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24

M

moonlightbae
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Hallo zusammen,

Ich bin schon viele Jahre aktiver Mitleser und habe mich entschlossen, mir auch mal einen Account anzulegen. Ich bin eigentlich nur auf der Suche nach gleichgesinnten, weil ich mich schon wirklich sehr alleine fühle mit meinem sein.

Zu mir: Ich bin seit meiner Kindheit sehr ängstlich, habe schon seit ich 5 und jünger bin mit Angstattacken, Trennungsängsten, Schlafstörungen und Geräuschempfindlichkeit zu kämpfen. Meine Mutter meinte, ich war schon immer etwas sonderbar und gleichzeitig sehr intelligent. (Erst mit 19 wurde herausgefunden, dass ich einen IQ von 140 habe). Das ich hochsensibel bin ist keine Frage; ich nehme wirklich alles wahr, jede Emotion von meinen Mitmenschen, jedes Geräusch, jedes Detail. Ich nehme einfach sehr intensiv wahr.
Ich habe aber auch sehr früh gelernt, dass so wie ich bin nicht "normal" ist, und sehr früh angefangen, meine Ängste und Gefühle für mich zu behalten und so hat sich jahrelang ein riesen Berg aufgestapelt. Meine Mutter hat mich als Kleinkind zu einem Mann gebracht (da wusste ich nicht, was ein Therapeut ist), der mich immer komische Sachen gefragt hat und mich Bilder malen lassen hat. Weil ich nicht in den Kindergarten wollte, nicht geschlafen habe und nicht mit anderen Kindern spielen wollte. Erst vor einigen Jahren habe ich verstanden, wer das war und warum ich dort war. Es war bis dahin immer nur eine seltsame Erinnerung.

Da ich sonst aber immer sehr gute Leistungen erbracht habe, bin ich immer irgendwie weiter gekommen.

Dann irgendwann mit 11 ist plötzlich alles zusammengebrochen. Ich habe eine ausgeprägte Angststörung entwickelt und konnte ein Jahr nicht zur Schule oder das Haus wirklich verlassen. Es folgten viele Konflikte mit meinen Eltern, die nicht verstanden, was mein Problem ist. Und ich habe es auch nicht verstanden. Alles was ich wusste war, dass ich morgens mit Herzrasen aufgewacht bin, mich übergeben habe und dann den ganzen Tag in irgendeiner Ecke gekauert habe und versucht habe, den Tag zu überleben. Langsam habe ich mich aber wieder heuausgekämpft, doch an vielen Tagen haben die Angstattacken die Schule zur Hölle gemacht. Ich saß nur schwitzend auf meinem Stuhl und habe vor Schwindel und Herzrasen versucht, nicht umzukippen. Und ich habe nie mit jemandem darüber geredet. Keiner aus meiner Klasse wusste, warum ich so lange weg war. Denn ich habe gelernt, nicht zu reden. Seit dem Alter bin ich in Therapie.

Es folgte eine erneute Krise während Corona, noch schlimmer als die erste. Ich wäre freiwillig in eine Klinik gegangen, doch wegen der Pandemie war das nicht möglich. Ich dachte, ich überlebe das nicht. Doch das habe ich. Ich habe das erste Mal Antidepressiva bekommen, und hatte ganze 3 Jahre ein normales Leben. Keine schlaflose Nacht, keine Angst mehr. Die beste Zeit meines Lebens. Ich habe ein sehr gutes Abitur hingelegt, meine Abschlussfahrt gemacht und einfach alles nachgeholt, was mir in der Kindheit genommen wurde. (Okay, ich habe noch einige Zwänge gehabt, vor allem was meine Abendroutine anging, doch ich konnte meinen Alltag darauf anpassen.)

