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KiraStuttgart26
Das Selbstbild bildet sich im Laufe unserer Entwicklung und da sprechen wir ja schon von 20,30 Jahren, bis im Gehirn alles ausgereift ist.
Das ist natürlich eine lange Zeit und klar formt des Verhalten und die Reaktion auf dieses Verhalten ein erheblichen Teil des künftigen Ich’s.

Ich denke dass Ich Gefühl entwickelt sich nicht anlehnend daran. ich denke eher, dass Erfahrungen und Rückmeldungen, die übereinstimmend mit meinem Inneren System gekoppelt werden,dieses „Ich Gefühl“ stärken. Ich muss kein Verhalten entgegen meiner inneren Anlage etablieren, um in der Welt zurecht zu kommen.

• #41


KiraStuttgart26
@beside
Mit deinem Wissen/ deiner Belesenheit und deinen differenzierten Gedankengängen kann ich nicht mithalten und das ist jetzt interessant.
Schon das Lesen deiner Inhalte macht mir einen gewissen Stress, weil ich meinem gegenüber in nichts nachstehen möchte. Das ist jetzt hier im Internet und anonym. Kein Problem. Aber das wäre so eine klassische Situation in einem Gesprächskontakt, die mich etwas unter Druck setzen würde, gelinde gesagt 😅

• x 1 #42


A


Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang

x 3


B
Aktion - Reaktion. Kausalität. Urknall-Theorie. Die Basis sei ein Objekt. Suche nach dem kleinsten Teilchen. Large Hadron Collider.
aggieren.
reagieren.

Wie verhält sich dein Körper?
Wie verhält sich dein Geist?

Es wird allgemein davon ausgegangen - entgegen der Urknall-Theorie (Kausalität) - , dass der Mensch einen Einfluss - zumindest auf seinen eigenen Körper und Geist - hätte. Aber ist dem wirklich so?

Die Mythologie beantwortet die Frage nach dem Einfluss mit dem Schicksal. Dies wurde als Potential verstanden, dass einem zur Verfügung steht. Es kann ausgereizt oder überreizt werden. Die Odyssee behandelt das Thema. Sein eigenes Schicksal herausfordern.

Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang - ist dann wohl auch eine Unzulänglichkeit: das Potential wurde überschritten. Es will mehr gewollt werden, als möglich ist.

Ich musste leidhaft und peinlich lernen, dass ich nicht vor Menschen reden und auftreten kann. Meine falsche Selbsteinschätzung brachte mich da in sehr heikle und schwierige Situationen. Obwohl ich schon am ganzen Körper gezittert hatte, ging ich davon aus, ich kann das super! Nein, ich kann das eben gar nicht, absolut nicht. Ich kann es vermutlich noch nicht einmal erlernen. Mir fehlt das Potential. Ich bin nicht der Typ dafür. Damit muss ich lernen umzugehen, indem ich mich vor solch einer Begebenheit schütze. Die falsche Selbsteinschätzung und die Überheblichkeit beachten. Kritisch zu mir selbst sein. Zurückhaltend aggieren. Nichts voraussetzen. Nichts erwarten. Nicht etwas erzwingen. Schauen was passiert und intuitiv aggieren und reagieren. Locker bleiben.

Anderen etwas vormachen funktioniert nur, wenn die Bühne, von der aus aggiert wird, stabil ist. Wobei die Basis, von der aus aggiert wird, unbemerkt hinterm Vorhang bleiben kann. Das ist die Kunst des Auslassens, indem etwas nur angedeutet wird, oder nicht vollständig, also mit Lücken erzählt wird, die der Gegenüber mit seiner Fantasie ausfüllt. Dann hat man ihn im Griff, weil man bestimmt, ob seine Fantasie zutreffend oder nicht zutreffend ist - jemanden an der Nase herumführen.
Aber selbst wenn das was erzählt wird nicht erfunden ist, muss es eindeutig sein und keine Abschweife zulassen. Insbesondere keine Abschweife in den eigenen Gedanken, indem dies Gedanken auslöst, die verheimlicht werden wollen. Dann wird man unsicher, taumelt, will sich an irgendetwas festhalten, aber es gibt keinen Halt, es geht in die Brüche, eine Blamage. Da gilt es konzentriert und vor allem diszipliniert zu bleiben. Disziplin in den Gedanken. Ordnung schaffen. Aussortieren. Verwerfen. Insbesondere stetiges Verwerfen unpassender Gedanken. Auf Linie bleiben. Drahtseilakt. Floskeln verwenden. Sprichwörter lernen. Ein breites Repertoire an Allgemeinwissen ansammeln. Nicht auf Meinungen und Korrektheit bestehen. Locker bleiben. Schwierige Situationen entschärfen. Kein Ziel. Nichts erledigen wollen.
kann schon sein. weiß auch nicht. vielleicht. vielleicht. vielleicht.

