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Coco86
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Hallo an alle Leidensgenossen,

ich hab sehr viele Medikamte leider erfolglos ausprobiert, vor ca. 3 Jahren hab ich eigentlich mit dem Thema abgeschlossen, weil sich durch die negativen Erfahrungen eine Medikamentenphobie entwickelt hat. Ich hab seit einem Jahr Bupropion (Elontril) zu Hause liegen. Das hab ich damals schon genommen 8 Wochen. Das positive war der Antrieb, meine Kreativität kam wieder zum Vorschein, plötzlich Nichtraucher und ich hatte mein altes Selbstbewusstsein zurück. Es gab auch negative Erfahrungen, irgendwie wurde ich sogar teilweise sehr depressiv davon, vielleicht Entzugssymptome von dem Medikament davor, deswegen habe ich es abgesetzt.
Ich würde ungerne nochmal 150mg einnehmen. Mein Arzt sagt auch, dass könnte schon etwas viel für mich sein (untergewichtig). Er hat ohne weiteres gesagt, ich soll die Tablette halbieren (75mg). Ich hab ja eh schon Angst vor Medikamenten und bin trotz seiner Empfehlung eher skeptisch ob ich das mit der retardierten Tablette wagen sollte...

Wer hat Erfahrung mit dem teilen der Tablette? Oder der Einnahme jeden zweiten Tag 150mg?

02.03.2024 #1


25 Antworten ↓
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Kilon
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Zitat von superstes:
Hier lerne ich in Kürze mehr über Bupropion, als ich damals vor 7Wochen damit angefangen habe und mich deswegen durch gegoogelt habe, Allerdings dieses Teilen erschließt sich mir nicht, es wird doch davon abgeraten, weil die geringere Dosis sich negativ auswirken soll ?


Das mit dem Teilen ist bei Bupropion jetzt hier für die Beteiligten zum Glück pharmakologisch nicht so schlimm. Ansonsten darf man "keinesfalls", denn es kann je nach Form der Retardierung zur massiv beschleunigten Freisetzung führen, das ist bei Ritalin z.b. der Fall, oder Venlafaxin ist auch retardiert, je kürzer die Halbwertszeit desto "schlimmer" ist das Teilen.

Bei Bupropion sind es in meinem Fall "Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung", habe jedoch in der Roten Liste geschaut, so wird es bei allen dort gelisteten Mitteln die Bupropion enthalten bezeichnet und überall die selbe Methode benutzt, also Tabletten die eine spezielle Hülle haben und vergleichsweise sehr hart gepresste Tablette anstelle der häufigsten Methode. Das ist jene welche die Venlafaxin-Patienten kennen dürften: Kapseln die kleine retardierte Kügelchen enthalten. Bei Methylphenidat (Ritalin/Medikinet usw) oder Opioiden (Morphin etc) machen das praktisch nur Abhängige obwohl sie wissen, dass man es nicht tun soll. Wobei man hier natürlich lesen kann, dass niemand hier das so meinte sondern aus eigener Erfahrung auch berichtet wurde, Bupropion (s.u. wer Langeweile hat Mr. Green ) hier auch eine Ausnahme darstellt in gewisser Hinsicht.

Ich spreche hier aus Erfahrung als Abhängiger bzw. jetzt seit 2005 auf Methadon. Habe selbst das oft getan bei Ritalin und auch bei Oxycodon die paar mal wo ich einige bekommen habe. Bei Bupropion habe ich anfangs nach dem ich via Rote Liste den "Fachinfo-Service"-Beipackzettel als .pdf Datei gelesen habe nicht so ganz verstanden wieso überhaupt retardiert wird. Das habe ich erst nach längerem überlegen verstanden, finde jedoch in meinem Fall wäre evtl. sogar die unretardierte Form besser da ich nach 1x Morgens 150mg jetzt ein "1-1-0-0" (Morgens-Mittags-Abend-zur Nacht) Schema mit 2x 150mg benutze.

