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13.07.2017 13:30 • 05.12.2020 #1


Juliet77
Liebe Flocke,

ich habe vor kurzem selbst mit einer Schematherapie begonnen aufgrund meiner Verlustängste und weil eine vorausgegangene Verhaltenstherapie zwar erste Veränderungen mit sich gebracht hat, aber nicht wirklich das Problem behoben hat.

Ich kann Dir daher bisher nur wenig berichten an eigener Erfahrung, würde mich aber freuen, wenn wir uns weiter austauschen, falls Du Dich dazu entschließt.

Ein wenig Einblick in die Materie gibt auch das Buch "Das Kind in Dir muss Heimat finden".

13.07.2017 23:14 • x 1 #2



Schematherapie - Erfahrungen

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Hallo Flocke37,

Ich habe eine Schematherapie gemacht und versuche aus meiner Sicht, meiner Erfahrung heraus diese zuerklären. Sie ist sehr hilfreich, wenn man Probleme mit Anspannungszuständen hat, deshalb ist sie eine ausgesprochene Borderlinetherapie. Es werden Entspannungstechniken geübt, wie z.B. PMR. Auch geht es darum mit seinem inneren Kind zu sprechen, für sein inneres Kind zu sorgen. Man lernt mit seinem ängstlichen Ich verständnisvoll umzugehen, es an die Hand zunehmen damit es die Angst loslassen kann.
Ich muss sagen, dass die Therapie bei mir an ihre Grenzen gestoßen ist, als ich Anfang diesen Jahres in einer großen Krise steckte. Aber wenn man relativ stabil ist, und noch einen Bezug zu sich selbst hat, kann sie vielfältig hilfreich sein.

LG, melancholy2

16.07.2017 00:22 • #3


Schokopudding
Liebe Foris,

habe hier noch andere Erfahrung mit Schematherapie?
Ich werde im April auf Reha die Möglichkeit bekommen diese Therapieform auszuprobieren und möchte vorab gerne wissen, wie es auch damit ergangen ist und was man da so macht.

Liebe Grüße
Schoko

08.03.2018 18:31 • #4


Quangdangel

09.10.2020 12:31 • x 1 #5


cube_melon
Kennst Du das Spektrum der Angebote welche rund um die Heidelberger Psychiatrie angeboten werden?

09.10.2020 12:35 • x 1 #6


Quangdangel
Ja ich habe auf Therapie.de die Therapeuten gefunden und weitere über eine Liste der Therapeutin. Auch die Institutsambulanz der Uni mit Ihren Angeboten ist mir bekannt. Leider sind aber bisher alle Anfragen wegen Platzmangel gescheitert und Wartelisten in der Regel 6 Monate.

09.10.2020 12:50 • #7


cube_melon
Das ist gut das Du das Angebot kennst. Ich drück es mal so aus - du hockst da direkt an der Quelle. Die PIA ist begehrt, weil eben auch in Heidelberg viel fundierte Forschung betrieben wird. Denke es ist eine Idee sich trotzdem auf die Warteliste setzen zu lassen. Selbst wenn Du dich später dagegen entscheidest - einfach absagen, die bekommen den freien Platz sicher belegt.

Schematherapie ist auf der einen Seite eine Art Verhaltenstherapie. Weil eben die eigenen Verhaltensmuster (Schemata) aufgeschlüsselt werden. Dabei geht es grob gesagt auch um das "warum", sprich was wir mit den Verhaltensmustern erreichen wollen, bzw. was der Antrieb dahinter ist.
Ich selbst diese Therapie nur als Teil einer ambulanten Traumatherapie und in Kombination eines Einblicks in die DBT erlebt. Der Fokus lag jedoch auf einer anderen Therapieform.

Hast Du einmal eine stationäre DBT Therapie durchlaufen? Denn bei einer DBT werden bei Bedarf auch auf "externe" Therapien wie eben z.b. Schematherapie zugegriffen.

09.10.2020 13:02 • x 1 #8


Quangdangel
Nein ich habe noch keine DBT Therapie gehabt, wird wohl bei mich nicht als notwendig erachtet. Keine Ahnung. Ich denke Borderline Anteile zu haben, doch in der Klinik war die "Testung" negativ und ich wäre zu Alt ( 48 damals ) für Borderline.
Mag ja alles sein aber ich kann gewisse Anteile nicht wegdiskutieren bzw. Verhaltensweisen nicht unterlassen.

09.10.2020 13:08 • x 1 #9


cube_melon
War das eine Heidelberger Klinik?
Zu alt für Borderline? Sorry da muss ich lachen. Sicher Borderline, bzw. die Symtome können sich "verwachsen", sprich sich teilweise auflösen. Dennoch kenne ich Menschen die 50 und drüber sind, welche diese Diagnose haben.

