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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

I

isis-z
Gast

Fränk, das fühle ich jetzt nach... es macht mich einerseits betroffen, andererseits froh. Der abgedroschene Spruch "Der Weg ist das Ziel" ist so wahr wie sonst nichts. Du suchst einen Weg - und bist schon im Ziel. Für diesen Moment. Und das Leben besteht aus Momenten.

"Über die Zukunft schwatzreden,
Klagen über Vergangenes,
das ist´s was Toren austrocknet,
gleich abgeschnittnem grünen Schilf."

Das ist aus Dhammapada.

Für manche Leute ist das Forum eine Überlebenskrücke, für manche ein Schlachtfeld um sich auf Kosten anderer aufzuwerten, manche suchen hier vergeblich die Selbstbestätigung, die sie in der realen Welt nicht bekommen und manche inszenieren hier Dramen indem sie die helfenden Hände verteufeln.

Das Schweigen kann in dem Fall eine Tugend sein.

Um die Ecke gibt es ein Expertenforum - ganz klar auch für diejenigen geeignet, dessen Leben so unerträglich geworden ist, dass sie nur noch sich selbst und ihr eigenes Leid zum Mittlepunkt machen müssen. Auf der Welt stirbt alle 2 Sekunden ein Kind an Hunger und dessen Folgen, ein Drittel der Menschheit hungert. Und Dalai Lama wie Millionen anderer Menschen hatte auch noch nie...

"Solange der Raum besteht
und fühlende Wesen leiden,
möge auch ich bleiben,
die Leiden der Welt zu zerstreuen."

(weiß-nicht-wer)

Und mir fällt noch ein: Liest auch jemand die Bücher von den Administratoren? Durch solche Erkenntnisse kann man ein neues Schuhwerk für die wunden Füße bekommen... einfach genial.

Isis

24.10.2008 #1


43 Antworten ↓
W

winston
Mitglied

Beiträge:
248
Themen:
2
Danke erhalten:
2
Mitglied seit:
Zitat von isis-z:
Das ist deine persönliche Meinung.


Ja, die ich allerdings mit einigen Betroffenen und Psychologen teile.

Zitat von isis-z:
Ein unbewußtes Lernen? Außer Triebverhalten fällt mir dazu nichts ein.


Daß man ausgerechnet Triebe erlernt wäre mir neu.
Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie Du gehen gelernt hast ? (ich meine, wie Du es bewußt gelernt hast ?) Und könntest Du es wieder bewußt verlernen ?

Zitat von isis-z:
Von realen Autofahrern war hier nicht die Rede. Das Autofahren wurde nur als Allegorie benutzt. Phobien sind eine Reaktion auf ungelöste Probleme im Unterbewußtsein, d. h. dass eine Behauptung, die Phobiker könnten beim Antreffen des Bewußtseins alles vergessen, nicht wirklich nachvollziehbar ist.


Wenn eine Phobie eine Reaktion auf ungelöste Probleme ist, dann ist es aber ebensowenig nachvollziehbar, daß man sie z.B. verlernen könnte.
Und unter der Annahme, daß es funktioniert: Bei einfachen Phobien mag das ja noch funktionieren - bei komplexen Angststörungen wird es schwierig.
Am allerschwierigsten wird es dann, wenn man auch schon die Angst selbst kontrolliert. Denn man kann sich mit nichts konfrontieren, was man nicht einmal zuläßt.
Es gibt keine wissenschaftliche Literatur, die belegt, daß alle Ängste konditioniert sind. Dagegen gibt es einige Untersuchungen dazu, die nahelegen, daß dies nicht der Fall ist.

Zitat von isis-z:
Gefühle sind keine Chameleone, die sich unkontrolliert durch das Bewußtsein hin un her bewegen und verschiedene Gestalten annehmen um uns zu schaden. Gefühle entstehen aus den Gedanken und wenn man z. B. eine negative Einstellung hat, kann man nur schlechte Gefühle haben, alles verneinen, alles hinkend sehen, die Gastgeber dieses Forums abwerten und ein Klischee-Buch hervorheben um laut zu rufen:


Daß Gefühle aus Gedanken entstehen stimmt schon. Nur geht es nicht nur um die Frage, daß man Gedanken abstellt oder ändert, sondern auch darum, wie man das tut. Die Antwort auf das wie gibt es oft nicht.
Tja, leider ist es so, daß sich Gefühle bei vielen Menschen nicht mehr unkontrolliert entfalten und bewegen können. Das schafft in uns ein Ungleichgewicht.
Gestalten können sie auch einige annehmen - wenn ich nur denke, wieviel Gestalten meine Angst über viele Jahre angenommen hat. Die Gestalt kann sogar so verändert sein, daß sie von Betroffenen nicht einmal mehr als solche wahrgenommen wird.
Das Buch ist kein Klischee-Buch, sondern es räumt mit Klischees auf. Und zwar auf Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen, die es für die angegriffenen Klischees nun mal bis heute nicht gibt.
Es muß also auch die Frage erlaubt sein, ob man mit ungeprüften Theoriegebäuden Menschen helfen kann oder ob man ihnen vielfach nicht sogar schadet.
Mit wissenschaftlichen Untersuchungen lasse ich mich gerne überzeugen, mit Polemik gegen Menschen muß allerdings schon zwangsläufig der Eindruck entstehen, daß etwas nicht stimmt.
Schließlich würde auch kaum ein Arzt einem Patienten vorwerfen, daß er selbst daran schuld ist, daß seine Schmerztablette nicht wirkt. Und kaum jemand würde sich einer OP unterziehen, wenn es nicht nachgewiesen wäre, daß sie in so und sovielen Fällen eine Besserung gebracht hätte.
Die Überzeugung der Menschen in die PT ist unweit größer als deren Wirkung. Fragt man Menschen, ob man Schizophrenie psychotherapeutisch heilen kann, so wird man auf sehr viel Zustimmung stoßen. Unter den Therapeuten dagegen würden das freilich selbst die optimistischsten sehr kritisch sehen.
Fragt sich also nur, woher diese Überzeugung kommt, wenn es mehrheitlich gar keine wissenschaftliche Belege gibt.
Mir und vielen anderen hat es nachweislich geschadet - gerade deshalb finde ich Deine angeschlossene Polemik ziemlich entbehrlich.
Ich denke, hier geht es nicht darum, daß man Recht hat, sondern für sich selbst herauszufinden, was einem helfen könnte oder nicht. Oder einem anderen aufzuzeigen, welche Wege es geben könnte.
Und da ist gerade für jene, die sich oft schon Jahre im Kreis herumbewegen nicht schädlich, sondern vielmehr nützlich, wenn sie kritisch sind. Ich kenne Leute, die Jahrzehnte in PTs waren - ohne jede Wirkung - und die es dann trotzdem geschafft haben. Und daß sie es geschafft haben, hängt auch damit zusammen, daß sie begonnen haben zu hinterfragen.
Durch stures Beharren und mangelnde Kritikfähigkeit hat sich nämlich noch keine Wissenschaft weiterentwickelt. Oftmals ist es allerdings einfacher, sich einer Hoffnung hinzugeben, als zu akzeptieren, daß diese unbegründet ist. Was auch logisch ist, weil dies eine schmerzliche Erfahrung ist, der man lieber ausweicht als sich ihr stellt.
Und hätte ich damals auf die Verbohrtheit meiner Therapeuten vertraut, dann würde ich jetzt nicht mal mehr um die Ecke zum Einkaufen gehen können. Ich mußte also die Reißleine ziehen - die Therapeuten hätten dies in diesem Fall von sich aus nicht gemacht.

Zitat von isis-z:
Versuche es doch mit ein bisschen mehr Verstand! Gleich wird es dir besser gehen... das wünsche ich dir auch.


Ich habe genau das Gegenteil gemacht. Ich habe nicht mehr kontrolliert und unterdrückt. Ich war ja ein wahrer Kontrollfanatiker, der sämtliche Fragen des Lebens verstandsorientiert beantwortet hat. Gefühle hatte ich zwar Unmengen in mir, aber die durften nie an die Oberfläche.
Zuletzt Kontrolle sogar der Angst selbst gegenüber. Als ich aufgehört habe, sie kontrollieren zu wollen, wurde sie deutlich geringer und seither ging es mir auch deutlich besser.
Daß man etwas unlogischem wie z.B. Angst mit Logik begegnen soll, ist seither für mich eine ähnlich bizarre Vorstellung wie jene, daß man Angst durch Beschäftigung mit der Angst auflösen könnte. Und für die Beschäftigung sorgen ja insbesondere ausufernde Therapien selbst schon.