Die Fehlinformation, dass SSRI oder Bupropion oder SNRI irgendwie Seroton, (Nor)Adrenalin oder Dopamin hier bei Bupropion enthalten wurde ja bereits aufgeklärt. Die SSRI/SNRI hemmen die Wiederaufnahme, was den Spiegel dieser erhöht. Das ist am leichtesten Grafisch darzustellen. Bupropion selbst ist ein Amphetamin (strukturell/chemisch), bzw. genauer gesagt zählt es zu den "Phenylethylamine" wie auch Amphetamin (Speed), Methylamphetamin (Crystal) und MDMA ("Dro./Exctasy"), das tut Venlafaxin auch, das muss einem aber keine Angst machen, denn auch (Nor-)Adrenalin und Dopamin gehören zu diesen.

Meine Ärztin ist seit nun bald 1,5 Jahren dort tätig und kennt mich daher inzwischen und sagte direkt "Wenn sie etwas Amphetamin-artiges wollen kann ich Ihnen auch Bupropion verschreiben...". Da ich ihr eben von mehrfachem Konsum von Amphetamin bzw Methamphetamin berichtet habe. Habe das erstmal nicht ernst genommen, ihr Ton war dabei auch ganz leicht merkwürdig fand ich, aber zu einem "normaleren" Patienten würde Sie das sicher nicht sagen um ihm keinem Angst damit machen. Ebenso wie bei Btm-Rezepten dem Patienten auch nicht gesagt wird, dass es jetzt ein besonderes Rezept ist, weil das Mittel eben im BtmG gelistet ist...

Endorphine sind extrem wichtig für uns und sind nichts anderes als "Endogene Morphine" die am selben Rezeptor wie Morphin, Dro., Methadon, Oxycodon, Fentanyl usw. wirken. Übrigens werden laut Studien bei retardierter Behandlung und 100%iger Einhaltung der ärztlichen Einweisung bei Behandlung mit Opioiden die bei der Behandlung chronischer Schmerzen sowieso retardiert eingesetzt werden wie Morphin oder Oxycodon "nur" 1% der Patienten süchtig (psychisch), physisch abhängig werden natürlich 100% aber die 99% werden natürlich nicht gerne einen Entzug machen, aber mit Abdosierung ist das wirklich nicht so furchtbar schlimm, denn sie haben keinen "Suchtdruck". Während wir in den USA seit Jahren die Auswirkung von Missbrauch der Opioide, besonders Oxycodon sehen.

So wichtig kann die Retardierung sein. Eine Zahl in % habe ich hier nicht, da eine Studie mit bestimmungsgemäßer Anwendung wenig problematisch ist, während jedoch eine Studie welche die missbräuchliche Anwendung beobachtet und dann zählt wie viele Personen/Prozent davon abhängig werden aus mehreren offensichtlichen Gründen sagen wir... "schwierig" wäre. Jedoch würde ich sagen, dass die Zahl durchaus irgendwo im 90%igem Bereich liegt - so wichtig kann die Retardierung in einigen Fällen sein! Auf meiner Packung (Bupropion Hexal 150mg) steht bereits außen neben Packungsbeilage beachten sowie Inhaltsstoffe usw:

"Im ganzen Schlucken. Nicht zerkleinern, zerkauen oder zerbrechen."

In der Pharmazie, so auch im Studium von diesem ist die "Gallenik" ein eigenes Fachgebiet was sich praktisch nur mit der Zubereitung/Verpackung von Arzneimitteln in die optimale Form. Wie gesagt zum Glück ist das bei Bupropion nicht ganz so schlimm, aber die Spiegel die ihr habt sind dann deutlich kürzer, dafür jedoch in den ersten paar Stunden nach Einnahme höher,

Retardiert werden maximale Konzentrationen im Blut nach 5 Stunden erreicht. Der Wirkstoff selbst hat eine Halbwertszeit von 9 Stunden, die Abbauprodukte (Metaboliten) von denen 2 sehr wichtig sind bei der Behandlung haben eine Halbwertszeit von rund 20 Stunden. Daher habe ich erstmal nicht Verstanden wozu überhaupt retardieren wenn nach 5h eh das Maximum erreicht ist? Habe jedoch nicht bedacht, dass danach trotzdem noch Wirkstoff abgegeben werden kann und die Kurve eben nicht nach 5h innerhalb von 9 Stunden auf die Hälfte (=Halbwertszeit) fällt.