DBT, bzw. eine abgewandelte Form wird auch bei anderen Persönlichkeitsstörungen eingesetzt - z.B. bei einer kPTBS.

09.10.2020 13:18 • x 1 #10


Quangdangel
Nein das war nicht in Heidelberg oder Mannheim. Nun ich sehe das auch so wie Du, ich werde mal beim nächsten Psychiaterbesuch DBT ansprechen.

09.10.2020 13:20 • #11


cube_melon
Heidelberg (Fr. Dr. Sabine Herpertz) und das ZfP Mannheim (Dr. Bohus) sind Deutschlandweit mit führend in der Erforschung diverser Persönlichkeits- / Traumafolgestörungen.

Daher meine Idee sich an der PIA vorzustellen. Weil die eben halt auch Therapiekonzepte erstellen.

09.10.2020 13:23 • x 3 #12


silverleaf
Hallo Quangdangel,

ich habe persönliche Erfahrungen sowohl mit Schematherapie als auch mit DBT.
Mein Eindruck ist, dass es sich in der Praxis immer mehr durchsetzt, diese beiden Therapieformen miteinander zu verknüpfen, auch im stationären Bereich, und das schon bestimmt seit gut drei Jahren (sicherlich auch schon sehr viel länger, nur habe ich es vor 3 Jahren "live" beobachtet und erfahren). Ich habe schon erlebt, dass auch auf "reinen" DBT-Stationen zunehmend immer mehr schematherapeutische Elemente miteinbezogen werden, was imho auch gut funktioniert. Gerade für Borderliner, die ja oft mit einem instabilen Selbstbild zu kämpfen haben, kann es durchaus aufschlussreich sein, mal in die Schematherapie hineinzuschnuppern. Ich fand gerade den Anfang sehr interessant, wo man die verschiedenen Modi kennenlernt und sein persönliches Modus-Modell erstellt.
Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich langfristig das DBT-Konzept insgesamt nachhaltiger und umfassender finde. Die Schematherapie mag als alleinige Therapieform für einige Störungsbilder ausreichend Hilfen an die Hand geben, ich persönlich habe in der längerfristigen Behandlung mit alleiniger Schematherapie bei vielen Mitpatienten irgendwann leichte Ermüdungserscheinungen, so will ich es mal nennen, beobachtet. Wenn man zum Beispiel immer wieder gefragt wird:" Kann es sein, dass da jetzt Ihr distanzierter Beschützer am Werk ist?", erlebe ich persönlich den therapeutischen Nutzen ab einem gewissen Punkt als etwas reduziert. (Natürlich gehört da noch viel mehr dazu , das ist jetzt eine sehr verkürzte und etwas zugespitzte Darstellung).

Als Ergänzung zu anderen Therapieformen oder zum Einstieg in die Arbeit mit der eigene Psyche ist sie eine spannende Sache, die sich absolut zurecht durchzusetzen scheint, wie ich finde. Mein Eindruck ist auch, dass inzwischen sehr, sehr viele Therapeuten mit diesem Verfahren vertraut sind und es anwenden. Aber gerade für schwerere Störungsbilder würde ich sie immer mit zumindest einer weiteren Therapieform flankieren wollen.

Was Deine Diagnostik angeht, kann ich mich cube_melon nur anschließen , man ist für Borderline nicht zu alt. Die Aussage hat mich echt vom Stuhl gehauen. Sicherlich präsentiert sich ein 60jähriger Borderliner vielleicht hier und da etwas anders als ein 19jähriger, aber im Kern bleibt die Borderline-Störung, was sie ist: eine Emotions-Kontroll-Störung und eine Interaktionsstörung. Da die Lebensrealität der Menschen sich mit zunehmendem Alter ändert, ändert sich sicherlich auch die Manifestation im Alltag, aber die Art und Weise der emotionalen Grundbeschaffenheit des Borderliners ändert sich nicht (z.B. zu hohe Anspannung, als zu stark empfundene Gefühle, ...), und wer mal eine DBT-Station von innen kennengelernt hat, weiß, dass auch ein 50jähriger Borderliner einen 18jährigen vom Verhalten her ganz locker in den Schatten stellen kann. Man wird durch die Lebenserfahrung vielleicht etwas besonnener, aber Symptome wie die Angst vor dem Verlassenwerden können sich sogar noch verstärken. Vielleicht präsentiert sich die Jugend hier und da etwas "wilder", aber weniger schwierig wird die Erkrankung mit zunehmendem Alter nicht, weder für die Betroffenen noch für die Angehörigen. Es hat eher etwas damit zu tun, wie lange der Borderliner schon in Therapie ist und gelernt hat, mit seinen Symptomen einen funktionaleren Umgang zu finden. Da kann ein 20jähriger einem 50jährigen voraus sein.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg!
LG Silver

