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Hey. Ich wusste nicht in welche Kategorie das gehört daher schreib ich es einfach mal hier.
Es ist im Grunde nur 1 Frage: kann man von seinem Therapeuten auch mal erwarten, dass er sich entschuldigt, wenn er was falsch gemacht hat? Bzw. wenn ich mein Therapeuten darum bitte etwas zu lassen, kann ich dann erwarten, dass er sich das zu herzen nimmt?

29.01.2015 17:35 • 31.01.2015 #1


Icefalki
Hallo Grüne Seele,

ich sehe das mal so: Wenn er was falsch gemacht hat, könnte er sich auch dafür entschuldigen.

Deine andere Frage ist schwieriger zu beantworten. Da müsstest du uns schon sagen, was er zu lassen hätte.

Grundsätzlich aber gilt mE folgendes: Das Vertrauen zwischen Arzt und Patienten ist sehr wichtig. nur dann kann sich der Patient öffnen und wohlfühlen.

Auf dich bezogen heisst das wohl, dass diese Chemie evtl. gestört ist.

Ich schreibe dir ein Beispiel: ich musste notgedrungen zu meinem Psychiater, weil es mir akut schlecht ging. Er verordnete, das Antidepressivum um das doppelte zu erhöhen. Hab ich nicht gemacht.
beim 2. Besuch habe ich es ihm gesagt, er hat gelacht und meinte, das habe ich mir gedacht, ich kenne sie jetzt so gut, und wusste, dass sie das nicht machen werden.
So sollte doch eine Beziehung zwischen Arzt und Pat. aussehen.

29.01.2015 17:58 • #2



Therapeuten-Patienten-Beziehung

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Also mein Psychiater sagte zu mir, wenn sie eh nicht machen, was ich verordne, dann ich die längste Zeit ihr Arzt gewesen. De hat mir eh nicht richtig zugehört. Hab den zum MOnd geschossen.
In der Klinik hab ich die Pillen in den Mund genommen und kurz darauf wieder ausgespuckt. Die haben da ohne Rücksprache mit mir irgendwas angesetzt oder abgesetzt oder nicht erklärt, wofür das gut sein soll. So nicht mit mir. Mein Therapeut war da immer mein bester Berater. Der hat auch mal ermuntert, weniger zu nehmen oder was ganz weg zu lassen. Jetzt bin ich bei einem einzigen Medikament angekommen. Von einmal 7.

29.01.2015 20:09 • #3


Naja. Ich hab das gefühl sie hört mir nicht richtig zu. Ich sag wie ich was empfinde, sie sagt: nein das ist nicht so. Und wenn ich dann mit Aber anfange, meint sie ich blocke. Ich bin verwirrt. Kapiere immernoch nicht richtig was schief läuft.

Achja und ist es nicht aufgabe des therapeuten sachlich zu bleiben? Also sich emotional nicht so reinziehen zu lassen?

30.01.2015 18:01 • #4


Icefalki
Sehr sonderbar, das würde mich auch Nerven. Ich denke, erstmals muss sie dir ja zuhören und wenn du tatsächlich auf dem Holzweg bist, dann kann man mit Fragen sachte in die andere Richtung lenken. Denn es geht ja um dein Empfinden und Gedanken, die du gerade hast.

Heißt ja nicht, das die alle richtig sind. Darum gibt man gedankenansätze die dann vom Pat. Reflektiert werden können.
So kenne ich das.

30.01.2015 18:10 • #5


Ja so wäre es schön. Ich hab sie gebeten zuzuhören und vielleicht zu fragen warum ich das so sehe. Und klar kann sie mir sagen wie sie das sieht. Aber ich hab den eindruck sie negiert es sofort... Und sie meinte dass es nicht darum geht dass sie ihr verhalten ändert sondern ich. Und jetzt weiss ich nicht mehr weiter so richtig...

30.01.2015 18:22 • #6


Icefalki
Hast du eine Alternative? Kannst ja danach suchen und zwischenzeitlich weiter machen.

wenn sie trotz allem hilft?

30.01.2015 18:24 • #7


Ich hab nicht das gefühl, dass sie hilft. Mir gehts nicht besser und ich bin schon über 1 jahr bei ihr. Bisher keine Alternative.. Ich bin auch unsicher. Ich kann grad schlecht bei mir bleiben. Ich weiß nicht mehr was richtig ist.

30.01.2015 18:27 • #8


Perle
Hallo GrüneSeele, ich stecke leider in einer sehr ähnlichen Situation wie Du und weiß mir im Moment auch keinen Rat. Ich wollte Dir nur kurz sagen, dass Du mit diesem Problem nicht allein bist.

