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Burn
Zitat von Schmetterling85:
@Burn Hallo Burn, ja ich war beim Vorgespräch, aber dann nicht mehr beim Infoabend, weil ich da eigentlich alle Fragen klären konnte. Sie meinte ...

Ah so ist das , dann ist Tagesklinik natürlich keine Option.

ja das mit dem Doppelzimmer haben eigentlich immer alle als Thema hat man mir im Ginsterhof gesagt 🤣aber ganz ehrlich das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass man da eine sozialphobie haben muss
wir sind nun mal alle Erwachsene und es ist kein Ferienlager… jeder hat seine Themen und so etwas wie Abgrenzung und auch Rückzugsort sind wir nunmal gewöhnt.
es ist jetzt natürlich schwer zu sagen ob da noch andere neu sind aber zumindest ist es von den Intervallen schon so , dass aufnahmen für mehre Personen und Entlassungen aneinander liegen.
so war das auch in der Tagesklinik. Meist war fr/mo Entlassung und di/mi Aufnahme.das macht auch für die Klinik Sinn und für eine kontinuierliche Füllung bei der Gruppe.
das da mal ne Woche Leerlauf ist kann passieren aber sonst ist da schon immer Bewegung drin.

puh ob mir die Klinik nachhaltig was gebracht hat… ich würde sagen nein
aber was versprichst du dir denn davon?

#21


S
@Burn

Ok schade, wie geht’s dir denn aktuell?

Ich erhoffe mir die Ursachen meiner Depression und dysfunktionalen Muster ergründen zu können und mir mein Leben so gestalten zu können, dass es mich nicht mehr krank macht. Hohes Ziel, ich weiß.

#22


A


Ginsterhof Rosengarten/Tötensen

x 3


Rogue
Zitat von Keyali:
Hallo ,
vielen Dank für die Beschreibungen, das hilft mir gerade sehr, da ich vielleicht auch in eine Klinik soll. Danke für die Einblicke! Und ich freue mich schon auf weitere Infos von dir! Liebe Grüße


Das ist ja lieb von dir, vielen lieben Dank!


Zitat von Schmetterling85:

Wow, vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Wie sehr hat es dir geholfen im Vergleich zu einer ambulanten Therapie?

Sehr gerne!

Ja, die stationären Aufenthalte haben mir bisher immer irgendwie auf die eine oder andere Art geholfen.
Man kann viel tiefergehender Arbeiten und auch besser an die "ganz großen" Baustellen herangehen,
weil die Therapeuten nicht so sehr darauf achten müssen, dass man nach der Therapie auch wieder sicher nach Hause kommt. Man kann in der Klinik mit Krisen besser aufgefangen werden, man kann nach einer schwierigen Therapie oft nochmal ein Gespräch bekommen, um sich wieder zu sortieren (natürlich klappt das nicht immer ideal, dazu später mehr), zumindest die Möglichkeit gibt es.
Und alleine schon durch die Therapie-Dichte (man hat ja meistens mehrere Termine am Tag) taucht man sehr viel tiefer in seine eigene Psyche ein.

x 1 #23


Rogue
Zitat von Schmetterling85:
also zwischen 8 und 12 Wochen, je nach Krankheitsbild.

So kenne ich das auch.
Bei reinen Depressionen/ Burnout etc. meistens 8 Wochen (manchmal sogar nur 6),
wenn andere Diagnosen hinzukommen, meistens eher 10-12 (gerade bei PTBS, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen etc.)

Ich finde ein Minimum von 8 Wochen schon sinnvoll, natürlich nur, wenn sich das mit dem Leben zu Hause (Job, Kinder, Haustiere etc.) arrangieren lässt.
Man braucht ja oft schon ca. 2 Wochen, um überhaupt erstmal richtig "anzukommen", und die letzten 2 Wochen wird oft schon auf die Zeit nach der Klinik hingearbeitet (Rückfallprophylaxe, Entlassmanagement,...).
Zusätzlich kann es immer nochmal sein, dass der Bezugstherapeut mal krank oder im Urlaub ist, manchmal sind noch Feiertage, die Therapietage "klauen", es läuft ja nicht immer alles glatt.

Und wenn man ca. 2 Wochen Eingewöhnung und 2 Wochen Rückorientierung abzieht, belieben dann bei 8 Wochen ja nur 4 Wochen mit intensiver Therapie.
Das sind natürlich nur so Daumenwerte, manche Patienten leben sich schneller ein, manche brauchen länger, manche Kliniken machen auch keine Rückfallprophylaxe... es sind halt nur durchschnittliche Erfahrungswerte.

x 2 #24


Rogue
Zitat von Schmetterling85:
Ich erhoffe mir die Ursachen meiner Depression und dysfunktionalen Muster ergründen zu können und mir mein Leben so gestalten zu können, dass es mich nicht mehr krank macht. Hohes Ziel, ich weiß.

