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Safira

Safira


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Hast du eigentlich kein Notfallkoffer Alina? Gerade bei diesen grübel Spiralen musst du dich ablenken. Und zwar sobald du merkst dass es losgeht. Oder irgendetwas anderes worauf du dich konzentrieren kannst.

Welche Hilfsmittel hat dir denn dein Therapeut gegeben?

31.03.2019 16:17 • #21


AlinaMaria3988


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Ich hab bisher keine konkreten Hilfsmittel. Ich meditiere und mache Atemübungen. Und das funktioniert auch gar nicht mal schlecht, aber leider nur, wenn die Gedankenspirale gerade neu anläuft, nicht wenn ich schon mittendrin bin. Manchmal hab ich auch Glück und mein Gehirn erkennt diese Zwangsgedanken rechtzeitig, aber es klappt leider nicht immer.

31.03.2019 16:30 • #22


Safira

Safira


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Und was machst du dann mit dem Therapeuten? Bzw er mit dir.
Habt ihr einen Therapieziel? Redet ihr nur oder zeigt er dir auch Wege auf.

31.03.2019 16:32 • #23


AlinaMaria3988


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Wir reden hauptsächlich. In den letzten Stunden ging es hauptsächlich darum, dass er mir versucht hat zu erklären, wieso genau ich denn die Gedanken habe oder auf welche Weise man sie anders betrachten könnte. Das Problem ist: er fragt immer nur mich wie ich mich denn ablenken könnte und was mir gut tun könnte. Und Manchmal fällt mir halt nichts ein, weil ich durch die Gedanken so blockiert bin, dann bringen mir die Stunden wenig. Ich habe die letzten Wochen selbst lieber weniger Stunden genommen bei ihm, weil ich merke, dass es auch schlimmer wird, wenn ich zu sehr über meinen Zustand nachdenke.

31.03.2019 17:01 • #24


Safira

Safira


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aha... und weißt Du denn jetzt auch warum Du diese Gedanken hast und auf welche Weise man sie anders betrachten kann? Wenn ja..bringt Dich das weiter? Wie lange machst Du diese therapie schon und ist es Deine erste?

31.03.2019 17:26 • #25


AlinaMaria3988


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Es ist meine erste Therapie und es ist so: ich war vor kurzem schon an dem Punkt wo ich eine Sichtweise gefunden habe, wie ich die Gedanken betrachten kann, sodass sie weniger bedrohlich und weniger wahr wirken. Ich weiß noch nicht sicher wo sie herkommen, aber ich vermute, ich habe sie einfach selbst durch zu viel Grübeln und durch die Angst sie zu glauben gefestigt. Ich denke mir das so: irgendwann bin ich mal auf den Gedanken gekommen, alles könnte nicht real sein. Normalerweise hätte ich ihn einfach beiseite geschoben, aber durch meine Psychose-Angst hab ich mir selbst nicht zugetraut, dass ich den Gedanken als falsch erkenne und hab Panik bekommen und versucht ihn weg zu argumentieren. Dabei hab ich mich zu tief reingedacht, sodass er mir Angst gemacht hat und er sich gefestigt hat. Und als er immer wieder kam, hab ich ihn immer ernster genommen und immer mehr drüber nachgedacht, ob da nicht was dran sein könnte. Verstärkt wurde das ganze durch die DP.
Soweit meine Vermutung.
Jetzt hab ich eigentlich eine Erklärung die mich zufrieden stellt, aber das Problem ist: ich kann nicht mehr aufhören darüber nachzudenken, mein Kopf hat es sich angewöhnt und kann nicht mehr damit aufhören. Darum kommt der Gedanke ständig, oft schaffe ich es ihn zu ignorieren oder sogar ziehen zu lassen, aber manchmal verfange ich mich darin und dann Steiger ich mich wieder rein, obwohl ich die Antwort ja eigentlich schon hatte.
Sorry für den Roman
Ich habe noch eine Frage: wenn ich so einen Rückfall hatte: könnte meine alte Erklärung noch funktionieren oder hab ich die jetzt automatisch durch mein erneutes Grübeln zu Nichte gemacht? Also muss ich mich jetzt wieder von neuem da rausarbeiten oder kann ich anknüpfen wo ich vor dem Rückfall war?