Das ist es bei mir vor allem: Etwas erledigen wollen. Was genau ist unbekannt. Aber die Situation will genutzt werden, bzw. drängt es sich auf, damit etwas zu erledigen, was erledigt werden will. Du musst das noch erledigen. Mache es doch jetzt! Nein, so wird das nichts. Und überhaupt, was soll denn erledigt werden? Sag das bitte. Ach, dass ich der supertollste Mensch in der Welt bin? So ein Quatsch! Verwerfen! Ich verwerfe die Kontinentalplatten!

• x 1 #43


KiraStuttgart26
Zitat von beside:
Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang - ist dann wohl auch eine Unzulänglichkeit: das Potential wurde überschritten. Es will mehr gewollt werden, als möglich ist.

Volltreffer 🙂
Der untere Abschnitt gefällt mir noch besser. Der Teil mit der Bühne spricht mich sehr an und beschriebt genau das was ich zu benennen versuche.
Es schwingt einfach so eine gewisse Absurdität in Kontaktanbahnungen mit.. und der Versuch, das große Ganze ausblenden und diesen einen Kanal des anderen zu treffen, auf dem man selbst schon ein paar Lieder mitsingen kann.. 😅
Durch den Augenkontakt entsteht zudem einen unnatürliche Nähe, man versucht unvorbereitet das schlechte zu verstecken , das gute hervorzuheben und dann noch mit einem Bein auf die Insel des anderen zu treten um sowas wie Annäherung / Verständnis entstehen zu lassen.

• x 1 #44


B
Zitat von KiraStuttgart26:
man versucht unvorbereitet das schlechte zu verstecken

das heißt, du willst den anderen austricksen, indem du auf seine Insel gelangst. Es wären so gesehen böse Absichten, die aber nicht als böse Absichten gelten, da sie legitimiert werden. Es sei ja schließlich nichts böses. Es ist ja nur so, dass ich etwas beim anderen erreichen will, dass er mich schnellstmöglich und am einfachsten auf seine Insel lässt.
Hm ..., dass bedeutet, du gehst mit einer Anforderung und einem Ziel an die Sache heran, dass der andere dich so anerkennt, wie du bist, auch wenn er dich noch gar nicht kennt. Deine Vorstellung dabei ist, dass du dich somit nicht beweisen musst, da du ja von dir aus gesehen ein guter Mensch bist, der sich nicht beweisen muss, da er keine bösen Absichten hat. Du willst einen Vorsprung, eine Abkürzung. Das durchaus anstrengende Kennenlernen willst du überspringen. Du willst von jetzt auf sofort dicke Freunde sein. Aber ... dann willst du danach darüber entscheiden, die Fäden in der Hand haben, über dem anderen stehen. Du, das Superwoman. Da musst du dir selbst einreden, dass das so nichts wird. Auch du musst den selbigen Weg gehen wie alle anderen, der sich in hunderttausenden Jahren als der praktikabelste herausgestellt hat.

Von sich selbst auf andere schließen: Ich bin meiner Ansicht nach ein super Typ, also denken die anderen das auch, bzw. sollen die anderen das auch denken.

Das Leben ist kein Wunschkonzert. Von über 8 Milliarden verstehst du dich vielleicht mit 10 sehr gut. Alle anderen sind zu verschieden. Diese 10 zu finden ... das ergibt sich meist von selbst. Ansonsten verbringst du die meiste Zeit mit Leuten, mit denen du dich nur solala verstehst. Das ist die Kunst, das auszuhalten und nicht daran zu resignieren, dass man nicht mit allen dicke Freunde sein kann.

