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Feuerschale
Zitat von KiraStuttgart26:
Das könnte man von außen betrachtet meinen aber das Gefühl setzt mich eher unter Druck, als dass es mir schmeichelt.
Ich glaube, viele Menschen genießen es auch zu spüren, dass sie eine gewisse Wirkung auf andere Menschen haben. Und hin und wieder ist schnell klar, wer intellektuell das Oberwasser hat.

Dabei gehts dann eher um Gerangel, Kompetenz und Fehlersuche. So ne Art Wettbewerbsmodus.
Oder perfekt sein Modus.
Ist die Frage ob der situativ da ist, bei der anderen Person da ist, oder ob der in einem selbst so anspringt.

Ich kenne da eigentlich eher einen anderen Modus...so offen sein und staunen "was hast du denn so zu sagen" aha interessant, noch nie gehört. ich kenne dazu...Es ergeben sich neue Verknüpfungen....
Da gehts vielleicht um ein Thema, vielleicht um Psychologie auch.

Aber nicht um Schuldsuche oder Beschämung. Nicht um "du dummer jetzt hab ich dich".
Wer so ein Klima aufmacht "du dummer ich bin besser, jetzt hab ich dich", nee, auf sowas hab ich gar keine Lust.
Da kann jemand noch so intelligent und selbstbewusst sein.

An selbstbewusst hätte ich allerdings meine Zweifel,wers so nötig hat sich so aufzuspielen oder andere abzuwerten.
Da würde ich zumindest mal ne Profilneurose vermuten....und die kann sich gerne ein anderes Objekt zum abarbeiten suchen.

Aber so subjektiver Austausch, offen, neugierig, eher spielerisch, jeder wirft was in die Waagschale, die Erkenntnis wird frei gewohnen, es kommt neues bei raus, das macht doch Spaß 😊
Da muss man ja auch nicht auf der Hut sein bei sowas.

• x 2 #61


Feuerschale
Zitat von KiraStuttgart26:
Noch ergänzend muss ich aber sagen, dass meine Erfahrung als Frau und im Umgang mit diesen auch eher diese „ bewerten und konkurrieren“ Aspekte beinhaltet. Das nehme ich bei Männern nicht so wahr, diese wiederum treten wohl auch mit Männern in Konkurrenz. Ich komme mit Frauen sehr gut aus und würde mich auch ...

hmm, in der Tat hab ich das lockere Gefühl eher mit Männern, und seltener bei Frauen.
Wobei es drauf ankommt, wenn die sich z B auch nicht so wichtig nehmen, frei von der Leber weg reden und offen sind, klappts auch da ganz gut.

Oder wenn sie insgesamt etwas reflektierter sind statt "automatisiert".
Bei manchen Frauen hab ich echt das Gefühl, die leben so Schablonen, die erwarten Schablonen, die korrigieren auch, wenn man rausfällt... 🤔 Klingt komisch beschrieben, ist aber manchmal so ein Gefühl.

Hier in dem Austausch hab ich das Gefühl (von Krampf o ä) jetzt nicht, mit dir, oder mit freely. Das klingt für mich eher so offen erforschend.Und wenn du ansprichst, ich hab Angst, dass ich mich unwohl fühle oder zu kurz komme, so ist das ja immer noch offen und nicht so automatisch ausagiert.

Ich hoffe dir gehts auch noch halbwegs gut hier in dem Thread? 🤔

• x 1 #62


A


Unbeholfen trotzdem Geltungsdrang

x 3


Feuerschale
Zitat von beside:
das heißt, du willst den anderen austricksen, indem du auf seine Insel gelangst. Es wären so gesehen böse Absichten, die aber nicht als böse Absichten gelten, da sie legitimiert werden. Es sei ja schließlich nichts böses. Es ist ja nur so, dass ich etwas beim anderen erreichen will, dass er mich schnellstmöglich und am einfachsten auf seine Insel lässt.

Sowas wird einem ja auf Seminaren teilweise sogar beigebracht.
Wie wirke ich sympathisch, wie gewinne ich Menschen, wie binde ich diese ein, wie finde ich Freunde...
Nur dass es teilweise Manipulationsmethoden sind und Performancemethoden...

So, ich halte mich aber auch etwas zurück, fand den Thread richtig spannend in noch vielen anderen Aspekten aber will ihn auch nicht jetzt überlagern...vielleicht wenn es nachher noch da ist, trag ich noch was in den Diskussions-Philosophiethread...

• #63


KiraStuttgart26
Ich finde es sehr schön und interessant, mit welchen Inhalten du dich hier einbringst und denke überhaupt nicht, dass du hier was überlagerst. Das passt doch sehr gut zum Thema und du kannst deine Gedanken frei schweifen lassen, ich mag das.
Ich glaube, in vielen Gesprächen ist es gar nicht mal die Absicht, den anderen in seinen Unzulänglichkeiten zu ertappen. Vielmehr bin ich der Auffassung, dass das eigene Ego in unseren Zeiten mehr Futter denn je braucht. Und es ist eher etwas sehr subtiles für sich selbst die Bestätigung zu erhalten, ein bisschen oben auf zu sein. ich weiß nicht, ob diese Selbstbezogenheit ein Phänomen unserer Zeit ist, in der Individualismus und Optimismus ganz oben stehen. Gemeinschafts Denken, Frauenhilfe in Ortschaften und so weiter sind nicht mehr so interessant oder auch notwendig um unser Bedürfnis nach Gemeinschaft zu befriedigen. Zumindest sagen dies ältere Generationen. Heute werden wir auch durch Social Media dazu angehalten, uns noch ganz oben zu vergleichen. Unsere Psyche, unsere Performance und unseren Mindset auf ein Optimum zu bringen. Für viele Menschen ist das ja regelrecht eine Lebensaufgabe, und dies fördert natürlich die Fixierung auf die eigene Wirkung.
Zeitgleich gehen soziale Kompetenzen verloren. Ich muss mich nicht mehr einfühlen. Ich muss nicht mehr nachfragen und ich muss mir vielleicht auch gar nicht mehr Dinge merken, damit ich beim nächsten Mal ein bisschen Eindruck schinden kann. Kontakte haben nicht mehr so eine große Relevanz, weil man nicht mehr so auf sie angewiesen ist. Es gibt viele Wege Anschluss zu finden.
Ich muss mir die letzten zwei Seiten heute Abend oder morgen noch mal in Ruhe durchlesen. Da war jetzt wirklich viel interessantes dabei.

