Zitat von kondag:Vermute schon fast, dass es mit der Psyche zusammenhängt.
Davon würde ich ausgehen. Ich nenne das "Komfort-Essen". Wenn die Seele im Ungleichgewicht ist, entsteht ein Loch, das sich blöderweise ganz prima mit Essen füllen lässt.
Geht schnell und bequem, macht zumindest ein Weilchen angenehme Gefühle - alles viel einfacher, als sich mit dem Ungleichgewicht selbst auseinanderzusetzen.
Solange es nur bei einem oder ein par Tagen bleibt, ist das ja nicht so tragisch. Mir hat das aber n relativ kurzer Zeit geschmeidige 55 Kilo Übergewicht beschert. Den Mechanismus zu durchschauen bedeutet leider noch lange nicht, ihn wieder außer Kraft setzen zu können. Dafür funktioniert Futtern einfach zu gut. Der Weg da wieder raus war ziemlich mühsam.
Ich denke, dass da auch Kindheitserfahrungen eine Rolle spielen. Wenn man krank war und keinen Hunger hatte, bestand die Anstrengung der Mutter darin, das Kind wieder zum Essen zu bewegen, da man ja Kraft braucht, um zu genesen. Mit Essen/ Süßkram wurde getröstet und belohnt - und all diese Verknüpfungen kriegt das Hirn ganz wunderbar auch beim Erwachsenen zustande. Da hat es dann leider mitunter fatale Folgen, wenn man nicht nur aus Frust, Stress und Seelenhunger isst, sondern auch, um sich "etwas Gutes zu tun" und sich zu belohnen.
Ich würde empfehlen, wachsam zu bleiben, wenn die Gefahr besteht, zum Alles- und Dauerfresser zu werden. Das macht das Seelenweh nämlich auf Dauer nur schlimmer.