• x 3 #45


KiraStuttgart26
@beside
Mit auf die Insel gelangen bedeutet für mich zuhören , versuchen den anderen zu sehen , nachzuvollziehen was er sagt und mich selbst ausblenden.
Das ist für mich eine große Hürde weil ich so auf meine Wirkung und das was ich als Nächstes sagen will fixiert bin dass es mir nicht leicht fällt mich selbst zu übersehen . Aber nur so können gute Gespräche entstehen. Und zu dem Verbergen von dem Schlechten; hier spreche ich von dem verstecken von Unsicherheit , von dem unangenehmen aushalten ( das mir schwer fällt) wenn man sich erstmal nicht kennt und nicht weiß wie das Gespräch verläuft , die leichte Anspannung weil man nunmal gern einen positiven Eindruck hinterlassen möchte.
Beim letzen Abschnitt geh ich mit, es ist ein völlig unrealistischer gedanke von allen gemacht zu werden zu wollen/ sich mit allen zu verstehen.
Das ist auch nicht mein Ziel. Ich bin auch keine nette Allrounderrin, ich kann auch hinstehen und deutlich dagegen halten.
Es muss nur mit meinem Selbstkonzept einhergehen.
Das Publikum, dem ich gefallen will, bin ich selbst und hier ist es recht schwierig anzukommen und zu sagen ; es muss nicht immer geklatscht werden , du bist okay , schau .. die Leute sind noch da 😅

• x 1 #46


freely
Zitat von KiraStuttgart26:
du bist okay , schau .. die Leute sind noch da

Jo, das kann ich voll nachempfinden.
Immerhin bist du nicht allein, viele Leute sind ja noch da.
Bei mir läuft das anders, alle flüchten. Und was bleibt einem letztendlich als zu lernen damit klar zu kommen.
Vielleicht ist es auch ganz anders als man denkt. Viele stecken da in ihren eigenen Unsicherheiten fest und wenn zwei solcher Leute sich begegnen kann es frustrierend sein. Manche blocken auch ab wenn der andere zu aufdringlich erscheint.
Ja schwere Kunst.
Irgendwann war mir das mal zu viel über all das nachzudenken.

• x 2 #47


KiraStuttgart26
@freely da gebe ich dir recht. Es ist anstrengend und mühsam und am Ende könnte man sich immer fragen, für was diesen Aufwand betreiben?
Man könnte in der Hinsicht ja auch ganz friedlich für sich hin wuseln aber wie gesagt, glaube ich, dass in allen von uns gewisse narzisstische Antriebe stecken. Unterschiedlich ausgeprägt, sicher aber im Prinzip sind wir schon so konzipiert, dass wir in sozialen Begegnungen nach Wichtigkeit und Selbstbildbestätigung suchen. Ich glaube, das ist auch unabhängig von der Bildung so.
Dieses fein ausbalancieren und auf den anderen abstimmen ist wirklich ein Kraftakt..
Wie hast du es für dich gerechtfertigt oder welche Erklärung hast du gefunden, dass die Menschen in deiner Umgebung so auf dich reagieren?
Wenn Menschen sich im Gesprächen so offensichtlich zurückziehen, bin ich auch irgendwie immer sehr getroffen. Der Impuls ist dann oft mehr reinzugehen aber da kann ich mich mittlerweile kontrollieren und ziehe mich dann ebenso zurück. Ich möchte in Gesprächen kein Bittsteller sein soweit bin ich mir bewusst. Konntest du das auch steuern ?

• x 1 #48


freely
Zitat von KiraStuttgart26:
Wie hast du es für dich gerechtfertigt oder welche Erklärung hast du gefunden, dass die Menschen in deiner Umgebung so auf dich reagieren?

Nicht leicht zu beantworten. Ich gehe ja noch davon dass meine Wahrnehmung falsch ist. Evtl liegt es gar nicht an mir alleine. Bzw irgendwie doch, aber anders will ich in manchen Momenten nicht sein.