Ich bin seit 2 Jahren bei meiner Therapeutin (mit Unterbrechungen) und merke schon seit geraumer Zeit, dass die Chemie nicht mehr stimmt bzw. die Luft raus ist. Bei der letzten Sitzung im Dezember reagierte sie auf einige meiner Äußerungen hoch emotional um nicht zu sagen kränkend. Am Schlimmsten war für mich, dass sie sich negativ über andere Patienten ausgelassen bzw. deren Verhalten nachgeäfft hat (unter dem Motto: Das ewige Gejammere dieser Leute ...).

Ich möchte an sich nicht mehr zu dieser Therapeutin gehen, die Frage ist ja aber: Wie geht es weiter? Wo soll ich hin? Und wäre es nicht evtl. angebracht, ihr einmal zu sagen, warum ich nicht mehr ihre Patientin sein möchte? Warum haben wir Angst, unsere Meinung zu sagen?

LG, Martina

30.01.2015 18:49 • #9


Icefalki
Boah, was sind denn das für Therapeuten. Ich bin entsetzt.

Geht echt gar nicht. So eine Unprofessionalität habe ich ja noch nie erlebt.

Kein Wunder, dass da nichts rüberkommt. Verschwende deine Kraft nicht damit, ihr das zu sagen, Suche dir jemanden besseres.

30.01.2015 18:55 • x 1 #10


Ich hab ihr meine meinung trotz heftigster zweifel schon gesagt und sie meint ich schiebe die verantwortung auf sie ab und dass es um mich und nicht um sie geht. Sie hat auch schon sehr verärgert reagiert. Für mich ist das neu kritik zu äußern... Sie fragt mich was ich will wie sie auf kritik reagiert. Und ich meinte ich wünsche mir dass sie es ändern und da sagt sie dass so therapie nicht funktioniert... Klar geht es um mich und dass ich mein verhalten mit mir und gefühlen ändern kann. Aber kann man sich nicht trotzdem wünschen wie man behandelt wird? Ich hab sie gefragt ob sie versuchen könnte distanziert zu bleiben. Sie meinte sie nimmt es auf, aber will nicht verhindern dass sowas passiert. Nur können wir dann nicht mehr sachlich, produktiv drüber reden. Denkst du wirklich das ist inkompetenz oder verlange ich zu viel?
Danke auf jeden fall schonmal für den input.

30.01.2015 20:46 • #11


Celestine
Hallo GrüneSeele,
ich bin ziemlich betroffen, über Deine Schilderungen, wie Deine Therapeutin reagiert. Dies kenne ich absolut anders! Sie sollte jeden Einwand von Dir erstmal ernst nehmen und mit Dir gemeinsam schauen und überlegen, warum Du so empfindest und was ihr gemeinsam tun könnt.

Zitat von GrüneSeele:
und dass es um mich und nicht um sie geht.

Na, ich bezweifle aber, dass Sie sich dementsprechend verhält. Es macht für mich nicht den Eindruck, als ob Du im Mittelpunkt der Therapie stehst. Aber so sollte es unbedingt sein!


Ganz ehrlich, wenn Du Dich nicht wohl fühlst in der Therapie, solltest Du ernsthaft über einen Wechsel nachdenken! Sicherlich, bedeutet Therapie nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und es gibt auch Konflikte, die aber dann für beide Seiten konstruktiv sind, im beidseitigen Einvernehme aus dem Wege geräumt werden.

Wenn die Chemie zwischen Euch beiden also nicht (mehr) stimmt, dann handele!

30.01.2015 20:59 • x 1 #12


Icefalki
Also, wichtig ist immer, wo sich der Patient gerade befindet. Wenn ja alles gut wäre, müsste man nicht in Therapie.

Den Pat. Dort abholen, wo er sich gerade befindet. Und wenn man schon 1 Jahr in Therapie ist, sollte der Therapeut seine pappenheimer auch kennen..

In der Regel ist man aufgewühlt, wenn man sich bestimmten Situationen vor Augen führen muss, oder Erkenntnisse über sich erlangt, die auch unangenehm sein können. Aber da geht es um einen selbst. Der Therapeut kann vieles steuern, aber ich hatte immer mit mir selber zu kämpfen und nicht mit dem Therapeuten.

30.01.2015 22:08 • #13


Celestine
Zitat von Icefalki:
In der Regel ist man aufgewühlt, wenn man sich bestimmten Situationen vor Augen führen muss, oder Erkenntnisse über sich erlangt, die auch unangenehm sein können. Aber da geht es um einen selbst. Der Therapeut kann vieles steuern, aber ich hatte immer mit mir selber zu kämpfen und nicht mit dem Therapeuten.


Sehr gut auf den Punkt gebracht!

