Hallo,
vor ca. 4 Jahren fing alles an. In allen möglichen Situationen bekam ich Angstattacken, mein Herz raste und ich bekam kaum noch Luft... Nach einiger Zeit lernte ich ganz gut damit umzugehen und konnte mich immer öfter selbst wieder beruhigen. Dann hatte ich 2 Jahre Ruhe. Jetzt scheint aber alles noch schlimmer zu werden. Diesmal fing es so an, dass ich immer öfter, wenn ich mit Kollegen zu Mittag aß, zuerst meine Hände zitterten und sich, ich weiß gar nicht so genau, wie ich es beschreiben soll, irgendwie mein ganzer Nacken wie verkrampfte und ich keinen Bissen mehr in den Mund bekam, etwas zu trinken war praktisch unmöglich. Das ganze steigerte sich immer mehr, mittlerweile traue ich mich nicht mal mehr vor meiner Familie zu essen oder zu trinken. Außerdem kam jetzt noch hinzu, dass ich nun sogar auch bei Gesprächen anfange mit dem Kopf zu zittern und sich auch da mein Nacken wie verkrampft. Ich hatte jetzt zwei Wochen Urlaub und bin in dieser Zeit in eine tiefe Depression gefallen, habe furchtbar Angst vor dem ersten Arbeitstag und habe mir gedanklich schon alles mögliche ausgemalt, nur damit ich nicht mehr arbeiten muß, auch der Gedanke meinem Leben ein Ende zu setzen spukt mir öfter durch den Kopf.... ich weiß echt nicht mehr weiter und zweifel an dem Sinn weiter zu machen und jeden neuen Tag als Qual zu erleben....
Wie kann man aus diesem Teufelskreis wieder heraus kommen??
Selbst der Gedanke zu einem Arzt zu gehen, erscheint mir grauenvoll und als unzumutbar!

Liebe Grüße
Christina

28.04.2003 16:31 • 13.09.2003 #1


Hallo,
denk nicht soviel darüber nach, was andere über Dich denken. Öffne Dich, achte nicht nur auf Dich und Deine Unzulänglichkeiten, sondern achte auf Deine Mitmenschen. Du wirst sehen, viele haben auch Probleme, zittern z.B. beim essen und niemanden stört es. Die Menschen beurteilen Dich nicht so streng wie Du es befürchtest. Das tust nur Du. Sicher, das ist nicht einfach, aber wenn Du Dich zurückziehst, kann Dir keiner helfen, das geht nur, wenn Du für Hilfe offen bist und versuchst, Dir selbst gegenüber objektiv zu bleiben. Auch wenn es noch soviel Überwindung kostet, vertrau Dich jemandem an und laß Dir helfen. Verschliesse Dich nicht. Die Menschen sind gar nicht so schlecht. Sozialphobie ist nicht das Ende, gib nicht auf!
Liebe Grüße
Thomas

29.04.2003 15:57 • #2


Du solltest dich mal mit einem unterhalten der genau das gleiche
durchgemacht hat.Schreib mal ne Mail

07.05.2003 21:05 • #3


Hallo,

Ich habe immer gedacht, das ich mit meinen Ängsten alleine dastehe. Doch dem ist ja nicht so. Ich bin froh auf diese Seiten gestoßen zu sein. Ich leide auch unter der Sozialphobie obwohl ich sehr kontaktfreudig bin. Widersprüchlich nicht wahr? Doch meinen Beruf als Kosmetikerin habe ich direkt nach meiner Ausbildung nicht fortgeführt. Ich hatte aufeinmal Angst fremde Menschen zu behandlen .meine Hände zitterten. Abzoluter Horror pur. Doch nun ist es mein innigster Wunsch den Beruf wieder aufzunehmen doch die Ängste sind nicht vorbei. Ich weiß aber das ich es versuchen will doch die innere Unruhe ist ziemlich ausgeprägt. Manchmal komme ich mir ziemlich lächerlich vor. Über einen Austausch würde ich mich riesig freuen.i

24.06.2003 22:21 • #4


Hallo Cindy,

Auch ich kenne diese Innere Unruhe, diesen ständigen Klos im Hals, man fühlt sich immer beobachtet, oder die anderen könnten was merken... Ich komme mir eigentlich immer lächerlich vor...