Früher war ich sehr schüchtern. Jetzt geh ich oft schon drüber. Wirke vielleicht zu selbstbewusst. Keiner kann mir etwas, eine wichtige Erkenntnis, die vielleicht wie eine Mauer wirkt?

Weg von diesem um sich selbst Kreisen sehe ich eigentlich als Lösung an.
Mehr Kontakte in verschiedenen Bereichen suchen, dann werde ich eher auf Leute treffen mit denen ich mich verstehe.

Ich muss das alles noch mal durchgehen. Jetzt nach mehren Wochen alleine habe ich vieles vergessen. Es sind ja zu oft noch diese traurigen keiner mag mich, oder jeder findet mich komisch Gedanken da. Ich muss erst wieder unter Leute um zu schauen was ist echt und was rede ich mir ein.
Heute eine Gelegenheit, Projekt im Garten. Werde zu spät kommen, super Start oder? 🫣🤪
Vom alles richtig machen wollen bin ich bei ich mache es so wie es mir passt.
Immerhin konnte ich schlecht schlafen, von der Arbeit gestern tat mir alles weh. Ich reiss mir kein Bein mehr aus nur um zu gefallen.

Ich finde es gibt viele solche Rädchen wo man sein Agieren und Verhalten einstellen kann. Mit der Zeit möchte ich da gerne wieder nach justieren.
Gut ist es jetzt aber schon mal, dass ich hin gehe. Etwas Pflicht Gefühl habe ich wieder.

Sorry zu viele Gedanken und Redebedarf. Ich schreibe wahrscheinlich besser wieder in meinem Thread diese Romane. 😬
Weiß noch nicht mal ob ich deine Frage beantwortet habe. Aber muss mich auch gleich fertig machen und los. Etwas Zeitdruck.

• #49


Feuerschale
Hallo,
ich finde das Thema sehr interessant und die verschiedenen Aspekte dazu.
Im Moment bin ich dazu allerdings noch nicht sortiert.
Für den Moment würde das heißen, noch nicht so wirklich kompetent inhaltlich, auch noch nicht alle Aspekte erfasst
(was bewegt zum Thema oder was ist das allerneueste), aber ich merke, da ist irgendwie Erkenntnisgewinn und das finde ich interessant.
Zitat von beside:
Worauf es tatsächlich ankommt, ist nicht, welche Identität eine Person hat, sondern wie sie sich verhält. Hier steht Identität versus Verhalten.


Zitat von User_0815_4711:
Ganz meine Meinung.
Das Verhalten (die Wirkung nach außen) bestimmt unsere Identität.
Weil Identität, Ich, Ego, (Selbst-)Bewusstsein etc. für mich sowieso nur Illusionen sind.

Hmm, Verhalten ist aber auch irgendwie variabel. Es entsteht, weil ich etwas gelernt habe.
Weil ich das oder die Modelle kenne und auch durchführen kann.
Und es passt zur Situation, zu dem was ich erkenne, zu meiner Moral/Wertesystem.

Ob noch Antriebe wie Ego, Selbstbild oder Dominanz/Kontrolle eine Rolle spielen, kann auch mehr oder weniger variabel sein. Also, ist Verhalten wirklich "pur"?
Vielleicht wenn man sehr geerdet ist, wenig Umwege um den Kopf machen.
Oder eben auch viel, und man verhält sich weil das Ego und Selbstbild einen Gewinn haben
Zitat von KiraStuttgart26:
Ich finde den Ansatz, dass das Verhalten die Identität formt verkürzt weil es doch auch angeborene , epigenetische und sehr früh angelegte Aspekte garnicht einschließt.
Denkmuster und unbewusste Grundannahmen stehen ja erst mal vor dem Verhalten. Verhalten ergibt sich aus dem inneren Bild über mich und über andere.

Ja so denke ich auch. Da passiert noch ganz viel von A nach B.
Zitat von KiraStuttgart26:
Glaube garnicht dass es das Verhalten des anderen ist. Wenn die Gesprächsebene nicht stimmt ist es einfach sehr schwer für mich da souverän wieder raus zu kommen. Da fehlen mir einfach ein paar Fähigkeiten im Bereich Smalltalk und Abgrenzung.

