App im Playstore
Pfeil rechts
95

KiraStuttgart26

KiraStuttgart26
Mitglied

Beiträge:
817
Themen:
5
Danke erhalten:
600
Mitglied seit:
hallo,
ich habe mal ein Anliegen, ausnahmsweise nicht aus dem Hypochondrischen Themenbereich.
Eigentlich bin ich eine sozial gut eingebundene Frau Mitte 30 . Habe Kinder und führe ein relativ ruhiges und normales Leben . Habe einen Beruf erlernt, der viel Kontakt mit Menschen daherkommt. ( Krankenschwester ) und da auch keine Probleme im Umgang mit diesen.

Jetzt zu meinem Problem:
Ich habe irgendwie schon immer Probleme,
mein eigenes „ ich“ zu definieren . Das zeigt sich vor allem in Gesprächen mit
Menschen , die ich privat neu kennen lerne zb durch Kindergarten oder auch Nachbarn mit denen man ins Gespräch kommt. Ich fühle mich unsicher , einfältig und kann mich schlecht aufs Gespräch konzentrieren weil ich mich selbst dauernd beobachte und denke dass ich dann auch komisch wirke. Ich kann dann nichts entspanntes normales sagen sondern lege Zuviel „Wucht“ in manche Aussagen , störe mich an Augenkontakt und habe immer Angst davor irgendwie beschränkt oder seltsam zu erscheinen.
Als hätte ich keine gute „ Linie“ kein festes Wesen sondern hangel mich da völlig unbeholfen durch.
Manche Menschen , die sehr intelligent und selbstischer auftreten verstärken meine Unsicherheit massiv und ich habe Angst dass sie sich genauer mit mir befassen.
Auf der arbeiten bin ich sehr selbstbewusst und im Freundeskreis auch . Da habe Ich aber auch meine Rolle gefunden und bin
da gut etabliert.
Zudem ist mir aufgefallen dass ich oft andere imitiere, in Sprech- und Ausdrucksweise. Wenn ich das gut mache , gibt mir diese Rolle eines anderen etwas Sichheit in meiner konzeptlosigkeit.

Erkennt sich jemand wieder ?

Was auch sehr störend ist dass viele zu locker vor sich hinreden und ich zwanghaft darüber nachdenke was ich Schlaues sagen / fragen könnte …
Mein Mann ist Ingenieur und hat einen Freundeskreis mit vielen Akademikern , vorallem da will ich halt als schlau und schlagfertig wahrgenommen werden was ich dann oft zu sehr versuche zu verkaufen 😵‍💫

• • 04.10.2026 x 4 #1


86 Antworten ↓

D
Zitat von KiraStuttgart26:
Erkennt sich jemand wieder ?

Ich.
Aber als ich jünger war.
Sehr schlechtes Selbstwertgefühl und sehr selbstunsicher.
Mit den Jahren, vor allem jenseits der 30, wurde es immer ein bissel besser.

Ich habe geguckt, mir selbst mehr wert sein zu können, stückchenweise. Und mich mit Menschen umgeben, für die ich fast keine Rolle spielen musste.

Dafür eignen sich sehr gut Menschen, die selbst Defizite oder gar Erkrankungen haben 😉

• x 1 #2


A


Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang

x 3


KiraStuttgart26
@Dunkelbunte
Ja genau , wenn man jünger ist dann entwickeln sich viele Züge ja noch auch das Selbstbewusstsein muss reifen. Ich bin wie gesagt über das Alter hinaus , in dem man eine gewisse Unfertigkeit erwartet..
Mich stören halt Menschen sehr , die nicht einfach vor sich hinplaudern sondern diese , die genau hinsehen , hinhören .. als könnten sie meine Fassade durchdringen .

• #3


User_0815_4711
Zitat von KiraStuttgart26:
Zudem ist mir aufgefallen dass ich oft andere imitiere.

Das ist normal und ein sehr soziales Verhalten.

Ansonsten kenne ich das von mir auch, lief bei mir immer unter "Schüchternheit". Ich taue erst auf, wenn ich Leute besser kenne.

Zur Zeit ist es egal, weil ich kaum Kontakt mit fremden Menschen habe. Aber generell ist es besser geworden mit dem Alter - du bist noch ziemlich jung. Ab einem gewissen Alter ist der Ruf sowieso ruiniert und es lebt sich gänzlich ungeniert (abgekupfert).

