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Mücke98

Mücke98
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Hallo zusammen,

Ich versuche das Ganze mal halbwegs zusammenzufassen.

Ich hatte vorher schon mit sozialer Angst zu tun und bin auch in Therapie. Im August ist dann völlig unerwartet unser Hund gestorben.
Seitdem hat sich bei mir psychisch irgendwie einiges verschoben.

Ein paar Wochen später habe ich angefangen, viel über Tod und die eigene Endlichkeit nachzudenken. Dazu kamen dann immer wieder Schicksale von jungen Menschen oder Familien auf Instagram, bei denen plötzlich etwas passiert ist. Seitdem überträgt mein Kopf sowas total schnell auf mich selbst.

Rational weiß ich natürlich, dass das Schicksal anderer nichts über meine eigene Zukunft aussagt. Trotzdem fühlt es sich manchmal so an, als könnte mir auch jederzeit etwas passieren.

Manchmal geht das sogar so weit, dass ich denke: „Vielleicht sterbe ich bald.“ Nicht weil ich das will, ganz im Gegenteil. Ich hänge sehr an meinem Leben und habe noch viel vor. Genau deshalb macht mir der Gedanke so Angst.

Ich beobachte meinen Körper inzwischen deutlich mehr als früher und ertappe mich oft beim Körperscanning oder Grübeln. Gerade Dinge, die theoretisch auch ohne deutliche Warnzeichen passieren können, machen mir Angst, weil mein Kopf am liebsten die Gewissheit hätte, dass mein Körper mich rechtzeitig warnen würde.

Dazu habe ich schon länger immer mal wieder dumpfe Druck- oder Spannungsgefühle auf der rechten Körperseite, zum Beispiel an Wade, Nacken oder Kopf. Keine starken Schmerzen, eher etwas diffuses, das ich inzwischen viel bewusster wahrnehme als früher.

Eigentlich belastet mich gar nicht ein bestimmtes Symptom am meisten, sondern dieses Gefühl, dass mein Grundvertrauen irgendwie weg ist. Früher wusste ich natürlich auch, dass im Leben plötzlich etwas passieren kann. Aber seit diesem Verlust fühlt sich dieses Wissen viel näher und realer an.

Ich merke selbst, dass ich immer mehr nach Sicherheit und Gewissheit suche und mich das gleichzeitig total klein hält. Durch meine sozialen Ängste vermeide ich ohnehin schon einiges. Gerade deshalb macht mir das Ganze so zu schaffen, weil ich nicht noch mehr Zeit damit verlieren möchte, aus Angst nicht richtig zu leben.

Kennt jemand dieses Gefühl nach einem plötzlichen Verlust oder einer stärkeren Angstphase? Dieses ständige Gefahren-Scannen und die Angst, dass plötzlich etwas passieren könnte?

Mir geht es nicht um Ferndiagnosen, sondern eher darum, ob jemand ähnliches erlebt hat und wie ihr aus diesem Kreislauf wieder rausgekommen seid.

Danke für euren Rat lachen
Falls ihr Gegenfragen habt etc. stellt diese gerne.

• • 06.10.2026 #1


8 Antworten ↓

Windy
Zitat von Mücke98:
Kennt jemand dieses Gefühl nach einem plötzlichen Verlust oder einer stärkeren Angstphase? Dieses ständige Gefahren-Scannen und die Angst, dass plötzlich etwas passieren könnte?

Ist völlig normal. Das Nervensystem war längere Zeit im Alarmmodus, es will einen so schützen.

• x 2 #2


A


Ständig Angst, dass etwas passiert

x 3


K
Ich kenne das auch und mir geht es exakt auch so.
Gestern habe ich mich gefragt warum ich jeden Tag an den Tod denke!?
Ich denke auch ständig das was passieren könnte. Es gibt Tage da geht es und dann gibt es Tage da ist es extrem mit den Gedanken.

