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Monolog

Monolog
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Hallo Zusammen,

derzeit finde ich - wie die Meisten halt - keine festen Therapieplatz.

Meine Baustellen werden aber immer drängender. Der Krisendienst und der SPDI. .die sind jetzt auch
nicht die Lösung. Die bestätigen mir halt, daß meine Lage gerade ziemlich herausfordernd ist und das war's
dann. Danke für's Gespräch.


Nun habe ich irgendwo gelesen, daß es auch "Notfallsprechstunden im Akutfall" geben soll.

Stimmt das und was ist das genau? Worin besteht der Unterschied zwischen diesem Gespräch und
einem Gespräch mit dem Krisendienst, SPDI oder sonstigen Verbänden?
Vor allem, wie komme ich da ran?
Notfalls würde ich auch 1-3 Stunden selbst bezahlen, wenn tatsächlich in der Qualität der Beratung
ein Unterschied zum Krisendienst oder SPDI bestünde.

Ich würde mich freuen, wenn mir Jemand seine Kenntnisse oder auch Erfahrungen darüber hier
mitteilt.

LG,
Monolog

07.12.2025 #1


4 Antworten ↓

Islandfan
Ich hatte vom Hausarzt eine Überweisung mit einem Code, damit musste ich die 116117 anrufen. Ich hatte innerhalb einer Woche ein Erstgespräch bei einer Psychologin in einer anderen Stadt, die mir dann einen Platz gab, obwohl sie überfüllt ist. Ich würde es an deiner Stelle auch so probieren.
Die müssen einem zeitnah ein Erstgespräch vermitteln, ob man übernommen wird, ist dann halt die Frage. Ich hatte sehr großes Glück.

x 3 #2


A


Nofallsprechstunde im Akutfall - was ist das?

x 3


Darkshadow
Die Akutbehandlung findet bei einem regulären Psychotherapeuten statt (beim SpDi, Verbänden usw. sind das ja oftmals andere Behandler, die eine andere Qualifikation haben).
Soweit ich weiß, besteht die Akutbehandlung aus 24 Gesprächseinheiten von jeweils 25 Minuten. Ein Behandlungstermin kann auch aus mehreren Einheiten bestehen, also z.B. viermal 25 Minuten.

Um diese Akutbehandlung bekommen zu können, benötigst du die schriftliche Empfehlung eines Psychotherapeuten (nach Erstgespräch).
Einen Termin für ein solches Erstgespräch bekommst du über die Terminservicestelle der Krankenkassen.
Dort wird dir innerhalb weniger Wochen ein Termin für ein Erstgespräch vermittelt (eigentlich innerhalb von 2 Wochen).

Bei diesem Gespräch stellt der entsprechende Psychotherapeut dann fest, ob eine Akutbehandlung notwendig ist. Dann bietet er entweder einen Platz für die Behandlung an oder stellt dir eine Bescheinigung aus, mit der du dir dann einen anderen Psychotherapeuten suchen kannst.
Wichtig zu wissen: Dieses Erstgespräch dient zur Einschätzung des Behandlungsbedarfs, es kann passieren, dass die eigentliche Behandlung bei einem anderen Therapeuten stattfindet, denn es kann sein, dass der Psychotherapeut, der das Erstgespräch mit dir führt, selber keine Termine für eine Akutbehandlung frei hat.
Aber zumindest stellt er dir das benötigte Formular aus.
Und soweit ich weiß, muss man dann vor dem Beginn der Akutbehandlung auch nochmal zum Hausarzt oder Facharzt, um untersuchen zu lassen, dass es keine körperliche Ursache für die Beschwerden gibt.

Die Akutbehandlung ist dann also vergleichbar mit einer verkürzten Kurzzeittherapie, aber der Vorteil ist, dass diese nicht extra nochmal bei der Krankenkasse beantragt werden muss, sobald man die Empfehlung des Therapeuten hat (soweit ich weiß).

Ein weiterer Vorteil ist, dass man für eine solche Akutbehandlung oftmals schneller einen Platz bei einem Psychotherapeuten findet als für eine reguläre Therapie, da der Umfang ja recht begrenzt ist und Therapeuten mit diesen Akutbehandlungen gerne mal Lücken in ihrem Terminplan füllen, wenn z.B. einer ihrer regelmäßigen Patienten im Krankenhaus oder anderweitig verhindert ist o.ä.

Soweit ich weiß, hat man also schon noch den Aufwand, einen Therapeuten finden zu müssen, der einen Platz frei hat (findet man keinen, vermittelt die Terminservicestelle), aber dafür hat man weniger organisatorischen Aufwand mit der Krankenkasse als mit einem regulären Therapieplatz, findet oftmals schneller einen Platz und nicht selten wird aus einer solchen Akutbehandlung auch eine reguläre Therapie, wenn man mit dem Therapeuten gut zurechtkommt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Terminservicestelle eigentlich wirklich versuchen muss, innerhalb von 2 Wochen einen Termin zu vermitteln, gelingt das nicht, muss die Servicestelle versuchen, einen Platz in einer Krankenhausambulanz zu besorgen (zumindest laut der Theorie).

x 4 #3


Darkshadow
(Diese Krankenhausambulanzen sind ja oftmals wirklich gute Einrichtungen mit vielen ambulanten psychotherapeutischen Angeboten (Einzel und Gruppe) und psychiatrischer Betreuung.
Nur leider sind diese häufig sehr überlaufen und habe lange Wartelisten, mit einer Vermittlung der Terminservicestelle kommt man so vielleicht schneller an einen Platz dort.

Ich kenne viele Leute, die sich durch den Namen haben abschrecken lassen, weil sie zu sehr auf das Wort Krankenhaus geachtet haben, es ist ja ein rein ambulantes Angebot.)

x 3 #4


Monolog
@Islandfan Das klingt ja endlich mal unkompliziert. Und das in Deutschland mit unserem Bürokratiewahn, unglaublich. 👌

#5






Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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