Dann, ein Jahr an der Uni, und ich erlebe Krisen im Halbjahresabstand. Es wäre zu viel um es hier hereinzuschieben. Ich habe einen mehrwöchigen Klinikaufenthalt hinter mir, und bin wieder in Therapie. Ich habe mehrmals versucht, mein Antidepressivum auszuschleichen doch ich nehme schon kleinste Veränderungen an der Dosis wahr und es klappt einfach nicht. Ich habe mittlerweile eine ganze Reihe an Diagnosen angesammelt, natürlich g. Angststörung, Panikstörung, Depressionen, PTBS (von den alten Krisen), Zwangsstörung, Essstörung (auch eher Zwangsstörung), ADHS wurde mir auch schonmal gesagt, ich glaube aber nicht dass ich das habe.
Ich bin immer wieder ausgeknockt und es gibt immer wieder Tage (oder einzelne Wochen) wo ich denke, ich kann das alles nicht mehr. Mein Nervensystem ist immer auf 1000, ih habe wirklich alle Methoden der Welt ausprobiert, doch ich kann nicht filtern. Ich fühle mich wie ein Staubsauger wo der Beutel immer kurz vorm Platzen ist.

Ich weiß einfach nicht, wie ich so wie ich bin in der Welt klarkommen soll. Ich bin noch nicht fertig mit der Uni und kenne das "echte" Leben noch garnicht, doch wenn es bis jetzt so schwer ist, wie soll ich das dann hinbekommen? (bin 21). Alles kann mich aus der Fassung bringen. Ein Streit kann mich zum erbrechen oder in eine Panikattacke triggern. Ich komme irgendwie so durch, wahrscheinlich weil ich klug bin und einfach nicht viel machen muss, aber das kann es doch auch nicht sein? Meine Therapeutin meinte zu mr, ich bin austherapiert und irgendwie weiß ich das auch. Ich könnte mittlerweile selber jemanden Therapieren. Doch ich glaube ich werde mich nie ändern können. Mein Körper macht, was er will. Die Angst kommt, wenn sie will. Manchmal denke ich dabei garnichts mehr, weil ich weiß dass nichts passieren kann, und mein Körper geht trotzdem in full-panic-mode. Ich bin das Ergebnis von 4 angstgestörten Großeltern, ich glaube bei mir ist es einfach genetisch.

Wow, ich merke ich habe echt viel geschrieben. Naja, vielleicht gibt es ja jemanden, der etwas älter ist und eine ähnliche Lebensgeschichte hat wie ich. Zu wissen, dass ich nicht alleine bin wäre schon toll!
Danke fürs durchlesen lachen

20.07.2026 x 5 #1


18 Antworten ↓

Panda4
Hallo,
da hast du bereits mit deinen wie ich finde jungen Jahren einiges durchgemacht. Finde super das du geschafft hast trotz allem ein Abitur zu machen . 👍
Darf ich fragen warum du deine Medikamente abgesetzt hast ?

x 2 #2


A


Zu sensibel für die Welt?

x 3


Lina60
Liebe @moonlightbae es tut mir leid, dass Dein Leben sehr oft eine Qual ist, doch ich kann Dir versichern, dass Du nicht alleine bist. Die meisten in diesem Forum hatten/haben schwere Zeiten.

Ich bin 70 Jahre alt und mag jetzt nicht meine Geschichte beschreiben. Aber ich möchte Dich wissen lassen: Du bist definitiv nicht allein Freunde Blumen gemeinsam Strand

x 5 #3


M
@Panda4 Hey, danke dir! Ich habe einmal versucht abzusetzen, weil ich drei Jahre keine Symptome hatte. Das hat mich in die Klinik befördert. Jetzt im Moment bin ich ein ausschleichprozess und bin bei der halben Dosis aber viel langsamer als vorher. Bisher geht es ganz okay. Ich nehme einfach schon seit 6 Jahren Medikamente und ich habe immer das Gefühl, dass nicht ich das bin die etwas schafft sondern das Medikament. Außerdem nehme ich noch andere Medikamente wegen einer chronischen Krankheit und will meinen Körper nicht überfordern. Ich will schauen, wie stabil ich ohne bin.

#4


Idefix13
Zitat von moonlightbae:
Das ich hochsensibel bin ist keine Frage; ich nehme wirklich alles wahr, jede Emotion von meinen Mitmenschen, jedes Geräusch, jedes Detail. Ich nehme einfach sehr intensiv wahr.

Will dein Erlebtes nicht schmälern aber wie viele andere hast du oder hat man dir in Bezug auf Hochsensibilität etwas falsches mitgeteilt.
Hochsensibel bedeutet nämlich nicht dass man besonders Sensibel auf Menschen reagiert sondern auf seine Umgebung und das viele sensorische Reize und Filter die viele andere Menschen haben, jene HSP nicht haben, aber trotzdem damit umgehen müssen, es lernen müssen und dadurch ihr Speicher oder ihr Energielevel schneller sinkt und nicht selten sie auch meist die doppelte Zeit beanspruchen um diese wieder aufzuladen.