Das klingt doch nach einer sehr sinnvollen Zielsetzung, aber wie du schon sagst: hohes Ziel.

Vermutlich wird dein Therapeut dich bitten, deine Therapieziele zu präzisieren, also was genau soll sich wie genau ändern usw.,
gerade wenn noch Ursachenforschung hinzukommt, wird ein Aufenthalt für eine solche Zielsetzung vermutlich nicht ausreichen, aber man arbeitet ja ambulant weiter.

Die ambulante Therapie ist der wichtige Baustein, Klinik ist eher eine Art Kurzzeit-Intensiv-Kur.
Oftmals werden in der Klinik nochmal tieferliegende "Baustellen" aufgedeckt, die dann (auf lange Sicht gesehen) ambulant weiter bearbeitet werden. Es kommen oft neue Diagnosen hinzu, man stößt auf neue Symptome/ Hintergründe, usw.

Bei vielen Patienten dienen vollstationäre Aufenthalte oft entweder für genauerer Diagnostik oder für einen spezialisierten intensiven Therapie-Baustein (z.B. eine intensive Trauma-Therapie o.ä.), selten beides auf einmal.

Und natürlich ist auch Medikation immer ein Thema (nicht bei allen Kliniken, aber bei vielen).

Nur eines ist selten der Fall: Man kommt zumeist nicht "geheilt" aus der Klinik nach Hause, nur mit einem besseren Verständnis für seine persönliche Symptomatik.
Viele Patienten glauben tatsächlich, dass nach einem solchen Klinikaufenthalt alles gut (oder deutlich besser) wird, das ist selten der Fall. Der Erkenntniszugewinn ist oft groß (wenn es gut läuft), aber ganz oft wird einem eher verdeutlicht, woran man noch (ambulant) weiter arbeiten muss, wo die Probleme eigentlich herkommen und wie genau die persönlichen Baustellen eigentlich aussehen. Die eigentliche Arbeit findet zu Hause statt.

Es ist eine Zeit, in der man ganz genau hinschaut, wie genau die persönliche Problematik aussieht. Die Arbeit daran findet auf lange Zeit gesehen aber ambulant statt.

x 3 #25


K
Hallo @Schmetterling85,

Danke der Nachfrage 🙂 , ja, ich bin in ambulanter Therapie. Noch habe ich mich für keine Klinik entschieden, ich bin aber sehr flexibel, was die Region angeht, da ich gerne in eine Klinik möchte, die etwas weiter weg von meinem Zuhause ist, um Abstand zu bekommen.

Hallo @Rogue,

Danke für die weiteren Infos!
Du hast ja schon geschrieben, das manche Patienten es sogar gut finden, ein Doppelzimmer zu haben, weil man dann jemanden zum Reden hat und mit dem man zum Essen und den Therapien gehen kann und so.
Kannst du vielleicht nochmal was zum Umgang mit anderen Patienten allgemein sagen? Gibt es da viel sozialen Druck, sich an Sachen zu beteiligen? Hast du da Tipps? Ich habe große Sorgen, weil ich sehr schüchtern bin und sozial sehr zurückgezogen bin, ich habe Angst, deswegen gleich Probleme zu bekommen, auch was Gruppentherapie angeht bin ich skeptisch, ob ich das hinkriege. Danke dir schonmal.

x 1 #26


Rogue
@Keyali

Na klar, kann ich gerne machen.

Zunächst einmal möchte ich dich gerne beruhigen:

Ganz viele Patienten haben mit Themen wie Abgrenzung und Grenzen setzen allgemein ganz große Probleme.
Genau das zu lernen haben viele Patienten als eines ihrer Therapieziele.
Viele Kliniken haben dafür sogar extra Übungsgruppen, in denen solche sozialen Kompetenzen geübt werden (die heißen dann auch meistens so ähnlich wie "Gruppe soziale Kompetenz", "soziales Kompetenztraining" o.ä.).

Ebenso haben auch viele Patienten mit sozialen Ängsten zu kämpfen. Du bist damit also in "guter Gesellschaft".

Soviel erstmal vorweg.

