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Leo12345
Hallo zusammen,

Ich habe laut meinem Psychologen eine Sozial Phobie und bin dort seit 1,5 Monaten in Behandlung.

Nun hat bei mir die Schule angefangen (Fachabi-Elektrotechnik). Ich habe die ersten 2 Tage geschafft dort hinzugehen.
Aber ab dem 3ten Tag schaffe ich es nicht mehr. Obwohl ich dort hin will halten mich meine Gedanken und Ängste davon ab.
Ängste:
Rot zu werden
Stottern zu stottern
Als komisch empfunden werden
Abwertende Blicke zu bekommen
Generell alles was ein Peinlich sein kann
Vor dem Pinkeln auf öffentlichen Toiletten
Vor anderen zu sprechen (Vortag,Vorlesen etc.)
.

Nun ist der 5te Tag in folge, wo ich es nicht geschafft hab. Ich stehe jeden Tag auf mit der Motivation fürs Fachabi. Aber immer schlägt mein Kopfkino mich so unter den Tisch. Das ich es einfach nicht schaffe.
Habe bereits mit meinem Psychologen gesprochen. Er sagte mir genau das gleiche wie mein Psychologe vor 7 Jahren. Das überwinden und sich der Angst zu stellen bin ich für zuständig.

Aber ich schaffe es einfach nicht mich zu überwinden und Frage mich deshalb ob ich ein Hoffnungsloserfall bin?

Ich weiß mein Ängste sind Irrational, ich weiß ich Brauch mir die Sorgen eigentlich nicht machen, aber sie sind trotzdem dar und ich bin in machtlos ausgesetzt.

Frage an die Gruppe, wie kann ich es schaffen meine Ängste zu überwinden?
Soll ich aufgeben es zu versuchen?

Bezug auf die Schule:
Ich stehe extra 20 Minuten vor dem Abfahren los, damit ich nicht viel Zeit habe nachzudenken aber es hilft auch nicht.

Zu meiner Person, bin m 21, habe die Ängste seit 7 Jahren. Habe glücklicher Weise meine Ausbildung geschafft dank Corona. 2 Jahre online, danach mit Maske in der Schule hat mir auch geholfen. Mache regelmäßig Sport aber leider nur Zuhause. Selbstwertgefühl ist bei 1 von 100. Gehe seit Beginn der Ängste nicht einkaufen, habe seit 5-6 Jahren keine Freunde. Ich wohne bei meinen Eltern mit meinen 2 Geschwistern. Meine Familie spricht leider nicht über Gefühle. Das heißt ich habe kein Ansprechpartner in der Familie. Außerhalb nur den Psychologen.

15.08.2023 08:55 • 26.09.2023 #1


S
Hallo,

Hast du mit Deinem Psychologen über diese Probleme gesprochen?
Ich würde mich auf jeden Fall überwinden und trotzdem hingehen, denn ansonsten werden die Ängste nur schlimmer.
Denke nicht, dass Du ein hoffnungsloser Fall bist.

Alles Gute

15.08.2023 09:14 • x 1 #2


A


Bin Ich ein Hoffnungsloserfall?

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mkaufmann
Keineswegs bist du ein aussichtsloser Fall! Du hast bereits unter Beweis gestellt, dass du dazu in der Lage bist. Zudem ist niemand fehlerlos. Es ist normal nervös zu sein und vor anderen mal ins Stottern zu geraten. Schließlich dient die Schule dazu, solche Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen. Denk daran, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Je länger du zögerst, dich dieser Herausforderung zu stellen, desto mehr stärkst du deine Angst. Diese wird nur verblassen, wenn du dich ihr entgegenstellst.

15.08.2023 09:20 • x 1 #3


MoniHofft
Hallo @Leo12345!
Auch ich glaube nicht, dass du ein hoffnungsloser Fall bist. Manchmal haben unsere Ängste so eine gewaltige Macht über uns, dass wir das Gefühl haben, dem niemals gewachsen zu sein. Das kommt jedoch nur durch unsere angstbesetzten Gedanken, die uns ein falsches, total negatives Bild von unseren eigenen Fähigkeiten und unserer Stärke vermitteln. Gib dir ein bisschen Zeit, um dich an die neue Situation zu gewöhnen; du scheinst ja erst einige Tage an dieser Fachoberschule zu sein. Nimmst du denn Medikamente neben der Psychotherapie? Ich selbst hab mich dagegen immer gesträubt, musste jedoch letztlich anerkennen, dass eine adäquate Behandlung meiner GAS und meiner Zwangsgedanken nur unter medikamentösem Einfluss richtig sinnvoll und hilfreich war. Alles Liebe und gib nicht auf! Moni

15.08.2023 09:39 • #4


-IchBins-
Zitat von Leo12345:
Aber immer schlägt mein Kopfkino mich so unter den Tisch.