Achja es mag der Eindruck entstanden sein evtl. dass ich das Mittel einnehme wegen der Amphetamin-Wirkung. Das stimmt aber nicht, mal davon abgesehen dass es auch unmöglich ist IMHO überhaupt dem Mittel ein Missbrauchspotential zuzuschreiben, weshalb es im ggs. zu Methylphenidat/Ritalin eben auch nicht im BtmG ist, das sind Dimensionen zwischen beiden. Ich mache in der Charite eine sehr langsame Abdosierung von Benzodiazepinen ("Valium/Diazepam", "Tavor/Lorazepam", "Rohypnol/Flunitrazepam", usw.), was der übelste Entzug, bei Weitem, überhaupt ist von dem ich bisher weiß - was mich betrifft als auch die Erfahrung von anderen Patienten.

Ich habe deshalb nach sehr langer Zeit wieder SNRI (Venlafaxin), SSRI (Sertralin) und Mirtazapin als "Notfallmedikament" ausprobiert, aber das hat sich nicht mit dem Methadon und evtl. dem geringen Rest von Clonazepam (das Mittel was ich zum Abdosieren verwende) vertragen hat und/oder die Nebenwirkungen mir zu krass waren. Von Bupropion habe ich damals "kurz" (2007?) nach dem ich im Methadonprogramm war gehört, jedoch abgespeichert hat sich bei mir "Zyban", der Markenname des Präparates welches zur Raucherentwöhnung zugelassen ist. Das ist auch ein Nebeneffekt den ich sowohl von Amphetaminen kenne als auch bei Bupropion in abgeschwächter Form (wie so ziemlich alle (Neben)wirkungen) kenne, bei mir gibt es jedoch Ritualmomente wo ich trotzdem noch eine rauche, wie die Einnahme des Methadons Morgens mit Kaffee zusammen.

Daher teste ich das Mittel, zum Missbrauch ist es also absolut ungeeignet, nicht dass jemand auf falsche Ideen kommt und evtl. versucht eine höhere Dosis, evtl. unretardiert, zu nehmen. Ich bin noch in der Anfangsphase und will das Mittel daher noch nicht beurteilen, zumal meine Psychiaterin mich schon vorsichtig warnte, dass es sehr intensiv verstoffwechselt wird im Bezug auf das Methadon. Das wäre auch momentan der Hauptgrund falls ich es absetze, aber ich merke eben auch die positiven Wirkungen wenn auch vergleichsweise schwach.


Fazit: Grundsätzlich retardierte Präparate oder solche mit veränderter Wirkstofffreisetzung bei denen auch der Beipackzettel/Verpackung ausdrücklich vor teilen/zerkauen oder zerkleinern warnt eben nicht teilen usw... zwinkern Kann sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen im ungünstigsten Fall (je nach Wirkstoff) führen. Schöne Weihnachtsfeiertage, ich weiß ich bin sehr spät dran, aber das war die Person die fragte ja auch mit 2 Jahren danach zwinkern

16.12.2021 18:39 • x 1 #24


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A


Elontril/Bupropion halbieren?

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Max3000
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Hi Coco,

klar darfst du fragen ^^. Ich nehme das Medi gegen meine Antriebsstörung kombiniert mit allgemeinen Schmerzen und Erschöpfung. Da ich eventuell auch eine leichte Narkolepsie haben könnte, hilft es auch dagegen. Das mit dem Antrieb ist auch wirklich besser geworden. Als einzig störende Nebenwirkung habe ich bisher die Schlafstörung und eine Verstärkung meines Tinnitus bemerkt.