Sie reagieren empfindlich auf Licht, Geräusche und Gerüche und leiden schnell unter einer Reizüberflutung, wenn der Alltagslärm zu laut ist, ständig irgendwo ein Handy klingelt und die Menschen drumherum laut miteinander sprechen. Große Menschenansammlungen bei Konzerten oder Festlichkeiten bedeuten für sie oft mehr Stress als Vergnügen. Sie suchen lieber die Ruhe und versuchen, sich von den äußeren Reizen abzuschotten.

Ich denke deine Beschreibung kommt eher dem Begriff der Sensitivität gleich, denn diese Menschen zeichnen sich aus, in dem sie besonders Feinfühlig, Empfindsam sind oder ein feines Gespür für die Emotionen anderer Menschen haben.

x 2 #5


Panda4
@moonlightbae
Danke für deine offenen Worte . Ich verstehe total was du meinst . Hoffentlich hast du einen guten Arzt/ Neurologen zu dem du vertrauen hast und dich gut begleitet . Das hilfst mir zumindest sehr .

#6


M
@Idefix13 Hey, danke für deine Antwort! Ich hab tatsächlich einen mix aus beidem. Mit den Sinneswahrnehmungen kann ich mittlerweile ganz gut umgehen, als Kind jedoch nicht, da konnte ich nichts in Restaurants gehen wegen dem Simmengewirr, nicht ins Kino wegen dem Flackern oder habe in der Schule Kopfhörer bekommen, wenn wir Feueralarm geprobt haben. Hat sich komischerweise aber rausgewachsen!

#7


Kruemel_68
Zitat von moonlightbae:
Mein Nervensystem ist immer auf 1000, ih habe wirklich alle Methoden der Welt ausprobiert, doch ich kann nicht filtern.


Zitat von moonlightbae:
Ich weiß einfach nicht, wie ich so wie ich bin in der Welt klarkommen soll.

Zitat von moonlightbae:
Ich bin das Ergebnis von 4 angstgestörten Großeltern,

Zitat von moonlightbae:
Meine Therapeutin meinte zu mr, ich bin austherapiert und irgendwie weiß ich das auch. Ich könnte mittlerweile selber jemanden Therapieren. Doch ich glaube ich werde mich nie ändern können. Mein Körper macht, was er will.

Mich macht das unglaublich wütend, wenn ich Deinen letzten Satz lese. Wütend nicht auf Dich, sondern auf unser Gesundheitssystem, dass allen psychisch "Kranken" die gleiche Schablone überstülpt und wenn es nicht funktioniert (was es in Deinem Fall auch nicht kann) dem "Patienten" die Schuld zuschiebt. Ich möchte nicht wissen, wie oft Du gehört hast, dass Du Dich mal mehr anstrengend sollst und dass Du anscheinend nicht willst, dass es Dir besser geht.

Bevor ich hier tiefer einsteige - war bei Deinen ganzen Therapieansätzen in irgendeiner Form einmal ein körperorienterter Ansatz dabei - in Richtung Schematherapie, Somatic Experience, Körperpsychotherapie?

Du bist nicht psychisch erkrankt, sondern Dein Nervensystem funktioniert aufgrund genetischer und epigenetischer Komponenten anders als bei "normalen" Menschen. Das Ziel müsste bei Dir nicht sein, Dich "normal" zu bekommen, sondern dass Du lernst, Dich und Deine Besonderheiten zu akzeptieren. Das geht aber nicht mit einem kognitiven Ansatz (nur darüber reden reicht nicht), sondern muss unter Einbeziehung des Körpers passieren. Und auch Medikamente werden Dir dabei nicht helfen, da sie zwar Symptome deckeln, Dir aber nicht dabei helfen, wie Du am Besten mit Dir selbst umgehst.

