Hi,

ich habe einfach nicht die kraft jetzt alle einzelheiten meiner sozialphobie zu beschreiben.
ich glaube nur, dass es niemanden auf dieser welt gibt, der unter einer solch heftigen sp leidet.
es ist so schlimm, dass ich nicht mehr weiter weiss.
mein leben geht jetzt wirklich den bach runter.
ich kann einfach garnichts mehr machen.
ohne eine 2minütige türspionobservation traue ich mich nicht mal mehr in den hausflur.
ich leide ebenfalls an ads (aufmerksamkeits-defizit-syndrom) und nehme daher ritalin (methylphenidat).
mein bruder litt unter panikattacken und bekommt zoloft.
niemand aus meiner familie weiss, wie sehr ich von der sp betroffen bin, auch meinen arzt lüge ich regelmässig an.
die sp ist so schlimm, das ich mich nicht mal mehr traue zu meiner therapeutin zu gehen, welche sich auf die sp spezialisierte.
mein studium(auch noch sozialpädagogik) lässt mich nicht mehr schlafen.
habe gerade eine zoloft von meinem bruder genommen und wollte nun wissen, ob mir jemand sagen kann, ob das mit ritalin ok ist?
ich hätte vielleicht vorher fragen sollen.
wenn diese tablette nun nicht hilft werde ich mich wohl bis an mein lebensende (hoffentlich bald) einschliessen.
bitte sagt mir, dass es menschen gibt, dessen sp behandelt werden konnte.
mein leben ist nämlich nur noch eine einzige qual!

danke

jörn

08.04.2003 16:33 • 24.08.2003 #1


Hallo Jörn,

ich kann dir zwar nicht sagen, dass ich erfolgreich behandelt werden konnte, aber ich kann dich sehr gut verstehen!

Mir geht es momentan auch sehr schlecht - ich gehe zwar noch den alltäglichen Dingen nach, aber mir fällt seit Monaten Alles sehr viel schwerer! Ich weiß nicht, warum und was der Grund dafür ist, aber mir ist bewusst geworden, dass ich es ohne Therapie nicht schaffen werde!

Zur Zeit erkundige ich mich nach einer ambulanten Therapie für 1-2 Tage pro Woche, da ich meinen Job nicht aufgeben will!

Ich glaube schon daran, dass unsere Phobien nachlassen können - es bedarf nur einem starken Willen und die Kraft, etwas dagegen zutun!
Es ist sehr wichtig für dich, dass du die Termine bei deiner Therapeutin einhältst UND dass du ehrlich gegenüber deinem Arzt bist!
Nur so können sie dir eine gute Hilfe gewährleisten!

Auch ich denke und wünsche mir oft, dass Alles einfach vorbei ist! Dass ich mich selbst "erlöse", aber ich glaube, es wäre nur eine feige Flucht!
Wir würden vor unserer Verantwortung (für uns selbst) davon rennen - uns dem Kampf nicht stellen!!
Ein Kampf ist nun mal schwierig und langatmig, aber wir sollten nicht vergessen, dass wir diesen Kampf gegen die Angst auch gewinnen können! Auch für uns gibt es eine Chance auf eine bessere Lebensqualität ... sei es momentan auch unvorstellbar!

Überleg dir mal, was du noch Alles vor dir hast - was du noch in deinem Leben erreichen willst! Ist das nicht alles diesen komplizierten Kampf und die Geduld wert?!
Ja - all das ist es wert, auch wenn es so schwerfällt!

Du bist mit deinen Problemen nicht allein!!
Es gibt sehr viele Leute, denen es ähnlich geht ... wenn wir zusammenhalten, wird's schon klappen!

Lass dich bloß nicht unterkriegen!
Kopf hoch!!

