Hey zWo3,
vielen lieben Dank für deine Antwort.
Du triffst es echt so dermaßen auf den Punkt.
Dieses Verrücktsein bei klarem Verstand ist vermutlich wirklich schlimmer als eine Psychose, bei der sich derjenige tatsächlich ausklinkt.
Aber ich möchte wirklich auf gaaar keinen Fall psychotisch sein!

Aber irgendwie gut, dass du es so formuliert hast, weil mir dadurch klar wird, dass das, was ich am liebsten hätte, vermutlich einfach auch eine Art ausklinken/ausbrechen aus dieser nervigen Zwangssymptomatik ist... aber wiiirklich nicht mit einer Psychose! Dann halte ich es lieber aus so wie es ist. Mein Therapeut sagt auch, dass reine Zwangsgedanken eigentlich so die fieseste psychische Angelegenheit überhaupt sind. Man kann vor seinen Gedanken nicht weglaufen. Sie begleiten dich auf Schritt und Tritt.
Den Merksatz hat mir mein Therapeut auch so oft genannt! In allen möglichen Variationen. Ich versuche ihn zu verinnerlichen und in genau dem Moment, in dem ich das schreibe, meldet sich mein Zwang mit dem unnötigen Kommentar: Wird dir eh nichts bringen, du bist/wirst trotzdem psychotisch.
Und natürlich höre ich nichts, aber diese Gedanken kommen so von alleine und so unbewusst, dass ich mich wirklich frage, wie sich so ein lästiger Parasit in mein Gehirn einnisten konnte (metaphorisch gemeint, ich weiß natürlich, dass sich nichts in meinem Gehirn eingenistet hat).
Es ist ein lästiger Kampf. Aber es bringt ja nichts aufzugeben. Das Leben ist zu kostbar.
Also bleibt einem nichts anderes übrig als den Parasiten mit in den Alltag zu nehmen und ihn Schritt für Schritt zu zähmen... ja vielleicht sogar zu domestizieren... sodass er zumindest stubenrein wird
Ich bin Deutschlehrerin, daher vermutlich die bildliche Sprache. Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht, dass ich wirklich glaube, ich wäre von einem Parasiten besessen... mir hilft es nur oft, den Zwang so greifbarer zu machen.
Liebe Grüße
