Baddi

Hi,

ihr wisst ja alle bestimmt, dass wenn man bei Sozialen- und Agoraphobien
, z.B.: Angst hat, dass Haus zu verlassen. Und vielleicht ist es jemanden von euch schon mal passiert, dass er in der Öffentlichkeit ist und ihm auf einmal übel oder schwindelig wird, oder man denkt man fällt in Ohnmacht.
Jetzt aber die Frage:
Bildet man sich die Symptome so stark ein, dass man denkt sie seien echt oder man bildet sie sich gar nicht ein und die Symptome sind echt.
Ich hoffe ich hab mich richtig ausgedrückt, verbessert mich bitte, wenn ich etwas falsches gesagt habe, aus Fehlern lernt man ja.

Danke

06.04.2002 02:07 • 19.04.2002 #1


Pat


Hallo Baddi!

Ich kann natürlich nicht für andere sprechen nur für mich !
Ich denke dass ich mich so in die Angst reinsteigere dass der Körper darauf reagiert und mir schlecht wird und ich kurz vor einer Ohnmacht stehe. Je nachdem wo ich hin muss, mache ich mich vorher schon dermaßen "verrückt" dass mir alleine der Gedanke daran schon Panik macht und ich an nichts anderes mehr denken kann .
Wenn ich diese Gedanken "unterdrücken" könnte und würden die Sympthome sicher auch ausbleiben. Das ist ein Teufelskreis : Ich habe Angst das mir schwindlig und schlecht wird und dadurch wird mir auch schwindlig und schlecht und wenn es dann soweit ist wird es nur noch schlimmer, verstehst Du?
Hast du das Problem denn auch oder interessierst du dich nur dafür ??
Gruß
Pat

18.04.2002 09:56 • #2


Baddi


Hi, Pat!!

Hab so in etwa das gleiche Problem, so lange ich abgelenkt bin, geht´s mir super. Doch wenn ich nur kurz daran denke: " Was ist wenn,.....".
Dann erscheinen bei mir die Sympthome.
Das Problem ist, wenn man sich selbst sagt, dass man nicht daran denken soll.- dann denkt man automatisch daran.
Wie z.B..: Wenn ich dir jetzt gegenüberstehen würde und dir laut ins Gesicht sage: " Denk nicht an Kölner Dom".
Was passiert? Du denkst an den Kölner Dom.

Eine Frage hab ich noch an dich. Du hast gesagt, dass du dich so in die Angst reinsteigerst, so dass dein Körper darauf reagiert und dir schlecht wird.
Bist du dir sicher, dass dir wirklich schlecht ist oder dass nur Einbildung ist( das war keine Beleidigung). Oder was macht dir mehr Angst.:

Die "Angst" oder die angst davor, dass die "Sympthome" erscheinen?

18.04.2002 23:16 • #3


Pat


Hallo !

Es hilft zwar irgendwie zu wissen dass man mit dem Problem nicht alleine ist aber auf der anderen Seite tut es mir auch leid für Dich und für alle anderen die in der Situation sind.
Ich habe schon Angst vor der Angst und da ich weiß dass die Sympthome auftauchen sobald ich daran denke , habe ich folglich auch Angst vor den Sympthomen. Die Sympthome sind nicht eingebildet, die sind echt.. mir ist dann schwindlig und schlecht aber in einer anderen Situation (z.B. wenn ich in dem Moment zu Hause wäre) wäre mir sicher nicht schlecht.
Ablenken kann ich mich mittlerweile kaum noch.Egal an was ich versuche zu denken oder was ich mache, es hilft einfach nichts. Der Gedanke kommt oft schon direkt nach dem Aufstehen und zieht sich durch meinen gesamten Tag.
Heute habe ich meinen "1. Schultag" nach vier Wochen. Ich habe das Gefühl total zusammenzuklappen und schlecht ist mir jetzt auch aber ich muss dorthin! Falls es garnicht geht muss ich halt wieder heimfahren. Wäre froh wenn der Tag schon rum wäre.....
Gruß Pat

19.04.2002 05:18 • #4


naiona


hi pat,
ich wünsche dir viel kraft für den heutigen tag und alle darauffolgenden tage auch! ich habe es leider nicht geschafft und mich letzte woche dazu entschieden, die uni vorläufig abzubrechen. ich komm einfach nicht raus, es geht einfach nicht. nun, habe jetzt zeit, mich meinem problem voll und ganz zu widmen, werde bald eine therapie starten und lass mir mein leben nochmals so richtig durch den kopf gehen. ich muss endlich lernen, für die gegenwart und die zukunft und nicht in der vergangenheit zu leben. vor allem muss ich akzeptieren, dass ich krank bin, aber das fällt mir nach wie vor sehr schwer. ich fühle mich all den menschen gegenüber, denen es "wirklich" schlecht geht, ich meine, die im krieg leben oder hungern müssen, immer so schuldig. damit muss ich aufhören. ich hab mir meine krankheit ja nicht ausgesucht, trotzdem ist sie da und ich muss lernen, mit ihr zu leben.
so, nun hab ich nur von mir erzählt, dabei wollte ich dir nur sagen, dass ich heute bei dir bin und dir viel kraft und mut wünsche!
take care,
naiona

19.04.2002 11:59 • #5


Pat


Hallo naiona !
Vielen Dank für deine Nachricht !
Ich bin so froh dass ich diese Seite gefunden hat und mich endlich jemand versteht !
Den heutigen Tag habe ich leider nicht überstanden. Nach 10 min in der Schule wurde mir so schwindlig das ich umgefallen bin und irgendwann wieder schweißgebadet aufgewacht bin. Ich bin dann nach Hause gefahren und mir ist seitdem so schlecht dass ich mich laufend übergeben muss und ungeheure Kopfschmerzen habe. Aber am Schlimmsten ist diese "Niederlage" und zu wissen dass es immer schlimmer wird! Ich traue mich kaum noch irgendwo hinzugehen und ich habe auch die letzten Wochen versucht dagegen anzukämpfen aber ich sehe keinen Erfolg!
Nächste Woche habe ich einen Termin bei einem Psychater und ich setzte meine ganze Hoffnung darein, dass er mir irgendwie helfen kann.
Ich will auch endlich wieder Spaß haben wegzugehen und das machen worauf ich Lust habe ohne diese Angst , aber Du weißt ja wovon ich rede!!
Ich danke Dir nochmal für Deine liebe Nachricht und wünsche Dir und auch allen anderen die nötige Kraft !!
Pat

19.04.2002 16:33 • #6



Dr. Reinhard Pichler