Ich habe seit einigen Monaten das selbe Problem! Angst und Panikattacken begleiten mich eigentlich schon mein ganzes Leben, aber das mit den Krankheiten ist völlig neu! Ich hatte früher nie Angst, ich könnte krank werden! Ich bin nie zum Arzt gegangen, auch, wenn ich tagelang Fieber hatte ... Da habe ich auf meine Abwehrkräfte vertraut! Heute reicht schon ein kleines Ziepen in der Bauchgegend, schon möchte ich am liebsten den Notzarzt rufen. In letzter Zeit habe ich mir extrem bescheuerte Krankheiten eingeredet. Mein Hamster ist gestorben und ich dachte nur "Vielleicht hatte er ja Tollwut!" Diesen Gedanken bin ich Wochenlang nicht losgeworden. Hört sich für Nicht-Betroffene (ja, sogar für mich selbst) sicher lustig an, aber wenn man gerade "drin steckt", ist es ganz und gar nicht lustig! Im Moment habe ich grünen Star oder einen Tumor im Gehirn (die Tollwut ist aber auch noch im Rennen), hab' mich noch nicht entschieden ... (natürlich habe ich nichts von alledem!)
Du siehst, es geht mir sehr ähnlich. Vorallem, was die Arztbesuche angeht. Ich traue mich auch schon nicht mehr, irgendwo anzurufen. Man fühlt sich mit seiner Angst völlig alleingelassen, stimmt's? Aber es hilft mir z.B. oft, wenn ich mich immer wieder selbst daran erinnere, dass der Augenarzt nichts gefunden hat und das er gesagt hat, einen Tumor hinterm Auge hätte er erkannt. Aber es fällt mir schwer, anderen so mein Leben in die Hand zu legen ... Vielleicht geht es dir ja auch so. Ich muss lernen, zu vertrauen. Du vielleicht auch(?).
Im Moment schlafe ich jeden Abend mit dem Gedanken ein, dass ich vielleicht am nächsten Tag tod sein könnte und dann denke ich daran, wie furchtbar das für meinen Freund und meine Familie wäre. Das lässt mich dann lange nicht los ...
Das ist eigentlich das Schlimmste im Moment.
Ich weiß nicht, wie eine solche Angsttherapie aussieht oder was einem da geraten wird, aber mir hilft eine Sache ganz oft:
Ich glaube daran, dass jemand (Gott) auf uns aufpasst. Das Problem ist: Es geschehen ja trotzdem schlimme Dinge! Man sagt zwar immer, "Gottes Wege sind unergründlich." Aber ich will einfach nicht, dass mir oder jemandem, der mir nahe steht, etwas schlimmes zustößt, oder ähnliche schlimme Sachen geschehen, auch dann nicht, wenn Gott es so vorsieht. Und genau da liegt der Knackpunkt. Es ist das selbe wie mit dem Arzt. Ich muss (oder ich darf?) darauf vertrauen, dass es so schon richtig ist. "Wenn ich sterbe, dann hat Gott diesen Zeitpunkt schon richtig vorgesehen und er wird meiner Familie und meinen Freunden die Kraft geben, das durchzustehen." So in etwa versuche ich dann zu denken. Manchmal spielt das fühlen nicht mit, weil die Angst einfach zu stark ist. Aber es ist für mich ein guter Ansatz, der mir hilft. Vielleicht kann er auch dir helfen?! Auch, wenn du vielleicht nicht an Gott glaubst, es gibt sicherlich andere ähnliche Anknüpfstellen. Man muss einfach selbst darauf vertrauen, dass alles schon so richtig ist (zumindest, wenn man sowieso keinen Einfluss darauf hat).
Im Moment glaue ich oft, dass ich diese Ängste NIEMALS loswerde! Ich glaube oft, dass ich nie wieder heil werde. Aber das ist - wie ich feststellen konnte - absolut kontraproduktiv! Man muss einfach - auch wenn die Angst alle guten Gefühle blockiert - stumpf den Gedanken behalten und sich immer wieder wiederholen "Es wird nicht für immer so sein. Ich kann es schaffen! Es ist eine Krankheit. Es wird mich Nerven und Kraft kosten, aber ich kann es schaffen, heil zu werden!"
Du sagtest du bist momentan nicht in Therapie. Also hast du schon eine gemacht? Was geben die einem denn in der Therapie für "Tipps"? (falls das nicht zu persönlich ist) Und hat dir die Therapie denn gar nicht geholfen?
Ich hoffe, mein "Roman" hat dir vielleicht wenigstens ein bisschen geholfen. Ich denke immer, wenn man sieht, dass es anderen auch so geht, wie einem selbst, dann fühlt man sich zumindest nicht mehr so allein ...
Ganz lieben Gruß,
Shou