Hey! Kurz zu mir: ich bin neu im forum und habe seit ein paar Monaten wieder Depressive phasen und meine Sozialphobie war noch nie so schlimm, sogar mit neuen Symptomen wie übelkeit/erbrechen. Natürlich bin ich jetzt fast immer zuhause, habe aber schon etwas fortschritte gemacht bin aber nie zufrieden. Ich hab zum Glück ein echt sehr netten Therapeuten der jetzt den ganzen Februar Urlaub hat was mich nervt, weil ich das Gefühl habe zeit zu verschwenden weil es nicht so schnell geht wie ich es haben möchte x0 Am April bin ich dann warscheinlich endlich in einer Klinik und kann es kaum erwarten das mein leben wieder mir gehört
Jetzt kommt meine Frage an euch: Was habt ihr für euch entdeckt was bei euch klappt, wie sehen eure fortschritte aus, habt ihr ein plan oder ein Konstrukt oder Taktiken wo ihr euch festhalten könnt und wie sieht es bei euch aus, egal ob viel Überwindung oder wenig. Wie sieht es mit Freundschaften pflegen aus .
Ich persönlich möchte es amliebsten schnell, obwohl ich weiß das es zeit braucht und man oft kleine fortschritte übersieht, diesen Konflikt mit mir muss ich noch überwinden und mir oft klar machen das es nicht oft sofort klappt was okay ist.
Ich freue mich auf antworten und möchte alles hören egal wieviel Überwindung es gekostet hat
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Windy Mitglied
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Zitat von Finn0:
Ich persönlich möchte es amliebsten schnell
Hallo erstmal und Willkommen. Das möchten denke ich alle, aber gerade die Psyche hat ihre eigene Zeit und so lange wie man sich Ängste antrainiert hat, so lange dauert es, bis sie wieder abtrainiert sind. Mir hilft tägliche Meditation zu einer Stunde am besten, bin jetzt seit einem Vierteljahr dabei und freue mich über sehr gute Erfolge, denn Entspannung ist das A und O bei psychischen Erkrankungen. Es hat mich ziemlich Überwindung gekostet am Anfang, hab auch erst kürzer begonnen, dann so ausgedehnt, wie es mein Körper braucht und bei einer Stunde bin ich nun und bleibe da auch, für den Rest meines Lebens. Denn die positiven Effekte will ich nie mehr missen.
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Wie macht ihr das?
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Finn0 Mitglied
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@Windy Danke für die Nachricht:) wie genau fängt man an mit Meditation, hast du welche Tipps?
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Lina60 Mitglied
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Lieber @Finn0, auch von mir ein Willkommensgruss. Ich wollte Dir auch - wie @Windy - sagen, dass Du Dich total stresst, wenn Du Deine Psyche drängst möglichst rasche Fortschritte zu machen. Das ist kontraproduktiv ! Alles Gute !
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Dunkelbunte Mitglied
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Bei mir und meiner Angst und Panikstörung waren es damals kleine Teilschritte. Konfrontationen quasi wie zb Einkaufen oder fahren mit den Öffis. Oder zum Bäcker gehen und den heißen Kakao in der Fußgängerzone trinken.
Antriggern, kurz aushalten, nach Hause und dann belohnen bzw entspannen.
So lässt sich, wie beim Krafttraining, die Grenze immer weiter nach hinten verschieben und was mal sehr schwierig war, wird ganz langsam zur Normalität.
Das Hirn lernt am Trigger.
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Finn0 Mitglied
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@Lina60 Lieben dank für die Nachricht! Da muss ich wirklich an mir arbeiten, das wird warscheinlich auch noch dauern..
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Finn0 Mitglied
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@Dunkelbunte Danke, sehr hilfreich! ich selber mache es auch etwas, manchmal weiß ich aber auch selbst nicht was ich noch tun könnte.
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Dunkelbunte Mitglied
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Geduld und am Ball bleiben und gut zu dir selbst sein 🍀☺ Das liest sich alles ganz fein. Du schaffst das!
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Finn0 Mitglied
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@Dunkelbunte Lieben dank
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Schlaflose Mitglied
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Zitat von Finn0:
Jetzt kommt meine Frage an euch: Was habt ihr für euch entdeckt was bei euch klappt, wie sehen eure fortschritte aus, habt ihr ein plan oder ein Konstrukt oder Taktiken wo ihr euch festhalten könnt und wie sieht es bei euch aus, egal ob viel Überwindung oder wenig. Wie sieht es mit Freundschaften pflegen aus .
Deine Fragen werden am besten und umfassendsten beantwortet, wenn du dich selbst im Forum umschaust und dich einliest.