Insofern kann ich also nur unterstreichen, was MissErfolg schon sagte: Jeder muß für sich seinen Weg finden. Und ich denke, ich habe für mich meinen Weg gefunden.

22.10.2008 14:20 • #31


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A


Nicht-AB

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I

isis-z
Gast

EIFERSUCHT
Rolf Merkle


Weil ich denke, dass nur wenige dieses Buch in die Hand nehmen, will ich für euch die Umprogrammierung der eigenen Denkweisen abtippen. "Selbstwertgefühl", "Eifersucht", "Gefühle verstehen", das alles zusammen ist ein komplexer Weg aus allen Schieflagen, die hier im Forum geschildert werden und ich kann wirklich nur jedem raten sich diese Bücher anzuschaffen, das lohnt sich ein für alle mal.

Hier handelt es sich z. B. um den Unterschied zwischen dem GEFÜHL und VERSTAND...
(Die Strategie kann, nehme ich an, auch bei ganz anderer Problematik als bei der Partner- bzw. Beziehungsabhängigkeit angewendet werden)

"Fünf Phasen des Umlernens

1. Stufe: Theoretische Ensicht
2. Stufe: Übung
3. Stufe: Widerspruch zwischen Kopf und Bauch
4. Stufe: Kopf und Bauch stimmen überein
5. Stufe: Neue Gewohnheit"


Zur 3. Stufe:

(Es geht um das Verdrängen der negativen Gedankenmuster durch das Üben der neuen, positiven.)

"... Wenn sich U. ihre hilfreichen Gedanken vorsagt, wird sie das Gefühl haben, sich etwas einzureden oder sich etwas in die Tasche zu lügen. Sie verspürt immer noch die gleiche Angst und hat immer noch das Gefühl, ihrem Mann gleichgültig zu sein, und im selben Atemzug redet sie sich ein, dass sie keinen Grund dazu hat, ihm zu misstrauen....

... Um diesen Konflikt zwischen Kopf und Bauch kommen auch Sie nicht herum, wenn Sie Ihre schädlichen Einstellungen ändern, sprich, wenn Sie lernen möchten, umzudenken. Durch diese Stufe müssen Sie durch, mit diesem Konflikt müssen Sie einige Zeit leben. Wenn Sie das tun, kommen Sie ind die vierte Stufe..."


JETZT KOMMT DAS WICHTIGSTE...

"...Sind Sie schon mal in England Auto gefahren? Wenn ja, dann haben Sie am eigenen Leib erfahren, was es heißt, umzudenken, und dass es keinesfalls kopflastig ist, auf seinen Verstand zu hören. Wenn sie in England links fahren, dann werden sie die ersten Kilometer das ungute Gefühl nicht los, dass Sie sich auf der falschen Straßenseite befinden. Vom Verstand her wissen Sie jedoch genau, dass es vollkommen richtig, ja, geradezu lebenserhaltend ist, wenn Sie links fahren. Kopf und Bauch gehen also auseinander.

Wenn Sie in England, ohne sich oder andere zu gefährden, Auto fahren wollen, dann müssen Sie auf Ihren Verstand hören, der Ihnen sagt: "Fahr rechts, du bist falsch". Niemand käme hier auf die Idee, zu sagen, es sei kopflastig oder blödsinnig, auf seinen Verstand zu hören. Im Gegenteil.

In bestimmten Situationen ist es sehr klug, auf seinen Verstand zu hören und sein Gefühl nicht zu beachten. Das Rechtsfahren ist eine Gewohnheit. Sie kann nur abgelegt und durch eine neue (das Linksfahren) ersetzt werden, wenn man sie bewusst verändert und dabei in Kauf nimmt, dass man die erste Zeit ein ungutes Gefühl hat."


Ja, warum schreibe ich das Ganze. Weil man viele Gedanken sortieren muss wenn man sich ein neues Lernprogramm, das "Linksfahren" aneignen soll... man ist doch mit dem "Rechtsfahren in England" in große Schwierigkeiten geraten... und zwar wir alle, sonst wären wir nicht HIER!

England mal durchfahren zu können ohne alle paar Minuten einen Crash zu erleben, das ist das Leben, was jeder verdient...