Schalt dein Kopfkino aus. Frag dich zeitgleich: warum sollte ich es nicht schaffen? Manchmal kann es helfen, ein Dialog zu führen, es sind ja nur Gedanken, nicht die Realität.

Zitat von Leo12345:
Das überwinden und sich der Angst zu stellen bin ich für zuständig.


Genauso ist es. Nur du selbst kannst die Angst überwinden, indem du sie quasi akzeptierst. Das kann der erste Schritt sein und dann überleg dir Lösungen, wie kannst du die Angst abschwächen bzw. mildern? Irgendwann wird sie verschwinden. Vielleicht hilft dir das Video weiter: hier geht es zwar um Panik, aber der Kern der Sache ist: Annahme, egal ob Angst, Panik u. a. Freundschaft mit der Panik, Mingyur Rinpoche auf YT.


Zitat von Leo12345:
Frage mich deshalb ob ich ein Hoffnungsloserfall bin?

Nein, bist du nicht. Arbeite an dir, dann kann es besser werden.


Zitat von Leo12345:
Frage an die Gruppe, wie kann ich es schaffen meine Ängste zu überwinden?

Mit Achtsamkeit als Beispiel. Die Ängste kommen durch die Sorgen-Gedanken. Aber man kann die Gedanken/Angst transformieren.
Dazu gibt es viele hilfreiche und aufschlussreiche Bücher, Videos, Hörbücher.

Ich litt seit ich denken kann schon an Ängsten und habe es geschafft, dass sie weit in den Hintergrund gerückt sind. Die Sorgen-Gedanken prüfe ich erstmal, ob es tatsächlich wahr ist, was das Teufelchen mir wieder erzählen will oder nicht. Ich kann mich jede Sekunde entscheiden, ob ich Meister meiner Gedanken sein will oder Diener. Aber da meine Gedanken mir ja dienen sollen, nehme ich sie wahr, aber gebe ihnen möglichst Beachtung und lege den Fokus auf das, was gerade ist im Hier und Jetzt.

15.08.2023 09:52 • x 1 #5


Mylenix
Die meisten kämpfen schon ihr halbes Leben lang mit ihren Problemen und fühlen sich auch als hoffnungsloser Fall, ich gehöre ebenfalls dazu, obwohl ich es jeden Tag versuche. Es ist einfach verdammt schwer und man hört oft wie Andere es schaffen wieder auf die Beine zu kommen, allerdings ist die Realität anders und wer berichtet schon von Misserfolgen? Man denkt man müsse es auch endlich schaffen, es sieht doch gar nicht so schwer aus, aber doch es ist schwer und viele brauchen extrem lange und auch dann fallen sie gelegentlich zurück in alte Muster. Hoffe das tröstet dich etwas und nimmt dir etwas Druck.

16.08.2023 08:13 • x 1 #6


K
Hey, ich kann deine Ängste voll und ganz nachvollziehen und finde es beeindruckend, dass du es überhaupt geschafft hast die Schule zu besuchen. Ich selbst habe seit dem Kindesalter eine sehr ausgeprägte Sozialphobie und und die Schulzeit war einfach nur der pure Horror für mich. Habe mich auch immer einfach nur unverstanden gefühlt und wusste selbst ganz lange nicht, warum ich denn so verdammt zurückhaltend bin.

Ich habe auch ca 2 Jahre lang eine Verhaltenstherapie gemacht, diese hat aber im Endeffekt nicht geholfen. Es ist so schlimm , dass ich keiner Arbeit mehr nachgehen kann und ich deshalb auch sehr wahrscheinlich vom ärztlichen Dienst des Jobcenters eingeladen werde. Meine Psychiaterin, zu der ich noch regelmäßig gehe, weiß auch darüber Bescheid.

Wenn ich mal das Haus verlasse, dann geh ich immer in einen Park , der direkt bei mir um die Ecke ist. Dort ist menschlich auch nicht viel los und ich fühle mich einigermaßen wohl. Aber man hätte dann doch schon gerne jemanden zum reden, weil es mit der Zeit wirklich einfach nur einsam ist.

Dass in deiner Familie nicht über Gefühle gesprochen wird kommt mir sehr bekannt vor. Ist bei mir leider auch so. Ich komme aus einer ziemlichen Großfamilie, ich habe 8 Geschwister.

26.09.2023 19:00 • #7





Dr. Reinhard Pichler