PS: ich mach die Therapie jetzt seit 4 Monaten

31.03.2019 17:48 • #26


schimmelbrot


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Grübelzwang wird immer komplizierter?

-Wenn das Grübeln über den Grübelzwang das eigentliche Problem ist-

Hallo Forum.

Dies ist mein erster Beitrag.
Ich leider unter Grübelzwängen, Zwangshandlungen (Gedanken aufschreiben und Sammelzwang, meine Therapeutin sagt dass der Waschzwang bei anderen bei mir eben diese mentale Zwangshandlung ist) und in Folge dessen an leicht depressiven Perioden und einem permanenten psychischen Stress, an den ich mich bereits gewöhnt habe.
So richtig angefangen hat es vor ca einem Jahr, anfänglich war die Idee und das (positive) Ziel und Faszination einfach ein besserer Mensch sein zu wollen, sein Potential auszuschöpfen etc. Die Dynamik ist: Über das Ziel hinaus geschossen, Meine Gesundheit ist der Preis, den ich mir angewöhnt habe zu bezahlen, die mich aber auch kein Stück weiter bringt.
Soweit.
(Man merkt schon wie kalt ich darüber schreibe..)

Ich möchte mit dem Post in Austausch treten, da das Grübeln weniger (manchmal schon) um konkrete normale Themen geht, wie ich es im Bekanntenkreis oder im Forum mitbekomme, sondern ich darüber hinweg vor allem darüber grübel, was eigentlich mein Problem ist, wie ich das lösen könnte, wie ich mein Verhalten kontrollieren kann, damit es mir besser geht. Aber eben so weit, dass ich hunderte Seiten auf dem PC dazu aufgeschrieben habe (Regeln, Systeme, wenn das passiert machst du einfach das etc), und auch per Hand ständig darüber aufschreibe. Fast schon auf eine romantisierende Art.
Dass das dysfunktional ist, ich damit unter ständiger kritischer Selbstbeobachtung stehe, habe ich inzwischen erkannt. Es ist wie eine Faszination für diese Dinge, und der Kick und die Beschäftigung eben mit den ganzen angehäuften Gedanken (meist negativ, Ausdruck dass es mir grade schlecht geht etc..). Das geht auch Richtung Anankistische Persönlichkeits - Struktur. Eben durch den Drang nach Perfektion, dem rigiden Eigensinn, der emotionalen Kälte, den ganzen Systemen und Regeln..
Das Problem ist zwar auch das Grübeln, wie es in einer 'normalen' selbstbestimmten Lebensführung passieren kann, Leidensdruck entsteht und damit lernen muss umzugehen, es ist aber vor allem das Grübeln über das Grübeln, was auf der anderen Seite das Grübeln auf dem ersten Level voraussetzt... Es fühlt sich so an, wie als würde ich leiden, damit diese Oberhand Seite von mir ihre Operationen durchführen kann.
Ich bin so sehr in diesem 'Space' zu reflektieren, dass für Anderes überhaupt keinen Platz da ist, und das macht mich total traurig. Ich bin in ständiger Selbstbeschäftigung. Meine Innensicht war schon immer faszinierend und intensiv, aber dass sie mich so sehr lahm legen kann..