Vielleicht magst Du mal sagen, ob da schon mal was in diese Richtung dabei war.

x 3 #8


YellowFerrum
Tut mir leid, dass du so viele Schwierigkeiten hast. Wenn man so früh auf der Psychoschiene landet, dann kann das zwei Effekte haben: Positiv, wenn eine grundlegende Lebensfähigkeit hergestellt wird und negativ, wenn dieser ganze zusätzliche Kram mit Therapien (die dich ja verändern sollen in deinem Wesen), Ärzten, Diagnosen und Medikamenten viel zu viel sind und dich in deiner Entfaltung hemmen und belasten. Ich weiß nicht, was du studierst, aber wenn du fertig bist, dann kannst du dich aus den städtischen Gefilden zurückziehen in beruhigerende naturnahe Gebiete, so dass du ein Leben führen kannst, wie es dir und deinen Möglichkeiten entspricht.

x 1 #9


Tintan
Zitat von moonlightbae:
Doch ich glaube ich werde mich nie ändern können. Mein Körper macht, was er will. Die Angst kommt, wenn sie will.

Mit zwanzig Jahren gilt man zwar als erwachsen – was auch immer Erwachsensein letztlich bedeutet. Körperlich sind viele Entwicklungen abgeschlossen, doch das innere Ankommen in dieser Welt bleibt für die meisten Menschen ein lebenslanger Prozess.

Auch ich habe schon früh gespürt, dass ich irgendwie anders bin. Ich habe mich oft gefragt, warum andere Menschen sich scheinbar nicht dieselben Fragen stellen wie ich – insbesondere über Vergänglichkeit, Tod und den Sinn des Ganzen.

Eine schmerzhafte Erkenntnis, die viele Menschen irgendwann machen, ist die, dass unsere Kontrolle über das Leben viel kleiner ist, als wir es gerne hätten. Aus genau diesem Gefühl heraus entstehen nicht selten Ängste und Zwänge. Sie sind oft der Versuch unseres Gehirns, dort Ordnung zu schaffen, wo sich das Leben unberechenbar anfühlt.

Wer die Welt so fein wahrnimmt wie du, stößt früher oder später an Grenzen. Man sieht nicht nur das Schöne intensiver, sondern oft auch das Leid, die Ungerechtigkeit und die Widersprüche. Das kann unglaublich erschöpfend sein.
Und trotzdem habe ich im Laufe meines Lebens immer wieder erlebt, dass gerade aus dieser Not etwas Neues entstehen kann. Rückblickend waren manche Krisen nicht nur Belastungen, sondern Wendepunkte, die mich gezwungen haben, mich selbst besser kennenzulernen.

Im Moment fühlt sich dein Erleben wahrscheinlich unvollständig und kaum auszuhalten an. Aber gerade darin kann auch eine Chance liegen – nicht weil das Leid etwas Gutes wäre, sondern weil Menschen manchmal Fähigkeiten entwickeln, die sie ohne diese Erfahrungen nie entdeckt hätten.

Den Satz, du würdest dich nie ändern können, würde ich deshalb nicht zu schnell als Wahrheit akzeptieren. Unser Nervensystem kann unglaublich hartnäckig sein, und Veränderung verläuft oft viel langsamer, als wir es uns wünschen. Aber langsam bedeutet nicht unmöglich.

Du wirkst auf mich wie ein sehr reflektierter und intelligenter Mensch. Vielleicht liegt deine größte Herausforderung nicht darin, jemand anderes zu werden, sondern nach und nach zu lernen, mit deiner besonderen Art zu leben, ohne sie nur als Defekt zu sehen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du diesen Weg findest. Und vor allem wünsche ich dir, dass du irgendwann erkennst, dass du mit deinem Erleben viel weniger allein bist, als es sich heute anfühlt.

x 1 #10


Gedeon
Ich beschäftige mich neuerdings mit dem Thema Neurodiversität. Hochgradig interessant. Mein Hausarzt hat mich darauf gebracht.

Vielleicht spricht dich dieses Thema auch an oder wäre sogar für dich hilfreich (?)
Gerade was das Annehmen des Anders-seins betrifft ohne diesen Beigeschmack des Krank-seins.
Und gerade, weil du bereits als Kind auffällig anders gewesen bist.
Zitat von moonlightbae:
Ich habe mittlerweile eine ganze Reihe an Diagnosen angesammelt, natürlich g. Angststörung, Panikstörung, Depressionen, PTBS (von den alten Krisen), Zwangsstörung, Essstörung (auch eher Zwangsstörung), ADHS wurde mir auch schonmal gesagt, ich glaube aber nicht dass ich das habe.