Die Dopaminwirkung ist inzwischen von einigen Wissenschaftlern infrage gestellt worden, sie ist wohl nicht so stark wie man einst annahm. Hauptsächlich wirkt Bupropion vor allem auf das Noradrenalin, dann aufs Dopamin und ganz wenig aufs Serotonin. Was ich auch so empfinde, denn ich schwitze nicht so extrem wie unter sämtlichen SSRIs. In Elontril ist übrigens weder Dopamin, noch Noradrenalin oder Serotonin enthalten - es wirkt nur auf deren Rezeptoren im Gehirn. *Strebermodus aus* Very Happy

Also.... zur wichtigsten Komponente. Ich habe es todesmutig gewagt, die Tablette mit Tablettenteiler zu teilen. Ich kann dich insofern beruhigen, dass du dann keinen WUMMS bekommst. Das passiert nicht. Aber man merkt kurzfristig, dass es schneller freigesetzt wird. Insbesondere an der Mundtrockenheit, die kurzzeitig deutlicher ist als sonst. Und es lässt abends früher nach als die intakte Retard-Tablette mit 150 mg. Das erleichtert durchaus etwas den Schlaf, aber ich würde dann mit deinem Arzt nochmal Rücksprache halten, wenn auch das dir nicht ausreicht.

Es gibt wirklich einige Medis, die einen gut schlafen lassen und die mit Elontril kombiniert werden können. Egal ob du es teilst (75 mg) oder nicht (150 mg).

Ich bin inzwischen wieder auf 150 mg ungeteilt zurückgekehrt, da es mir doch etwas besser hilft als die 75 mg - aber jeder ist anders. Du kannst es wirklich testen.

Wenn du Nahrungsergänzung suchst, die dir auch einen leichten Anschubser geben, so empfehle ich Q10 und Traubenkernextrakt. Da hat man nicht die Nebenwirkungen von Koffein oder Guarana aber man spürt zumindest etwas.

Gegen leichte Unruhe helfen tatsächlich die Klassiker Hopfen, Baldrian, Passionsblume, Lavendel, etc. .... damit könntest du die Unruhe von Elontril dämpfen ohne nennenswerte Wechselwirkungen.

Zum reinen Schlafen könntest du auch testweise Melatonin (gibt ein 0,5 mg Präperat z.b. bei dm) ausprobieren. Es hilft zum besseren und schnelleren Einschlafen ohne das du morgens nicht aus dem Bett kommst.

Und ja, am Anfang kann man durch die deutliche Antriebssteigerung durchaus etwas Angst empfinden oder Unruhe. Aber dies lässt nach, wenn sich dein Körper daran gewöhnt hat. Mir ging es zu Beginn auch so, da muss man durch. Es gibt aber wirklich Schlimmeres. Allein, dass man morgens mal wieder aus dem Bett kommt und was unternehmen will, entschädigt für vieles.

Für Menschen mit Depression und Antriebsstörungen halte ich - Stand jetzt ^^ - Elontril für das beste Medi. Weil eben die Nebenwirkungen der Serotonin-Komponente (Muskelschmerzen, Schwitzen, Gewichtszunahme, sexuelle Einschränkungen, etc.) schlichtweg komplett wegfallen. Wenn man es verantwortungsvoll einnimmt und verträgt, kann es eine gute Lösung sein.

26.07.2019 05:22 • x 1 #17


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N
Hallo!
Ich würde auf den Arzt vertrauen. Ich habe lange trittico retard genommen, die konnte man auch teilen, hatten sogar Bruchrillen.
Auf keinen Fall jeden 2. Tag eine 150mg Tablette nehmen, das ist für deinen Körper ein tägliches auf und ab.
Liebe grüße

#2


C
Vielen Dank für deine Antwort Smile
Ich hab sogar die Firma des Medikaments angeschrieben und da wurde mir auch mitgeteilt, ich soll sie nicht teilen. Ich möchte aber eigentlich auch dem Arzt vertrauen. Er meinte die 75mg könnten genau das richtige sein für mich. Mit den 150mg habe ich in den 8 Wochen auch nur pro Nacht ca. 4 Stunden geschlafen leider, war aber trotzdem topfit. Leider gibt es keine Bruchrille, ich müsste dann einen Tablettenteiler benutzen.
Darf ich mal nachfragen, ob sich deine geteilte retardierte Tablette irgendwie anders bemerkbar gemacht hat und ob das Medikament bei dir geholfen hat?

Ist sonst noch jemand da, der positive (oder auch negative) Erfahrungen mit Bupropion gemacht hat?