Ich merke, wie ich immer wieder meine Opferrolle damit mir selbst bestätige und meine Wissenschaftler Rolle, und das gibt mir auch irgendwo Sicherheit. Die sagen natürlich, wow grübeln ist so toll. Aber in Wirklichkeit geht es mir überhaupt nicht gut, ich fühle mich blockiert, selbstbetrogen, und grübel manchmal länger als zwei Tage lang hintereinander, isoliere mich von meinen Freunden/Familie und das schmerzhafteste von meiner Leidenschaft. Oft bekomme ich Panikattacken und bin wütend auf mich. Die ganzen geschriebenen Seiten machen mir Angst.
Schließlich wiederholt sich vieles.
Ich denke dann zwar - Okay, vielleicht sollte ich meinen Fokus weg von meinem Kopf hin zu meinem Gefühl in dem Moment bringen, schließlich ist der Intellekt nur ein Bestandteil des Menschen und Where Focus goes Energy flows.. - aber es bleibt als Erwägung gefangen, es kommt nicht zu der Handlung und es wird sozusagen Teil des Grübelmonsters, dass zwanghaft mich verbessern will. Mein Problem und was kann ich tun...

Mir fällt es schwer zu unterscheiden, inwiefern ich jetzt am Grübeln bin und inwiefern ich mich belüge und eben diese oben gennanten Systeme entwerfe, Leiden sozusagen voraussetze dafür. Ständig im Alltag bin ich in dieser Reflektion und dann denke ich 'Aha, ja das ist die Lösung ich muss ja nur das und das machen', aber von diesen Aspekten könnte ich hunderte nennen! Und was tue ich schon? Wie kann ich mich vor diesen, an Mir nagenden Gedanken in Schutz nehmen?

Es fällt mir schwer es in Worte auszudrücken, aber diese Verkopfheit stellt sich über mich, hat die Oberhand, und verkompliziert die ganze Geschichte nur noch mehr... Hat jemand eine ähnliche Situation gehabt? Anankistische Persönlichkeitsstruktur und wie die Selbsthilfe TEIL des Grübelkreislaufes ist? Überhaupt, worum geht es überhaupt bei Euch beim Grübeln?
Ist die Methode des Umgangs mit Grübeln auch zum Grübelthema geworden?
Wie werdet Ihr Euch bewusst, dass ihr grübelt und wie befreit Ihr Euch da raus?

Ist jemand seit längerem symptomfrei? Geht das überhaupt, wenn die Persönlichkeitsstruktur gerne grübelt?

Viele Grüße, ich freue mich über ein paar Antworten und Austausch!

05.05.2019 12:14 • #27


AnneW25


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Hallo,

Ich grüble auch sehr viel. Eigentlich ist es meine einzige Beschäftigung, mein Hobby.
Ich hab schon mein ganzes Leben mehrfach durchanalysiert um mich zu verbessern und optimieren.
Am Anfang einer neuen Beziehung (ich zeige dann nach und nach immer meine ganzen Schwächen auf) klappt es auch gut und mein Partner (oder in einer neuen Freundschaft auch eine Freundin) sind begeistert wie sehr ich bereit bin an mir zu arbeiten und wollen mich unterstützen.
Aber nach und nach wird der ganze Optimierungswahn immer destruktiver und die Beziehung zerbricht, weil es einfach kein anderes Thema mehr gibt. Als würde mich nichts anderes interessieren.
Einen Weg dort hinaus weiß ich noch nicht. Mich mit etwas anderem sinnvollen ablenken hilft, aber ich habe gerade meine Arbeit verloren. Daher ist es momentan sehr schlimm mit dem Grübeln.

Ich fürchte, ich konnte Dir jetzt keine wirklichen Antworten auf Deine Fragen geben, da ich gerade selbst mittendrin stecke.

Viele Grüße

06.05.2019 11:03 • #28


schimmelbrot


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Danke für Deine Antwort..

Ja, ich kann das Gefühl ganz gut nachvollziehen... Man ist in einer Euphorie, schließlich meint man für sich 'nur das beste', darf analysieren wie man möchte, ist total motiviert.. Aber irgendwie verzettelt man sich, es bleibt in den Gedanken stecken, man steht unter einem Optimierungszwang, steht unter Selbstbeobachtung.. Zumindestens ist es bei mir so.
Gibt es dann bei dir ein konkretes Thema, 'Dich' und dein 'Leben' zu verbessern?

