-juli
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vielleicht bildet sich hier ja ein kleiner Erfahrungsaustausch. Ich bin seit meiner Jugend bei unterschiedlichen Therapeuten gewesen, damals aber immer nur in Krisensituationen.
Mit der Zeit habe ich einiges an Diagnosen gesammelt. Jedoch wurde trotz deutlichen Hinweisen nie Neurodivergenz in meiner Kindheit/ Jugend näher evaluiert. Ich kam damals aus einem schwierigen Umfeld und dadurch wurden meine massiven Probleme im Alltagsleben eher in diese Richtung gedeutet, bis ich irgendwann nach vielen Umzügen wieder eine Therapie machen wollte, um das wirklich mal aufzuarbeiten und bei einer Therapeutin landete, die dann schon nach einiger Zeit einen Verdacht auf ADHS/Autismus äußerte.
Das hat sich in langen Diagnosikverfahren dann auch bestätigt und nun wird mir eine ergänzende medikamentöse Therapie mit Stimulanzien empfohlen. Ich habe auf der einen Seite einen hohen Leidensdruck. Auf der anderen Seite wird es noch dauern, bis ich die Gelegenheit habe, das ärztlich einordnen zu lassen, weil wir alle sind ja mit den Wartezeiten vertraut.
Durch die schwierige Vergangenheit hatte ich eine PTBS entwickelt, welche ich heute symptomatisch nicht mehr wirklich wahrnehme. Es hat sich vieles gebessert, nachdem ich einen Neuanfang gemacht habe und in diesen Prozess der Aufarbeitung gegangen bin. Die Erkrankung schränkt mich nicht mehr in meinem Alltag ein. Seitdem ich das gemacht habe, ist die Depression, die ich als Jugendliche hatte, auch in Remission und das sogar schon einige Zeit.
Wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich eine Depression hatte oder es eher die damaligen Lebensumstände waren und man nicht jeder Person in der Situation eine Depression hätte diagnostizieren können. Aber das soll jetzt nicht unbedingt das Thema sein und ist eine komplexe Fragestellung für sich.
Ich weiß, dass ich selbst für mich herausfinden muss, welchen Weg ich letztendlich einschlage und wie die Medis auf mich wirken würden. Ich nehme bisher keine. Ich habe etwas Respekt vor möglichen Nebenwirkungen. Zu meinen Hochphasen der PTBS hatte ich viele Panikattacken und das Körpergefühl ist mir in Erinnerung geblieben. Die Medis könnten ja unter Umständen Herzklopfen, Appetitlosigkeit sowie verstärktes Schwitzen auslösen und Hitzeempfindlichkeit verstärken.
Als Person, die schon mal durch die Traumatisierung viel mit Ängsten und Herzrasen zu tun hatte, macht mir das ein paar Gedanken. Ich habe außerdem Hyperhidrose und deshalb wäre eine Verstärkung des Schwitzens eine Katastrophe. Ich habe es zum ersten Mal seit Jahren mit speziellen Produkten semi im Griff und möchte nicht, dass dieser Leidensdruck wiederkommt, weil ich recht stark betroffen war. Meine letzte Sorge dreht sich um die Hitzeverträglichkeit, da meine von Natur aus schon so schlecht ist, dass mein Körper Temperaturen über 25 Grad auch mit viel Gewöhnung kaum toleriert und mich das auch leider wirklich arg im Alltag einschränkt.
Letztendlich muss ich selbst schauen, wie meine individuellen Nebenwirkungen aussehen, aber ich wollte mal in die Runde fragen, ob es hier auch andere Betroffene mit ähnlichen Themen in Kombi gibt und ob ihr für euch einen Weg gefunden habt?
Ich arbeite momentan in der Therapie an der Akzeptanz und daran, mein Leben dementsprechend zu gestalten. Das hilft, nur gibt es Aspekte im Leben, die ich für mich nicht an meine Bedürfnisse anpassen kann z. B. bestimmte Prüfungsformate, die genau in dem Moment Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern und es ist manchmal echt deprimierend, oft nicht mein volles Potenzial nutzen zu können. Und das stellt noch ein verhältnismäßig kleines Problem dar. Es gibt viele Dinge, die für mich nicht funktionieren und die für andere aber selbstverständlich sind. Umgekehrt bin ich eben diesen Zustand von klein auf gewohnt…
• • 05.07.2026 #1