Zitat von sahne86: Wären die Symptome nicht, würde ich es also "Angst davor" verbuchen.
Angst verursacht aber körperliche Symptome. Ich hab das hier schön öfter erwähnt, den Kreislauf der Angst. Du denkst an Lymphdrüsenkrebs, dadurch schickt das Gehirn Signale durch die Nerven an Organe und Muskeln. Die reagieren dadurch mit Schmerzen, kribbeln, brennen, Hitze, frieren, zittern und so weiter. Dadurch entsteht erneut ein Gedanke. Dann denkst du, weil es dort jetzt wehtut, iat da wirklich was. du bekommst noch mehr angst, das Gehirn sendet noch mehr Signale los und der Körper reagiert noch mehr. Wenn das dauerhaft geschieht, ist der Körper überfordert und kraftlos. sowas kostet unfassbar viel Energie.
Zitat von sahne86: Aber ich weiß nicht wie ich es aushalten soll
Alleine musst du das nicht aushalten. Therapie wäre wichtig. Um die Ängste zu bekämpfen. Ich zB. habe seit über 10 Jahren einen dicken Lymphknoten im Nacken. Da denke ich oft garnicht dran. Wurde ein paar mal untersucht und ist laut Ärzten harmlos. Dafür hab ich aber Herzangst leider. Also ich bin auch nicht geschützt vor der Angst.
Es kann jederzeit ein neues Symptom am Körper kommen, welches dir Angst macht. Bereits morgen könnte deine Wade schmerzen und du entwickelst angst vor Thrombose. Du läufst zu dutzenden Ärzten und möchtest ein Ultraschall zur sicherheit. Dann in der nächsten Woche könnte der Kopf weh tun und du könntest Angst vor einem hirnaneurysma entwickeln. Deine Angst sucht sich immer wieder eine neue Krankheit. Daher musst du die Ängste angehen, am besten mit Unterstützung von einem Therapeuten.
Zitat von sahne86: mein Arzt mich auch nicht Ernst nimmt (gefühlt)
Ärzte sind einfach überfordert mit Hypochonder wie uns. Mehr wie gründlich untersuchen können sie ja nicht. Was würdest du dir wünschen von ihm? Dass er dich anlügt und sagt, du hast doch Krebs? Das wäre doch auch nicht schön. Daher ist ein Therapeut wichtig. Der kann mit dir ausführlich darüber reden. Ein Arzt kann dad meist nicht. der ist für körperliche Krankheiten da.
Und es gibt einfach Symptome am Körper, die jeder hat. Das ist dann aber keine Krankheit, sondern harmloses Zeug. Mein Vater zB hat seit über 20 Jahren Rücken, Fuß, Hüfte und Knie. Da könnte Krebs von oben bis unten sein. Aber es ist ihm egal. Solange der Arzt sagt, da ist alles gut, ist ihm das egal.
Die meisten Menschen haben regelmäßig Schmerzen und andere Symptome. Allerdings leben die meisten einfach damit und sagen das garnicht. Doch wenn man manche dann fragt, ob sie sowas auch schonmal hatten, wird meist gesagt, "ja das hatte ich auch schon. Ging aber irgendwann wieder weg, also egal."
Aber wenn man anfängt trotz Arztbesuch darüber nachzudenken, zu googlen und eigendiagnosen zu suchen, dann dreht man durch.