• x 1 #64


freely
Da ist man mal ein bisschen was sinnvolles tun und ihr sprecht hier so viel interessante Dinge an 😁

Hatte hier im Garten zwei nette Gespräche, einmal jemand Bekanntes, einmal eine fremde Frau vielleicht etwas jünger als ich. Und ich muss sagen aus mir sprudelt immer irgend ein Witz raus. Ich würde sagen es ist stark die Freude am Austausch als das ich mir groß Gedanken mache wie ich ankomme. Wahrscheinlich komme ich sogar ziemlich komisch an, mir egal in dem Moment. Das eine Gespräch ging aber auch länger, ich wurde etwas zugetextet und erfuhr viel über die halbe Familie 🙃 Ist mir meist aber auch lieber, dann muss ich schon nichts von mir verraten, weil das ist derzeit etwas karg und frustrierend vielleicht.

Schon interessant eigentlich wie solche Gespräche sich aufbauen. Ich finde Humor immer sehr angenehm und hilfreich am Anfang. Wenn dann noch Herzlichkeit und bissl Intelligenz dazu kommt, herrlich.

Ich gehe mal noch auf ein paar Sachen ein.
Zitat von KiraStuttgart26
Unsere Psyche, unsere Performance und unseren Mindset auf ein Optimum zu bringen. Für viele Menschen ist das ja regelrecht eine Lebensaufgabe, und dies fördert natürlich die Fixierung auf die eigene Wirkung.

Für mich geht es dabei eher um mein eigenes Wohlbefinden. Und wenn es mir gut geht, bin ich doch auch für andere angenehm.

Gestern in einem Video von meinem Lieblingsguru ging es um Persönlichkeit, Gefangen in seiner Persönlichkeit heißt es. Er meinte es wäre nötig jeden Tag seine Persönlichkeit zu zerschmettern. Nur dann kann man so sein wie man es möchte und auch den Situationen entsprechend handeln.
Das hörte ich auch schon oft, wie manche sich festnageln, das sie So oder So sind und gar nicht anders können. Teilweise denke ich dann, sie sind auch noch stolz darauf. Auf ihre Eigenart, denken die, sie wären dann besonders? Dabei ist das doch recht unflexibel anstatt Be water my friend (Bruce Lee) 🙂

Zitat von Feuerschale
Wegen dem "nehm das außen nicht so wichtig" oder "Hat das denn Wichtigkeit?" was die anderen denken, hab ich ja auch schon Tips gehört und gelesen, und dann frag ich mich, wie kommt man zu der Wichtigkeit- in sich selbst und für die wirklich wichtigen Sachen

Ich würde diese Wichtigkeit nicht ins Innere verlagern. Menschen die sich zu wichtig nehmen können sehr anstrengend sein. Wenn man damit anfängt was ist einem wichtig, geht es ja letztlich darum was man mag und was man nicht mag. Nur dadurch kann man sich die eigene Hölle erschaffen. Lauter Dinge die man nicht mag oder für unwichtig hält, wie soll man das nur aushalten? 🙃

Wichtig ist vielleicht, die Dinge so zu sehen wie sie sind. Das zu tun was man für richtig und wichtig hält und sich nicht dazu getrieben zu fühlen.

Ein Vogel verhält sich wie ein Vogel, ein Hund wie ein Hund, nur der Mensch weiß nicht wie er sich verhalten soll? Ja wir können halt soviel mehr machen, so viel mehr sein, eine riesen Pailette an Möglichkeiten.

Die letzten Tage denke ich oft ans Theaterspiel. Ich habe das noch nie bewusst gemacht. Ist halt schon das Gegenstück zu Authentizität. Ich kann mir vorstellen auf der einen Seite denkt man, man verliert sich, verliert das Ich, auf der anderen Seite ist es vielleicht eine Möglichkeit mal neue Farben auszuprobieren. Mal ein grelles magenta oder ein dunkles blau. Farben bzw Verhaltensweisen die man sich nicht traut, weil zu auffallend oder scheinbar unpassend.

Fällt mir wieder die Wichtigkeit ein. Ich finde Freiheit wichtig, innere Freiheit. Damit ich entscheiden kann und nicht von irgendetwas, sei es Prägung oder spätere Erfahrungen zu einem bestimmten Verhalten gezwungen werde.

Früher war ich ja ganz schüchtern, die Prägung war, du störst, am besten behälst du deine Bedürfnisse für dich.
Da bin ich dabei eigene Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber natürlich denke ich immer noch oft, ich störe. Aber es gab auch schon Momente wo ich mir dachte, dann bin ich halt grad nervig weil ich viele Fragen stelle oder viel rede. Was ist gegen nervig einzuwenden? muss es ja auch geben. Ein anderes mal weiß ich dass Fragen stören und kann ruhig sein ohne es auf mich als Störer zu beziehen.

Sorry noch mehr Text jetzt dazu gekommen 🙃

• x 1 #65


B
In der Kybernetik wird stets unterschieden, aber nie pauschal, sondern die Situation betreffend. Denn, das Ergebnis eines Vergleiches trifft immer nur auf die spezifische Unterscheidung zu. Simples Beispiel: Apfel und Birne. Aber beide sind Obst. Also trifft das Ergebnis des Vergleichs (Beispiel: Apfel = rot, Birne = gelbgrün) nicht auf anderes Obst wie "Tomate = rot" zu. Es ist aber auch falsch zu sagen: sind beide Obst, also gleich, also Unterscheidung Nonsense. Obst wird hingegen unterschieden mit Gemüse: Obst und Gemüse. und so weiter ...