Das Thema "Umgang mit Mitpatienten" beschäftigt viele Patienten sehr.
Ganz wichtig: Du brauchst außerhalb der Therapien an nichts teilzunehmen, woran du nicht teilnehmen möchtest.
Während der Therapien (oder auch mal als therapeutische Aufgabe) kann es dir passieren, dass die Therapeuten dich ermutigen, deine Komfort-Zone auch mal zu verlassen und dich etwas zu trauen, was du sonst nicht machen würdest. Das kann beides bedeuten: mal an etwas teilzunehmen oder zu üben, Nein zu sagen.


Aber was die Mitpatienten angeht, kannst du dich von jeglichem sozialen Druck frei machen.
Normalerweise gibt es immer mal irgendwelche sozialen Aktivitäten, die von den Patienten ausgehen, aber daran musst du dich nicht beteiligen.
Je nachdem, wo deine "Übungsfelder" liegen, werden dich die Therapeuten auch ermutigen, dich in Abgrenzung zu üben und Nein-Sagen zu trainieren, wenn du das Gefühl hast, dass ein Mitpatient dich unter Druck setzen möchte.
Oder sie werden dich ermutigen, auch mal bei etwas mitzumachen, je nachdem.
Aber auch in diesem Fall wird zumeist mit Augenmaß vorgegangen, keiner wird dich zwingen, gleich zu einem sozialen Schmetterling zu werden. Das sind dann (gerade zu Anfang) eher Aufgaben wie : Setzen Sie sich mal für 30 min in den Aufenthaltsraum.

Viele Kliniken haben auch Regeln, die den gewünschten sozialen Umgang miteinander deutlich machen. Dazu später mehr.

x 1 #27


Rogue
Viele Kliniken haben Klinik- oder Stationsregeln.

Darin heißt es oft:
- Wir unterstützen einander, aber grundsätzlich gilt: Jeder bleibt bei sich, jeder ist für sich verantwortlich
Das soll bedeuten, dass du dir um dich und um deine Therapie Gedanken machen sollst, nicht um das, was andere Mitpatienten vielleicht von dir denken oder auch nicht. Du machst das, was für dich wichtig ist, und nicht das, was andere Patienten vielleicht von dir wollen.

Und du wirst merken: Die meisten Patienten sind viel, viel mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt als du denkst und werden ganz oft gar nicht mitbekommen, was du machst, sagst, woran du teilnimmst oder nicht.

Gerade dafür ist ein Klinik-Umfeld gut geeignet: wieder zu lernen, in sich hinzuhören, zu spüren, was jetzt wirklich dein Bedürfnis ist, ohne dich zu fragen, was andere von dir wollen.

Dann wirst du Schritt für Schritt auch merken, wann du wirklich Ruhe und Abstand brauchst, wann du vielleicht eher aus Angst vermeidest und dich eher ein bisschen fordern solltest usw.
Das ist ein Lernprozess, aber genau dafür bist du ja dort.

Darum haben auch viele Kliniken Achtsamkeitstraining, wo es unter anderem auch darum geht, wieder zu lernen, in sich hineinzuspüren, ganz ohne Wertung.

Ich habe mich z.B. anfangs viel zu viel von Patienten zu Sachen überreden lassen, die ich gar nicht machen wollte, weil ich Angst hatte, sonst irgendwie "nicht dazu zu gehören" oder als unfreundlich gesehen zu werden.
Das ging teilweise so weit, dass meine Einzeltherapie darunter gelitten hat, weil ich nicht mehr genug Energie hatte, mich um meine eigentlichen Themen zu kümmern. Auch wurde ich dann häufiger mal in Konflikte zwischen Patienten mit hineingezogen, mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun hatte.
Mit der Zeit habe ich gelernt, gedanklich mehr bei mir zu bleiben und mich mehr um meine eigenen Dinge zu kümmern.

Die meisten Patienten sind wirklich freundlich, aber natürlich gibt es immer mal die eine andere Person, die andere Menschen gerne vereinnahmt und für ihre persönlichen Zwecke einspannen möchte (halt wie im "realen" Leben auch).
Du wirst mit der Zeit lernen, diese Mitpatienten zu erkennen und dich von diesen zu distanzieren.

Aber wie gesagt: Die meisten Patienten sind wirklich freundlich und haben auch ganz viele Ängste. Damit bist du dort nicht alleine.

x 1 #28


Burn
Zitat von Schmetterling85:
@Burn Ok schade, wie geht’s dir denn aktuell? Ich erhoffe mir die Ursachen meiner Depression und dysfunktionalen Muster ergründen zu können und ...