VG

07.05.2019 14:43 • #29


schimmelbrot


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Wie ist es bei Euch:

Welche Therapieform hat Euch (Nicht) geholfen? Mein Therapeut sagt immer: Zwangshandlung unterbrechen so früh es geht, Spannung aushalten, ohne wie sonst eben Gedanken aufschreiben oder Grübeln, und mit der Zeit neutralisiert sich der Körper automatisch. Das habe ich paar Mal versucht, als es geklappt hat mit dem Aushalten, hatte ich eine ungeheure Spannung im Körper, fast wie eine Panikattacke. Kennt Ihr das?

Es wurde die letzten Wochen auf jeden Fall besser bei mir insgesamt. Trotzdem fallen mir immer wieder neue Ideen ein, mir selber zu helfen, um mit mir besser umzugehen etc. (z.B. Sei, dein eigener Chef. Ein guter Chef macht das und das und das aus..), und irgendwie habe ich ja auch Recht, wenn ich mich kritisiere usw. Trotzdem weiß ich, dass wenn ich sag ich mal die Chef-Idee in meinen Alltag integrieren will, es mich vor allem einschränkt/beschränkt. Dieses Hin und Her, ist das Nachdenken jetzt gut oder schlecht, oder vielleicht garnicht so wichtig und schlimm, macht mich total fertig. Und da fängt auch schon das Grübeln an, was mich vom Rest der Welt isoliert. Oft gehe ich schon um 22:00 ins Bett, stehe um 10:00 auf, und fühle mich als hätte ich die ganze Zeit mehr oder weniger unbewusst weiter gegrübelt.....

Was meint Ihr?

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Auch fällt mir zu diesem 'Problem' ein postivier Standpunkt ein:
- Ebendieses Gefühl von 'Mich und mein Leben' ist ein aufzwingender Gedanke. Dem darf man nicht folgen! Bzw. wenn man ihm folgt und es zu nichts führt, es lernen liegen 'zu lassen'.
- Etwas ändern kann man nur momentan! Nicht systematisch. Ideen kann man so auch systematisch haben, aber damit ist nichts getan.


Ich verstehe nicht, was das soll! Und verliere immer wieder das Gefühl: Tja, was hat das denn jetzt überhaupt mit dir zutun?
Und dann mache ich zu. Eigentlich sitze ich am Tisch und will frühstücken.. Oder lenke ich dadurch meinen realisitischen inneren Konflikten weg? Verschiebung der Realität... Es ist endlos..

26.05.2019 08:35 • #30


Nannis


Hier Ich bin auch Meister im Grübeln und reinsteigern!

22.06.2019 15:12 • #31


schimmelbrot


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Hallo,

Ich habe inzwischen das Gefühl, dass meine Zwänge und das Grübeln auch mit einer generalisierten Angst sich überschneidet. Bzw. ich für die meiste Zeit in meinem Leben nicht das Gefühl habe, ich lebe mein Leben, und dann gibt es die Zwänge und mit denen gehe ich dann um indem ich die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen anwende. Nein, es ist eher so, dass mein Lebensgefühl davon durchdrungen ist, mir ständig neue Gedanken über mich/meine Zwänge zu machen bzw. ich sehr schnell in meinen Gedanken in diese zwanghafte Selbstbeschäftigung abdrifte.

Das gibt mir das Gefühl, meine Angst heraufzubeschwören.
Aber vielleicht weniger Grübelzwang zu haben. Kennt Ihr das? Ist das bei der generalisierten Angst Störung so ähnlich? Wie geht man damit um?

Außerdem,
Habe ich das Gefühl, gerne mich unter meiner Verantwortung leiden zu sehen, mit einem trottigen Ich zu sympathisieren, Glücklichsein nicht ausdrücken zu können, in falscher Bescheidenheit zu leben etc.. Gerne depressiv sozusagen, und das blockiert. Fast schon mit Humor. Aber es ist sehr sehr perspektivlos und frustrierend zu so einem Schluss zu kommen.. Habt ihr das auch?

03.07.2019 17:42 • #32



Prof. Dr. Borwin Bandelow


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