Es kommt vielleicht auch auf die Art des Zusammenseins an.
Mononoligisiert einer?
Geht es um Kompetenz und Unkompetenz?
Bei "souverän" gehts ja irgendwie um Gesicht wahren, kompetent sein....

Es gibt ja auch Zusammenkünfte, da könnte es einfach nur um den Austausch oder die Verbindung gehen.
Gemeinsam etwas erleben. Sich entspannt einen Ausschnitt Welt zeigen....achtsam sein....
Sich helfen, an etwas gemeinsam arbeiten aber nicht in einem offiziellen Arbeitssystem mit allen Messlatten dabei....
Sondern weil man es mit Herzblut macht z B, einen tief da etwas antreibt.

Ich denke Inkompetenz und Geltungsdrang kommt nur in bestimmten Zusammenhängen auf.
Wenn man "liefern" muss, scheitern kann, bewertet wird....oder sich selbst bewertet.
Zitat von konfus:
Irgendwie ist man ja immer man selbst. Aber manchmal verliert man irgendwie auch den Kontakt zu sich und das Selbstbild entspricht nicht mehr der Realität.

Also das mit dem Selbstbild hab ich nie gut begriffen, obwohl ich ja hier im Westen/D mit höherer Bildung groß wurde und später auch in die soziale Richtung ging mit einer Menge Input dazu, Seminare und Co.

Ich hatte mich immer sehr verwundert, woher manche ihre Agenda nehmen: Ich bin ich, ich bin toll, darum agiere ich jetzt in der Welt, wenn ich Grenzen überschreite darf ich das, bin ja toll....(und das waren nicht die Intelektuellen, gibt halt Leute die durchschreiten und durchschneiden einen Raum mit einer Agenda....und es gibt welche die beobachten eher, sind stiller, sind unsicher oder haben da eben einfach nix in der gleichen Richtung...)

@konfus Du sprachst ja noch von Psychose, ich denke da gehts um nochmal was anderes.
Ich denke man hat ein relativ erprobtes Bild, wie man selbst mit der Welt zurechtkommt, wie man tickt, wie die Welt tickt.
Und wie man außen ankommt oder wie man die Welt wahrnimmt, überschneidet sich nicht großartig von dem Bild anderer. (vor der Psychose)

Bei Psychose (hatte ich es zumindest erlebt) zerfällt die bekannte Welt, nichts funktioniert mehr wie gewohnt, die eigene Imagination ist grenzenlos und flutet mit Assoziationen, man baut sich ein neues Weltbild, was der alten Welt und dem Bild der anderen (falls sie in der "regulären" alten Welt sich befinden kognitiv) nicht standhält oder was die nicht wahrnehmen/leugnen. So geht man davon aus es existiert nicht. In der Regel auch zurecht, weil man so übermäßig in der eigenen Imagination sich die zerfallene Welt zurechtstrickt, und es macht dann in der Regel nicht all zu viel Sinn. Zumal man bei dieser eigenen hyperaktiven Imagination plus der ängstlichen Gefühle (ggf Horrortrip) dabei selber merkt, iwas stimmt nicht. 🤔
Zitat von freely:
Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang. Das schließt sich nicht aus, sondern bedingt sich ja erst.
Das Gegenteil vom Geltungsdrang bzw Geltungsstreben ist der Gemeinschaftssinn. (Alfred Adler)
Beim Geltungsstreben schaut man nur auf sich, wie man bei den anderen ankommt, welchen Stellenwert, Erfolg usw. man hat. Die anderen sind das "Publikum" und man kommt sich wie auf einer Bühne beobachtet vor bzw beobachtet selbst welche Rolle man spielt.
Beim Gemeinschaftssinn ist man eher beim Du, dem Wir. Das Ich rückt in den Hintergrund. "Der Mensch wird am Du zum Ich" (Martin Buber)

Interessanter Gedanke.