@ Sir Winston:
Das ist auch die Erklärung dafür, warum so viel Theorie nützlich ist. Wenn natürlich jemand Links fährt - und zwar einfach so, weil Montag oder Mittwoch ist, um so besser. Ich persönlich habe es bis jetzt nicht geschafft. Niemand, der im Kindesalter nicht erfahren hat, dass es nicht nur Deutschland gibt, kann auch etwas vom anderen Fahrverhalten wissen.

20.10.2008 21:58 • #21


Zum Beitrag im Thema ↓


I
Hallo Bollywood, deinen Schmerz über so viel Unehrlichkeit in der Welt kann ich nachfühlen... aber denkst du denn nicht, dass es auch großartig ist sich selbst sagen zu können: Hoppla, ich bin doch ganz anders als die meisten, was für ein Glück. Freue dich darüber, dass du so bist - und denke daran, dass so eine Gesinnung auch ansteckend sein kann.... es wäre doch nicht schlecht so eine "Epidemie" auzulösen, oder?

Liebe Grüße!

#2


I
Hallo Saorsa,
ich finde deine Schreib- und Denkweise einfach nur super. Wenn ich von dir was lese, denke ich mir oft - hey, genau das habe ich vergessen zu sagen. Wegen der Beziehung... ich war mal sechs Jahre lang solo, gut, die Kinder waren da, aber trotzdem. Ab und zu habe ich kurzzeitig was ausprobiert, ging nicht. Dann hat mir eine Bekannte ein Buch über Beziehungen geschenkt. Es heißt:

G. und Kathlyn Hendricks: Liebe macht stark.

Originaltitel:

"CONSCIOUS LOVING. The Journey to Co-Commitment. A Way to be Fully Together without Giving up Yourselfs."

Den Vornamen des Autors kann ich nicht ausschreiben, er wird sofort von der Software abgelehnt... Es ist jedenfalls ein Therapeuten-Ehepaar. Dieses Buch kann einem die Sicht sowohl auf die Beziehungen als auch auf das Alleinsein gründlich durcheinander wirbeln, im positiven Sinne... falls man sich nicht durch den Titel und durch das furchterregende Vorwort des Herausgebers abschrecken lässt, die Übersetzung ist meiner Meinung nach ebenfalls ziemlich miserabel. Auf jeden Fall habe ich, nachdem ich - viele Jahre später - mit dem Buch einigermaßen fertig war, gewußt, was ich will und umgekehrt. Ich weiß, dass es nicht einfach ist einen Menschen zu finden, der ähnlich denkt, anziehend wirkt und noch dazu in unserem Alter und auch noch frei ist. Es ist zwar Glücksache, aber man kann vielleicht auch ein bisschen nachhelfen. Viel raus gehen, egal wie die Angstlage ist... ich denke ein toleranter und großzügiger Mensch würde dir in einer solchen Situation, in der du dich nicht wohl fühlst, eher behilflich sein als sich davon "abschrecken" zu lassen - und so hast du schon am Anfang ein Raster zur Hand, durch das die falschen durchfallen werden.

Noch ein Tipp, aber bitte nicht lachen. Ich glaube ich würde mich in einer Situation ohne Partner in den christlichen Singlebörsen umsehen. Nicht alle dort sind bekehrende Meister (hust... ), sondern einfach nur Menschen, für die Werte wie Treue, Fairness, Hilfsbereitschaft etc. (auch Toleranz und Glaubensfreiheit) kein Fremdwort sind.

Also dir viel Glück... und am besten du lernst einen Schriftsteller kennen um gemeinsame Werke zu verfassen - UND in diesem Fall bestelle ich hiermit schon mal die ersten Exemplare!



Dir liebe Grüße, Isis

#3


B
Hallo isis,

danke für Deine Worte.

Ich kann heute leider gar nicht viel dazu sagen, stecke irgendwie gerade mitten in einer Krise

Lass uns eine Epidemie des positiven Denkens und Fühlens auslösen - prost!