Verhalten kann zu Identität (Objekt) werden, aber diese Identität ist nur Illusion auf Basis von Verhalten. Gefestigte und manifestierte Verhaltensweisen ergeben Verhaltensmuster. Muster sind Objekte, aber als solche eben nur Illusion. Wir vergleichen somit nicht mehr nur Verhalten und Identität, sondern unterscheiden zwischen freiem Verhalten und Verhaltensmustern. Die Ergebnisse aus ersterer Unterscheidung treffen darauf nicht zu.

Selbstbild und Weltbild. Psychose. Da ist was dran, auch wenn nicht gleich eine pathologische Psychose, sondern eher eine Alltagspsychose. Da fahre ich mit fröhlichem Herzen durch das Land und denke mir wie schön die Welt und die Menschen doch sind. Doch dann treffe ich auf einer Person, die misstrauisch ist. Vielleicht begründet, vielleicht eine Massenpsychose, weil in der Gegend etwas passiert ist und in der Zeitung hsysterisch darüber berichtet wurde. Meine heile Welt wird zur Psychose, die mit der Realität konftontiert wird. Sie wird mit der misstrauischen Person zerstört. Schlimmstenfalls werde ich deswegen noch negativ behandelt, weil ich so naiv sei zu denken die Welt wäre schön und alle Menschen nett.

Zitat von KiraStuttgart26:
diese „ bewerten und konkurrieren“ Aspekte

Zitat von Feuerschale:
(also Philosophie als Thema kommt da auch selten an und richtig ernste Themen oder ganz private Sachen werden auch kaum besprochen...)

Da gilt es den Gegenüber zu verstehen - wie Akademiker ticken. Aber auch andere. Sie wollen erstens nicht viel von sich preisgeben, sondern durch Filtern nur gewisses nach außen lassen, eventuell sogar etwas vortäuschen, eine reine Weste, und dieses Bild, dass andere dadurch von diesen haben sollen, wollen sie von ihrem Gegenüber bestätigt haben. Zweitens wollen sie sich eher über objektives unterhalten, wie Auto - Haus - Arbeit und dabei darauf abzielen damit erfolgreich zu sein. Das ist so eine Art sich selbst gegenseitig zu pushen, wie toll man doch ist. Mehr soll nicht passieren. Oberflächlich. Niemals in die Tiefe gehen!

Das Bewerten geht einher mit der Rationalität, also dass alles einen Nutzen haben soll. Ein Gespräch genießen - nein, das geht nicht. Es muss genutzt und benutzt werden.

Wenn ich dann auf solche durch und durch rationalen Leute treffe, mit meinem vielen Leid und Störungen, die ich nicht alle vor anderen verbergen kann, dann ist es denen schon anzusehen, dass sie da genau hinsehen und mich dann bewerten: der ist ja psychisch krank! Und einen behandeln, als sei es ansteckend. Da genügt es bei einigen auch schon, irgendetwas irrationales zu machen, wie ein seltsames Hobby, was dann auf Unverständnis trifft.

Das Problem mit der Psychose ist, dass es eben nicht die eine richtige Welt gibt, sondern unzählig viele, und man nie auf alle vorbereitet sein kann, sondern nur offen dafür. Da gibt es wiederum Leute, die nur ihre Weltsicht und ihr Selbstbild als richtig begreifen und nur Bestätigung als richtig verstehen. Alles andere sei falsch und alle anderen seien gestört und Idioten.

Was richtig ist, ist das was allen gemeinsam ist, wobei aber jede Person davon individuell abschweift. Die gemeinsame Schnittmenge. Aber da gibt es Leute, die andere ausgrenzen und sich eingrenzen auf eine eigene Schnittmenge.

Wenn du jetzt auf die Insel solch eines Akademiker willst ... die existiert in der Situation gar nicht, weil sie zu tief liegt und gar nicht an der Oberfläche ist. Du versuchst also etwas unmögliches. Dein Gegenüber wird dem mit Unverständnis begegnen, weil er nicht weiß was du von ihm willst, da er seine Rolle nur dann perfekt spielen kann, wenn er darin aufgeht und für ihn selbst diese Insel gar nicht existiert. Und du so: lass mich auf deine Insel! Und er so: Welche Insel? Es ist ein reines Schauspiel. Alle schweben in einer Phantasiewelt, inder alles Reale verborgen bleibt.

Du könntest ein Paradoxon anwenden, aber wiederum paradox, indem du das Gespräch dahin leitest, um sagen zu können: Oberflächliche Gespräche machen oberflächliche Menschen.

• x 1 #66


Feuerschale
Zitat von beside:
Da gilt es den Gegenüber zu verstehen - wie Akademiker ticken. Aber auch andere. Sie wollen erstens nicht viel von sich preisgeben, sondern durch Filtern nur gewisses nach außen lassen, eventuell sogar etwas vortäuschen, eine reine Weste, und dieses Bild, dass andere dadurch von diesen haben sollen, wollen sie von ihrem Gegenüber bestätigt haben. Zweitens wollen sie sich eher über objektives unterhalten, wie Auto - Haus - Arbeit und dabei darauf abzielen damit erfolgreich zu sein. Das ist so eine Art sich selbst gegenseitig zu pushen, wie toll man doch ist. Mehr soll nicht passieren. Oberflächlich. Niemals in die Tiefe gehen!

Interessante Beschreibung. Da hab ich mir die ersten Jahre auf meiner Arbeitsstelle die "Hörner abgestoßen" quasi, weil ich was wollte, was sie nicht wollten.

Manchmal gibt es im Zweiergespräch so Momente, wo ein kleines bisschen Tiefe aufgeblitzt war...oder ich hatte mich (auch) verletzlich gezeigt. Aber wehe ein Dritter kam ins Boot, so schnell konnte man gar nicht gucken, wie die Maske wieder oben war. Und der Entgleiser war sichtlich unangenehm.
Gegenüber mir vermutlich auch nur ein Mitleidsgefühl, dass man sich hinreißen ließ. Oder auch mal erzählte, wer war gerade gestorben usw. was nicht so heil war. Aber wie toll man das natürlich alles bewältigt hat.
Nach den ersten Jahren hab ich aufgegeben...weil das eine will ich nicht, das andere kann oder darf ich nicht.