04.11.2020 01:29 • x 1 #13


Meteora
Schematherapie hatte ich nur ein paar Sitzungen bei meiner alten Therapeutin. Ich empfand sie immer als bereichernd, aber den "Seitenwechsel" konnte ich nicht so schnell vollziehen, wie sie es gerne gehabt hätte. Und ich glaube auch nicht, dass sich die Schematherapie für alle Probleme des Lebens anbietet. Am meisten hat mir doch das Gespräch geholfen.
DBT kannst du am ZPP in Heidelberg machen. Empfand ich auch als sehr gut. Es kann sein, dass es da Wartezeiten gibt, man kommt immer nur zum nächsten Modul rein, ein Modul geht ein halbes Jahr lang.
Borderline soll sich mit dem Alter "rauswachsen", aber ich weiß von anderen Betroffenen, dass das auch anders laufen kann. Es ist eine sehr hartnäckige Störung.

10.11.2020 21:12 • x 1 #14


27.11.2020 17:08 • #15


Hallo sunced,
von dieser Therapie habe ich noch nie gehört. Das klingt sehr interessant und ich wünsche dir vollen Erfolg. Leider kann ich dir keine Antwort auf deine spezielle Frage geben. Bin gespannt, was da von den Forenteilnehmern kommt ...
Lieben Gruß

27.11.2020 18:36 • #16


@fauda: So ganz erschließt sich mir nicht der Sinn deines Postings.
Du kennst Schematherapie nicht? Warum antwortest du dann?
Die Überschrift lautete: "Wer kennt sich damit aus?" und
nicht "Wer kennt sich alles NICHT damit aus?"

27.11.2020 19:10 • #17

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cliffy
Zitat von sunced:
Hallo, ich mache erst seit kurzem eine Schematherapieund soll diese Wolche eine Tabelle pflegenin der ich "Meinen maladaptiven Bewältigungsmodus wahrnehmen soll". 6 Spalten: Situation / Gedanken / Gefühle / Körperwahrnehmungen / Bedürfnis und Modus / Kindheitserinnerungen in Zusammenhang mit dieser SituationHab jetzt z.B. als Situation "Versicherung wechseln, alte kündigen" genommen. Erkannter Modus ist "Vermeidung".Aber mir fällt da überhaupt keine Kindheitserinnerung zu dieser Situation ein. Ist diese Situation überhaupt so eine, die man für diese Aufgabe benutzen kann? Und wenn ja, wie soll ich da ne Verbindung zur Kindheit finden? Da hatte ich ja keine "Versicherung zu kündigen". Hat jemand das schon gemacht und kann mir helfen? Danke. LGsunced


Und wie war das wenn du eine Schule wechseln musstest oder vom Kindergarten dann in die Schule kamst, das ist ist irgendwie auch wie Versicherung wechseln. Nur ein Tipp von mir

27.11.2020 19:45 • #18


Calima
Vielleicht hilft es weiter, die Versicherung als Bild zu benutzen? Eine Versicherung ist etwas, was Sicherheit und Schutz gewährt. Die erste "Versicherung" erhält man somit von den Eltern, die im Idealfall dafür sorgen, dass das Kind sich geborgen fühlt und eine sichere Bindung aufbauen kann.

Gleichzeitig ist diese erste Sicherheitserfahrung auch eine wesentliche und prägende. Gelingt sie nicht, fällt es schwer, sich vertrauensvoll auf neue Beziehungen einzulassen, also quasi eine neue "Versicherung" abzuschließen. Wenn die alte Versicherung schon nichts getaugt hat, wie kann man sicher sein, dass die neue es tut?

Und möglicherweise fällt es schwer, diese alte Versicherung zu kündigen, obwohl sie nicht taugt und es besser wäre, sich zu lösen und eine neue abzuschließen.

Nur ein paar Gedanken

27.11.2020 19:54 • #19


Feuerschale
Hallo sunced,
hab da mal so ein Buch grob überflogen vor vielen Jahren.
Ich denke, es macht mehr Sinn, Dinge zu nehmen, die dich emotional berühren oder
die dir mit anderen passieren.
Mit dem Modus wüsste ich jetzt aber auch nicht mehr, welche da definiert waren.
Du machst das aber in der Therapie oder? Also angeleitet?

27.11.2020 20:18 • #20



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