30.01.2015 23:20 • #14


Zitat von GrüneSeele:
Naja. Ich hab das gefühl sie hört mir nicht richtig zu. Ich sag wie ich was empfinde, sie sagt: nein das ist nicht so. Und wenn ich dann mit Aber anfange, meint sie ich blocke. Ich bin verwirrt. Kapiere immernoch nicht richtig was schief läuft.

Achja und ist es nicht aufgabe des therapeuten sachlich zu bleiben? Also sich emotional nicht so reinziehen zu lassen?

Hi GrüneSeele

Ich sage es mal so, wie ich es sehe. Ich war allerdings noch nie bei einem Therapeuten, Psychologen etc. pp.

Ein Therapeut ist zunächst auch nur Mensch mit Fehlern, Lastern etc. pp. Das heisst, auch ein Therapeut kann durchaus aus der Sachlichkeit in die Emotionalität gelangen, ist es vielleicht gar Teil einer Aufarbeitungsstrategie (nenne ich es mal). Heisst, ihr beide solltet irgendwann zueinander finden und Du solltest Dich irgendwann fragen, ob Du bei ihm / ihr richtig aufgehoben bist. Du solltest Dich allerdings auch fragen, was Du eigentlich erwartest von einem Therapeuten, der Dir ja vor allem Denkanstöße geben soll, die Dir auch mal unangenehm sein können. Auch solltest Du Dich fragen, was genau die Gespräche bezwecken sollen, was genau Du erwartest von ihm / ihr und was genau überhaupt gelöst werden soll.
Wenn es um gar um traumatische Aufarbeitungen geht, die in Dir ungute Gefühle bewirken, gar mit Urängsten und Hass, Wut und and. Emotionen verbunden sind, dann kann es vielleicht auch sein, dass das Ganze Teil der Aufarbeitung ist.
Meines Erachtens wird das nur was, wenn Du dem Therapeuten vertraust und nicht misstraust. Wenn Du diese Frage für Dich klar beantworten kannst, dann hast Du eigentlich bereits entschieden. Du gibst dem Therapeuten und Dir eine Chance, auch wenn es unangenehm werden könnte oder aber Du suchst Dir einen anderen Therapeuten, dem Du vertraust.

Nun, wie es bei mir ausschauen würde.
Für mich würde eine Behandlung wirklich nur dauerhaft stattfinden, wenn ich ihm vertrauen kann. Ist das nicht gegeben, dann würde ich in der Tat über einen Wechsel nachdenken.

Thema Verantwortung.
Meine Arbeitskollegin ist ja auch so eine. Die schiebt ALLE Verantwortung von sich auf mich ab und merkt es selber nicht (zumeist mit der Ausrede es wurde mir nicht beigebracht). Oftmals sieht man es wirklich nur von Aussen bzw. wenn eine and. Person es mal ganz gezielt anbringt.

Thema Kompetenz
Auch da ist meine Kollegin super drinnen. Sie denkt, sie kann und weiss alles... Auch so ein Problem. Selbstüberschätzung und das Anzweifeln der Kompetenzen des Gegenüber. Vielleicht hat die Therapeutin einfach nur Recht, aber Du zweifelst alles an ohne nachzudenken, dass sie vielleicht Recht haben könnte?

Dann wären wir beim Thema Schuldzuweisung...
Dieses behandeln wir aber später...

Es gibt noch viele andere Dinge, die einem selber oftmals nicht auffallen... aber vielleicht seid ihr auf dem richtigen Weg, nämlich in dem sie Dir erstmal aufzeigt, dass Du Dich nicht selber anlügen sollst bzw. die Probleme auf Andere ablädst... könnte durchaus eines der Probleme sein. (ist jetzt nur meine laienhafte Vermutung).

Ich für mich analysiere mich und nehme Kritik an bzw. hinterfrage sehr oft und frage auch gezielt Andere, wie ich auf sie wirke. Von daher würde ein Therapeut bei mir sicher wenig offene Wunden finden, da ich mich sehr gut kenne. Vielleicht ist das auch eine Art Problem. Dass Du Dich nicht wirklich kennst und durch die Therapie erstmal ein Stück weit selbst kennen lernst. Vor allem, wie Du auf Andere wirkst bzw. auf Dich selber.

31.01.2015 15:34 • #15


Hi.
Ich schiebe keine verantwortung ab. Ich will mich um mich selbst kümmern können. Wenn ich könnte wie ich wollte würde ich mich selbst therapieren. Ich kenne mich mittlerweile ziemlich gut. Ich weiß genau dass therapie auch unangenehm sein kann und mal sein muss. Damit hab ich kein problem. Sie kann mir ihre meinung sagen, aber doch nicht gleich meine sicht der dinge nichtig machen. Ich vertraue selber meiner wahrnehmung nicht, bin leicht beeinflussbar. Ich bin die erste die kritik an meiner person annimmt und überdenkt. Es geht mir hier nicht darum ob sie recht hat oder nicht. Es geht darum, ob sie hört und versteht was ich sage. Ich will nur gehört und ernst genommen werden.