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#10
Simjoe84 Mitglied
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Herzlich Willkommen und Glückwunsch dass du dich traust dich zu äußern.
Da ich gemerkt habe dass häufig jede Form von Erfahrungsbericht hilft äußere ich mich gerne dazu.
Ich hatte zwar (zumindest bewusst) nie mit sowas wie Sozialphobie zu tun, war immer ein ziemlich extrovertierter Typ der sich gern mit vielen verschiedenen Leuten umgibt, doch auf einmal fingen etwa mit 40 Jahren ständige Angst- und Panikattacken gefolgt von schweren depressiven Episoden an, die ich gar nicht einordnen konnte (und bis heute nicht wirklich kann). Die Ängste und die Panik kamen häufig in Situationen, die ich gar nicht einordnen konnte, egal in welcher Gesellschaft ich auch immer war oder auch alleine, in Massen oder mit Einzelnen...
Nach mehrmonatigen Klinikaufenthalt und mittlerweile langer Therapie sind 2 Grundsätze meines Denkens zum ständigen Mutmacher und Anker geworden. Ich bin mehr als meine Gedanken und ich brauche nicht die Erwartungen anderer zu erfüllen...
Diese beiden Grundsätze beeinflussen sich natürlich da ich häufig Erwartungen in andere hineinprojeziert habe (meist unbewusst) die aber gar nicht da sind
Und da komme ich zu deiner Frage mit Freundschaften pflegen.
Ich habe mir angewöhnt auf Nachrichten so gut wie nie sofort zu antworten und mich deswegen nicht zu stressen... Man muss privat nicht ständig für jeden verfügbar sein und Freundschaften die man intensiv (täglich, wöchentlich, evtl sogar monatlich) pflegen muss sind für mich keine richtigen Freundschaften. Die besten Freundschaften habe ich gemerkt sind die, bei der man eventuell 1-2 Monate kaum bis gar nichts hört, die sich bei einem Treffen aber anfühlen als hätte man sich gestern zuletzt gesehen...
Und das sind bei mir wirklich die allermeisten, das weiß ich zu schätzen. Das nimmt Druck raus. Die wenigen die genau diese intensive Pflege von Freundschaften eingefordert haben habe ich aussortiert.
Unausgesprochen zu wissen, wenn etwas ist, bin ich da, und umgekehrt... das ist das Beste
Weiß nicht ob es dir hilft aber denke es kann mut machen...
Ich wünsche dir alles Gute!
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Finn0 Mitglied
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@Simjoe84 lieben dank, deine Antwort macht mir mut! Ich habe zwar noch ein langen weg, aber ich arbeite darauf hin.
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Simjoe84 Mitglied
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@Finn0 das ist schön zu hören.
Eventuell noch ein paar kleine Tipps
Mir hat es geholfen auszusprechen dass mir manche Situationen einfach gerade zu viel sind. Das habe ich vorher weder gemerkt und daher auch natürlich nicht angesprochen (im Sinne von das kannst du dir jetzt nicht erlauben). Auch das kurze zurückziehen aus Situationen hat geholfen, wieder in Kombination mit aussprechen dass es gerade zu viel wird und dass es nicht die Schuld des oder der anderen ist.
Das waren die Situationen auf die man abends "stolz" sein konnten. Denn Ehrlichkeit anderen und sich selbst gegenüber nimmt Druck raus.
Und sich bewusst machen, dass dies eben schon kleine gute Schritte sind...
Ich sehe in deinem Profil du bist 21. Man kann es positiv sehen du gehst deine Probleme sehr früh an und hast alle Chancen dass es dir bald besser geht
Ich drücke dir dafür die Daumen!
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realo Mitglied
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Hallo, bin schon etwas älter und meine akute psychische Erkrankung liegt eine Weile zurück. Auf dem Weg zur Gesundung hat mir am meisten geholfen und das tut es auch heute noch, ehrlich zu sein, nicht unbedingt zur Umwelt, aber zu mir selbst. Ehrlich heißt, die Dinge die gut sind als gut zu empfinden und zu genießen sowie die Dinge die schlecht sind als solche zu benennen und versuchen sie zu bewältigen. Ein Beispiel, wenn ich Symptome habe und psychisch krank bin, dann bin ich verrückt, gaga oder meschugge und nicht mit besonderen Talenten versehen. Da ist auch Übertreibung erlaubt um der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber gerecht zu werden. Wenn ich es verdränge, kann ich nicht heilen, ich muss es beim Namen nennen können und erst dann kommt das Loslassen.