Nun, für mich war es auch der totale Horrorgedanke zum Arzt oder zu nem Psychologen zu gehen aber vor 3 Wochen oder so hab ich wirklich gedacht, lmaA, du gehst jetzt zum Hausartzt... naja und das hab ich dann auch durchgezogen... habe Ihm kurz meine Probs versucht zu erklähren... naja und glaube mir.... so gezittert und gestottert habe ich noch nie, es war alles andere als leicht für mich... aber ich habs getahn und darauf alleine bin ich jetzt schon ein wenig stolz auf mich! Naja er hat mich jetzt an eine Neurologin überwiesen... leider bekahm ich da erst ein Termin für mitte Julie, also noch gute 2 Wochen... Hoffentlich halte ich das durch...
Nunja... muss aber auch dazu sagen, das ich damals was ändern wollte an mir... war gerade aus einer Depriephase erwacht und habe durch zufall in einer Zeitung von SP erfahren...

Dieser Schritt ist glaube ich für SPler das schwerste, endlich über seinen Schatten zu springen... Aber anders hast du keine Chance... Vertraue dich jemandem an... gehe zu einem Hausarzt oder zu nem Neurologen... lass Dir helfen... Sperre Dich nicht ein... Hinterher wirst du stolz sein diesen 1. Schritt getahn zu haben...

Upps, hätte fast geschrieben denk mal drüber nach aber ich müsst doch von mir wissen, das man als SPler eigentlich zuviel denkt und sich über alles den Kopf zerbricht... Lass Die Gedanken einfach weg und machs einfach, nur Mut!

PS: kannst dich auch gern ma melden, wenn Du willst...

Alles gute,

Olivier

26.06.2003 17:59 • #5


Hallo Christina,

ich habe das viele Jahre mitgemacht, mittlerweile überwunden. Meine Erfahrungen:

- Und wenn eine Nacht noch so schwarz ist, die Sonne kommt von ganz alleine wieder und Du lachst über die gleichen Probleme, die Dich zuvor erschlagen haben !
- Am schlimmsten war die Zeit, als keiner wußte, was mit mir los war; es dauerte lange, bis die Diagnose "Panikattacke" gestellt war.
- Der Besuch beim Facharzt/Therapeuten half mir immer und ist wichtig und keine "Schande"
- Als es ganz schlimm war, ging ich (Gott sei Dank) zu einer Kur in einer psychosomatischen Klinik. Dort war das Wichtigtste die Erfahrung, daß es so viele ( !) Menschen (von 18 bis 80, m/w, alle Berufe) gibt die die gleichen Probleme hatten und alle sehr nett waren und untereinander halfen.
- Geholfen hat mir gerade am Anfang auch eine "Angst-Kassette" (Dr. Rüdiger Dahlke "Angstfrei leben")
- besonders hilfreich ist Entspannungstraining (autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen), denn wo Entspannung ist, hat Angst keine Chance !
- Ich habe aus meinem Problem kein Geheimnis gemacht; meine Chefs wussten es und andere, die ich vertrauenswürdig fand, auch. Vielleicht hatte ich dabei Glück, aber alle hatten Verständnis. Manche haben nachher selbst,oder Angehörige von Ihnen, ähnliches erlebt und konnten noch besser verstehen.
- Da ich offen von meinem Problem sprach, erfuhr ich plötzlich immer mehr, daß Verwandte, Nachbarn, Kollegen - Leute von denen ich das nie gedacht hätte - ebenfalls betroffen waren.

Also: Es wird wieder ! Du bist nicht alleine ! Es gibt Hilfe, nimm sie an, gehe zum Arzt und beginne eine Therapie ! Und immer dran denken: Die Sonne geht immer wieder von selbst auf, da macht keiner was dran !