Neurodiversität beschreibt die natürliche, biologische Vielfalt menschlicher Gehirne und Nervensysteme. Das Konzept betrachtet neurologische Unterschiede—wie beispielsweise Autismus oder ADHS—nicht als behandlungsbedürftige Störungen, sondern als gleichwertige Varianten menschlicher Entwicklung, die Akzeptanz und individuelle Unterstützung erfordern

Neurodiversität ist kein medizinischer Begriff, sondern ein Konzept, das die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und ihrer Funktionsweisen beschreibt. Es umfasst sowohl neurotypische als auch neurodivergente Gehirne, die beispielsweise Merkmale von ADHS (Aufmerksamkeits­defizit-/Hyper­aktivitäts­störung), Autismus-Spektrum-Störung oder Lese- und Rechtschreibstörungen aufweisen können.
Wer sich als neurodivergent identifiziert, hat meist in einigen Lebens- oder Aufgabenbereichen mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, während man in anderen Bereichen deutliche Stärken aufweisen kann. Denn neurodiverse Personen haben beispielsweise eine andere Wahrnehmung und lernen anders als sogenannte neurotypische Menschen.

Der Psychologe und Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. André Frank Zimpel leitet das Zentrum für Neurodiversitätsforschung in Hamburg und lehrt an der Universität Hamburg. Im April 2025 ist sein neues Buch
„Wahnsinnig intelligent – Die verborgenen Potenziale neurodivergenter Menschen“ erschienen.

Neurotypische Menschen können etwa vier Dinge gleichzeitig erfassen. Daher bestehen Buchstaben auch nur aus maximal vier Strichen.
Menschen im Autismus-Spektrum können dagegen mehrere Dinge simultan wahrnehmen und sind deswegen schnell reizüberflutet.

Neurodiversität: Ist anders sein normal?
https://www.barmer.de/gesundheit-verste...et-1300456

#11


M
@Kruemel_68 Hey, danke für dein Verständnis. Ich habe tatsächlich wenig gelernt, mit meinem Körper zu arbeiten. Klar, die obligatorischen Atemübungen habe ich gelernt und ansonsten nur, dass es unangenehm ist aber dass ich die psychosomatischen Beschwerden halt aushalten muss. Angeblich soll der Körper mit jedem mal mehr lernen, dass es ungefährlich ist. Naja, dem würde ich so jetzt nicht zustimmen 😵

#12


M
@Tintan Danke, das waren sehr schöne Worte, ich kann mich deinem Gesagten nur anschließen!

#13


M
Zitat von YellowFerrum:
Tut mir leid, dass du so viele Schwierigkeiten hast. Wenn man so früh auf der Psychoschiene landet, dann kann das zwei Effekte haben: Positiv, wenn eine grundlegende Lebensfähigkeit hergestellt wird und negativ, wenn dieser ganze zusätzliche Kram mit Therapien (die dich ja verändern sollen in deinem Wesen), ...

Ja, das mit dem aufs Land ziehen wäre ein Traum irgendwann. Da ich wahrscheinlich eh nicht verbeamtet werde, habe ich mein Lehramtstudium an den Haken gehängt und schaue mal, was ich irgendwann mit meinem gesellschaftswissenschaftlichen Studium anfangen kann 🤯

#14


Kruemel_68
Zitat von moonlightbae:
und ansonsten nur, dass es unangenehm ist aber dass ich die psychosomatischen Beschwerden halt aushalten muss. Angeblich soll der Körper mit jedem mal mehr lernen, dass es ungefährlich ist.

Völlig falscher Ansatz. Was Du lernen müsstest ist, dass Dir als Kind toxische Glaubenssätze eingepflanzt wurden. Du warst nie "normal", nie gut so wie Du bist und solltest Dich immer ändern. Diesen Glaubenssatz übernehmen wir als Erwachsene ungeprüft und sehen das Leben immer durch diese Kinderbrille. Genau diese falschen Glaubenssätze erzeugen im Erwachsenenleben Druckmuster, die sich dann durch psychosomatische Symptome und Ängste äußern.