#3


petrus57
Kannst ja hier mal nachlesen:

https://www.onmeda.de/magazin/tabletten ... n-das.html

#4


N
Hallo!
Bei mir war kein Unterschied zu merken, egal ob ich die 75mg (trittico) im ganzen oder in 3 kleinen Stückchen genommen habe.
Liebe Grüße

#5


C
Petrus57, Danke für den Link. Im Endeffekt steht da ja auch wieder drin, dass eine retardierte Tablette nicht zum teilen gedacht ist. Bei Bupropion ist es ja besonders wegen der Krampfgefahr mit Vorsicht zu genießen.

Nektarine, das gibt mir auf jeden Fall schon mal ein besseres Gefühl, wenn es bei dir so gut gelaufen ist.

#6


N
Ich denke das gilt nicht für alle retard Tabletten. Wie gesagt, trittico retard hat Bruchrille und es steht im beipackzettel, dass sie teilbar sind.
Kann bei deinen Tabletten aber auch anders sein.

#7


neuhier2018
Hallo,
ich habe vor 7 Jahren Elontril von GSK bekommen, da ich extreme Angst vor Gewichtszunahme u.a. NW durch AD´s bzw. SSRI hab.
150 mg unteilbare Retardtablette! Gut ist, dass man sie weder Ein-noch Ausschleichen muss.
Ich hatte kurz nach der Einnahme auch keinen Bock mehr auf Zig., habe stark geschwitzt, ab und zu so etwas wie zuckende Beine beim Einschlafen und leicht reizbar. Nach 9 Monaten hab ich es abgesetzt, die antidepressive Wirkung war nicht so... auch nur minimale Antriebssteigerung. Ich komme nie aus dem Bett, bin Langschläfer.

Von welcher Firma hast du es bekommen? Wäre vielleicht keine schlechte Idee, das mit dem Teilen, v.a. bei schlanken Frauen

ich probiere gerade ein SSRI, die NW sind nicht ohne

#8


C
Ich hab das Bupropion von Neuraxpharm. Damals hatte ich Elontril, ist ja das selbe. Weißt du noch wie das bei dir war mit Angst und Stimmungsschwankungen als du es genommen hast? Welches SSRI nimmst du denn? Ich habe 2013 auch mit einem SSRI gestartet, danach habe ich noch acht weitere Medikamente ausprobiert, leider ohne Erfolg.
Ich denke auch, dass bei kleinen zierlichen Personen wie mir die 75mg ausreichen würden, dann treten die Nebenwirkungen von damals bestimmt nicht so stark auf. In Amerika gibt es Bupropion in unretardierter Form.

#9


neuhier2018
Ich versuche gerade Fluoxetin, das macht mich extrem unkonzentriert und langsam im Denken. Zuvor hatte ich Venlafaxin, das half super gegen die soz. Ängste, weniger jedoch gegen Depression, ich steigerte die Dosis von 75mg auf 112,5, was mich wieder extrem träge und noch müder machte. Gewechselt hab ich wegen Gewichtszunahme und nachlassender Wirkung.

Jetzt meine meine Ärztin, das ich viell. nicht nur Depr., Ängste sondern ADS haben könnte... Sad

Beim Elontril damals war ich morgens etwas agro, hab aber auch l-Thyroxin genommen, nah am Wasser und leicht reizbar. Die soz. Ängste hatte ich damals noch nicht so stark, ich war glaub, etwas schreckhafter (Dank Adrenalin:-)

Aber wie wir wissen, ist das bei jedem anders.

Ich würde es mit 75mg versuchen, du kannst es ja jederzeit wieder absetzen, weil man es nicht aussschleichen muss. Vielleicht bekommst du zusätzlich etwas gegen Ängste?

#10


boomerine
Ich will eigentlich nur sagen, das das eine Frage an deinen Arzt ist,
jeder reagiert anders und jeder hat seine Meinung / Erfahrung dazu.

Und nochwas, hab vor kurzen in einen Artikel gelesen,
wenn Medikamente nicht teilbar sind und du sie trotzdem teilst, können sie ihre Wirkung verfehlen.