Huhu
ich wollte generell mich an der Aussage von Rougue anlehnen, das ist ganz treffend formuliert, dass die Klinik eher der impulsgeber ist aber die tieferliegende lange Arbeit zuhause stattfindet. Egal ob mit oder ohne Therapie
es ist aber perfekt wenn du etwas aus der Klinik mitnehmen kannst.


nichts das du jetzt denkst es lohnt sich evtl gar nicht. Es bringt dir bestimmt etwas und evtl auch einfach eine Auszeit mit Zeit für deine Themen!
Ich möchte mich hier ungern als Vergleich anbringen.
die Klinik hat mir nichts genutzt da sie mein Problem nicht lösen konnte, da es ein tiefgreifende Entscheidung war wie mache ich weiter? Bei mir konkret der Arbeitsplatz und ob ich nun kündige.
die Ängste dahinter sind natürlich je nach dem evtl nicht im Verhältnis oder jeder sieht es anders aber für mich war es halt extrem relevant.

was nach der Klinik mit meinem Arbeitgeber noch folgte hat bald noch ca 13 Monate in Anspruch genommen. Es war sehr unschön was ich ja schon erwähnte.
da hätte die Klinik auch nichts für mich tun können und auch nicht dafür wappnen können.
habe aus den vielen Jahren mit meinem Arbeitgeber nunmal einiges an Traumata bekommen und noch die alten Themen mit dazu.

jetzt bin ich ambulant in Therapie ich hatte verdammtes Glück dass ich direkt nach der Klinik eine ambulante Therapie bekommen habe.
diese Therapie war leider durch die schlammschlacht mit meinem AG eine Krisentherapie und keine tiefe Therapie wie vorgesehen 🫩mir ging es so schlecht durch das ganze Drama dass ich suzid Gedanken entwickelt habe, dass hatte ich vor und in der Klinik nicht und habe nie damit gerechnet dass mein Arbeitgeber mich dahin treibt.
wie auch immer durch diese schwere Zeit hat mich mein Therapeut, ein verdammt guter Anwalt, Geld und Rücklagen sowie mein Partner und Freunde durchgebracht.
Ich habe es dann irgendwie in den absoluten überlebenskampf geschafft und mich dort frei gekämpft und jetzt einen neuen Job.aber die Ängste sind jetzt extrem tief.

das hat aber nichts mit der Klinik zu tun sondern wie die Umstände verlaufen sind.
wie es mir jetzt geht? Ich bin einigermaßen in Sicherheit und der neue Job tut mir gut. Aber ich habe jetzt viel zu bearbeiten

x 3 #29


Rogue
Zitat von Burn:
diese Therapie war leider durch die schlammschlacht mit meinem AG eine Krisentherapie und keine tiefe Therapie wie vorgesehen 🫩mir ging es so schlecht durch das ganze Drama dass ich suzid Gedanken entwickelt habe, dass hatte ich vor und in der Klinik nicht und habe nie damit gerechnet dass mein Arbeitgeber mich dahin treibt.

Oh man, das tut mir sehr leid für dich, das ist ja echt übel!

Zitat von Burn:
wie es mir jetzt geht? Ich bin einigermaßen in Sicherheit und der neue Job tut mir gut.

Das freut mich zu lesen! Ich drücke dir die Daumen, dass der neue Job dir weiterhin Kraft gibt!

Zitat von Burn:
Aber ich habe jetzt viel zu bearbeiten

Ganz viel Erfolg und Kraft dafür 🍀 ! LG



Zum Erfolg von Klinikaufenthalten:

Ob so ein Klinikaufenthalt erfolgreich verläuft oder nicht hat wirklich ganz viele Einflussfaktoren.
Die liegen auch oft ganz außerhalb unseres Einflussbereiches. (Es gibt aber auch Faktoren, die man beeinflussen kann, dazu weiter unten mehr.)

Man hat z.B. keinerlei Einfluss darauf, wie die Mitpatienten sein werden.
Die Mitpatienten haben durchaus einen Einfluss, schonmal alleine dadurch, dass man sie ja tagsüber ständig sieht und auch Gruppentherapien mit ihnen gemeinsam hat.
Da langen manchmal schon ein oder zwei Patienten, um einen negativ zu beeinflussen.
Andersherum können nette Mitpatienten in Gruppentherapien (und auch außerhalb der Therapien) manchmal sogar mehr Positives bewirken als der Therapeut.
(Man hat allerdings einen Einfluss darauf, wie sehr man sich emotional von den Mitpatienten beeinflussen lässt.)

