Zitat von Wolke:Meine Schwiegermutter meinte, dass es da ein Medikament gäbe, wohl ein Valiumwirkstoff, das man im Notfall nehmen könnte.
Valium (Wirkstoff Diazepam) ist ein Benzodiazepin von vielen, die alle beruhigend wirken, allerdings ein bisschen unterschiedlich gut angstlösend, mehr oder weniger stark sedierend, muskelentspannend und antikonvulsiv. Und sie haben unterschiedlich lange Halbwertzeiten. Als Notfallmedikament gegen akute Angstattacken nimmt man am besten etwas mit relativ kurzer Halbwertzeit, das vorwiegend angstlösend wirkt: Am schnellsten wirkt dabei Lorazepam (Handelsname Tavor), ähnlich gut angstlösend, aber auch sedierender wirkt Bromazepam. Valium bzw. Diazepam hat eine sehr lange Halbwertzeit und ist als Notfallmedikament daher nicht so gut geeignet - zwei bis drei Notfälle pro Woche und man ist dauerbreit... Generell sind Benzodiazepine wirklich nur Notfallmedikamente, denn bei längerer und häufiger Anwendung besteht eine Abhängigkeitsgefahr. Aber bei zwei Angstattacken in drei Wochen sind sie unbedenklich.
Zitat von Wolke:Weil auch das Gehirn in einer solche Daueranspannung irgendwann anfangen würde, die Stoffe zu ändern und man dann noch schwerer aus der Angst finden würde.
Zumindest wird die Angst um so besser gelernt, so dass es tatsächlich sinnvoller ist, mal ein Medikament zu nehmen, statt die Anspannung heldenhaft zu ertragen. Bei Daueranspannung sind Benzodiazepine aber nur dann sinnvoll, wenn sich die Anspannung legt, sobald sie einmal durchbrochen wurde. Ansonsten greift man besser zu Alternativen, die nicht abhängig machen: Ein harmloser (und recht schwacher) "Klassiker" ist Opipramol. Das hat den Vorteil, dass man es nicht dauerhaft nehmen
muss, sondern ggf. nur bei Bedarf. Es wirkt mit der ersten Einnahme, es gibt keine Einschleichphänomene etc. Also sehr unproblematisch. Ein anderes Mittel bei Angst und Anspannung wäre Buspiron, das man aber regelmäßig nehmen muss und das auch erst nach ca. drei Wochen richtig wirkt. Und dann gibt es noch die ganze Palette der richtigen Antidepressiva. Allerdings würde ich bei allem, was über Opipramol hinausgeht, nicht mehr den Hausarzt, sondern den Facharzt zum Zuge kommen lassen. Auch bei den Benzos. Ist nämlich nicht schön, wenn der Hausarzt eine N3-Packung verschreibt und man nach Leeren derselben mit Entzugssymptomen da sitzt...
Liebe Grüße
Christina