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Hi, findet jemand auch, dass Bildschirmarbeit im Beruf gerade belastend ist, wenn man in einer depressiven Episode ist? Vorallem wenn die Gefühle schwer zugänglich sind und sich alles wie ein Panzer anfühlt, ist es sehr schwer sich aufzuraffen und zu motivieren.
Gibt es hier Erfahrungen, ob man sich da lieber durchbeißen sollte oder doch eher die Notbremse ziehen sollte, damit man nicht in ein Burnout verfällt?
Mein Problem ist eher, dass das Nervensystem bei mir überlastet ist und ich kaum noch in die Ruhe und Entspannung finde.

08.09.2026 #1


6 Antworten ↓

P
Nahezu alles ist belastend, wenn man depressiv ist. Man sollte sich "bei normalen Dingen" möglichst versuchen durchzubeißen, sonst kann man sich immer weiter handlungsunfähig machen und auf eine längere/lange Krankschreibung hinwirken.

Evtl. Kannst du deinen Arbeitstag durch mehr Pausen, weniger To dos, weniger Ehrgeiz oder weniger Perfektionismus erleichtern. Aber meine Empfehlung wäre, möglichst "am Laufen" zu bleiben.
Wenn es aber partout gar nicht mehr geht, dann deutlicher runterfahren, bis für eine Weile aussteigen, um zur Ruhe zu kommen.

Ist vielleicht schwer einzuschätzen, wann welche Strategie besser ist.
Deshalb ein Beispiel von mir: Ich habe erst dann mich krank gemeldet, wenn ich fast nicht mehr schlafen konnte, den größten Teil des Tages unter Unruhe, Ängsten und kognitiver Einschränkung verbracht habe und selbst im Feierabend eigentlich nicht mehr zur Ruhe kam. Der Leidensdruck also bei 8-10 von 10 war. 10 = Selbsteinweisung

Wenn ich nur erschöpft war und sorgenvoll auf den Tag geblickt habe, unter Anstrengung den Arbeitsweg geschafft habe und immer mal wieder Unruheepisoden hatte, die von etwas besseren Phasen am Tag abgelöst wurden und ich zumindest etwas Entspannung und Genuss im Feierabend fand, habe ich gearbeitet.
Tage bis 5/10 waren gute bis okaye Tage, Tage mit Leidensdruck von 6-7/10 gingen nur mit Homeoffice und nur dem Nötigsten an Arbeitsleistung.

#2


A


Belastung Bildschirmarbeit

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T
Danke für deine Antwort.Der Schlaf ist natürlich nicht sonderlich erholsam, wenn man weiß, dass man am nächsten Tag wieder funktionieren muss. Allerdings sind bei mir die fehlenden/gedämpften Gefühle der Hauptgrund, überhaupt über eine Krankschreibung nachzudenken. Wenn man nur wie ein Roboter seine Arbeit macht und das Belohnungssystem auch nicht richtig funktioniert, trägt die Arbeit natürlich auch nicht sonderlich zur Genesung bei.

#3


P
Warum solltest du mit fehlenden/gedämpften Gefühlen nicht arbeiten können?
Das ist unangenehm und nicht schön, aber nicht unbedingt ein Grund, seine Bildschirmarbeit nicht machen zu können. Wenn du deine Arbeit grundsätzlich nicht gut und belastend empfindest, wäre es besser, du würdest versuchen, daran etwas zu verbessern.

#4


T
Weil Arbeit ohne Motivation und Belohnung auf Dauer erschöpfend ist.

#5


bory
Bei Bildschirmarbeit helfen so Dinge wie größere Schrift, dunkler Hintergrund, sich einen Timer stellen für Pausen und dann wirklich aus dem Raum gehen. Den Arbeitsplatz eher leer machen, von den Dingen die sonst einfach so rumliegen befreien. Das Arbeiten am Bildschirm für dich reglementieren. Wenn er nicht in einem eigenen Raum ist, was drüber legen in aus zeiten... und und und. Ich arbeite seit über 40 Jahren am PC.

Und vielleicht ist es gar nicht der PC, der das Problem ist.

#6


MorpheusM
Ich empfinde Arbeiten am PC generell als sehr anstrengend. welche Motivation oder Belohnung hast du denn sonst aus deiner Arbeit gezogen? Alos ich vermute, das dies irgendwann mal der Fall war.
Wenn es an der Bildschirmarbeit liegt, das sie dich nicht erfüllt wird dir auch eine Krankschreibung nicht weiter helfen, ich denke du musst für dich erstmal wissen was dich glücklich machen würde. Wenn es ein Problem einer depressiven Episode ist musst du genau daran arbeiten. Wenn das Problem aber die Arbeit ist, dann muss du dort ansetzen.
Auf Dauer kann man nichts machen wo man schon morgens lustlos hin geht.
Also ich kann dir nur raten, die Ursache zu suchen.

Ich mache zwischen den Bildschirmarbeiten immer was anderes, dann ist es ok.

#7






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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