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Lightning81
Da habe ich noch ein etwas älteres Gedicht für dich ausgegraben @PQhope .. für Kenner der Strickereien. Gedichte in Anapäst sieht man ja eher selten. Wobei ich das mit der Metrik mittlerweile nicht mehr so ernst nehme. Ist ja nur ein Hobby. Das Bild dazu war damals die Vorgabe. Und Stille, so weit ich mich erinnern kann.

Stilles Leben

In der Stille des Lebens,
in vermodernden Zimmern,
nur von Büchern umgeben,
die an Wissen erinnern,
um den Globus der Welt
nur mit Fingern gereist,
im Gefühl was gefällt,
und im Geiste bereit,
für die Suche nach Wissen,
das den Büchern bekannt,
wird er selten vermissen,
denn es sagt der Verstand:

Wenn du findest, was fehlt,
in den Ländern der Zeit,
machst du, was dir gefällt,
bist zu schreiben bereit,
über Tiere und Menschen,
und manch fröhliches Leben,
wie sich Krieger bekämpfen,
und am Ende ergeben,
wie die Sonnen entstehen,
und wie Gottheiten denken,
doch du musst erst verstehen,
mir Gedanken zu schenken.

Lightning (Stefan Marx)

05.09.2022 13:35 • x 1 #61


Lightning81
Offenheit

Auch wenn es häufig einfach scheint,
ganz offen mit der Welt zu sein,
wird Offenheit sehr oft enttäuscht,
und schon bist du allein.

Die weite Welt ist nicht mehr hier,
Gedanken wiegen schwer in dir,
du denkst, was bringt schon Offenheit,
wenn jeder seine Lüge zeigt?

Versunken in dem Lügenmeer,
versuchst du dich zurechtzubiegen,
wer du bist, weißt du längst nicht mehr,
schon bald wird deine Lüge siegen.

Lightning (Stefan Marx)

05.09.2022 14:04 • #62



Lightnings Gedankengut

x 3


Lightning81
Lied der UnBekannten

Wir leben die Freiheit und sperren uns ein,
im goldenen Käfig, da wollen wir sein!
Die Sprache ist silbern und schweigt für das Gold,
die Macht ist mit uns, also macht was ihr wollt!

Lightning (Stefan Marx)

05.09.2022 16:09 • x 2 #63


PQhope
@Lightning81 Ja, erneut: sehr schön, aphoristisch, bündig. Von mir ein Danke!

06.09.2022 07:35 • x 1 #64


Lightning81
Tag und Nacht

Ein Tag bricht herein,
ein Schatten, ein Schrei,
ein schreckliches Lachen
schlägt Freude entzwei.

Der Albtraum erwacht,
und alles Getier,
das in Höllen lacht,
steht drohend vor mir.
Die Stimmen erwarten
nur schreckliche Tat,
die Blicke erstarren,
so endet der Tag.

Die Nacht bricht herein,
ein Träumen von dir,
verändert die Träume
des Lebens in mir.
Nicht jeder, der kennt,
was tief in mir ruht,
will mich mit im Leben,
doch du hast den Mut.

Du teilst mit mir Freude,
Gedanken und Glück,
du heilst meine Seele,
willst nie was zurück.
Auch ich möchte geben,
und teilen mit dir,
das Neue erleben,
besiegen das Tier.

So hoffe ich ständig
auf die eine Zeit,
zu der wir uns finden,
gemeinsam bereit,
doch Hoffnung schenkt leider
kein Leben zurück,
daher bringt die Schleife
des Traumes kein Glück.

Vor 2 Stunden • #65


Lightning81
Lebend vergessen

Eintöniger Sumpf
der Melancholie.
Klanglose Tränen
füllen freudlose
Augen.

Schwer fällt,
was einst leicht.
Die Sehnsucht
nach Vergangenheit
schleicht ins Leben.

Dies und das,
hätte, wäre, wenn,
besser laufen können.
Nichts läuft.

Alles steht.

Einsamkeit schreit
aus dem Gleich-
klang der Stille.
Sie erinnert mich
an mein Leben.
Belanglos.

Vor 2 Stunden • x 1 #66