielleicht kannst du ein mögliches Gespräch gedanklich in verschiedenen Varianten durchgehen, damit du beim nächsten Termin nicht so einfach ueberrumpelt wirst. Mir hilft so was manchmal um mit meinen teilweise über RT rieben en Emotionen in solchen Momenten besser zurecht zu kommen.

#15


Schlaflose
Zitat von pumuckl:
Also irgendwas, wofür auch die Helferinnen gerade ein Rezept ausstellen könnten und es, so wie früher unterschreiben lassen könnten. Dann ist man so entnervt, dass man lieber ohne Rezept in die Apotheke geht und es auf eigene Kosten komplett bezahlt.


Normalerweise bekommt man für Medikamente, die man ohne Rezept in der Apotheke kaufen kann, auch kein Rezept vom Arzt, höchstens ein Privatrezept und da muss man auch bezahlen. Die Medikamente, die ich nehme, würde ich ohne Rezept nicht bekommen, auch wenn ich anbieten würden, selbst zu zahlen. Aber zum Glück bekommt man bei meinem Hausarzt die Rezepte ohne Termin und ohne zum Arzt reinzumüssen. Die Helferin sieht im Computer, dass ich die Medikamente schon seit Jahren bekomme, stellt das Rezept aus und sobald einer der 3 Ärzte, die dort arbeiten an die Theke kommt, unterschreibt er alle dort liegenden ausgestellten Rezepte.

#16


I
Zitat von abra77:
Das ist wirklich eine frechheit, dass sie dich unterschwellig dermaßen unter Druck gesetzt hat. Vielleicht kannst du ein mögliches Gespräch gedanklich in verschiedenen Varianten durchgehen, damit du beim nächsten Termin nicht so einfach ueberrumpelt wirst. Mir hilft so was manchmal um mit meinen teilweise über RT rieben en Emotionen in solchen Momenten besser zurecht zu kommen.


Ich finde es auch unverschämt, ich war ja gerade nochmal da um mir meine Laborwerte ausgedruckt mitgeben zu lassen. Und die Schwester, die mich gestern überreden wollte, war mir gegenüber recht unterkühlt. Das hat mich geärgert, aber wenigstens hat sie mich nicht mehr weiter bequatscht.
Die Idee, die Varianten durchzugehen, ist klasse. Ich frage mal meinen Mann, ob er Lust hat die Schwester zu "spielen" und ich meine Aussagen dann an ihm üben kann.


Das einzige Medikament, dass ich regelmäßig nehme, ist das Antidepressivum und das bekomme ich immer bei meiner Neurologin. Dort gehe ich auch mal ohne Termin hin und hole mir nur das Rezept, das ist kein Problem.
Ansonsten brauche ich keine regelmäßigen Rezepte.

#17

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Schlaflose
Zitat von islandfan:
ich war ja gerade nochmal da um mir meine Laborwerte ausgedruckt mitgeben zu lassen. Und die Schwester, die mich gestern überreden wollte, war mir gegenüber recht unterkühlt. Das hat mich geärgert, aber wenigstens hat sie mich nicht mehr weiter bequatscht.


Dann hat sich die Geschichte doch von selbst erledigt. Ich würde das Thema von mir aus nicht mehr ansprechen und die Sache einfach auf sich beruhen lassen.

#18


P
Ist bei uns leider nicht mehr so, Schlaflose. Bzw. nur noch, wenn man die Helferin erwischt, die man gut kennt. Ansonsten hocken sie einen selbst bei Medikamenten, die man immer nimmt, ins Wartezimmer. Geht meiner Mutter und auch meinem Mann so. Und das finde ich eine Frechheit. Dass man sich da der Ansteckung aussetzen soll, wenn man nur ein neues Rezept haben will.

#19


N
Ist ja witzig über was sich manche " aufregen" können. Das " Hausarztmodell" ist völlig normal z.b. bei unserer Privaten Kasse wenn irgendwer zum Facharzt muss holt er sich ne Überweisung und reicht die mit der Rechnung ein sonst erstattet die Kasse nur 80%. Wir kennen das nicht anders und hatten auch noch nie irgendwelche Probleme deswegen.
Im Gegenteil ich hab mit meinem Rheumatologen auch einen Versorgungvertrag hat für mich nur Vorteile und die Kasse " verhindert" damit dass viele Leute wegen jedem Mist zu 8 verschiedene Fachärzten rennen und so sinnlos Kosten verursachen. Guckt euch doch nur mal hier im Forum um wie viele hier regelmäßig solche Ralleys veranstalten und sich die 5 TE Fachmeinung einholen.

#20


A


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