Viele liebe Grüße,
butterfly

09.04.2003 06:56 • #2


hallo jörn

ich verstehe dich auch sehr gut ich weiss auch nicht wie es weiter gehen

soll es ist eine grosse qual man denkt nicht selten darüber nach ob man

sich das leben nehmen sollte denn wir leben ja gar nicht wir haben angst

vor menschen wie bescheuert! ich glaube ich bin auch noch

medikamentensüchtig aber was solls wir sind halt darauf angewiesen ich

weiss auch nicht wie ich mein sportstudium bewältigen soll oder

überhaubt das leben. sp ist denke ich nicht heilbar es ist vergleichbar mit

einem fussbalspieler der kein talent hat auch wenn er trainieren sollte

wird er immer ein schlechter fussballer sein obwohl er besser spielt als

vorher. Wir müssen akzeptieren das wir psychisch BEHINDERT sind.

10.04.2003 00:34 • #3


Hallo Jeremia,

also ich habe keine Lust diese "Behinderung" zu akzeptieren!!

Ich nehme keine Medikamente, ich versuche mich nicht kleinkriegen zu lassen!!

Überleg mal, wir sind alle absolut geistreiche Leutchen - du hast ein Studium - Jörn ebenfalls ... wir sollten uns nicht minderwertiger darstellen als "normale" Personen!

Wir leben mit verschiedenen Problemen, wir müssen mit den krassesten Symptomen auskommen ... Sind wir nicht viel stärker als die Leute, die unbeschwert ihr Leben genießen können?!

Mach dich nicht 'kleiner' als du bist!!

Alles Gute und liebe Grüße,
butterfly

10.04.2003 06:41 • #4


Hallo butterfly


du kannst es vielleicht persönlich nicht akzeptieren, aber tatsache ist das

wir psychisch leider behindert sind!! schau mal du möchtest bestimmt

viele sachen machen aber du bist aus irgendeinem grund nicht in der lage

dieses auszuführen, genauso wie ein körperlich behinderter mensch der

unbedingt laufen möchte aber es nicht kann, leider sind diejenigen die an

dieser krankheit leiden viel viel 'kleiner' als sie sie sind denn wir leben nicht

spontan alles wird schon vorher geplant zb wie sage ich das was wird sie

er denken. unser handeln ist bestimmt durch andere

10.04.2003 16:59 • #5


Hallo Jeremia,

ich verstehe schon, was du ausdrücken möchtest ... du hast da völlig Recht, ABER "akzeptieren" klingt wie 'Stillstand'?!
Die Behinderung akzeptieren - hinnehmen?!

Genau das will ich eben nicht! Ich werde dagegen ankämpfen! Und wenn es auch noch so unvorstellbar ist, ich werde irgendwann sagen können:
Ich habe es geschafft - ich lebe, wie ich wirklich leben will!

Das ist halt mein persönliches Ziel!

Deshalb werde ich diesen Feind in mir - diese Angst nicht akzeptieren!

Gruß,
butterfly

11.04.2003 10:44 • #6


Hallo!war laenger nicht hier.Gut,Butterfly,ich denke genauso wie Du.Ich akzeptiere das genauso wenig.Um mal kurz zur psychischen Behinderung zu kommen:Das hat mich lange beschaeftigt,als dieser satz in einer SHG mit dem Thema Angst vom leiter der Gruppe fiel.Man kann es sicher so sehen,aber wir sind Individualisten und was noch wichtiger ist:Lernfaehig.Und da sollten wir ansetzen.Ich hasse diesen Zustand ebenso(nehme auch kein Psychopharmaka) alles allein machen zu muessen und niemanden zu haben.Leute,kaempfen ist angesagt,sonst koennen wir gleich aufgeben.LG Udo.

11.04.2003 22:48 • #7


hallo jörn,

aber nicht doch !
Ich bin seit 3 jahre in behandlung. mir haben geholfen
1 tablete TEGRATAL 200 - abend
1 tablete TREVILOR 75 retard nach dem frühstück

frag dein arzt was er davon hält. O.K.
noch eins - sag dein arzt immer die warheit.

gute besserung

Richard

19.08.2003 18:43 • #8


LIeber Jörn,

es ist sehr gut möglich, dass Ritalin deine Ängsrt verstärkt.
Zoloft wirkt auch bei SP.
Du solltest unbedingt professionelle verhaltenstherapeutische HIlfe in Anspruch nehmen.

Herzliche Grüße
MIRIAM

24.08.2003 11:34 • #9




Dr. Reinhard Pichler