#11


C
Venlafaxin habe ich auch mal kurzfristig genommen, ich glaube seitdem hab ich auch die Phobie. Ich war mir nämlich während des Absetzens damals nicht sicher, ob ich das wirklich überlebe. Dreimal war der Arzt da und letztendlich wurde ich ins Krankenhaus eingewiesen...

Seit ich wieder meinen niedrigen Blutdruck habe, sind die großen Ängste eigentlich weg, man traut sich auf Grund von Unbehagen aber irgendwie nicht mehr so richtig was zu. Dadurch fehlt Motivation und Antrieb, deswegen auch Bupropion.

Klar ist der Arzt der erste Ansprechpartner aber i h weiß ja schon, dass er meinte ich soll es probieren. Deswegen dachte ich, ich frag hier mal nach Erfahrungen.

#12


M
Zitat von Coco86:
Mein Arzt sagt auch, dass könnte schon etwas viel für mich sein (untergewichtig). Er hat ohne weiteres gesagt, ich soll die Tablette halbieren (75mg).


Liebe Coco, mich würde interessieren, ob du es ausprobiert hast mit der Teilung und wie die Wirkung war. Ich nehme es aktuell auch, allerdings die 150 mg ungeteilt.

Da man es in Amerika auch unretardiert bekommt, könnte ich mir zumindest vorstellen das es gar nicht so schlimm ist wie man befürchtet. Eine 300 mg Tablette würde ich hingegen nicht teilen, da sonst vermutlich der erste Anstieg zu krass ausfällt.

#13


C
Hallo Max,

bisher habe ich es noch nicht ausprobiert, da bis jetzt immer gesundheitlich etwas dazwischen gekommen ist. Wenn ich andere Baustellen abgearbeitet habe, fange ich aber damit an. Bei mir hat mein Arzt das so entschieden mit der Teilung, da ich auch keine Krampfneigung habe und keine kardiologischen Auffälligkeiten, er traut es mir also zu, dass es einen Versuch wert ist. Frag sonst lieber deinen Arzt nochmal dazu, ob du es auf diesem Weg so versuchen kannst.

Ja genau, in Amerika gibt es auch die unretadierte Form in verschiedenen Stärken, leider ist es wohl nicht möglich die zu bestellen Sad Laut einer Freundin wird von der retadierten Tablette, wenn man sie teilt, sowieso nur ein geringer Teil aufgenommen, weil die sich schon auf ihrem Weg teilweise zersetzt. Ich hab halt nur Sorge vor der zu schnellen Anflutung des Wirkstoffs. Die 300er würde ich auch auf keinen Fall teilen.

Was hast du denn bisher für ne Wirkung (positiv/negativ) mit der 150er Tablette?

x 1 #14


M
Hi Coco,

meine Erfahrung mit Elonril 150 mg sind bisher positiv - abgesehen von der bekannten Schlafstörung (wo man allerdings mit Nahrungsergänzung oder anderen Medis gegensteuern kann). Ich habe wirklich wieder Antrieb und die somatischen Schmerzen sind deutlich reduziert. Ich habe bei 150 mg zwar eine leichte Neigung zum schnelleren Schwitzen, aber bei weitem nicht so wie unter SSRIs.

Ich merke aber auch, dass für mich persönlich 100 mg oder eben 75 mg vielleicht ausreichen könnten.

Das in Deutschland immer heftig vor der Teilung gewarnt wird, ist natürlich in Hinblick auf die USA (die ja eine strenge FDA als Aufsicht haben) ein wenig lächerlich. Die Menschen nehmen dort seit Jahrzehnten die unretardierte Form ein und offensichtlich sind die Folgen nicht so gravierend wie man es in Deutschland darstellt - sonst würde die FDA ja sofort eingreifen.

Fakt ist: die unretardierten Filmtabletten in den USA geben den Wirkstoff genauso schnell ab wie die geteilte Retard-Version in Deutschland.