Vielleicht kommt es - auf dem Weg dahin - auf die Qualität auch des Wirs an.
Denn es gibt auch "die Hölle, das sind die anderen" (Huis Clos, Sartre). Eine Gesellschaft in der eitel und wertend daher gequakt wird, ist keine Lösung des Problems, denke ich.
Da würde der innere Konflikt nur stärker, bin ich richtig, bin ich dort richtig, kann ich es richtig machen.

Eine Verbindung zu anderen anhand von Authenzität, anhand von echten Werten, echten Projekten, das ist glaube ich was anderes.
Da kann auch der eigene innere Instinkt anknüpfen was wird gebraucht, wo werde ich gebraucht, was ist notwendig und man weiß wo man dran ist bei dem Wir.

Also würde sagen: neurotische Gesellschaft- verstärkt neurotisches Ich.
Gesunde natürliche Gesellschaft- Chance auf gesundes Wir und gesundes Ich darin.
Ist jetzt aber auch nur eine spontane These.
Zitat von KiraStuttgart26:
Unterschiedlich ausgeprägt, sicher aber im Prinzip sind wir schon so konzipiert, dass wir in sozialen Begegnungen nach Wichtigkeit und Selbstbildbestätigung suchen. Ich glaube, das ist auch unabhängig von der Bildung so.

Hmm, also das mag oft so sein, aber nicht immer, wie ich oben auch schon Beispiele gebracht habe.
Es gibt diese Macht ebene. Diese Ebene, bin ich darin gut oder nicht und werde ich anerkannt.

Aber es muss doch auch noch irgendwas anderes geben.
Spontane Zuneigung. Einfach mal mit jemandem abhängen. Oder wenn Paare sich finden...da hoff ich doch dass es NICHT um Selbstbildbestätigung geht....sondern den Wunsch dass man eng zusammenlebt und dass es dem anderen im konkreten gut geht, und auch Zuneigung.

• x 1 #50


KiraStuttgart26
@Feuerschale Ich bin jetzt mit meinen Kids beschäftigt. Aber versuche mir später alles in Ruhe durchzulesen. Ein paar interessante Punkte sind mir gleich ins Auge gesprungen. Zu dem letzten Abschnitt kann ich aber sagen, dass tiefe Begegnungen da noch mal ausgeklammert sind. Wenn man einen Stand beziehungsweise eine Bindung hat, ist es schon so, dass das Verhalten natürlich ein ganz anderes ist. Ich rede eher in den oberflächlichen Alltagskontakten, die nicht immer gleichen Freundschaften und Liebesbeziehung übergehen. Das sind ja die Kontakte, die eigentlich emotional auch keinen großen Raum einnehmen aber bei mir beispielsweise eben doch. Wie gesagt, ich versuche später, mich noch mal rein zu lesen und was dazu beizutragen,

• x 1 #51


Feuerschale
@KiraStuttgart26 alles klar. dann einen schönen Tag mit den Kids 🍀👍

• #52


Feuerschale
Zitat von freely:
Mehr Kontakte in verschiedenen Bereichen suchen, dann werde ich eher auf Leute treffen mit denen ich mich verstehe.

Ich muss das alles noch mal durchgehen. Jetzt nach mehren Wochen alleine habe ich vieles vergessen. Es sind ja zu oft noch diese traurigen keiner mag mich, oder jeder findet mich komisch Gedanken da. Ich muss erst wieder unter Leute um zu schauen was ist echt und was rede ich mir ein.

Ich glaub diese Erwartungshaltung strengt auch an: Man trifft einen Menschen und denkt "es muss jetzt was passieren" - wir müssen uns verstehen o ä.

Ok, und dann sieht man, bei anderen gehts auch, warum nicht bei mir?
Oder hat man zu wenig Merkwürdige andere Leuts um sich rum, so dass man nur einseitiges Feedback kriegt? 😅

die Situation kenn ich soweit schon auch. Also das sich anpassen an eine Gesellschaft, Dinge tun, die andere normal und gerne tun. Die sind dabei in ihrem Element. Ich aber leider nicht. Es wird ein Krampf. Auf beiden Seiten.

Es könnte helfen, etwas zu tun, was man wirklich gerne tut, und wenn man dabei Leute trifft und die tun das auch gerne, gut,
dann ist der Fokus nämlich völlig woanders....im gerne tun....und eher entspannt miteinander was tun.

