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Hallo,
ich (m/34/gleichgeschlechtlich) habe seit meinem Coming Out eine chronische Aids-Phobie. Bisher war es meist unbegründet, doch jetzt hatte ich einen Risikokontakt, der mir große Sorgen bereitet, da ich geistig nicht zugegen war durch Alk. und ich jetzt nicht weiß 1. wer der fremde war + 2. was wir gemacht haben.

Den Test kann ich erst Mitte März machen. Wie überbrückt man diese Zeit ohne sich vor Angst kaputt zu machen? Es fängt bei mir mit Gedankenirrwegen an und endet in schlimmsten psychosomatischen Beschwerden wie Haut und Schleimhautbrennen, permanent gerötete Augen, Erkältungen die nicht weggehen wollen, dauernder Harndrang.
Ich möchte nicht 3 Monate in Angst leben müssen.

Bitte gebt mir Rat. Danke vielmals.

Gruß
Cedric

17.12.2007 21:54 • 05.02.2008 #1


P.S.: Da ich auch so zu Depressionen neige, nehme ich schon seit 3 Jahren Trevilor Retard (Anitdepressiva). Sollte ich Valium dazunehmen oder etwas anderes? Ich dreh sonst durch bis März.

17.12.2007 21:58 • #2



Aids-Phobie

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Hallo sunced,

es tut mir leid, dass Dir bisher niemand geantwortet hat.

Ich kann mir vorstellen, dass es für uns hier schwer nachvollziehbar ist, wenn Du von einer Aidsphobie schreibst. Eine Phobie ist ja ein bißchen was anderes, denn die führt dazu, dass man aus lauter krankhafter Angst bestimmte Dinge meidet. Demnach glaube ich, würde ein Aidsphobiker erst gar keinen Sex mehr zulassen und jede Situation umgehen, die dazu führen könnte, wie z.B. Alk. in solchen Maßen, dass man nicht mehr "Herr seiner Erinnerungen" ist. Verstehst Du?

Du hast berechtigter Weise Furcht davor, Dich zu infizieren. Das haben viele gleichgeschlechtlich Männer und leider viel zu wenige Heteros. Mag sein, dass die Sorge bei Dir etwas ausgeprägter ist, als bei anderen, doch nach einer Phobie klingt das für mich nicht.

Und die Ängste, die Du jetzt erlebst, sind ja auch echt real. Es besteht ja tatsächlich die Möglichkeit, dass sich Deine Sorgen bewahrheiten. Und es ginge bestimmt jedem Menschen ziemlich dreckig in einer solchen Phase.

Was ich schreibe, wird Dir wahrscheinlich nicht helfen, Deine akuten Sorgen zu relativieren. Das kann wahrscheinlich auch nur ein Test machen.

Aber ohne Dich angreifen zu wollen: Da must Du jetzt durch. Du hast es trotz des Wissens um alle Gefahren so weit kommen lassen und musst nun die Konsequenzen tragen. Und der Alk. ist für mich keine Entschuldigung, denn es war Deine freie Entscheidung zu trinken.

Deshalb würde ich Dir unbedingt von Valium abraten. Das kann abhängig machen und Deine ganze Situation noch verschlimmern. Wenn Du hier im Forum liest, wirst Du sicher den ein oder anderen Tipp finden, der einem in extremer Anspannung helfen kann (z.B. Entspannungstechnicken). Oder suche die Aidsberatung auf, dort gibt es Fachleute, die Dich in dieser Zeit begleiten können.

Trotzdem wünsche ich Dir natürlich von Herzen, dass Du "negativ" bist und daraus lernst, es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Ich brauch Dir nichts von safer sex erzählen, das meine ich auch nicht. Ich meine das Trinken bis zum "Gedächtnisverlust" bzw. "black out".

Alles Gute und viel Glück und gib mehr Acht auf Dich!

Lilly

22.12.2007 15:18 • #3


Hallo sunced,

28.12.2007 21:44 • #4


Hallo sunced,

zunächst möchte ich Dir sagen, dass ich Deine Sorgen verstehe und weiss, wie das ist wenn man vor lauter Angst beinahe ist den Verstand zu verlieren. Ich möchte nicht, wie Lilly 24 Dich belehren, nach dem Motto, Du hättest das sein lassen müssen. Das weist Du jetzt selber auch. Es ist einfach den Finger zu erheben um zu sagen, was der andere falsch gemacht hat. Damit hat sie dir nicht geholfen, Dir die Angst wegzunehmen.

Ich möchte es tun, da ich es für menschlich halte, dass man den Verstand manchmal ausschaltet und noch dazu, wenn man betrunken war, und Dinge tut, die einem in Moment gut tun. Es ist schon jedem Menschen passiert, und wenn nicht, dann weis er nicht, dass er lebt. Vor allem in der Sexualität. aAlso mache Dir keine Vorwürfe jetzt, lerne aber in Zukunft daraus. Da bin mir ziemlich sicher, nach dem was Du zur Zeit durchmachst.