@beside würde das für dich auch zusammenhängen mit den Intellektuellen die du ziemlich am Anfang von den Beiträgen hier erwähntest, und dass die damals anfingen(Antike glaube ich) eine Identität via Selbstbild zu generieren? Dass das eher ungewöhnlich war für damalige Verhältnisse?
Und ich meine ich hätte auch gelesen, dass die sich damals damit ermächtigten, was zu dürfen was andere nicht dürfen...

Hatte das auch politische Konsequenzen? Also waren Intellektuelle da an der Macht? War die Macht was positives oder eher so ne Art Selbstermächtigung "ich bin also darf ich - andere ausbeuten, Grenzen überschreiten, was elitäres sein,..."

Was mir dazu auch noch spontan einfiel, also zu "Selbstbild war nicht normal, kam eher mit den Intelllektuellen", das ist, das bei der heutigen Schulbildung hier in Westeuropa vermutlich sehr viele zu Intellektuellen geworden sind...ihnen zumindest vermittelt wurde, man hat ein Selbstbild, man ist wer, man hat was zu verteidigen....müssen nicht Akademiker sein, kann auch schon in der Mittelschule anfangen....bei manchen auch schon Grundschule.....

Die wollen vielleicht nicht alle die Welt beherrschen im großen und ganz offensichtlich, aber um das Ego zu erhalten wird da auch schonmal viel fallen gelassen, auch Freundschaften verraten, gelogen, gestohlen....falls man das überhaupt dann Freundschaft nennen kann und nicht "du passt zu meinem Machterhalt, solange du still bist, dulde und nutze ich dich". Nutzbeziehungen und Bestätigungsbeziehungen....

Da war ich aber irgendwie nie....ich war halt in ner Arbeiterfamilie groß geworden, ich bin da heute heilfroh drum....
aber ich war bildungsmäßig mehr oder weniger begabt...so hatte man Kontakt zu einen und zu den anderen die da rein geboren wurden....war aber immer befremdlich, etwas schmutzig UND noch psychisch auffällig.

Ich habe gegeben, weil ich gebe und nicht wegen irgendeinem Handel....da verlieren manche den Respekt....
bzw da kommt dann "was hast du psycho Arbeiterkind mir in meiner Welt schon zu geben"....dabei hätte ich denen schon was zu geben, was Authenzität oder Tiefe betrifft, denke ich mal. Wenn man das aber ignoriert oder meidet wie der Teufel den Beelzebub, dann wird das ja alles andere als wertgeschätzt. Tjoah.

Vor 6 Jahren hatte ich ja meine erste größere Psychose und da dreht sich sowieso so vieles um, da hat man andere Sorgen als "wie wirke ich", zum Teil auch existentielle und ob man überlebt oder nicht. Und dann hat man so Thesen, die echt ins abstruse gehen....braver Kollege von den Freichristen gehört zu den russischen Olligarchen und co und viele Sachen mehr....als ich wieder langsam auf den Boden kam, war es mir aber irgendwie ein Genuss, den Kollegen haarklein zu erzählen, was ich mir zusammengedichtet hatte 🤭 Erstmal, um für mich wieder "in der Realität" anzukommen, aber ich hatte einfach Erzähldrang, in welcher Welt ich war, trotz dem Wissen, auf der Arbeit schützt man sich und man zeigt keine Schwächen usw....war es auf eine Art auch so ein bisschen 👺 meine verstörte Welt zu zeigen und zu zeigen, das gibts auch...

Nee ich bedaure nicht, nicht auf ner Akadamikerfreundschaftsinsel zu sein. Immer wenn ich damit in Berührung kam. z B durch Partner und die Eltern waren Akademiker, größere Feiern, Rentnerakadamikerferienprojekt von und zu mit Araberpferd und 3 Sterne Koch usw...war das eher befremdlich bis unfreiwillig lustig, wenn diese Attitüde so vor sich her getragen wurde. Hat mir auch manchen Lachflash beschert....
Man hätte sich ja ggf. drum bemühen können, lernen wie man sich verhält, Smalltalk, anderes unterdrücken oder von einem der Partner sich da ranführen lassen...
Wobei ich glaub, bei meiner Grundausrüstung hätte ich es eher schwer gehabt, wäre eh immer auffällig gewesen oder hätte es nicht gut gekonnt mit der Anpassung. Und selbst wenn ich angekommen wäre, hätte ich mich gewundert, wo bin ich denn da jetzt, hier ist ja gar nicht das versprochene Glück und die tolle heile Welt, es ist alles Illusion und Schein...
My fair lady war für mich ja auch immer das Antimärchen 🤭

• x 2 #67


Feuerschale
Zitat von freely:
Ein Vogel verhält sich wie ein Vogel, ein Hund wie ein Hund, nur der Mensch weiß nicht wie er sich verhalten soll? Ja wir können halt soviel mehr machen, so viel mehr sein, eine riesen Pailette an Möglichkeiten.

Ja das ist wirklich interessant. Dass man eine Art Wahl hat, oder etwas bestimmtes anstreben will.
Oder meint es zu können.

Vielleicht kann man es gar nicht? 🤔
Also großartig das eigene Verhalten manipulieren und andere manipulieren um dann in einer bestimmten Welt anzukommen?

Natürlich gibts auch so Bücher die einem verkaufen "sei wer dann hast du Erfolg" oder "sei dies und das und du überwindest Depressionen und Krebs"....

Was verändert sich dann WIRKLICH....und was verändert sich, solange man seine Autosuggestion ungestört aufrecht erhalten kann und Menschen findet, die diese Suggestion glauben und nicht durch-blicken....
Zitat von freely:
Die letzten Tage denke ich oft ans Theaterspiel. Ich habe das noch nie bewusst gemacht. Ist halt schon das Gegenstück zu Authentizität. Ich kann mir vorstellen auf der einen Seite denkt man, man verliert sich, verliert das Ich, auf der anderen Seite ist es vielleicht eine Möglichkeit mal neue Farben auszuprobieren.