Hat man halt eher Nerd Hobbies oder da wo wenig Leute sind, ist das schon bisschen schwieriger...
Beim Garten, gibts dann zumindest die älteren Leuts an Gartennachbarn 🙂

• x 2 #53


User_0815_4711
Zitat von Feuerschale:
Also, ist Verhalten wirklich "pur"?

Hoffentlich nicht. Denn das wäre sehr unempathisch.
Es geht immer ums gegenseitige einschwingen. Bei jedem Kontakt.
Manchmal geht das besser, manchmal geht das schlechter, hängt von der Verfassung des Gegenübers genauso ab wie von der eigenen Verfassung.

• x 3 #54


Feuerschale
Zitat von User_0815_4711:
Hoffentlich nicht. Denn das wäre sehr unempathisch. Es geht immer ums gegenseitige einschwingen. Bei jedem Kontakt. Manchmal geht das besser, manchmal geht das schlechter, hängt von der Verfassung des Gegenübers genauso ab wie von der eigenen Verfassung.

Stimmt, das wäre optimal. Dass man auf Situation und auch Gefühle/Gegenüber reagiert und nicht stur.

Trigger

Ah, das beantwortet nebenbei auch ein bisschen meine heutige Hundefrage 👍

• x 1 #55


Azure
Zitat von KiraStuttgart26:
Manche Menschen , die sehr intelligent und selbstischer auftreten verstärken meine Unsicherheit massiv und ich habe Angst dass sie sich genauer mit mir befassen.

Ist das nicht das größte Kompliment, das dir ein intelligenter, selbstbewußter Mensch geben kann?

• x 2 #56


KiraStuttgart26
@Azure
Das könnte man von außen betrachtet meinen aber das Gefühl setzt mich eher unter Druck, als dass es mir schmeichelt.
Ich glaube, viele Menschen genießen es auch zu spüren, dass sie eine gewisse Wirkung auf andere Menschen haben. Und hin und wieder ist schnell klar, wer intellektuell das Oberwasser hat.
Dann ist es nur noch für den Entspannt und unterhaltsam,der sich nicht unzulänglich fühlt..

• x 1 #57

Mitglied werden - kostenlos & anonym

KiraStuttgart26
Noch ergänzend muss ich aber sagen, dass meine Erfahrung als Frau und im
Umgang mit diesen auch eher diese „ bewerten und konkurrieren“ Aspekte beinhaltet.
Das nehme ich bei Männern nicht so wahr, diese wiederum treten wohl auch mit Männern in Konkurrenz.
Ich komme mit Frauen sehr gut aus und würde mich auch als nicht „Stutenbissig“ bezeichnen. Aber trotzdem beobachte ich das schon, dass ein gewisser Geltungsdrang untereinander ordentlich mitschwingt.
Evolutionär macht einiges davon wirklich Sinn und wenn die Kognition noch so gut ausgebildet sind, haben wir ein paar alte Programmierungen, die dann laufen.

• x 1 #58


Azure
Zitat von KiraStuttgart26:
Dann ist es nur noch für den Entspannt und unterhaltsam,der sich nicht unzulänglich fühlt..

Du bist eine kompetente Frau mit viel Lebenserfahrung. Als Krankenschwester hast du einen Erfahrungsschatz, auf den nicht jeder blicken kann. Du bist eine liebevolle Mutter. Du hast für dich klare Grenzen definiert, was für dich angenehm ist.

Kurz du bist ein Mensch, der nicht unzulänglich ist, sondern einzigartig.

Du bereicherst eine Gruppe von Ingenieuren durch deine Anwesenheit und durch deine Fähigkeit, nicht linear, sondern vernetzt zu denken.

Wenn du etwas im Kopf hast, dann nicht ohne Grund...

Vielleicht bist du genau dort wo ich mich befand, als ich meine Swlbstbewusstseins-Entwicklung begann. siehe Thread soziale-angst-erroeten-redeangst-zittern-f1/wege-aus-meiner-angst-vor-kontakten-t114220.html

Ich will dir etwas verraten: wenn ich Texte von mir von früher anschaue: es sind die selben Denkmuster, es ist der selbe eigenwillige Humor, es sind weiterhin Gedanken, die mich und meine Umwelt analysieren und viele Dinge wirken auf mich damals und heute konfus und unstrukturiert.