Wichtig ist dabei, dass man wirklich gedanklich bei sich bleibt und sich gut abgrenzt.
Mir hat immer der Gedanke geholfen: Ist dieser Konflikt, der sich hier aufbaut, wirklich relevant für mein Leben außerhalb der Klinik? Und: Es ist völlig egal, was dieser Patient denkt oder sagt, ich sehe ihn vermutlich eh nie wieder und für mein Leben außerhalb der Klinik hat er/sie keine Relevanz.

Ebenso hat man keinen Einfluss darauf, ob man mit dem Bezugstherapeuten zurechtkommt.
(Nicht in jeder Klinik kann man den Therapeuten wechseln).
Ein guter Therapeut ist natürlich toll, aber ein nicht-idealer Therapeut ist auch nicht das Ende der Welt (der ambulante Therapeut ist wichtiger), mit dem Klinik-Therapeuten arbeitet man nur ein paar Wochen. Und von den meisten Therapeuten kann man doch irgendetwas Relevantes mitnehmen.

Egal, wie sehr man im Vorfeld recherchiert und wie sorgfältig man die Klinik auswählt: Therapeuten und Mitpatienten sind wichtige, nicht berechenbare/planbare Faktoren, mit denen man vor Ort einen Umgang finden muss.

Ebensowenig kann man beeinflussen, was im Leben außerhalb der Klinik passiert, während man dort ist, oder was danach passiert. Wie Burn schon schrieb:
Zitat von Burn:
das hat aber nichts mit der Klinik zu tun sondern wie die Umstände verlaufen sind.



Die Klinik kann gut sein, aber äußere Umstände und unberechenbare Faktoren können trotzdem dazwischenfunken.
Das Leben hält nicht an, während man in der Klinik ist, und nach der Klinik geht das normale Leben mit all seinen Herausforderungen weiter.

Auch innerhalb der Klinik können störende äußere Umstände vorliegen: Renovierungen, Baustellen allgemein, Personalknappheit durch Krankheit oder Urlaubszeit, ...

Bewertungsportale geben eine gute erste Orientierung, trotzdem ist jeder Aufenthalt individuell:
Auch eine Klinik, die eigentlich eher schlechte Bewertungen hat, kann gute Therapeuten und nette Patienten haben, wenn man gerade Glück hat,
oder andersherum kann man auch in einer gut bewerteten Klinik auf nervige Mitpatienten und unpassende Therapeuten treffen.


Was man beeinflussen kann, ist die Erwartungshaltung, mit der man in die Klinik geht.

Man sollte, wie schon gesagt, keine Heilung erwarten, die Klinik ist ein Intermezzo, nicht mehr, nicht weniger.

Wie man beispielsweise auf Therapeuten und Mitpatienten reagiert, kann man durch eine realistische Erwartungshaltung ein bisschen beeinflussen:
Auch von einem nicht-idealen Therapeuten kann man trotzdem etwas lernen und nervige Mitpatienten können auch als mögliche Entwicklung-Aufgabe gesehen werden. Diese Mitpatienten stehen ja oft symbolisch für Menschen außerhalb der Klinik, mit denen man Probleme hat, und in einer Klinik kann man mit therapeutischer Unterstützung lernen, wie man mit solchen Menschen künftig vielleicht einen besseren/gesünderen Umgang finden kann.

Manchmal, wenn man erstmal in die Klinik-"Käseglocke" eingetaucht ist, können sich Dinge, die dort passieren, manchmal sehr groß anfühlen. Wenn man dafür sensibilisiert ist, kann man leichter eine Satelliten-Perspektive einnehmen und besser relativieren, welche Relevanz ein solches Ereignis tatsächlich hat (z.B. ein Konflikt mit einem Mitpatienten, ein ausgefallener Therapie-Termin o.ä.).

Auch hier ist die Erwartungshaltung entscheidend: Es wird nicht alles gut sein, was dort passiert, und es wird nicht alles schlecht sein. Die Probleme, die man vor der Klinik im alltäglichen Leben hatte, werden auch danach noch da sein.
Man hat in der Klinik vielleicht aber gelernt, besser mit diesen Widrigkeiten umgehen zu können.
(Aber ein Klinikaufenthalt bringt Alltagsprobleme nicht zum Verschwinden.)

x 3 #30


Burn
Zitat von Rogue:
Oh man, das tut mir sehr leid für dich, das ist ja echt übel! Das freut mich zu lesen! Ich drücke dir die Daumen, dass der neue Job dir weiterhin ...

Vielen lieben Dank an die Worte für mich und generell für diesen bereichernden Beitrag!
Ich hatte nicht mehr die Kapazität dass noch besser zu erklären

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A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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