Zitat:
Fällt mir wieder die Wichtigkeit ein. Ich finde Freiheit wichtig, innere Freiheit. Damit ich entscheiden kann und nicht von irgendetwas, sei es Prägung oder spätere Erfahrungen zu einem bestimmten Verhalten gezwungen werde.

Bei mir wäre die Frage: wozu Theaterspiel- was will ich erreichen?
Sehe ich es als Hobby? Leute austricksen?
Mir eine Bandbreite an Verhalten anschaffen? Wozu dann Theater und nicht authentisches Verhalten?

Wie frei ist man beim Theater, da gibts ein Drehbuch, da gibts einen Regisseur der sagt, mach jetzt dies, nein so nicht...
Schauspieler sind Gefangene, produzieren jenseits des Authentischen....

Und wenn ich selbst Drehbuch schreibe und Regie führe....ich verstehe nicht ganz wozu, was sollte ich damit erreichen wollen? 🤔 Können wäre nochmal die andere Frage.
Und: Will ich Menschen anziehen, die Theater glauben oder nicht frei genug sind, dagegen anzugehen?

• #68


User_0815_4711
Zitat von Feuerschale:
das ist, das bei der heutigen Schulbildung hier in Westeuropa vermutlich sehr viele zu Intellektuellen geworden sind...ihnen zumindest vermittelt wurde, man hat ein Selbstbild, man ist wer, man hat was zu verteidigen....müssen nicht Akademiker sein, kann auch schon in der Mittelschule anfangen....bei manchen auch schon Grundschule.....

Du deutest es schon an:
Intellektueller ungleich Akademiker.
Das eine ist eine Geisteshaltung, eine Denkart.
Das andere eine höhere formale Ausbildung mit gewissen mehr oder weniger schönen Titeln am Ende.
Wir gerne gleichgesetzt, ist es aber nicht.

Habe auch noch den Computer gefragt:
"Charakterisiere einen Intellektuellen in zwei Sätzen."
"Ein Intellektueller ist ein Mensch, der sich kritisch und reflektiert mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen auseinandersetzt. Er hinterfragt bestehende Vorstellungen, entwickelt eigene Gedanken und versucht, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen."
Das ist ja nun mal nicht so schlecht. Erkennst du dich darin wieder, @Feuerschale ? 😇

Das Problem dürfte eher das Akademiker-Gehabe sein, wie du schreibst: "Ich bin was Besseres".
Gut, das bald alle Berufe akademisiert sind, dann fällt das wieder weg und alle sind gleich 😉 .

• x 3 #69


Feuerschale
Zitat von User_0815_4711:
"Ein Intellektueller ist ein Mensch, der sich kritisch und reflektiert mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen auseinandersetzt. Er hinterfragt bestehende Vorstellungen, entwickelt eigene Gedanken und versucht, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen."
Das ist ja nun mal nicht so schlecht.

Joah intellektuell geht vermutlich eher in die Philosophenrichtung. Dinge erkennen.

Das bedeutet nicht automatisch dass man mit allen Mitteln koste es was es wolle sich die Welt untertan machen
will, dass man sich selbst komplett abschottet, dass man mit Manipulation und Theater den für sich größten Gewinn
rausschlagen will. Im kleinen oder großen.

In Bezug auf die Threadfrage bedeutet es eigentlich. Willst du Anerkennung von den Leuten die keine Insel haben ,
spiel mit, sodass sie gewinnen und so, dass sie sich nicht bedroht fühlen, biete was an, und mache nicht den Fehler menschliche Nähe zu suchen oder Freund sein zu wollen, also mit echten Bindungen und Gefühlen und authentisch.

Sei am besten wie sie, habe Freude daran und sehe den Gewinn, schätze die Art des Gewinns die es dabei gibt.
Was es nicht gibt, betrauere es nicht.

Oder. Wenn dir übel wird und es wie Mangel und Fehlernährung sozial wirkt, spuck es aus.
Sieh dich woanders um. Wenn du echte Beziehungen hast, sei dankbar und froh. So seh ich das.

• x 2 #70


User_0815_4711
Zitat von Feuerschale:
koste es was es wolle sich die Welt untertan machen will, dass man sich selbst komplett abschottet, dass man mit Manipulation und Theater den für sich größten Gewinn rausschlagen will.

- Napoleon-Komplex, Größenwahn?
- Introvertiert, schüchtern, Sozialangst - Ich?
- Egozentriker, Unempath, Narrzist?

Intellektualität (Ich nenne es mal, analysieren und hinterfragen können) ist wie jedes Werkzeug:
Kommt drauf an, was man damit macht.

• x 1 #71


Feuerschale
Zitat von User_0815_4711:
- Introvertiert, schüchtern, Sozialangst - Ich?

in dem Fall ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man als starker Aggressor auftritt 🤔😅
Da lebt man eher in seiner Welt und philosophisch beschaulich...

• x 1 #72


freely
Zitat von Feuerschale:
Vielleicht kann man es gar nicht?
Also großartig das eigene Verhalten manipulieren und andere manipulieren um dann in einer bestimmten Welt anzukommen?

Ich weiß nicht genau, aber machen wir das nicht sowieso schon?
Du bist eingeladen zu einer Geburtstagfeier, ziehst du dich nicht etwas schicker an und bringst ein Geschenk mit? Du redest dir ein dein Verhalten sei authentisch, doch hast du wirklich eine Wahl?
Bei einem Vorstellungsgespräch das gleiche, wieviel Männer bevorzugen wirklich den Anzug im Vergleich zur Jeans und T-Shirt? Und dann erst das Gespräch mit dem Chef, ist das wirklich kein Theaterspiel?
Je besser man es beherrscht, desto leichter kommt man doch durchs Leben?
Und da ist ja dann die Frage, verliert man sich durch diese Rollenspiele oder stellt man sich nur auf Situationen und sein Gegenüber ein?


Zitat von Feuerschale:
Und wenn ich selbst Drehbuch schreibe und Regie führe....ich verstehe nicht ganz wozu, was sollte ich damit erreichen wollen?

