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Riccardo-1978

Riccardo-1978
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Hallo an euch. Ich habe seit Jahren eine Angststörung/Panik mit Depressionen. Nehme seit langer Zeit 20 mg Paroxetin. Bis vor kurzem ging es. Aber seit Tagen Verschlechterung. Der Grund ist stehe vor eine Trennung meine Frau hat schon ein neuen kennengelernt. Mit dieser Veränderung komme ich momentan nicht klar. Habe Unruhe und Nervosität. Das Schlimmste ist das Kopfkino das ständige Denken mit Sie hat ein anderen. Bald Sex und so. Manche gehen damit cool um aber ich kann es nicht. Diese Veränderung triggert mich. Wer hat Erfahrung mit sowas gehabt oder macht sowas gerade durch? Ich wäre um Nachrichten sehr dankbar

20.08.2026 #1


17 Antworten ↓

Somatom
Ich denke so eine Situation nimmt die meisten Menschen mit, natürlich gibt es Ausnahmen. Ich würde auch gar nicht sagen, Paroxetin wirkt nicht mehr sondern du hast etwas akutes im Leben, das dich beschäftigt.

Ich kenne das auch von mir, Trennungen sind für mich ein rotes Tuch - ich wurde zig mal verlassen, angefangen bei meinen Eltern.

Lange Rede kurzer Sinn, natürlich leidest du jetzt - vermutlich durch die unsichere Situation die sich jetzt aufbaut. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in deiner Historie schwierige Bindungsthemen stattfanden. Da wird man getriggert.

Primär würde ich jetzt auf mich schauen, lenk dich ab. Versuche gedanklich immer wieder zu dir zurückzukommen. Teilweise löst eine Trennung eine starke Abhängigkeit aus die ungesund ist.

Ist die Beziehung definitiv vorbei oder wurde es noch nicht ausgesprochen?

x 2 #2


A


Trennungsangst/Zukunftangst

x 3


Riccardo-1978
@Somatom vielen Dank. Ja wurde ausgesprochen hat auch ein anderen kennengelernt. Hat sich abgezeichnet über Jahre. Das triggert mich voll. Bin schon labil dann sowas. Versuche mich abzulenken auf arbeit und so. Das ist sehr schwer.was hast du gemacht? Geht das wieder weg?

x 1 #3


Somatom
huhu, also unter diesen Umständen - dh. die Lage ist klar, es ist vorbei, wirst du dich zu 100% erholen und wieder zu dir selber finden. Warum auch nicht? Ich kenne das Gefühl wenn man sich richtig sch. fühlt, man das Gefühl hat, es geht nie weg. Mir persönlich hilft da Sport, ich habe bis dato nichts gefunden was mich so runterholt. (Ausser Medikamente natürlich).

Versuche zu akzeptieren, dass du verlassen wurdest. Gib dir aber nicht alleine die Schuld weil für einen Tango braucht es immer 2. Du bist zu 50% für die Beziehung verantwortlich.

lachen

x 2 #4


Riccardo-1978
@Somatom schön geschrieben. An was leidest du? Hattest du auch eine Trennung hinter dir?wie hast du dich gefühlt? Das triggert mich echt.

x 1 #5


Somatom
@riccardo-1978 hm weiss nicht ob ich das dir schreiben soll, könnte triggern 🙈

x 1 #6


Riccardo-1978
@Somatom kannst ruhig schreiben. Bin ja auch nicht gesund sonst wäre ich nicht hier. Was nehmst für Medikamente?

x 1 #7


Somatom
irgendwas ging schief, muss neu schreiben.

#8


Somatom
hm also grundsätzlich habe ich in mir ein unsicher ambivalentes Beziehungsmuster, mittlerweile gehe ich aber in Richtung sichere Bindung. Das Muster setzt voraus, dass meine Eltern nicht wirklich konstant für mich da waren, mal war Nähe da, mal nicht. Mein Vater war Jahrgang 28 und mit 16 im Krieg, meine Mutter hat ein Vaterkomplex und war überfordert.