Triggerwarnung;
Z b. Triggern mich bei mir auf der Arbeit die Nachrichten bzw. Die Todesanzeigen. In den letzten 3 Jahren sind 4 Kolleginnen die nicht älter waren als ich gestorben. Darunter eine Freundin, eine Bekannte und noch eine mit der ich öfter mal ein Telefongespräch hatte.
Dann gehen die Gedanken erst richtig los. Leider kann ich die Anzeigen nicht umgehen und sie springen mir lediglich ins Gesicht.

Interessat finde ich auch das ich oft denke: wenn was passiert: wen rufe ich dann an. Auf wen kann ich mich verlassen, wer würde kommen, wer nimmt das ernst.

Ich möchte nicht jeden Tag an den Tod denken. Aber tatsächlich hatte ich das früher auch schon mal in einer schwierigen Phase meines Lebens. Ich glaube auch das es das Nervensystem ist welches im Alarmzustand ist.
Bei mir weiß ich das sowieso.

• x 1 #3


E
@Mücke98 Ich kenne dieses Gefühl tatsächlich sehr gut. Ich denke inzwischen auch fast jeden Tag über den Tod nach und habe teilweise große Angst davor. Bei mir ist es ebenfalls nicht so, dass ich nicht leben möchte – im Gegenteil. Gerade weil ich am Leben hänge und noch viel vorhabe, macht mir der Gedanke an den Tod so viel Angst.
Ich glaube, bei einer Angststörung kann sich die Wahrnehmung von Gefahr ziemlich verändern. Man weiß rational, dass jederzeit etwas passieren kann, aber durch die Angst bekommt diese Möglichkeit plötzlich eine ganz andere Bedeutung und fühlt sich viel unmittelbarer an. Dann fängt man an, seinen Körper stärker zu beobachten, nach Anzeichen zu suchen und gedanklich alle möglichen Szenarien durchzuspielen. Und je mehr man nach Sicherheit sucht, desto mehr neue Zweifel entstehen.
Ich finde deshalb deinen Gedanken sehr nachvollziehbar, dass es gar nicht unbedingt um ein bestimmtes körperliches Symptom geht, sondern darum, dass dieses Grundvertrauen verloren gegangen ist. Vielleicht hat der plötzliche Tod deines Hundes dir sehr deutlich vor Augen geführt, dass Dinge tatsächlich unerwartet passieren können. Seitdem versucht dein Kopf möglicherweise, dich davor zu schützen, indem er ständig nach Gefahren sucht und Gewissheit haben möchte.

• x 1 #4


Mücke98
@Kathyy @Elenie

Ich erkenne mich in euren Antworten wirklich wieder. Es hilft mir tatsächlich schon zu wissen, dass ich mit diesem Muster nicht alleine bin. Dafür schon mal danke.

Bei mir fühlt es sich teilweise so an, als würde mein Kopf nach einem Trigger sofort versuchen, das Ganze bei mir selbst auszuschließen. Man liest oder hört von einem bestimmten Schicksal und plötzlich wird der eigene Körper abgecheckt. Habe ich irgendwas Ähnliches? Gibt es irgendein Anzeichen? Kann ich sicher sein, dass mich das nicht betrifft?

Besonders schwierig finde ich dabei Ereignisse, die theoretisch auch ohne deutliche Vorzeichen passieren können. Genau dann bekommt man diese hundertprozentige Sicherheit eben nicht und ich glaube, da beginnt bei mir das eigentliche Grübeln. Aus einer fremden Geschichte wird plötzlich etwas, das sich persönlich bedrohlich anfühlt.

Ein großer Teil der Angst hängt bei mir wahrscheinlich auch mit Kontrollverlust zusammen. Nicht nur mit dem Gedanken, dass überhaupt etwas passieren könnte, sondern vor allem damit, dass man es vielleicht nicht rechtzeitig merkt, nicht mehr reagieren kann oder gar nicht mehr die Möglichkeit hat, sich Hilfe zu holen. Dieses Gefühl von „ich könnte dann nichts mehr tun“ scheint mich besonders zu triggern.

Bei manchen Themen merke ich das stärker als bei anderen. Ich möchte sie hier aber bewusst nicht konkret nennen, weil ich niemanden damit triggern möchte.