Ich glaube das tun wir sowieso schon 🙂 Jeder erschafft sein eigenes Drama.
Und wir spielen darin die Rollen des Opfers, des Erfolgreichen, der Tochter, des Sohnes, der Eltern usw. Die Rolle der sich unverstanden Fühlenden, der Besserwisser, der Ängstlichen, der Traurigen, der Erschöpften, usw. Alles möglich. 🤔

• x 2 #73


User_0815_4711
Zitat von freely:
Du bist eingeladen zu einer Geburtstagfeier, ziehst du dich nicht etwas schicker an und bringst ein Geschenk mit? Du redest dir ein dein Verhalten sei authentisch, doch hast du wirklich eine Wahl?
Bei einem Vorstellungsgespräch das gleiche, wieviel Männer bevorzugen wirklich den Anzug im Vergleich zur Jeans und T-Shirt?

Nein beim Geburtstag, Geschenk nur, wenn es wirklich gerade passt.

Ja beim Chef, vermutlich, wahrscheinlich... 😁 .

• x 3 #74


Feuerschale
Zitat von freely:
Je besser man es beherrscht, desto leichter kommt man doch durchs Leben?

Wenn solche Events nur 5 % max im Leben ausmachen? Gerade weil sie so beschwerlich und ätzend sind?
Für mich fühlt es sich wie ein Verlust an, je mehr ich davon ertragen muss.

Ich wechsel meine Arbeit z B nicht, weil ich durch sowas gar nicht mehr durch will und weil ich meine jetzigen Pappenheimer kenne und da auch weiträumig umfahre wenn es geht. Was für die Gesellschaft nicht immer geht, also stellt man sich auf das andere notgedrungen ein. Mal mehr mal weniger patzig und patzend.

Ich bedaure meine Patzer nicht. Es könnten von mir aus mehr sein, ich leiste mir aber gerade soviel, dass ich da bleiben kann und meinen Lebensunterhalt weiter verdiene. Andererseits hab ich heute von Obdachlosigkeit geträumt, einerseits ein positiver Traum, andererseits auch echt schwierig und mühselig.

Und das scheint manche hier zu unterscheiden, also wenn der Ansatz ist, bitte mehr davon, ich brauch mehr davon, ich mach das gerne und bin traurig wenn es nicht stattfindet.

Geburtstagsgeschenke find ich gut, wenn man weiß das könnte jemand von Herzen erfreuen.
Bei manchen wirds halt schwieriger, bei Kindern (Kind gebliebenen) ist es oft noch leichter...
Wenns zuviel 08 15 Geschenkt ist, Wein mit Geschenkkorb und Co, dann gehört das wohl zu den 5 %, die bei anderen ggf. auch 90 % ausmachen, das weiß ich nicht.

• x 1 #75


Feuerschale
Und wenn man keine Mitspieler hat, keinen Drang auch nach Mitspielern, eher alleine ist und da auftankt, wieviel Drama gibts dann? Am alleinesein ist ja gerade schön, dass das gesellschaftliche und die Rollen so nach und nach abfallen.
Wenn die ganzen Introjekte und alles was im Kopf los ist weniger wird. Oder wie die Buddhisten sagen, dass der Affengeist ruhig wird. Menschen machen sich bekloppt irgendwie oder? 🤔

• x 2 #76


freely
Zitat von Feuerschale:
Und selbst wenn ich angekommen wäre, hätte ich mich gewundert, wo bin ich denn da jetzt, hier ist ja gar nicht das versprochene Glück und die tolle heile Welt, es ist alles Illusion und Schein...

Zitat von Feuerschale:
Menschen machen sich bekloppt irgendwie oder?

Haha ja glaub auch 🙃
An den unruhigen Affengeist habe ich heute auch gedacht. Wollte mir was in Ruhe anhören aber wurde zappelig, hier mal schauen und da was machen.


Zitat von Feuerschale:
Und wenn man keine Mitspieler hat, keinen Drang auch nach Mitspielern, eher alleine ist und da auftankt, wieviel Drama gibts dann?

Auch noch genug, zumindest bei mir. Man denkt an das was war, Drama! Man denkt an das was bevorsteht, Drama! Man denkt man sei falsch und nicht genug und hält es mit sich selbst kaum aus.
Dabei könnte man auch einfach auftanken, seinen Vorlieben nachgehen und sich selbst eine gute Gesellschaft sein. Das ist ja im Bereich des Möglichen, statt dessen macht man sich selbst nieder und hadert mit der Situation.
Wobei mich das wieder an das Zitat von Freud erinnert, Nicht Herr im eigenen Haus zu sein.
Doch die heutige Psychologie widerspricht und widerlegt dies eigentlich auch. Zb muss ein Choleriker nicht immer ausrasten.

• x 1 #77

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Feuerschale
Zitat von freely:
Auch noch genug, zumindest bei mir. Man denkt an das was war, Drama! Man denkt an das was bevorsteht, Drama! Man denkt man sei falsch und nicht genug und hält es mit sich selbst kaum aus.
Dabei könnte man auch einfach auftanken, seinen Vorlieben nachgehen und sich selbst eine gute Gesellschaft sein. Das ist ja im Bereich des Möglichen, statt dessen macht man sich selbst nieder und hadert mit der Situation.
Wobei mich das wieder an das Zitat von Freud erinnert, Nicht Herr im eigenen Haus zu sein.

Ja, kenn ich auch, also alleine ist auch noch genügend "Futter" da oder Fäden die da liegen und die man aufnehmen könnte und am Drama - auch alleine- weiterspinnen....

Manchmal ist da auch ein richtiger Urwald und Dschungel da und alles wirkt viel unruhiger und getriebener.
Dann wieder gibts Momente, da ist das losgelassener, man kommt auch kaum in Versuchung irgendwas aufzunehmen, herrliche Ruhe.

Hab noch nicht ganz rausgefunden, wie es gelingt, das zweite eher zu haben (und das auf natürlichem Wege und dro.frei...)....hat vermutlich sehr viel mit sein lassen, loslassen zu tun.