Trigger

1996 waren meine Eltern in Trennung, ca. 1.5 Jahre lang hatten Sie sich gefetzt, sozusagen jeden Abend. Es gab psychische Gewalt fast täglich, Gewalt mit Schusswaffen, Suizidandrohnung meines Vaters, Polizeieinsatz und Alk.. Ich bin ein Einzelkind und niemand konnte mich natürlich in dieser Zeit auffangen, wer auch - meine Eltern waren im Alochmodus. Ich war die Zeit massiv unter Druck, mein zu Hause fiel weg - ich flog das erste Mal in ein riesiges Loch. Ich schaffte es zwar, in der Schule meinen Lehrern zu sagen, dass ich Stress zu Hause habe, dass sie mich doch bitte etwas in Ruhe lassen sollten. Ich hätte mir wohl gewünscht, dass mehr unternommen wird mir gegenüber weil ich brauchte definitiv Hilfe.
Die Trennung wurde dann vollzogen und wir zogen in eine grosse Wohnung die die Eltern gekauft hatten vor den Problemen. Mein Vater blieb in einem Zimmer mit Bad, ich und meine Mutter wohnten im anderen Teil, der Durchgang wurde durch einen Maurer geschlossen. Meine Mutter hatte neue Beziehungen und das gab natürlich Stress mit dem Vater inkl. einer Schlägerei im Garten. Naja ich war zu der Zeit sowieso gefühlsmässig nicht da, da ich alles abgespalten hatte. Ich fing dann bald an an Technopartys zu gehen und habe mich da Wochenende zu Wochenende zugedröhnt.



Anfangs 2006 trennte sich meine ex von mir mit einer ca. 4 monatigen Vorlaufszeit. Sie wusste nicht mehr was sie wollte und ich war dann 4 Monate in einer Schwebe. Was löste aus? Ängstliche Anhaftung wie bei meinen Eltern. Ich war nicht mehr zu gebrauchen, Angst, kein Schlaf, Depression monatelang. Als es dann ausgesprochen war, fiel ich weiter ins Loch, ca. 6 Monate. Irgendwie im Mai Juni dann entschied ich, fi*k die Welt, die Alte kann mich mal und ich "heilte" von einer Sekunde auf die andere. Ich stieg aus dem Muster aus und verdrängte alles. (wieder einmal).

Ich dachte nicht im entferntesten dass die Problem mich einholen könnten, bis ich dann 2008 jemand kennenlernte und das erste Mal seit ewiger Zeit verliebte. (ich glaube ich war in der ersten Klasse einmal verliebt, aber dann nicht mehr). Ich konnte mich gar nicht verlieben aber der Beginn der Therapie gab mir einen Zugang zu diesem einen Gefühl.
Die Beziehung ging dann in die Hose, da ich neben den wahnsinnig starken Verliebtheitsgefühlen gleichzeitig dieses Ängstliche Muster aktiv hatte, wie bei meinen Eltern und der Ex. Ich konnte nix machen, es war da und ich fiel wieder in Depressionen und Ängste. War schlaflos und nichts ging mehr. Die Beziehung ging in die Brüche natürlich weil ich geflohen bin. Mein Fluchtreflex war riesig.

Dann gab es mehrere Versuche mit Beziehungen und immer wieder das gleiche Muster, Angst Angst Angst.

Naja ich ging wieder in Therapien jahrelang. Vieles habe ich verbessert aber Pustekuchen es wurde nicht besser. Während Corona 2020/2021 hatte ich dann wieder das sch. Muster und ich hatte eine neue Art von Verdrängung gelernt, Dissoziation und Anspannung. Regelmässig bei Trigger und bis zu 9 Tage lang bis ich wieder zu mir gekommen bin. Ich trank während eines Anfalls eine Flasche Weisswein und zockte. Dann merkte ich wie weit es gekommen war und ich entschied, mich endlich allen Gefühlen in mir zu stellen.

War heftig weil ab da ging es gesundheitlich langsam aufwärts. Erst junge Gefühle dann Gefühle mit der Ex, dann mit den Eltern - ein Prozess der bis heute anhält. Unterdessen ist es aber seltener geworden. Bä war das eklig sich all den Gefühlen zu stellen die man eigentlich gar nicht mehr fühlen wollte. Es waren aber alles alte Gefühle die bei Bindungsproblemen entstanden.