• x 1 #4


D
Irgendwann entscheidet man sich. Braucht man immer eine Rolle oder Fassade?
Ist Authentizität nicht sogar der beste Weg die Leute anzuziehen, mit denen man wirklich gut kann und jene loszuwerden, die einem eh nicht gut tun?

Ich bin jetzt 45 Jahre alt und in den letzten 10 Jahren fand sehr viel persönliche Entwicklung bei mir statt. Gerade was das Selbstwertgefühl betrifft.

• x 1 #5


User_0815_4711
Zitat von KiraStuttgart26:
als könnten sie meine Fassade durchdringen .

Welche Fassade? Was verbirgt sich dahinter schreckliches?
Das ist mir völlig egal. Bei mir gibt es keine Fassade, alles echt.

• x 1 #6


K
Schlau ist zu seinen Schwächen zu stehen und nicht sich als jemand zu verkaufen der du nicht bist.
Krankenschwester ist ein sehr anspruchsvoller Beruf! Die wenigsten Akademiker können einen ordentlichen Kornährenverband anlegen oder wissen was eine Klavikulafraktur ist. Stell dein Licht nicht unter den Scheffel!

Hier strohmern ein paar mal im Jahr zwei Professoren rum (Verwandschaft) Und bringen auch den ein oder anderen mal mit.
Ich kann ihnen nicht das Wasser reichen, aber glücklich kann ich sie machen. Ich höre ihnen zu! Und wenn du dir etwas erklären lässt ... was weis ich, wie eine Drehbrücke fuktioniert zum Beispiel oder was das besondere an der Golden Gate Brücke ist, hast du mehr Boden gut gemacht als mit einem verunglückten Versuch schlagfertig zu sein.

Versuche es so.

• x 2 #7


KiraStuttgart26
@Dunkelbunte zum Thema Authentizität… ich habe eben den Eindruck als hätte ich garkeine feste Persönlichkeit in dem Sinne.

Schüchternheit ist es auch nicht, eher eine Art Einfallslosigkeit und eine zu starke Selbstbeobachtungen.

Ich war jahrelang in Therapie wegen einer Hypochondrischen Störung, der Psychiater hat Anteile einer histrionischen Persönlichkeit benannt.
Vielleicht nicht im Sinne einer Persönlichkeitsstörung, aber Merkmale erkenne ich aufjeden Fall. Leitmerkmale sind unter anderem
dieses nach außen gerichtete, Hauptsache gefallen , kein eigenen Standpunkt haben.
Und auch das man sich selbst nicht richtig hat . Finde ich sehr zutreffend.

• x 1 #8


KiraStuttgart26
@Kara-velle
Das ist ein guter Ansatz.
Danke . Ich möchte sowieso lernen besser zuzuhören statt etwas von mir darzustellen .

• #9


E
@KiraStuttgart26 geht mir ähnlich.

• x 1 #10


KiraStuttgart26
Komisch oder ? Wenn man jetzt Mitte 20ig wäre , dann wäre es wahrscheinlich garkein Thema.
Du hast mir ja geschrieben , kann schon sein dass da keine Entwicklung bzw. keine Wesensfestigung stattfindet. Warum weiß ich nicht ?
Was genau beschäftigt dich ? Ist es das Selbstbewusstsein oder eher eine soziale Unzulänglichkeit?

• #11


H
Hi, ich hab das hier gefunden weil du mir netterweise auf meine aktuelle Angst geantwortet hast.

Zwar kenne ich das was du hier beschreibst nicht in der Art. Bin aber auch jemand der im Nachhinein Gespräche im Kopf durchgeht und denke dann immer ich hab was blödes gesagt, sodass der andere jetzt schlecht von mir denkt.. aber denke es geht bisschen in eine andere Richtung als bei dir.

ABER ich kenne diese Fragen „wer bin ich wirklich“ - ich möchte authentisch sein und ich glaube viele nehmen mich auch so wahr.. Aber ich bin mir gar nicht so ganz sicher was mein authentisches Ich überhaupt ist 😅

Vielleicht hängt ja sowas sogar mit der Angststörung zusammen. Vielleicht ist das Problem weniger dass man keine klar definierte Persönlichkeit hat sondern eher, dass man sich überhaupt so viele Gedanken drüber macht und analysiert. Bisschen ähnlich wie mit den Krankheitsängsten

Und beides zeigt auch eine grundsätzliche Unsicherheit

• x 1 #12


User_0815_4711
Zitat von hilfefuchs:
Aber ich bin mir gar nicht so ganz sicher was mein authentisches Ich überhaupt ist

Aber die Menschen, mit denen du interagierst, die wissen das.
Man ist immer das, was man nach außen ist.
Du selber brauchst das nicht zu wissen 😉 .
Man kann sich alles mögliche zusammenphantasieren, andere Leute sehen und erleben das ganz anders.
Gibt ein paar Beispiele hier, Stichwort Unterschied Fremdwahrnehmung - Eigenwahrnehmung.