#15


C
Ohja, die bekannte Schlafstörung Wink Hab die 150er ja 8 Wochen genommen und habe in der Zeit jede Nacht nur ca. 3 Std. geschlafen. Mein Gehirn hat mir gesagt, das kann ja nicht gesund sein, auf der anderen Seite war ich immer top fit morgens trotz Schlafmangel. Mich hat die Tablette aber psychisch sehr runtergezogen, da war ich wirklich depri, was vorher nicht so der Fall war. Aber ich sollte die beiden Medikamente davor auch immer direkt auf 0 absetzen, wahrscheinlich war das der Serotonin"entzug", im Bupropion ist ja hauptsächlich Dopamin enthalten.

Darf ich fragen, wogegen du das Medikament nimmst? Hat es bei dir am Anfang Ängste und Unruhe ausgelöst?

Wie schon geschrieben, ist bei mir in den letzten Monaten einiges dazwischen gekommen, aber ein Bißchen Angst vor der Einnahme habe ich schon irgendwie, auf Grund der ganzen negativen Erfahrungen mit Medikamenten. Aber irgendwie brauche ich den kleinen Anschubser, habe aber auch Angst, dass es schlechter wird als jetzt, denn einiges ist schon positiver geworden bei mir.

#16


M
Hi Coco,

klar darfst du fragen ^^. Ich nehme das Medi gegen meine Antriebsstörung kombiniert mit allgemeinen Schmerzen und Erschöpfung. Da ich eventuell auch eine leichte Narkolepsie haben könnte, hilft es auch dagegen. Das mit dem Antrieb ist auch wirklich besser geworden. Als einzig störende Nebenwirkung habe ich bisher die Schlafstörung und eine Verstärkung meines Tinnitus bemerkt.

Die Dopaminwirkung ist inzwischen von einigen Wissenschaftlern infrage gestellt worden, sie ist wohl nicht so stark wie man einst annahm. Hauptsächlich wirkt Bupropion vor allem auf das Noradrenalin, dann aufs Dopamin und ganz wenig aufs Serotonin. Was ich auch so empfinde, denn ich schwitze nicht so extrem wie unter sämtlichen SSRIs. In Elontril ist übrigens weder Dopamin, noch Noradrenalin oder Serotonin enthalten - es wirkt nur auf deren Rezeptoren im Gehirn. *Strebermodus aus* Very Happy

Also.... zur wichtigsten Komponente. Ich habe es todesmutig gewagt, die Tablette mit Tablettenteiler zu teilen. Ich kann dich insofern beruhigen, dass du dann keinen WUMMS bekommst. Das passiert nicht. Aber man merkt kurzfristig, dass es schneller freigesetzt wird. Insbesondere an der Mundtrockenheit, die kurzzeitig deutlicher ist als sonst. Und es lässt abends früher nach als die intakte Retard-Tablette mit 150 mg. Das erleichtert durchaus etwas den Schlaf, aber ich würde dann mit deinem Arzt nochmal Rücksprache halten, wenn auch das dir nicht ausreicht.

Es gibt wirklich einige Medis, die einen gut schlafen lassen und die mit Elontril kombiniert werden können. Egal ob du es teilst (75 mg) oder nicht (150 mg).

Ich bin inzwischen wieder auf 150 mg ungeteilt zurückgekehrt, da es mir doch etwas besser hilft als die 75 mg - aber jeder ist anders. Du kannst es wirklich testen.

Wenn du Nahrungsergänzung suchst, die dir auch einen leichten Anschubser geben, so empfehle ich Q10 und Traubenkernextrakt. Da hat man nicht die Nebenwirkungen von Koffein oder Guarana aber man spürt zumindest etwas.

Gegen leichte Unruhe helfen tatsächlich die Klassiker Hopfen, Baldrian, Passionsblume, Lavendel, etc. .... damit könntest du die Unruhe von Elontril dämpfen ohne nennenswerte Wechselwirkungen.

Zum reinen Schlafen könntest du auch testweise Melatonin (gibt ein 0,5 mg Präperat z.b. bei dm) ausprobieren. Es hilft zum besseren und schnelleren Einschlafen ohne das du morgens nicht aus dem Bett kommst.

Und ja, am Anfang kann man durch die deutliche Antriebssteigerung durchaus etwas Angst empfinden oder Unruhe. Aber dies lässt nach, wenn sich dein Körper daran gewöhnt hat. Mir ging es zu Beginn auch so, da muss man durch. Es gibt aber wirklich Schlimmeres. Allein, dass man morgens mal wieder aus dem Bett kommt und was unternehmen will, entschädigt für vieles.