Ich kenne solche Grübelschleifen eigentlich schon von meinen anderen Ängsten und dachte deshalb lange, ich könnte das ganz gut einordnen und irgendwann wieder loslassen. Diesmal hat mich die Wucht der Gedanken aber irgendwie überrollt. Ich verstehe zwar, was da in meinem Kopf passiert, aber das heißt leider nicht, dass es sich dadurch weniger real oder weniger präsent anfühlt. Umso mehr hilft es mir gerade zu lesen, dass andere ähnliche Phasen kennen und ich damit nicht völlig alleine bin.

• #5


Abendschein
Klar kenne ich das auch, aber es bringt nichts.

Ich bin vorsichtig, umsichtig, passe auf, aber ich kann nicht alles kontrollieren, dann lebe ich nicht mehr.
Was ich tun kann, um mich und auch meinen Mann zu schützen, tue ich, aber alles steht nicht in meiner Macht.
Da kommt bei mir aber wieder der Glauben ins Leben. Ich vertraue Jesus, das er mich (und andere beschützt).
Ich bete und sage Danke. 💕🙏

• x 1 #6


Mücke98
@Abendschein eigentlich weiß ich das auch. Nur emotional fällt es mir gerade schwer, diese fehlende Kontrolle wirklich auszuhalten.

Meinst du, dein Glaube hilft dir dabei, mit dieser fehlenden Kontrolle besser umzugehen? Oder hast du für dich einen anderen Weg gefunden, die Gedanken vom eigentlichen Leben zu trennen und wieder mehr zu leben?

• x 1 #7


Abendschein
Zitat von Mücke98:
@Abendschein eigentlich weiß ich das auch. Nur emotional fällt es mir gerade schwer, diese fehlende Kontrolle wirklich auszuhalten. Meinst du, dein Glaube hilft dir dabei, mit dieser fehlenden Kontrolle besser umzugehen? Oder hast du für dich einen anderen Weg gefunden, die Gedanken vom eigentlichen Leben zu ...

Liebe @Mücke98 einmal der Glaube und zum anderen bin ich es so leid, das ich den sch. Jahrelang, zig
Jahre hatte. Ich habe versucht umzudenken. Ich wollte die Angst nicht mehr haben. Das ging jetzt auch monatelang
gut., Ich denke nicht, das sie für immer weg ist. Aber wenigstens habe ich mal ein paar Monate Ruhe gehabt.
Ich habe sie immer gehabt,. immer, Tag und Nacht, im Urlaub, beim Essen, sie war immer Präsent.
Ich versuche auch immer alles unter Kontrolle zu halten, aber was ist Kontrolle? Alles kann ich nicht Kontrollieren.
Wenn ich alles kontrolliere dann lebe ich nicht, dann bin ich nur darauf konzentriert und das ich nicht mein Leben.

• #8


freely
Zitat von Mücke98:
Gerade deshalb macht mir das Ganze so zu schaffen, weil ich nicht noch mehr Zeit damit verlieren möchte, aus Angst nicht richtig zu leben.

Kannst du formulieren, was du stattdessen möchtest?
Und wie sieht für dich "richtig Leben" aus?

Als es mir mal richtig gut ging kam diese Angst davor dass mir etwas passieren könnte und der Spaß dann zu Ende wäre.
Ansonsten hatte ich mehr Angst dass anderen etwas passiert.
Wenn man selbst stirbt, merkt man ja nicht viel davon. Aber der Verlust anderer begleitet einen schon länger.

Wieviel Spaß am Leben kann man haben wenn dann alle weg sind? Was für eine Bedeutung hat das eigene Leben dann noch?

Es gibt den Selbsterhaltungstrieb und die übersteigerte Angst um sich selbst würde ich sagen. Den Blick zu sehr auf sich selbst zu richten, ist nie gut.
Das begründet auch oft eine soziale Phobie. Angst vor Versagen und die ständige Selbstbeobachtung und Selbstkontrolle usw.

Was dagegen u. a. hilft ist sich für andere Menschen, Projekte usw zu interessieren und zu engagieren. Unsere Augen sind dafür da, nach Außen in die Welt zu sehen und nicht nur auf uns selbst zu starren.

• #9





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