Hallo,
ich finde das Thema sehr interessant und die verschiedenen Aspekte dazu.
Im Moment bin ich dazu allerdings noch nicht sortiert.
Für den Moment würde das heißen, noch nicht so wirklich kompetent inhaltlich, auch noch nicht alle Aspekte erfasst
(was bewegt zum Thema oder was ist das allerneueste), aber ich merke, da ist irgendwie Erkenntnisgewinn und das finde ich interessant.
Zitat von beside: Worauf es tatsächlich ankommt, ist nicht, welche Identität eine Person hat, sondern wie sie sich verhält. Hier steht Identität versus Verhalten.
Zitat von User_0815_4711: Ganz meine Meinung.
Das Verhalten (die Wirkung nach außen) bestimmt unsere Identität.
Weil Identität, Ich, Ego, (Selbst-)Bewusstsein etc. für mich sowieso nur Illusionen sind.
Hmm, Verhalten ist aber auch irgendwie variabel. Es entsteht, weil ich etwas gelernt habe.
Weil ich das oder die Modelle kenne und auch durchführen kann.
Und es passt zur Situation, zu dem was ich erkenne, zu meiner Moral/Wertesystem.
Ob noch Antriebe wie Ego, Selbstbild oder Dominanz/Kontrolle eine Rolle spielen, kann auch mehr oder weniger variabel sein. Also, ist Verhalten wirklich "pur"?
Vielleicht wenn man sehr geerdet ist, wenig Umwege um den Kopf machen.
Oder eben auch viel, und man verhält sich weil das Ego und Selbstbild einen Gewinn haben
Zitat von KiraStuttgart26: Ich finde den Ansatz, dass das Verhalten die Identität formt verkürzt weil es doch auch angeborene , epigenetische und sehr früh angelegte Aspekte garnicht einschließt.
Denkmuster und unbewusste Grundannahmen stehen ja erst mal vor dem Verhalten. Verhalten ergibt sich aus dem inneren Bild über mich und über andere.
Ja so denke ich auch. Da passiert noch ganz viel von A nach B.
Zitat von KiraStuttgart26: Glaube garnicht dass es das Verhalten des anderen ist. Wenn die Gesprächsebene nicht stimmt ist es einfach sehr schwer für mich da souverän wieder raus zu kommen. Da fehlen mir einfach ein paar Fähigkeiten im Bereich Smalltalk und Abgrenzung.
Es kommt vielleicht auch auf die Art des Zusammenseins an.
Mononoligisiert einer?
Geht es um Kompetenz und Unkompetenz?
Bei "souverän" gehts ja irgendwie um Gesicht wahren, kompetent sein....
Es gibt ja auch Zusammenkünfte, da könnte es einfach nur um den Austausch oder die Verbindung gehen.
Gemeinsam etwas erleben. Sich entspannt einen Ausschnitt Welt zeigen....achtsam sein....
Sich helfen, an etwas gemeinsam arbeiten aber nicht in einem offiziellen Arbeitssystem mit allen Messlatten dabei....
Sondern weil man es mit Herzblut macht z B, einen tief da etwas antreibt.
Ich denke Inkompetenz und Geltungsdrang kommt nur in bestimmten Zusammenhängen auf.
Wenn man "liefern" muss, scheitern kann, bewertet wird....oder sich selbst bewertet.
Zitat von konfus: Irgendwie ist man ja immer man selbst. Aber manchmal verliert man irgendwie auch den Kontakt zu sich und das Selbstbild entspricht nicht mehr der Realität.
Also das mit dem Selbstbild hab ich nie gut begriffen, obwohl ich ja hier im Westen/D mit höherer Bildung groß wurde und später auch in die soziale Richtung ging mit einer Menge Input dazu, Seminare und Co.
Ich hatte mich immer sehr verwundert, woher manche ihre Agenda nehmen: Ich bin ich, ich bin toll, darum agiere ich jetzt in der Welt, wenn ich Grenzen überschreite darf ich das, bin ja toll....(und das waren nicht die Intelektuellen, gibt halt Leute die durchschreiten und durchschneiden einen Raum mit einer Agenda....und es gibt welche die beobachten eher, sind stiller, sind unsicher oder haben da eben einfach nix in der gleichen Richtung...)