• x 2 #78


B
Zitat von Feuerschale:
würde das für dich auch zusammenhängen mit den Intellektuellen die du ziemlich am Anfang von den Beiträgen hier erwähntest, und dass die damals anfingen(Antike glaube ich) eine Identität via Selbstbild zu generieren? Dass das eher ungewöhnlich war für damalige Verhältnisse?
Und ich meine ich hätte auch gelesen, dass die sich damals damit ermächtigten, was zu dürfen was andere nicht dürfen...

Dazu gleich mehr.
Die Verwendung von "Intellektuelle" ist mit Vorsicht zu genießen, da sich auch so benannt wird, wenn nur viel Wissen angesammelt wurde und vorhanden ist. Siehe Slavoj Zizek, der ein Meister der Assoziationen ist. Er verbindet einfach alles, bzw. stellt es gegenüber, vergleicht, auch wenn manchmal weit hergeholt, und schon ergibt sich eine neue Sichtweise. Dabei sollte jedoch jedem klar sein, dass sowieso alles im Grunde eins ist: Bewegung.

"Intellektuelle" sind wenn dann nur die, die die Fähigkeit besitzen nicht nur neue Sichtweisen aufzuzeigen, sondern auch neue Denkweisen. Da scheitert Slavoj Zizek meisterhaft - und ist deswegen so berühmt. Denn von neuen Denkweisen will erstmal keiner etwas wissen, bis diese von irgendwem etabliert wurden. Doch sobald sie etabliert sind, sind sie veraltet.

Zitat von Feuerschale:
Hatte das auch politische Konsequenzen? Also waren Intellektuelle da an der Macht? War die Macht was positives oder eher so ne Art Selbstermächtigung "ich bin also darf ich - andere ausbeuten, Grenzen überschreiten, was elitäres sein,..."

Zitat von Feuerschale:
"Selbstbild war nicht normal, kam eher mit den Intelllektuellen"

Zitat von Feuerschale:
man hat ein Selbstbild, man ist wer, man hat was zu verteidigen

Da geht es unter anderem um die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, dem Feudalismus. Die Adeligen, die Bürger und die Bauern. Die Bürger hatten Rechte (und Pflichten), die Bauern nicht. Die Bauern waren das Eigentum der Adeligen. Sie konnten sie auch töten (siehe Frohnerei). Aber da war die Kirche und sagte: Du sollst nicht töten. Das waren die beiden Gegenparts: Staat und Kirche. Der Kulturkampf zwischen beiden. Der Staat gewann, aber musste dazu den Gegenpart der (religiösen) subjektbasierten Denkweise einnehmen, die objektbasierte Denkweise. Denn die hatte etwas "handfestes" (Objekt - greifbar) zu bieten. Aber angefangen hatte das ...

Es ist - zumindest mir - bis heute nicht bekannt, was damals vor 2500 Jahren geschah, als die Religionen entstanden, bzw. vorherige Mythologie und Philosophie zu Religionen wurden. Was passierte, das ist bekannt. Warum es passierte, ist nicht bekannt. Die Religionen fingen an zu mystifizieren, wurden zur Mystik, indem sie "geistiger Geist" (Mythologie) zu "heiliger Geist" ("Gott") machten und so taten, als wäre "heiliger Geist" ihrem Geiste entsprungen und es keine weiteren Infos dazu gäbe: mystisch. Damit hatten sie ihre Verbindung zur Mythologie unterbrochen. Die Wissenschaft tut dies, indem sie alles vor ihr "vorwissenschaftlich" (Vorsokratiker) nennt - sogar in dem Bewusstsein, dass der wissenschaftliche "Satz von Thales" damit inkludiert wird. Aber es steht zu viel auf dem Spiel: Es muss jegliche Verbindung zur Mythologie gekappt werden.

Warum und wieso die Religion anfingen zur Mystik zu werden, ist unbekannt - und will interessanterweise auch keiner wissen. Die Wissenschaft blieb so gesehen nichts weiter übrig - da die Religion bereits auf Seiten von "Geist" stand - die Seite von "Körper" (Objekt) einzunehmen und ist seitdem auf der Suche nach dem kleisten Teilchen, da sie davon ausgeht und darauf aufbaut, dass die Basis des Universums ein Objekt sei.

Es kam zum Streit zwischen Staat und Religion: Der Materialismusstreit (siehe Wikipedia). Auch da gewann der Staat, da er etwas "greifbares" (Objekt) zu bieten hatte. Der Mammon (Goldenes Kalb, Eigentum) gewann diesen Streit. Die Religion konnte aber nicht vernichtend geschlagen werden, da sie ihr Geheimnis hinter der Mystik versteckt - bis heute.

Was gegenwärtig viele nicht wissen: Vor 25 Jahren hat die Wissenschaft das Handtuch geschmissen, was die Erforschung der Religionen und insbesondere "Gott" betrifft. Dies aus dem Grund, da sie "Gott" objektivieren wollte, was unmöglich ist. Naja, es ist nicht ganz unmöglich. Die Soziologie taumelt in sich stetig zwischen Objekt und Subjekt, indem sie stetig das eine zum anderen ernennt, da das eine das andere sei, aber dann doch jedes eines für sich und so weiter. Mit der Systemtheorie - die auf falsch verstandender Kybernetik beruht - ist die Soziologie vollkommen hin zu Wissenschaft abgetriftet - der objektbasierten Denkweise. Allein schon die Verwendung von "System" ist grundlegend falsch. "System" ist etwas ganz anderes, und auch keine Gesellschaft ist jemals ein Gesellschaftssystem. Aber Wortverdreherei gibt es vielerlei. Es ist eine Maschinerie, denn es geht dabei um Funktionen. Ein System "funktioniert" nicht. Eine Maschine funktioniert oder nicht. Aber somit wird davon ausgegangen, dass auch ein Mensch und eine Gesellschaft funktioniere. Wer das geblickt hat, der sieht, wie falsch das alles ist - Alles.

Was falsch ist, bzw. falsch gemacht wird: Es wird falsch unterschieden, sowie Ergebnisse einer Unterscheidung auf andere Unterscheidungen angewandt. Damit wird uns verständigen können, ist Objektivierung erforderlich. Aber, wir sollten uns dessen immer bewusst sein, dass es nur deswegen erfordlerlich ist und nicht grundlegend.