Du bräuchtest jemanden, der mit Dir zusammen diesen Druckmustern auf den Grund geht, sie mit Dir rausarbeitet und schaut, wo sie sich bei Dir im Alltag manifestieren. Wenn einem das erst mal klar ist, was da im Hintergrund wirkt, kann man anfange, diese Dinge loszulassen. Das bringt Ruhe ins System und die Symptome und die Angst können gehen.

Konfrontation wird bei Dir nicht funktionieren. Glaub mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich habe nur einen Bruchteil Deiner Sensivität, kann mich dadurch aber gut in Deine Situation hineinversetzen. Ich bin dem ganzen in einer jahrelangen Körperpsychotherapie auf den Grund gegangen und bin jetzt mehr oder weniger durch durch den ganzen schei..

erfolgserlebnisse-f59/mein-tipp-koerper-psychotherapie-bei-somatoformer-stoerung-t106750.html

x 1 #15


klaus-willi
Zitat von Lina60:
Ich bin 70 Jahre alt und mag jetzt nicht meine Geschichte beschreiben. Aber ich möchte Dich wissen lassen: Du bist definitiv nicht allein

Hallo an alle und Hallo liebe Lina. Freunde
Ich kann meine Geschichte auch nicht schreiben,aber kann sagen ,das du liebe @moonlightbae wirklich nicht alleine bist.
Mein Leben war auch nicht so wie bei den meisten anderen.
Bin 68 Jahre und hatte im Vergleich zu anderen auch keine Jugend gehabt und nicht viel erlebt
Aber man muss versuchen seine Stärken zu sehen,denn die haben wir ,nur anders als bei den meisten Anderen.
Liebe Grüße.

x 4 #16


chronicallyyy
Ich erkenne mich echt in vielem von deinem Beitrag wieder. Bin auch 21 und habe schon seit meiner Kindheit mit Ängsten und Zwängen zu tun, nur dass sich das Thema bei mir immer wieder verändert hat.
Als Kind waren es vor allem starke Zwänge, Angst vorm Alleinsein und ständiges Kontrollieren. Später kamen dann Schwindel, Herzrasen, Angst umzukippen und irgendwann Panik- und Gesundheitsängste dazu. ADHS wurde bei mir auch erst relativ spät erkannt, was im Nachhinein einiges erklärt. Ich nehme mittlerweile Elvanse und Fluoxetin. Mit 17 habe ich mit Fluoxetin angefangen und hatte danach tatsächlich eine längere richtig gute Phase. Ich konnte wieder allein schlafen, allein zuhause sein, reisen, mein Abi machen und bin später sogar für die Uni ausgezogen.
Irgendwann kamen die Krisen aber wieder, nur irgendwie jedes Mal in einer anderen Form. Wenn es mir richtig schlecht geht, liege ich teilweise einfach nur da und antworte kaum, während mein Kopf gleichzeitig zehn verschiedene Katastrophenszenarien durchgeht.
Dieses „Ich weiß, dass gerade nichts passiert, aber mein Körper dreht trotzdem komplett durch“ kenne ich deshalb extrem gut. Und auch diesen Gedanken, wie man später im richtigen Leben klarkommen soll, wenn einen sowas schon so aus der Bahn werfen kann. Was mir trotzdem etwas Hoffnung gibt, ist, dass ich immer wieder längere Phasen hatte, in denen plötzlich sehr vieles ganz normal möglich war. Beim Lesen deines Beitrags dachte ich jedenfalls wirklich mehrmals, das könnte teilweise genauso von mir sein. Du bist damit definitiv nicht allein.

#17

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M
@chronicallyyy Es tut wirklich übel gut das zu hören. Ich habe auch Phasen, wo ich alles kann und dann welche wo ich wie du nur im Bett liege und am Zittern bin. Ich habe bald auch eine ADS Diagnostik vor mir, vielleicht ändert das etwas oder bringt Klarheit. Hoffe sehr, das das für uns noch alles gut wird!

#18


Soulmate_2026
Hey,
für sensible Menschen ist Mut oft keine Frage von lautem Handeln, sondern von stiller Beständigkeit. Feinfühligkeit ist eine große Stärke, die Raum zur Erholung braucht. Aber Sensibilität ist keine Schwäche. Sie ist die Fähigkeit, die Welt in all ihren Farben zu spüren. Und ja, es braucht Mut, dieses offene Herz zu bewahren. Genau diesen Mut wünsche ich dir/euch!

#19


A


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