Liebe Grüße
bollywood

#4


I
Hallo MissErfolg,
ich habe gerade über ein Beziehungsbusch geschrieben, das ich jahrelang gelesen habe und auch lange, ewig lange Jahre gebraucht habe, um es in mir sacken zu lassen. Es ist ja nicht nur die Einsicht, die so schwer in die Praxis umzuwandeln ist, sondern es sind auch die hartnäckigen Denkweisen aus der früheren Zeit, die keinen freien Raum für Neues zulassen.
Alles braucht seine Zeit, viele Erfahrungen, viele Begegnungen sind vielleicht notwendig bis einem das Licht aufgeht und er in sich selbst den freien Raum für Neues schafft.

Und zu zweit geht sowieso alles besser.... , ich wünsche euch beiden eine gute Zukunft.

"Wer will, findet Wege, wer nicht, findet Gründe."

Das war jetzt übrigens auch eine Anspielung an die Endlosgespräche hier im Forum...

Macht´s gut hier!

Dir liebe Grüße, Isis

#5


I
Liebe Bollywood... "prost"?



Ok, ich trinke heute Abend ein Bierchen auf dich, dass ich mir extra aus Prag mitgebracht habe. Wenn man die Benzinkosten nicht mitrechnet, war es sehr billig!

Lass dich nicht unterkriegen, dir gute Besserung... bis bald!

#6


B
Keine Sorge, vor mir steht ein harmloser Cappuccino. Ich bin überzeugte Nichtalkoholikerin, aber danke, dass Du auf mich trinkst und danke für die lieben Wünsche.

Liebe Grüße
bollywood

#7


M
@isis-z

Danke für Deine guten Wünsche.
Ich habe ihm von meiner Seite deutlich die Hand gereicht und wünsche uns auch, daß wir das schaffen.
Ob das so kommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich werde annehmen, was kommt und meinen Weg so oder so weitergehen.
Ja, ich lese gerade Chuck Spezzano - Die Gesetzmäßigkeiten erfüllter Partnerschaft. Der eigentliche Titel lautet: Wenn es verletzt ist es keine Liebe.
Und das jetzt endlich mit Verstand und Gefühl.

MissErfolg

#8


I
MissErfolg, habe jetzt im Google wegen deinem Beziehungsbuch nachgeschaut. Der Autor scheint ein attraktiver, erfolgreicher Südländer zu sein... ehm... könnte hier im Forum schwierig werden.

Davon abgesehen muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir die Leseproben aus diesem Buch zu verblümt erscheinen. Aber wahr ist es auf jeden Fall. Er schreibt über die Freiheit "von" etwas und über die Freiheit "für" etwas. Bei der zweiten Freiheit hat man die Wahl zwischen dem Alleinsein und der Beziehung, deshalb also keine "Versklavung" durch eine Bindung, wie manche meinen... Ja klar, aber man muss dann auch wirklich ein Mensch sein, der ebenso gut alleine leben kann und für den die Partnerschaft keine Flucht vor der Einsamkeit ist, sondern ein bewußter Weg.

Schau mal, ob es dir gefällt, es sind Übungen (leider bin ich selbst noch nicht so weit gekommen, aber Wirksamkeit ist ohnehin individuell zu betrachten) aus dem Buch "Liebe macht stark":

1. Co-Engagement
Der Harmonisierungsprozeß
Engagement schaffen
Sich gegeseitig stützen
Zielarbeit

2. Lernen, sich selbst zu lieben
Der heilende Dialog
In die Gegenwart kommen
Gefühle annehmen
Den eigenen Körper annehmen
Die eigenen Erfahrungen lieben

3. Lernen, Gefühle zu fühlen
Gefühle erfassen
Für Gefühle da sein
Gefühlsmuster erkennen

4. Zur eigenen Schöpferkraft stehen
Entscheidungsprozesse erfassen
Sich ganz ausdrücken
Projektionen aufgeben
Glaubenssätze
Wie man ohne Kompromisse bekommt, was man will
Welches Tempo haben wir?

5. Lernen, mikroskopisch genau die Wahrheit zu sagen
Teil 1 bis 4

6. Vereinbarungen einhalten
Vereinbarungen einhalten
Welche Rolle spielen Sie?
Dei Abschlußliste

7. Lernen, ständig in einem positiven Energiezustand zu leben
Atmen und Fühlen
Die Liebe beleben
Sich bewußt Raum nehmen
Mikroskopisch genau lieben

8. Kommunikationsfertigkeiten
Beziehungsenergie verstehen
Einen sicheren Raum schaffen
Direkte Kommunikation
Zuhören mit dem ganzen Körper
Vertiefung der Kommunikation

9. Problem lösen
In der Hitze des Augenblicks
Heraus aus dem Trott
Herausfinden, wo man fest steckt

Das ist ein bißchen die Übersicht. Wie gesagt, durch dieses Buch kommt man weiter ob man eine Beziehung hat oder nicht.