Der Materialismusstreit besagt es in seinen Worten. Die Sache ist von grundauf falsch. Denn "Materie" wird als "Objekt" verstanden. Mindestens im Englischen wird der Fehler ersichtlich: Black Lives Matter! "Materie" ist sowas wie: Sache, Gegenstand, Ding , Angelegenheit - die alle nicht Objekt sind. Sie sind nur als Wort objektivierte Eigenschaften: sächlich, gegenständlich, dinglich, ... und somit Substantive. Substantive sind (mental) objektivierte Tätigkeiten/Tätigkeitswörter und Eigenschaften/Eigenschaftswörter. Sie werden nur zur besseren Kommunikation objektiviert - begreifbar. Substantive sind aber wiederum in einer anderen Unterscheidung kein Objekt, da "Substanz". "Substanz" ist ähnlich "Materie". Was wir als Objekte wahrnehmen, sind Muster - und diese sind Shapes, also wir nehmen die Grenze wahr, wie bei einem Würfel. Das "Innen" eines Würfels sehen wir nicht, außer er ist transparent, aber auch dann nicht, weil transparent. Das "Innen" ist die Substanz, die Materie. Woraus besteht diese? Aus Atomen, die wiederum aus Atomkern und darum kreisende Elektronen bestehen: Es ist also gar nicht "fest" (Objekt), sondern beweglich.

Der Mensch denkt leider immer nur in seiner Geschwindigkeit (100 Jahre). Ein Baum erscheint ihm als Objekt, weil in 100 Jahren wenig Veränderung stattfindet. Veränderung ist Bewegung. Ein Stein erscheint ihm auch als Objekt, aber da dasselbe: Innen Atome, Bewegung. Würden die Elektronen nicht mehr um die Atomkerne kreisen, wäre es vorbei - keine Bewegung, kein Objekt. Alle Objekte bestehen aus Bewegung. Die Basis des Universums ist Bewegung - beweglich. Objekte sind Illusion, basierend auf Bewegung.

Es ist möglich die falsche Denkweise aufzudecken. Was verloren gegangen ist, ist das Bewusstsein, dass (sprachliche) Objektivierung nur wegen der besseren Kommunkation angewandt wird und nicht, weil die Basis des Universums ein Objekt sei.

Zitat von Feuerschale:
aber um das Ego zu erhalten

Das ist dann die Krux daran. Das Ego - das Selbst. Aber ist nicht das Ich das Selbst? Wobei die Unterscheidung in Ich, Es und Über-Ich - damit sie etablierfähig war - auf der Trinität der antiken Mythologie basiert, die auch schon von der Religion übernommen wurde. Es geht also um
- Körper - Fleisch und Knochen und Organe.
- Geist - die Beobachtungsgabe inklusive Feedbackschleife.
- Unterbewusstsein - die Bewegung.
"Ich", das ist ganz simpel der menschliche Körper, der simpel gesagt Platz einnimmt. Da wo ich bin, kann kein anderer sein.
"Es" ist der Geist, der anhand der Wahrnehmung/Beobachtung phantasiert und halluziniert.
- Über-Ich ist sozusagen das was Religionen "Gott" nennen. Es ist das was für den Geist nicht beobachtbar ist - unbegreiflich.

Im Prinzip könnte das Es abgeschaltet werden. Für die lebensnotwendigen Bewegungsvorgänge sorgt das Unterbewusstsein (Über-Ich) - inklusive Nahrungssuche.

Das Ego ist also alles drei in einem als Selbst. Das Selbst hat einen Selbsterhaltungstrieb, inklusive (siehe Kybernetik) Selbstreproduzierung, Selbstreparatur/heilung (begrenzt) und Selbstregulierung. Das Selbst ist ein Organismus (Organisation) und kein System.

Die "Bauern" damals, also die einfachen Leute, waren Objekt und wurden auch so behandelt - wie Vieh, Arbeitsvieh. Sie waren nur Körper, mit Über-Ich (lebenserhaltendes Unterbewusstsein). Sie waren in der Gesellschaft keine Individuuen, sondern eins. Irgendeine Person aus einem Dorf konnte für etwas bestraft werden, was eine andere Person aus dem Dorf getan hatte. Erst nachdem diese nicht mehr als Objekt behandelt und verstanden wurden, bekamen sie ein Selbst. So zumindest die Theorie, dass sich Selbstbewusstsein eventuell erst im Mittelalter verbreitete.

Zitat von User_0815_4711:
"Ein Intellektueller ist ein Mensch, der sich kritisch und reflektiert mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen auseinandersetzt. Er hinterfragt bestehende Vorstellungen, entwickelt eigene Gedanken und versucht, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen."

Ich würde mich als intellektuell bezeichnen - in Abgrenzung zu oben genannten.
Zitat von Feuerschale:
Joah intellektuell geht vermutlich eher in die Philosophenrichtung. Dinge erkennen.

Da wäre zuerst einmal zu unterscheiden zwischen der antiken Philosophie und der gegenwärtigen institutionalisierten Philosophie (objektivierten und objektivierenden Philosophie). "intelektuell" geht wenn dann in die Richtung der antiken Philosophie.

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B
Zitat von freely:
Ein Vogel verhält sich wie ein Vogel, ein Hund wie ein Hund, nur der Mensch weiß nicht wie er sich verhalten soll?

"Häuslratz zu Häuslkatz, jeder auf seinen rechten Platz."
("Häuslratz zu Häuslkatz, jedes Viech auf seinen Platz.")

Die Balladen des François Villon in der wienerischen Fassung von H.C. Artmann, dargebracht von Adi Hirschal und den Brennenden Herzen. Mitschnitt einer Produktion im Wiener Rabenhof Theater vom April 1998, em.el records 1999, Vertrieb: HOANZL, 1060 Wien. (CD).

Zitiert in: Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit, von Bernhard Ludwig (Kabarettist).

Ratz = Ratte.
Katz= Katze.
Häusl = Plumpsklo.

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A


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Dr. Reinhard Pichler
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