Jetzt möchte ich Dir meine Argumente vortragen, die Dich hoffentlich etwas beruhigen werden. Ich habe mich mit der Aids Statisik befasst und hier ein Paar Zahlen:

Wir haben in BRD 82.310.000 Menschen

und 60.000 sind infiziert davon 3/4 gleichgeschlechtlich Männer also 45.000.
Das heißt, dass in Duetschland nicht einmal 1% infiziert ist, cirka 0,5% sind es. Also auch wenn Du zu der Risikogruppe gehörtst, ist die Wahrscheinlichkeit in Deutschland sich anzustecken sehr gering. Ich möchte es auf gar keinen Fall das Risiko verharmlosen, es sind sicherlich einige dabei, die selber nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind und diese Tatsache erhöht natürlich die Anzahl der infizierten. Trotzalldem sind wir vielleicht viel panischer als andere Länder, wo das Risiko viel höher liegt.

Noch ein Paar Daten zu Beruhigung

In einer Stadt wie München mit einer Einwohnerzahl von 1,3 Mio
haben sich in letzte Jahr 158 Menschen infiziert davon 98 gleichgeschlechtlich Männer. Denke darüber nach, wie unwahrscheinlich es ist, sich zu infizieren das sind 0,0075 %. Ok auch die, die es nicht wissen kommen dazu. Die Zahl ist uns jedoch unbekannt. Die Deutschen sind jedoch sehr genau und wollen wissen, wenn sie ein Verdacht haben. Da sind wir allen anderen Ländern voraus, glaube ich.

Also Kopf hoch, und übrigens die ganzen körperlichen Symptome die Du hast, weisen in keinen Fall auf eine Ansteckung hin, sondern sind rein psychosomatische Erscheinungen.

Versuche Dich mit anderen Dingen zu beschäftigen und Du wirst sehen, die Symptome verschwinden auch. Sorge Dich nicht, sondern lebe.

Ich würde es gerne von Dir hören, wenn ich Dir auch nur etwas geholfen haben sollte. Ich wünsche es mir und vor allem Dir so sehr.

Gruß

Tosca

28.12.2007 22:25 • #5


Zitat von sunced:
Hallo,
ich (m/34/gleichgeschlechtlich) habe seit meinem Coming Out eine chronische Aids-Phobie. Bisher war es meist unbegründet, doch jetzt hatte ich einen Risikokontakt, der mir große Sorgen bereitet, da ich geistig nicht zugegen war durch Alk. und ich jetzt nicht weiß 1. wer der fremde war + 2. was wir gemacht haben.

Den Test kann ich erst Mitte März machen. Wie überbrückt man diese Zeit ohne sich vor Angst kaputt zu machen? Es fängt bei mir mit Gedankenirrwegen an und endet in schlimmsten psychosomatischen Beschwerden wie Haut und Schleimhautbrennen, permanent gerötete Augen, Erkältungen die nicht weggehen wollen, dauernder Harndrang.
Ich möchte nicht 3 Monate in Angst leben müssen.

Bitte gebt mir Rat. Danke vielmals.

Gruß
Cedric

sdfsddf

02.02.2008 04:57 • #6


Manche Gäste lassen einen zurück mit einem Gefühl von:Was soll das denn jetzt.
Vielleicht sollten sich diese Gäste überlegen entweder etwas beizusteuern denn hier geht es um ernstzunehmende Themen, oder einfach das schwachsinnige geposte sein zulassen.
Liebe grüsse Engel
PS:Das musste mal raus

03.02.2008 13:05 • #7


Hallo Sunced,

Leider kann ich Dir zum Thema: welche Medis Du gegen Deine Furcht einnehmen solltest auch keinen Rat geben...ich würd Dich aber gerne etwas fragen:

Wieso kannst Du den HIV Test erst im März machen? Oder wäre das der abschließende Kontrolltest?

Gibt es in Deiner Wohngegend keine Beratungszentren oder/und z.B. Pro Familia oder medizinisch/fachliche Einrichtungen die STD Tests und Beratungen/bzw. Behandlungen durchführen? Ich glaube in Deinem Fall wäre es für Dich ganz wichtig wenn Du neben den medizinischen Tests und Untersuchungen auch mit Leuten (ob nun Fachleute, Berater oder Selbst Betroffene) sprechen könntest, die Dich in Deiner momentanen Krisenstimmung auch professionell und mental in die "stabile Seitenlage" bringen können (und die findet man gesammelt in den diversen Anlaufstellen und Beratungszentren )...weißt Du was ich meine? Ich weiß nicht genau wie Valium wirkt, aber ich stell mir mal vor, dass Du mit derlei "Dro./Medis" nicht mehr so "funktionieren" und "agieren" könntest, wie es Dein Tagesablauf, Dein Job o.ä. von Dir bräuchte...was dann auch noch oben drauf für Probleme (ganz praktischer Natur) mit sich bringen würde...

Ich sag Dir nicht, "hab mal keine Angst, wird schon alles gut" , rein subjektiv und aus der Ferne hörst Du Dich für mich an, als wärst Du in einem Schockmoment gefangen und kannst schon deshalb keinen "vernünftigen" Gedanken mehr fassen...also hier mein Mammi-Rat:

GUCK BITTE IM INTERNET SOFORT NACH EINEM MEDIZINISCHEN ODER SOZIALEN BERATUNGSZENTRUM, VEREIN ODER EINRICHTUNG IN DEINER NÄHE, ODER RUF EINFACH BEI IRGENDEINER KRANKENKASSE ODER MEDIZINISCH/SOZIALEN NOTFALLSTATION AN: Tu Dir bitte den Gefallen und nimm nicht irgendwelche Dro. oder Medis.

05.02.2008 15:33 • #8




Prof. Dr. Borwin Bandelow