• x 1 #13


KiraStuttgart26
Interessanter Einwand .
Es greift glaub nicht alles auf.
Ich vermute dass ein starkes Ichgefühl sehr wohl wichtig ist, vorallem ja darauf Wie ich mit anderen Menschen agiere. Sie spüren durch etliche Signale in Stimmung, Selbstsicherheit und Authentizität auf. Darauf sind wir auch ausgerichtet denn wir mussten seit jeher Freund und Feind unterscheiden und einschätzen ob jemand gut oder gefährlich für uns ist.
Dass was ich innerlich bin sendet etwas aus und das wird bewusst oder unbewusst wahrgenommen. Außerdem möchte man ja auch auf eine gewisse Weise wahr genommen werden.Zweifel, Ängste und Unsicheit zeigt man nicht gern.
Wenn man nun aber kein sicheren stand in sich hat , ist es garnicht leicht Beziehungen zu knüpfen oder zu vertiefen.
Ich persönlich finde Menschen die so durch die Welt „wabern“ auch eher unangenehm und weil man sie eben nicht einschätzen kann , würde ich ihnen evtl auch eher aus dem Weg gehen.
Man spürt irgendwie dass mit ihnen etwas nicht stimmt. So nehm ich mich auch oft wahr.
Hin und wieder trifft man glücklicherweise Menschen bei denen man ganz unbeschwert seine Widersprüchlichkeit leben kann und trotzdem entsteht verständnis und freundschaftliche Beziehung. Aber man ist halt kein „ Allrounder“ der hier und dort einen Plausch hält und abends im Bett liegt und nicht die Hälfte seiner Gespräche als komisch und unangenehm erachtet 😄

• x 2 #14


K
Zitat von KiraStuttgart26:
Erkennt sich jemand wieder ?

Total, und das liegt unter anderem daran, dass du diese Dynamik sehr gut beschrieben hast. Hilft mir persönlich gerade sehr, das so zu lesen.

Du sprichst immer wieder von fehlendem Ich-Gefühl, aber mein Eindruck beim Lesen war eher, dass du deines Ichs recht klar bist und das Problem eher darin liegt, dass du mit diesem, wie es sich aktuell zeigt, nicht zufrieden bist.

Außerdem sagst du, dass das in deinem Alter doch schon anders sein sollte oder anders erwartet werden würde... Was andere von einem erwarten, ja kompliziertes Thema. In meinen Augen oft völlig verzerrt und unverhältnismäßig, was so erwartet wird (...und was nicht). Aber du vergleichst dich hier mit Anderen...betrachtest dich durch die vermeintlichen Augen Anderer... Aber wie ist dein ganz eigener Maßstab und deine Werte? Es ist leichter gesagt als getan, aber man sollte wirklich nicht zu sehr nach Außen schauen, was die eigene Art der Entwicklung angeht. Das verdirbt einfach alles.

Sei nicht so hart zu dir wegen deinen Akademikerfreunden. Da ist doch auch alles mehr Schein als Sein. Komplizierte Wörter...auswendig gelernte Theorien und Studien, auf die man sich bezieht. Aber bei genauerem Nachfragen stellt sich meist raus: Wir haben alle ziemlich wenig Ahnung. Und das ist völlig in Ordnung.

lachen

• x 1 #15


KiraStuttgart26
@konfus Danke für deine Antwort.
Ich habe einige „Facetten“ die sitzen , das stimmt.
Mein Problem ist auch hier , wie in der Überschift erwähnt, der Geltungsdrang. Mir ist durchaus bewusst dass es ein oberflächliches Anliegen ist. Das ärgert mich noch mehr. Ich glaube dennoch dass die allermeisten Menschen das Bedürfnis haben sich auf eine gewisse Weise darzustellen. Es ist schwer sich davon freizumachen obwohl wir genau wissen, wie unwichtig dass alles für unser kurzes Leben ist. Ich beneide Menschen etwas , wenn sie es können.
Du hast gesagt du erkennst dich wieder.. inwiefern hast du da ein Thema?

• #16


K
Zitat von KiraStuttgart26:
Es ist schwer sich davon freizumachen obwohl wir genau wissen, wie unwichtig dass alles für unser kurzes Leben ist. Ich beneide Menschen etwas , wenn sie es können.