Manchmal frage ich mich, ob die Leute vor unserer Zeit glücklicher waren - ohne diese ganzen Ratgeber. Ob wir ohne sie nicht auskommen können weil wir keine richtigen Beziehungen zwischen unseren Eltern vorgelebt bekommen haben? Wahrscheinlich. Also für uns gilt auf jeden Fall Wer nicht liest bleibt dumm.

Anscheinend erst wenn ich irgendwann mal davon 4 Dioptrien haben werde, werde ich ein glücklicher Mensch sein können!

#9


S
@isis

ich habe mich noch nicht näher mit deinem buch-tipp beschäftigt, aber die kapitel hören sich schon mal sehr gut an. an für sich würde mich das sehr interessieren, wenn ich mich nicht noch durch x angst-bücher wühlen müsste.

ich bin im moment unschlüssig, ob ich noch mehr geld in bücher investieren soll, die ich dann doch nicht lese. es fällt mir augenblicklich sehr schwer, wirklich aufzunehmen, was in diesen büchern steht, so dass ich oftmals kurzhand wieder zu einem thriller greife. es fühl sichwie eine gewisse müdigkeit an, immer wieder an sich zu arbeiten. das, obwohl mir doch so bewusst ist, dass es keinen anderen weg gibt.

#10


M
@isis-z

Könnte was sein, dein Buchtipp.

Habe mir mal die Mühe gemacht auch etwas mehr von Spezzano´s Inhalten zu bringen. Es sind insgesamt 366 Seitentitel in der oberen Hälfte das Thema, in der unteren Hälfte Vorschläge damit umzugehen.

Da heißt es z.B.:
- es ist nicht die Aufgabe deines Partners, deine Bedürfnisse zu befriedigen
- wenn du ein Bedürfnis erfüllt haben möchtest, gib genau das, was du brauchst
- was du an deinen Eltern ablehnst, wrist du in deinem eigenen Verhalten ausleben
- wenn du dich am Ende deiner Kraft fühlst, liegt das an der Rolle die du spielst
- was du an einem anderen ablehnst, wird unverändert stehen bleiben, bis du es akzeptierst
- was du verdrängst werden deine Kinder ausleben
- je mehr du dich selbst liebst, um so mehr wirst du erkennen, daß du geliebt wirst
- je mehr du erwartest, um so weniger erhälst du
- wenn du dich verletzt fühlst, gibst du um zu nehmen
- was du von einem anderen erwartest, das schenkst du dir nicht selbst
- du kannst dich nur dann zurückgewiesen fühlen, wenn du derjenige bist, der andere von sich stößt
- sich zurückgewiesen fühlen, kann ein Schutz vor Schuldgefühlen sein
- was du an deinen Eltern zurückweist, wird an deinem Partner sichtbar werden
- deine gegenwärtige Opferhaltung geht zurück auf die Überzeugung, daß deine Bedürfnisse in der Vergangenheit nicht erfüllt worden seien
- jede Beziehung spiegelt dir, wie du mit dir selbst umgehst
....

Ist eher ein Buch aus der spirituellen Ecke, aber zu meiner mir angediehenen Heilmethode passt das für mich selbst recht gut und bringt mich sehr voran.

MissErfolg

#11


I
Zitat von MissErfolg:
@isis-z


- wenn du dich verletzt fühlst, gibst du um zu nehmen

- was du an deinen Eltern zurückweist, wird an deinem Partner sichtbar werden


Hi MissErfolg, vielen Dank für deine Mühe. Finde ich gut etwas mehr von den Büchern weiter zu geben, so dass sich andere überlegen können, ob die Anschaffung für einen im Hier und Jetzt einen Sinn macht.

Das meiste von dem Italiener klingt schlüssig, manches überrascht mich auch positiv, na ja, man lernt ja bekanntlich nie aus. Aber mit diesen 2 Aussagen habe ich Probleme.

Es könnte natürlich sein, dass der Autor nur absolut gesunde, psychisch stabile Menschen anspricht... aber wie viele von denen gibt es? Fragezeichen.

Zu 1:

Verletzungen aus der Kindheit... sie können auch der Auslöser sein. Bei vermeintlichen oder realen Abwertungen, Vergleichen oder anderer Art von Kränkungen wird bei vielen auf einen Knopf gedrückt, der Urängste aus der Kindheit und Notprogramme aufruft.

Das Geben und Nehmen geht für mich an der Sache vorbei, finde keinen Zusammenhang, du?

Zu 2:

Ich verstehe nicht, was gemeint ist... weißt du das?

LG Isis

#12


I
Hi Saorsa,

... verstehe, ich habe auch momentan das Gefühl in einer Menge Literatur zu versinken, hilflos und ratlos, es ist eigentlich ALLES wichtig und vorrangig, was um mich herum liegt. Wenn ich die Nase voll habe, gehe ich Kickboxen. Natürlich nur so weit es die Schulter und die Knie und.... und.... und der ganze übrige Ganzkörpermuskelkater erlaubt... jammer.

#13


M
@isis-z

zu1
Viele gehen davon aus, die besten Jahre des Lebens dem oder der "guten alten Dingsda" geopfert zu haben. Wir haben das Gefühl, unser Leben vergeudet zu haben, zwar gegeben zu haben, aber nicht anerkannt und sogar zurückgewiesen und innerlich verletzt worden zu sein. Dabei ist es so, dass man beim Geben nur dann Schmerz empfinden kann, wenn man gibt, um zu nehmen, wenn man den anderen in einer Art Vertrag dahingehend zu binden sucht, dass er in einer uns genehmen Weise zurückzugeben habe. Wenn du gibst, aus freien Stücken und großzügig gibst, kannst du nicht zurückgewiesen werden, weil da nichts ist, das du zu bekommen versuchst. Wenn du nichts benötigst, kannst du nicht zurückgewiesen werden. Wenn du aus dem Reichtum deines Herzens gibst, kann es keine schmerzlichen Reaktionen geben und du wirst ebenso reich empfangen, und es spielt keine Rolle, wie andere auf dein Geben reagieren, denn die im Geben liegende Freude ist höchste Belohnung.

zu2
Was du an deinen Eltern zurückgewiesen hast, ist so etwas wie eine nicht gelernte Lektion, die in Gestalt deines jetzigen Partners zurückkommen wird. Deine Eltern stellen deine innere Welt dar. Sie sind Projektionen der zwei wichtigsten Teile deines Geistes, die für deine Heilung zur Verfügung stehen. Deine Eltern spiegeln den unbewussten Teil deines Geistes, und dasselbe gilt nun ganz selbstverständlich für deinen Partner. Du hast auf deine Eltern wie auch auf deinen Partner Teile deiner selbst projiziert, die dir zuwider waren. Was du zurückweist, oder leugnest, wird nicht aufhören, dich zu verfolgen, bis du es vergeben oder wieder mit dem Ganzen harmonisch verbinden kannst, so dass alles Urteilen, auch das gegen dich selbst gerichtete, überflüssig wird.

(hier gehr es um Werturteile im Bereich männlich/weiblich und darum dass man die Maske abnehmen soll, die man seinem Partner aufgesetzt hat.)

Ja, die Erläuterungen zu den Überschriften machen den Titel oft erst schlüssig.

MissErfolg

#14


Frank-007
@ isis

Ich sag jetzt erstmal nur Danke. Das wiederum hat mich bewegt.

Für Dich :

#15


W
Auch auf die Gefahr hinauf, daß ich mich wieder unbeliebt mache...

Für mich klingt das so, wie wenn eine allgemein gültige Gebrauchsanleitung für´s Leben gesucht wird. Irgendwie suchen wir das ja alle bis zu einem gewissen Grad, allerdings bezweifle ich, daß man sie im Versandhandel erwerben kann.
Und ich glaube auch nicht, daß man sie logisch ableiten kann - sprich durch logisches Denken.

Vielfach wurde von einigen festgestellt, daß Grübeln ein Problem ist. Und der eine oder andere hat geschrieben, daß er eigentlich nicht mehr aufnahmefähig ist. Andere Kommentare gehen ebenfalls in diese Richtung. Ich habe mich gefragt, was jeder einzelne mit dieser Wahrnehmung eigentlich macht, die er von sich selbst als Rückmeldung bekommt.
Hier kommt es mir so vor, wie wenn Grübeln durch Grübeln beseitigt werden soll - das ist meine Wahrnehmung von außen.
Mir ist nicht (mehr) klar, wie man Ängste durch Beschäftigung mit Angst auflösen will, wenn Ängste durch Beschäftigung mit Angst aufrecht erhalten und gepflegt werden.
Es liegt in der Natur der Sache, daß Leuten, die sich in einem derartigen Kreislauf bewegen (oder oftmals auch bewegt werden) gar nicht mehr bewußt ist, was eigentlich passiert. Auf Hinweise reagieren sie manchmal abweisend, weil sie das Grübeln eigentlich gar nicht einstellen wollen - aus vielerlei Gründen. Oftmals aus dem Grund, daß durch Grüblen andere Dinge nicht an die Oberfläche kommen sollen oder Grübeln das verhindern soll, was man sich eigentlich wünscht.
Wenn hier so oft von "Änderung" die Rede ist, so bin ich der Meinung man braucht weniger ändern, als man denkt, aber mehr, als man will. Und das erfordert nicht mehr als die Erkenntnis dessen. Zu dieser muß allerdings jeder selbst gelangen.

Denken ist schön und gut. Manche denken mehr und manche denken weniger. Das ist auch nicht außergewöhnlich, weil Menschen verschieden sind.
Nur manchmal denken wir soviel, daß wir uns nur noch im Konjunktiv und Hinterfragen bewegen, den Wald voller Bäume nicht mehr sehen und vor allem auf eines vergessen: nämlich zu leben.

Einige Ausführungen hier finde ich persönlich höchst problematisch. Und wenn ich das auf Beziehungen zwischen Menschen beziehe, dann wird mir im wahrsten Sinne des Wortes Angst und bange. Aber nicht, weil ich den Inhalt so problematisch finde - nein, über den kann man diskutieren und es wird manches wahr sein oder nicht. Was ich problematisch finde ist, daß nur das Denken im Vordergrund steht und das allein wird weder ein Leben noch Beziehungen glücklich gestalten, weil der Mensch aus mehr besteht als nur Verstand.

Ich hoffe, es fühlt sich jetzt niemand persönlich angegriffen.
Es soll kein Besserwissen oder wichtig machen sein - es ist nur meine Reflexion. Was Ihr damit macht ist allein Eure Sache.

#16


M
@ winston

Wenn sich hier jemand persönlich angegriffen fühlt, ist es dessen Problem und nicht Deines.':wink:'

MissErfolg

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

I
@MissErfolg,
danke für die Erklärung, manche Stichpunkte kann man ohne das Hintergrundwissen tatsächlich nicht erahnen, zumal man (ich) zusätzlich durch die lange Zeit, in der man sich fast ausschließlich mit den psychischen Befindlichkeiten beschäftigt, einen gewissen Tunnelblick entwickelt hat. Spezzano bezieht alles auf die allgemeine Beziehungsproblematik, sehr gut. Was du geschildert hast, ist perfekt, sehr nützlich. Unbewußt ahnt man es zwar, aber ausgesprochen wirkt es ganz anders, eben der Unterschied zwischen dem Gefühl und Verstand...

Dazu habe ich heute was tolles entdeckt... gleich.

P.S.: Angegriffen fühlt man sich nur in den eigenen Gedanken, wobei sich z. B. die christliche Religion vom Buddhismus darin unterscheidet, dass die Christen die zweite Backe zum Angriff hinhalten sollen und die Buddhisten sich in der Kampfkunst üben dürfen. Run or fight, das muss jeder für sich entscheiden. Für mich ist in so einem Fall die abgeschlossene, erfolgreiche Selbstverteidigung der Anlaß zum sofortigen Begraben des Kriegswortes...

#18


M
@isis-z

Was meinst Du mit dem PS - versteh ich nicht?

MissErfolg

#19


I
Zitat von MissErfolg:
@ winston

Wenn sich hier jemand persönlich angegriffen fühlt, ist es dessen Problem und nicht Deines.':wink:'

MissErfolg


Das habe ich gemeint.... ich schreibe gleich weiter.

#20


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Dr. Reinhard Pichler
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