31.01.2015 17:54 • #16


Es ist auch nicht schlimm dass es mal emotional wird. Mein problem ist, dass wir dann nicht mehr rauskommen. Und da bräuchte ich ihre hilfe.

31.01.2015 17:56 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Keyo
Du sagst du kennst dich selbst ziemlich gut und im nächsten Satz schreibst du dass du deiner Wahrnehmung nicht traust... du kannst dich doch nicht selbst therapieren wenn du dir selbst nicht traust...
Deine Therapeutin macht das absichtlich! Denke ich... um dich zu therapieren.
Meine kann das auch ganz gut! Manchmal muss ich 2 Wochen nachdenken wenn sie mir eine einfache Frage stellt, z.B. ; hatten sie in Ihrer Kindheit Stress? Da wurden Emotionen wach die ich verdrängt hatte...
Oder Sie sagt klar und deutlich zu mir; Ihr Arbeitgeber ist nicht nett zu Ihnen, er hat lediglich schiss sie zu verlieren...! Ähhh, oh, achso...!? Oh, sch****! Sie haben recht...!
Oder letztens war auch cool, wo sie sagte: Ihre Arbeitskollegin ist seit 8 Jahren Eifersüchtig auf Sie! Ihre Arbeitskollegin ist nicht launisch, sondern einfach nur eifersüchtig...! Oh, verdammt! Ist mir seit 8 Jahren nicht aufgefallen... jetzt wird mir einiges klar!

Also, was ich damit sagen will, deine Therapeutin weiss schon was sie macht. Denke ich!

31.01.2015 18:31 • #18


Warum, frage ich mich, bist Du jetzt Gast @GrüneSeele?
Falls Du dennoch noch mitliest... (ich hoffe es mal).

Ich habe Dir lediglich ein paar Beispiele gegeben, die nun nicht zwingend auf Dich zutreffen müssen.

Zitat:
Ich vertraue selber meiner wahrnehmung nicht, bin leicht beeinflussbar.

Warum meinst Du, will sie dich beeinflussen? Warum meinst Du, Du traust / vertraust nicht mal Dir selbst? Wäre es also nicht der 1. Schritt, dass Du lernst, Dir zu vertrauen? Bevor Du diesen Schritt nicht getan hast, wirst Du sicherlich auch generell and. Menschen nicht vertrauen und eben eher misstrauen... und eben auch Deiner Therapeutin. Und das dürfte einer der Dinge sein, die aufzuarbeiten sind, bevor andere Dinge passieren.

Zitat:
Es geht darum, ob sie hört und versteht was ich sage. Ich will nur gehört und ernst genommen werden.

Glaubst Du nicht, dass sie das nicht tut? Wenn Du NUR gehört werden möchtest, warum gehst Du zu einen Therapeuten?

Alleine die 2 Sätze sagen zumindest mir, Du vertraust der Person nicht, Du misstraust ihr. Du vertraust Dir nicht mal selber.

31.01.2015 19:28 • #19


Nana16
Hallo,

puh............da werden Erinnerungen wach, bei Euren Berichten! Und Icefalki hat Recht: Wechseln!

ich darf mir da an die Nase packen - ich hab auch schon so einiges erlebt, aber leider noch nicht oft genug den Mut gehabt, meine Meinung (ordentlich) zu sagen und NEIN zu sagen.
Als ich mal in einer Gruppentherapie zu einem der beiden Therapeuten sagte, er möge mich doch bitte unterstützen, der anderen Therapeutin zu sagen, was sie mit MIR NICHT machen soll, hat er nur gelächelt und gesagt: du weisst doch, dass sie das nicht tut! grrrrrrrrrrrrr

Aus heutiger Sicht: No Go!
Wir gehen nicht zur Therapie um weiter gequält zu werden! Sondern wir wollen Hilfe und Unterstützung!
Natürlich ist es manchmal unangenehm, fällt schwer - ja, aber nicht SO!

Vielleicht kannst du bei deiner Krankenkasse nach anderen Therapeuten fragen? Die helfen normaler weise bei der Suche -auch was evtl. schnellere Termine betrifft.
Und nicht zuletzt bezahlen die ja deine Therapie also haben sie auch Interesse daran, dass es GUT abläuft.
(hätte ich damals auch tun sollen).

Alles Gute und ich drücke die Daumen.
Lg. Nana

31.01.2015 19:42 • #20



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