Hallo Alex,
die Studie "Delfintherapie - Eine Faktensammlung" der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation (WDCS) hinterfragt die beiden grundsätzlichen Therapieansätze mit Delfinen. Der eine geht von der Entwicklung einer besseren Konzentrationsfähigkeit der Patienten aus, erklärte der Meeresbiologe und Delfinexperte Karsten Brensing. Der zweite Ansatz will die Fähigkeit zur Entspannung fördern. "Dies sind zwei komplett gegensätzliche Theorien", sagte der Biologe Nicolas Entrup.
Die Theorien hielten wissenschaftlichen Überprüfungen nicht stand.Verhaltensforscher kritisieren, dass Familien mit kranken Kindern eine "Wundertherapie" versprochen würde. Drei Wochen Therapie in einem Zentrum in Florida kosteten 15.000 Euro. Doch niemand schütze die Familien vor der Enttäuschung, wenn die Behandlung nicht anschlüge. Eine Therapie mit Tieren ist immer nur eine Unterstützung der Behandlung und niemals eine Heilmethode. Der Erfolg hinge auch nicht von einer speziellen Tierart ab, sondern vom Wesen des Tieres, denke ich.
Außerdem geht die Studie auf Gefahren für die 40 weltweiten Delfinarten ein. Bei der Haltung in Aquarien litten Tiere unter Stress, die
Sterblichkeitsrate sei um 60 Prozent höher als bei Artgenossen im offenen Meer. Trotz Importverbots in die Europäische Union besteht eine hohe Nachfrage. Durch unkontrollierten Fang werden Bestände der freilebenden Delfine extrem bedroht.
Immerhin weiß man aber, dass der Kontakt mit Tieren auf die meisten Menschen positiv wirkt. Man rät aufgrund der Risiken einer Delfintherapie dazu, sich eher für eine Therapie mit Nutz- und Haustieren zu entscheiden. Das ist insofern nicht ungefährlich, weil Delfine Wildtiere sind, die nicht an die Nähe zu Menschen gewöhnt sind. Geraten sie durch die Nähe zu Menschen unter Stress, kann das zu aggressivem Verhalten führen.
Ich schaue dem auch sehr skeptisch entgegen...
LG
Gerd