Für Menschen mit Depression und Antriebsstörungen halte ich - Stand jetzt ^^ - Elontril für das beste Medi. Weil eben die Nebenwirkungen der Serotonin-Komponente (Muskelschmerzen, Schwitzen, Gewichtszunahme, sexuelle Einschränkungen, etc.) schlichtweg komplett wegfallen. Wenn man es verantwortungsvoll einnimmt und verträgt, kann es eine gute Lösung sein.

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Hallo Max,

vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht und deine hilfreichen Tipps Smile super, dass ich jetzt endlich mal einen Erfahrungsbericht habe was die Teilung betrifft. Hast du die andere Hälfte am nächsten Morgen genommen oder eine neue geteilt? Bin ja schon mal froh, dass die Anflutung nach der Einnahme nicht so extrem passiert. Dein Bericht hat mich echt animiert es auszuprobieren. Also das schlafen war besser, aber was hat dich genau dazu veranlasst wieder auf 150mg zu gehen? War der Antrieb nicht so stark ausgeprägt oder gab es doch noch ein paar Nebenwirkungen? Wie viele Tage hast du die 75mg genommen?

Melatonin und Zopiclon hab ich schon vor vielen Jahren ausprobiert und hat bei mir nichts bewirkt, eher Nebenwirkungen. Während des Elontrils hab ich dreimal Promethazin zum schlafen genommen. Hat mir zum schlafen super geholfen, aber ein mega Hannover bis mittags, deswegen konnte ich das nur mal ausprobieren, als ich frei hatte am nächsten Tag.

Danke auch für deine Tipps mit dem Q10 und Traubenkernextrakt Smile

x 1 #18


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Hi Coco86,

es freut mich, dass du es ausprobiert hast und das Schlafen erleichtert wurde. Die Tabletten habe ich geteilt und komplett aufgebraucht. Ich bin zuerst wieder auf 150 mg zurück, weil ich mir davon mehr Wachheit erwartete. Aber ich konnte dann zu meinem eh schon gestörten, leichten Schlaf gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Leider liegt das bei mir gar nicht hauptsächlich am Elontril, sondern an einer Narkolepsie. Das muss ich jetzt demnächst alles abklären. Aber immerhin weiß ich nun nach vielen vielen Jahren was überhaupt los ist.

Ich nehme aktuell noch 37,5 mg Elontril (weil es mir etwas hilft und meine Muskelschmerzen reduziert) kombiniert mit Buspiron 2x 2,5 mg (gegen die Tagesmüdigkeit/Einschlafattacken) und nachts ab heute Abend 50 mg Trazodon. Ich hoffe, das hilft etwas besser in den Schlaf zukommen und etwas besser durchzuschlafen ohne Halluzinationen.

Venlafaxin/Paraoxetin helfen zwar gegen einige Symptome der Narkolepsie, aber machen auch nicht wirklich müde und ich schwitze davon viel zu extrem.

Zur Not hilft auch ein großes B., wie ich das früher immer gemacht habe. Keine Dauerlösung, aber eine Notlösung bis die Behandlung der Narkolepdie beginnt.

#19


C
Hallo Max,

ich hab's noch nicht ausprobiert, aber nach deiner Erfahrung kann man es wagen und das hat mich ermutigt. Da ich im Herbst nochmal operiert werde, möchte ich aber vorher nicht damit anfangen zwecks Narkose. Aber danach trau ich mich Wink

Wohnst du nicht in Deutschland? Ich wunder mich wegen dem Buspiron. Wollte das auch mal ausprobieren, aber mein Arzt sagte damals, dass es das gar nicht mehr gibt.

Kannst du beschreiben, wie der Effekt mit nur 37,5mg Elontril/Bupropion ist? Hat man da überhaupt noch eine antriebssteigernde Wirkung. Dann ist der Wirkstoff bei der Einnahme morgens am Abend bestimmt schon aus dem Körper, was ja für einen guten Schlaf sorgen könnte.

#20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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