Wenn ich mit Vorgesetzten und Kollegen spreche, dann kommen - im Gegensatz zu früher wo ich geschwiegen hatte - oft viele Informationen in zu kurzer Zeit und die Aussage als Antwort: "ich kann dir überhaupt nicht folgen" und ich sage dann: "Ok, ich bereite es noch einmal auf" oder ich restrukturiere meine Gedanken in Gegenwart der anderen neu und staunte zunächst, dass sie mir die Zeit gaben, weiter auszuholen.

Im Gegensatz zu früher weiss ich nun: Wenn bereits zwei schlagfertige Ingenieure im Raum sind - dann darf ich auch gerne einfach nur dabei und dankbar sein, dass ich an den Gesprächen passiv teilnehmen darf und wenn ich die richtige Frage stelle, erklärt es mir einer für mich, so dass ich dann zusätzlich eine kritische Frage stellen kann - die er noch nicht berücksichtigt hat.

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg - dich in Gegenwart anderer zurechtzufinden und wohlzufühlen etwas schneller findest, als ich es tat - obwohl ich sagen muss, dass mir dieser Weg unglaublich viel Spaß bereitet hat.

• x 3 #59


Feuerschale
Zitat von KiraStuttgart26:
Ich bin jetzt mit meinen Kids beschäftigt. Aber versuche mir später alles in Ruhe durchzulesen. Ein paar interessante Punkte sind mir gleich ins Auge gesprungen. Zu dem letzten Abschnitt kann ich aber sagen, dass tiefe Begegnungen da noch mal ausgeklammert sind. Wenn man einen Stand beziehungsweise eine Bindung hat, ist es schon so, dass das Verhalten natürlich ein ganz anderes ist. Ich rede eher in den oberflächlichen Alltagskontakten, die nicht immer gleichen Freundschaften und Liebesbeziehung übergehen.

Ich dachte hier übrigens als erstes, Prioritäten gut gesetzt 👍 Kids vor Diskussionen mit Fremden im Internet.
Und mit den Kids was erleben und tun. Diskussionen laufen auch nicht weg. 😉

Dass es außen und wie wirkt man einen mehr anfrisst wie bei den "intimeren Menschen" kenne ich stellenweise.
Also dass man das außen so priorisiert oder dass es so wirkt und unruhig macht.

In meinem Fall ist es so, dass ich in vielem fast nur das äußere habe.....Kollegen, Chefs, Nachbarn, und die Herkunftsfamilie wo es teilweise auch etwas krampfig ist, außer mit Nichte Neffe und dem eher angeheirateten Teil....

Wegen dem "nehm das außen nicht so wichtig" oder "Hat das denn Wichtigkeit?" was die anderen denken, hab ich ja auch schon Tips gehört und gelesen, und dann frag ich mich, wie kommt man zu der Wichtigkeit- in sich selbst und für die wirklich wichtigen Sachen und wie kommt man zu so ner Distanz in diesen sozial stressigeren Situationen?

Fehlt vielleicht oft so der Basisdraht zu einem selbst, zu den eigenen existentiellen Wichtigkeiten?
Und dann können sich auch Unwichtigkeiten groß machen? 🤔

Oder im Arbeitskontext gehts ja selten um basale existentielle Wichtigkeiten....da muss man performen, Kompetenz zeigen....die Kollegen für die Pausen im rechten Maß bespaßen (also Philosophie als Thema kommt da auch selten an und richtig ernste Themen oder ganz private Sachen werden auch kaum besprochen...)

Manchmal bin ich sogar so im Arbeitsmodus drin, dass ich die basalen Sachen für mich vergesse, also Pause machen, durchatmen, was trinken, was essen.
Ne Runde spazieren geht, weil ich mittags dann einen harten Cut mache, aber bis dahin drehts und drehts.

• #60


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Dr. Reinhard Pichler
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