Es ist ein langer Weg und vermutlich ein Lebensthema. Ich nehme Amitriptylin 100 mg und diese helfen mir sehr gut, Absetzversuche gingen 2 x in die Hose. Vielleicht kann ich irgendwann die Dosis reduzieren.

Jo das ist meine Geschichte in Kurzfassung. BTW ich bin seit 2012 verheiratet und habe 2 Kinder. Ohne das Wohlwollen meiner Frau und die grosse Akzeptanz meiner Schwierigkeiten hätte ich das nicht geschafft. Seit 2-3 Jahren kann ich endlich was zurückgeben wo ich doch zu Beginn der Beziehung nur mit mir selber beschäftigt war.

Also wie du siehst, auch so eine Geschichte ist nicht aussichtslos, wenn man dran bleibt wird man gesund, zumindest so weit, dass man damit leben kann! lachen

x 1 #9


Riccardo-1978
@Somatom ich muss ja mal sagen das du sehr gut schreibst. Seit da ein andere Kerl im Spiel ist bin ich in dauerangst. Habe voll Kopfkino. Das sie mit ihm Schläft oder wird. Das ist schrecklicher Gedanke. Kennst du das? Was kann ich dagegen machen? Ohne das Paroxetin wäre ich schon in Panikzustand. Aber die Angst ist da

x 1 #10


Somatom
@riccardo-1978 Danke lachen

Was du machen kannst? Nichts. Kannst ja keine Schlägerei anzetteln.

Ich mag mich erinnern, dass ich während der Zeit als unsere Beziehung unsicher war, wahnsinnig eifersüchtig wurde. Sie ging dann jedes Weekend mit einer neuen Gruppe feiern und ich war zu Hause in meiner Angst. Ich merkte dass sie sich von jemanden angezogen fühlte und ich konnte nicht klar denken. In der Situation konnte ich gar nichts machen, ich war hilflos.

Ich denke heute würde ich anders reagieren. Ich würde mich zwingen mich abzulenken und wieder zu mir zu kommen. Ich denke das würde nur bedingt funktionieren, aber ich habe heute das Wissen, dass es wieder gut wird. Egal was im Leben ist, es wird wieder gut! Ich habe mich aus allen sch. Situationen wieder aufgebaut und das wird auch wieder so sein.

Die eigenen Gefühle kann man nicht verleugnen, die kommen und gehen. Wenn man sich dagegen wehrt bleiben sie, wenn man es schafft die Gefühle zu fühlen und zu akzeptieren verschwinden sie. Der Fakt, dass Emotionen nur etwa 90 Sekunden dauern und dann massiv zurückgehen ist spannend. Alles wo länger dauert, macht dein Denken eine Dauerschleife daraus.

x 1 #11


Riccardo-1978
@Somatom danke.hast du auch so gedacht sie schläft mit ein anderem? Und dann die Bilder die ich im kopf habe. Natürlich ist Eifersucht dabei. Das tut echt weh. Was kann ich machen? Ich will den inneren Druck weghaben.

x 1 #12


Somatom
@riccardo-1978 klar kenn ich das. Bist du denn in Therapie gerade?

x 1 #13


Riccardo-1978
@Somatom nein. Kein Therapie.Habe seit 1997 Panik Angst Depressionen. Wie gesagt bis vor ein Tagen ging es bei mir. Das hat mich total runtergezogen. Natürlich gleich mit Angst. Was machst du dagegen mit kopfkino? Habe Richtig Angstschübe. Habe bald Spätschicht. War wieder früh wach. 4³⁰ war wach total nervös

x 1 #14


Somatom
@riccardo-1978 Ja normal mit dem frühen Aufwachen. Um diese Zeit produziert der Körper auf natürliche weise Cortisol. Jetzt wo du ängstlich und gestresst bis, schiesst das Cortisol und du wachst auf. Das ist ein Zeichen, dass der Körper auf Anschlag steht.

Kannst du dir nicht Hilfe suchen mit einem Therapeuten? Es geht hier nur um den Umgang mit der Situation und nicht anders.