@konfus Du sprachst ja noch von Psychose, ich denke da gehts um nochmal was anderes.
Ich denke man hat ein relativ erprobtes Bild, wie man selbst mit der Welt zurechtkommt, wie man tickt, wie die Welt tickt.
Und wie man außen ankommt oder wie man die Welt wahrnimmt, überschneidet sich nicht großartig von dem Bild anderer. (vor der Psychose)
Bei Psychose (hatte ich es zumindest erlebt) zerfällt die bekannte Welt, nichts funktioniert mehr wie gewohnt, die eigene Imagination ist grenzenlos und flutet mit Assoziationen, man baut sich ein neues Weltbild, was der alten Welt und dem Bild der anderen (falls sie in der "regulären" alten Welt sich befinden kognitiv) nicht standhält oder was die nicht wahrnehmen/leugnen. So geht man davon aus es existiert nicht. In der Regel auch zurecht, weil man so übermäßig in der eigenen Imagination sich die zerfallene Welt zurechtstrickt, und es macht dann in der Regel nicht all zu viel Sinn. Zumal man bei dieser eigenen hyperaktiven Imagination plus der ängstlichen Gefühle (ggf Horrortrip) dabei selber merkt, iwas stimmt nicht.
🤔 Zitat von freely: Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang. Das schließt sich nicht aus, sondern bedingt sich ja erst.
Das Gegenteil vom Geltungsdrang bzw Geltungsstreben ist der Gemeinschaftssinn. (Alfred Adler)
Beim Geltungsstreben schaut man nur auf sich, wie man bei den anderen ankommt, welchen Stellenwert, Erfolg usw. man hat. Die anderen sind das "Publikum" und man kommt sich wie auf einer Bühne beobachtet vor bzw beobachtet selbst welche Rolle man spielt.
Beim Gemeinschaftssinn ist man eher beim Du, dem Wir. Das Ich rückt in den Hintergrund. "Der Mensch wird am Du zum Ich" (Martin Buber)
Interessanter Gedanke.
Vielleicht kommt es - auf dem Weg dahin - auf die Qualität auch des Wirs an.
Denn es gibt auch "die Hölle, das sind die anderen" (Huis Clos, Sartre). Eine Gesellschaft in der eitel und wertend daher gequakt wird, ist keine Lösung des Problems, denke ich.
Da würde der innere Konflikt nur stärker, bin ich richtig, bin ich dort richtig, kann ich es richtig machen.
Eine Verbindung zu anderen anhand von Authenzität, anhand von echten Werten, echten Projekten, das ist glaube ich was anderes.
Da kann auch der eigene innere Instinkt anknüpfen was wird gebraucht, wo werde ich gebraucht, was ist notwendig und man weiß wo man dran ist bei dem Wir.
Also würde sagen: neurotische Gesellschaft- verstärkt neurotisches Ich.
Gesunde natürliche Gesellschaft- Chance auf gesundes Wir und gesundes Ich darin.
Ist jetzt aber auch nur eine spontane These.
Zitat von KiraStuttgart26: Unterschiedlich ausgeprägt, sicher aber im Prinzip sind wir schon so konzipiert, dass wir in sozialen Begegnungen nach Wichtigkeit und Selbstbildbestätigung suchen. Ich glaube, das ist auch unabhängig von der Bildung so.
Hmm, also das mag oft so sein, aber nicht immer, wie ich oben auch schon Beispiele gebracht habe.
Es gibt diese Macht ebene. Diese Ebene, bin ich darin gut oder nicht und werde ich anerkannt.
Aber es muss doch auch noch irgendwas anderes geben.
Spontane Zuneigung. Einfach mal mit jemandem abhängen. Oder wenn Paare sich finden...da hoff ich doch dass es NICHT um Selbstbildbestätigung geht....sondern den Wunsch dass man eng zusammenlebt und dass es dem anderen im konkreten gut geht, und auch Zuneigung.