Alles Gute ! Walter

27.07.2003 07:41 • #6


hallo,

ich heiße Richard und bin 45 Jahre alt.
Fast seit mein geburt habe ich angstzustände die führten zu bewustlos.
seit 3 jahre nehme ich habe ich neuen arzt. ich habe bekommen zwei medikamente und muß ich sagen mein leben hat einen sinn.
mit mir war so weit das ich konnte die strasse nicht alein nicht betreten.
kino oder restaurant unmöglich. Ich kann seit über 2 jahre sehr viel besser leben. Ich nehme 1 Tablete TEGRATAL 200 ( Geigy) - abend.
kann mann super schlafen - super zu abzuschalten
1 Tablete Trevilor 75 retard nach dem frühstück.
Fragen Sie dem Arzt was er davon hält.
Sorry ich kann nicht so gut deutsch.
viel erfolg und gute besserung

Richard

19.08.2003 18:33 • #7


Hallo Cindy,

ich weiss nicht, ob das so funktioniert, auf eine Antwort zu einem Beitrag zu antworten, da ich nicht wirklich ein "Foren-Profi" bin, sondern dies hier genau mein zweiter Versuch ist. Wie auch immer, ich probier´s trotzdem, und zwar, weil das von Dir beschriebene Problem so ziemlich mit meinem identisch ist.

Ich weiss erst seit kurzer Zeit, dass es die Krankheit SP überhaupt gibt. Ich bin sehr zufällig drauf gekommen. Daran leiden tu ich allerdings schon länger, ca. 15 Jahre nämlich.
Als ich vor kurzem erfahren habe, dass es für mein Leiden einen Namen gibt und vor allem, dass so viele Menschen ebenfalls betroffen sind, war ich erstmal richtig erleichtert.
Zwar hab ich die ganzen Jahre gemerkt, dass wohl etwas nicht stimmen kann mit mir, dachte aber, das sei bei mir (und NUR bei mir) halt nunmal so...

Das Komische an der Sache ist, und das ist auch der Grund, warum ich ausgerechnet auf Deinen Beitrag antworte, dass ich eigentlich sehr kontaktfreudig bin, nur in manchen Situationen und bei manchen Menschen versage ich einfach auf der ganzen Linie. Da ist sie dann plötzlich da, die Angst, mit allem, was so dazugehört. Zittern, schwitzen, erröten - das volle Programm.

Auch bei mir hat´s während meiner Ausbildung zur Reisekauffrau begonnen. Das war eigentlich schon immer mein Traumberuf, aber irgendwann wurde der tägliche Kundenkontakt immer unerträglicher für mich. Ich habe unter enormen Qualen die Ausbildung beendet, dann aber den Beruf gewechselt. Ich hab mir damals eingeredet, dass für mich der Job im Reisebüro einfach nicht das Richtige gewesen sei. Heute weiss ich, dass das nicht stimmt.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke über die vergangenen Jahre, dann wird mir schmerzlich bewusst, wieviele meiner Träume - beruflich wie privat - mir die Angst schon geraubt hat.
Da ich jetzt aber wenigstens weiss, was mir fehlt, das Kind sozusagen einen Namen hat, bin ich fest entschlossen, den Kampf gegen die Ängste aufzunehmen. Um endlich die Dinge tun zu können, die ich all die Jahre vermieden habe, um ja nicht aufzufallen und um ja zu verhindern, dass mich und mein Problem jemand entdecken könnte.

Ich wünsche jedenfalls Dir, liebe Cindy, und allen anderen, die diesen Beitrag lesen, alles erdenklich Gute und würde mich freuen, wenn jemand antworten würde, der Ähnliches durchmacht oder der evtl. schon ein Stück weiter ist als ich (Therapie?) und mir seine Erfahrungen mitteilen möchte.

Liebe Grüsse
ronnika

13.09.2003 22:56 • #8




Dr. Reinhard Pichler