Was mir manchmal hilft ist, wenn mein Kopf voll ist, zu schreiben. Ich führe seit Jahren ein elektronisches Tagebuch und kotz mich richtig darin aus. Sobald alles niedergeschrieben ist, gibt mein Kopf etwas ruhe.

x 1 #15


Riccardo-1978
@Somatom was hast du gemacht wenn die angst am größten wurde?

x 1 #16


Somatom
Zitat von Riccardo-1978:
@Somatom was hast du gemacht wenn die angst am größten wurde?

Dissoziiert und ab ins Bett. Das ist nicht gesund aber hatte ich jahrelang als Strategie.

Hast du ein Notfallmedikament wie Tavor oder Ähnliches? Für so was sind die da!

#17

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L
@riccardo-1978

Hallo Ricardo,

dein Beitrag hat mich berührt, weil man merkt, wie sehr dich diese Situation gerade innerlich aufwühlt. Ich glaube, das Wichtigste zuerst: Du musst damit gerade nicht „cool“ umgehen können. Eine Trennung – gerade wenn noch Gefühle da sind und bereits ein anderer Mensch im Spiel ist – kann unser ganzes inneres Sicherheitssystem erschüttern.

Dieses Kopfkino, das du beschreibst, ist wahrscheinlich gerade ein großer Teil deiner Angst. Unser Gehirn versucht in Situationen, die wir nicht kontrollieren können, irgendwie wieder Kontrolle herzustellen. Also denkt es voraus, malt Bilder aus, stellt sich Szenen vor und wiederholt sie immer wieder. Nur leider beruhigt uns das nicht, sondern versetzt den Körper jedes Mal erneut in Alarmbereitschaft. Gerade wenn man sowieso schon mit Angst und Panik zu tun hat, kann so eine Lebensveränderung alte Ängste sehr stark aktivieren.

Vielleicht hilft dir der Gedanke: Nicht jeder Gedanke, der auftaucht, verdient deine Aufmerksamkeit. Und nicht jedes Bild in deinem Kopf ist etwas, das du zu Ende denken musst. Wenn dieses „Sie ist mit einem anderen, sie wird mit ihm ... haben …“ kommt, versuche nicht, den Gedanken wegzudrücken. Nimm ihn kurz wahr und sage dir innerlich: „Da ist wieder mein Kopfkino. Ich muss diesen Film nicht anschauen.“ Und dann komm bewusst zurück zu dir – zu deinem Atem, deinem Körper, dem Raum, in dem du gerade bist. Immer wieder. Das ist Übung und funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen.

Und vielleicht darfst du diese Zeit auch aus einer etwas anderen Perspektive betrachten: Manchmal zwingt uns das Leben durch Veränderungen, die wir niemals freiwillig gewählt hätten, wieder zu uns selbst zurück. Im Moment fühlt es sich wahrscheinlich hauptsächlich nach Verlust an. Aber dein Leben besteht nicht nur aus dieser Beziehung. Du bist immer noch du. Mit deinem eigenen Weg, deinen eigenen Erfahrungen und Dingen, die noch vor dir liegen und die du heute noch gar nicht kennen kannst.

Versuche deshalb gerade nicht, ihr neues Leben gedanklich zu verfolgen. Richte den Blick Stück für Stück wieder auf dein eigenes Leben. Was tut dir gut? Welche Menschen geben dir Halt? Was beruhigt deinen Körper? Bewegung, Natur, Gespräche, Musik, Meditation, Therapie – alles, was dich wieder ein kleines Stück zu dir zurückholt.

Und wenn es zwischendurch wieder weh tut, bedeutet das nicht, dass du rückwärtsgehst. Heilung verläuft selten geradeaus. Manche Tage sind leichter, andere werfen einen wieder zurück. Aber auch diese Wellen gehen vorbei.

Vielleicht ist gerade ein guter Satz für dich: „Ich kann nicht kontrollieren, welchen Weg ein anderer Mensch geht. Aber ich kann lernen, mich selbst auf meinem eigenen Weg nicht zu verlassen.“

Ich wünsche dir wirklich viel Kraft für diese Zeit. Sei ein bisschen geduldig und liebevoll mit dir. ❤🍀💐

#18


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Mira Weyer
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