Geht mir auch so. Und mich verwundert, dass mir das doch schon seit so vielen Jahren klar ist, aber es scheinbar doch noch nicht wirklich angekommen ist. Diese Kluft zwischen bewusster Einstellung und wie sich dann aber die Gefühle zeigen verwirrt mich immer wieder und ist auch Thema in meiner Therapie.

Zitat von KiraStuttgart26:
Du hast gesagt du erkennst dich wieder.. inwiefern hast du da ein Thema?

Ich bin krass auf meine Außenwirkung fixiert und stehe unter Leuten, selbst unter guten Freunden, meist unter großer Anspannung. Wie ich aussehe, was ich sage, dass ich klug wirke und den Erwartungen entspreche oder am besten noch übersteige. Es macht einen riesen Druck in mir, der mich so auslaugt...

Als Beispiel: Ich bin ein 34jähriger Mann und in einem Umfeld aufgewachsen, in dem mir ein völlig toxisches, becheuertes Männerbild vorgelebt wurde: Gefühle zeigen ist schwach, man muss immer alles unter Kontrolle haben und so... Auch wenn ich längst verstanden habe, dass das Unsinn ist und ich so ein Mann gar nicht sein will, überspiele ich ständig, dass es mir eigentlich nicht gut geht, weil ich mich sonst schwach oder komisch fühle, vor allem in Anwesenheit dieser eben genannten Alphamännchen. Das passiert dann regelrecht automatisch und ich frag mich rückblickend, was mit mir los war.

• #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

KiraStuttgart26
@konfus da können wir uns die Hand reichen. Das klingt doch meinem sehr ähnlich.
Wie du schon sagst, haben wir Ansichten und Verhaltensmuster in uns, die sich auch durch kognitive Erkenntnis nicht aushebeln lassen. Auf der anderen Seite bin ich auch der Überzeugung, dass Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen insofern gut ausgeprägt, mehr Unabhängigkeit von anderen bedeutet.
Ich frage mich immer ob man da noch was nachholen kann, als erwachsener Mensch.
Wie reagiert denn dein Umfeld auf dich? Falls du es doch mal hervor blitzen, lässt?
Ich denke auch, dass ich das Männerbild in unserer Gesellschaft sehr verändert hat. Aber dennoch ist es irgendwie weiterhin so, dass Männer Ruhe, Kraft und Selbstsicherheit ausstrahlen sollten um „gut“ anzukommen.
Hast du denn Vertrauen zu deinen Freunden? Irgendwann sollte da ja schon der Punkt kommen, an dem man mal zeigen kann, wer man ist und wie man sich fühlt, ohne Ablehnung zu befürchten. Bei mir ist es jedoch auch so, dass ich meine Maske am liebsten immer trage😀

• #18


K
Zitat von KiraStuttgart26:
Auf der anderen Seite bin ich auch der Überzeugung, dass Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen insofern gut ausgeprägt, mehr Unabhängigkeit von anderen bedeutet. Ich frage mich immer ob man da noch was nachholen kann, als erwachsener Mensch.

Selbstwert ist ein Thema, das ich immer weniger verstehe, je mehr ich drüber nachdenk. 🤪 Ich glaube nicht so sehr an das Konzept, dass man irgendeine Leistung erbringen muss, die einem Selbstwert gibt, sondern eher an sowas, dass dieser eigentlich von Natur aus bei jedem da ist, und durch falsche Blickwinkel versperrt.

Zitat von KiraStuttgart26:
Wie reagiert denn dein Umfeld auf dich? Falls du es doch mal hervor blitzen, lässt?

Tatsächlich fast immer ganz anders als die Sorge sagt: Positiv, verständnisvoll, heilsam. Die Anderen öffnen sich dadurch ja auch und es entsteht eine echte Verbindung. Das macht mir dann allerdings auch schnell Unbehagen. Echte Nähe ist gruselig .-.

Zitat von KiraStuttgart26:
Hast du denn Vertrauen zu deinen Freunden?

Ich habe einen kleinen Freundeskreis und die wohnen recht weit entfernt. Zu einer Freundin habe ich ein vertrautes Verhältnis und wir schreiben regelmäßig, bei den anderen beiden Freunden bin ich dabei, es aufzubauen und Step by Step die Fassade fallen zu lassen. Wie siehts da bei dir aus?

• x 2 #19


K
Ach und.. hast du eigentlich Therapie-Erfahrung?

• #20


A


x 4


Pfeil rechts




Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore