@BergziegeOnFire
40 Jahre immer neue Chancen sind mehr als genug. Jetzt ist Schluss. Für diese Person ist kein Platz mehr in meinem Leben. Nie wieder.
Die Tochter, die im Haus wohnt, hat ihre Mutter "geerbt" und kann nicht weg. Aber auch sie hat ihre Mutter und deren Psycho- Spielchen durchschaut. Sie sagt: Sie ist meine Mutter, aber im Herzen ist kein Platz mehr für sie.
Ich bin mit Abstand die Jüngste. Sie war und ist bis heute von Neid und Eifersucht gesteuert. Ich habe nichts geschenkt bekommen, aber ich war aktiv. Sie war 42 als sie sich auf Staatskosten zur Ruhe setzte. Ich war 47 als ich ein Studium begonnen und auch ziemlich gut beendet habe. Ihr grandioser Verdienst war es, 5 Kinder zur Welt zu bringen. Deshalb erwartet sie jetzt, dass die Kinder sie pampern und ihr den roten Teppich ausrollen. Machen die nicht. Darum sind sie alle böse.
Am Sterbebett meiner Mutter hat es mich schier zerrissen. Nachdem sie fertig gemacht war, bin ich den Wald gefahren und habe mir die Seele aus dem Leib geschrien. Sie war völlig emotionsbefreit.
Sie hat vor vielen Jahren ihren Mann verloren. Als ich sie 3 Monate später (wir wohnten 700 km auseinander und wenn ich sie nicht besucht hätte, hätten wir uns 8 Jahre lang nicht gesehen.) besuchte, war sie genau so emotionslos.
Wegen ihr bin ich in diese Stadt gezogen, in der ich jetzt wohne. Sie wollte "Geschwisterleben" haben. Ich hätte nach dem Studium nach Süddeutschland gehen sollen. Da hätte ich beruflich deutlich bessere Chancen.
Mir geht es wieder deutlich besser, seitdem ich nicht jedes Mal, wenn ich auf den Hof komme, Angst haben muss, dass ich wieder eine stumme Erwartung oder einen gesäuselten Auftrag abwehren muss. Ich wohne am diagonalen Ende der Stadt. War ihr egal. SIE wollte einkaufen, also: Fahr durch die Stadt, hol mich ab, fahr mich zu 3 verschiedenen Märkten, trag meinen Einkauf rein, fahr wieder durch die Stadt. 4 Stunden weg. Meine Zeit, letztlich auch die Kosten für´s Tanken... alles egal. Hauptsache, sie kriegt, was sie will.
Ich bin durch mit ihr. Hab wieder Zeit für schöne Dinge, die mir Freude machen. Und ich genieße meine wieder gewonnene große Familie aus Nichten, Neffen, Schwiegerneffen, Schwiegernichten, Leasing- Enkeln und all dem kleinen Gemüse, was hin und wieder bei mir herumspringt.

Was ich noch irgendwie in den Griff kriegen muss ist, dass mein Körper nicht jedes Mal verrückt spielt, wenn sie mir begegnet. Wenn sie pöbelt, habe ich inzwischen eine Lösung. Kennst du den Rat, den man manchmal bekommt, wenn man Angst hat, vor Menschen zu sprechen? Mir wurde immer erzählt, ich solle mir mein Publikum *beep* vorstellen. Hat mir nie geholfen, weil ich mich dann nicht konzentrieren konnte. Jetzt hilft es mir, ihre Attacken wegzulächeln. Ich stelle mir vor, ihr Gebiss fällt raus, wenn sie pöbelt. Dann muss ich lachen und mich auf dieses Bild konzentrieren. Wenn ich reagiere, dann einsilbig. "Ja. Nein. Ok. WEnn du meinst..." Mehr nicht. Dennoch ist ihre bloße Anwesenheit und ihr Gemecker immer noch Stress für mich. Will ich nicht, passiert einfach.