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Hallo,

ich leider seit Jahren immer wieder mal mehr, mal weniger stark an Beklemmungsgefühlen und Druck auf der Brust. Anfangs hat mir das Todesängste verursacht und ich konnte nicht damit umgehen...habe inzwischen mehrere Untersuchungen hinter mir (EKG, Herzultraschall, BelastungsEKG) und es hieß, das käme von der Wirbelsäule (damit hab ich auch massive Probleme).
Außerdem bin ich ein chronischer Depri-Fall und ziemlich hypochondrisch veranlagt...keine gute Kombi.


Was ich nun von euch wissen möchte-
wie fühlt sich bei euch dieser Druck/Schmerz bzw. Beklemmung an?
Habt ihr das ständig, nur ab und zu? Verändert sich die Frenquenz?
Baut sich dieser Druck langsam auf und verschwindet auch wieder?
Könnt ihr irgend etwas dagegen tun, wenn ihr merkt, es fängt wieder an?

Ich habe das Gefühl, ich kann mit bewusster Atmung und Entspannung etwas gegensteuern, auch mit positiven Gedanken manchmal. Wenn es schlimmer wird, trommle ich mit den Fingern aufs Brustbein, das lockert auch ein bißchen (oder lenkt einfach ab...ich weiß nicht)...und Wasser trinken hilft auch irgendwie, vielleicht durch den Schluckreflex? (oder es ist auch die Ablenkung?)

Trotz meines Wissens, dass es nichts Gefährliches ist, packt mich doch immer wieder die Angst...was, wenn doch etwas schlimmes dahinter steckt? (Ich leider weniger an Herzphobie als an Angst vor Krebs...)

Zu lesen, dass es viele Menschen mit den gleichen Symptomen gibt, die alle noch leben würde mir helfen...

danke

01.07.2016 09:54 • 01.07.2016 #1


Salzkristall
Zitat von samsung:
Außerdem bin ich ein chronischer Depri-Fall und ziemlich hypochondrisch veranlagt...keine gute Kombi.


Dann herzlich willkommen im Club!
Ist bei mir nämlich auch so...

Zitat von samsung:
Was ich nun von euch wissen möchte-
wie fühlt sich bei euch dieser Druck/Schmerz bzw. Beklemmung an?
Habt ihr das ständig, nur ab und zu? Verändert sich die Frenquenz?
Baut sich dieser Druck langsam auf und verschwindet auch wieder?
Könnt ihr irgend etwas dagegen tun, wenn ihr merkt, es fängt wieder an?


Also dieses Engegefühl hatte ich letztens auch. Das war in einer Phase, wo ich mich total in meine Herzneurose hineingesteigert hatte und dachte, irgendwas wäre nun falsch mit meinem Herzen. Das ging soweit, dass ich an einem Tag gedacht habe, ich muss jetzt zur Notaufnahme.
Habe ich dann auch getan. Zuerst wollte man mich an den Hausarzt weiterleiten, aber sie haben mich dann doch genommen und untersucht.
Röntgen von Brustbereich, Blutprobe, Herzultraschall..

Alles ohne Befund.

Es muss also vom Kopf her kommen. Sobald ich mich gedanklich wieder hineinsteigere und Angst bekomme, dann krieg ich auch wieder so ne Art Druck auf der Brust.
Mir hat letztens geholfen, dann einfach raus zu gehen und etwas zu laufen..
Ich nehme zusätzlich auch Neurexan und Johanniskraut.

Abends sprühe ich mein Kissen und die Decke mit Lavendelspray ein, Lavendel beruhigt auch noch zusätzlich...

01.07.2016 12:16 • #2



Beklemmung/Druck auf der Brust-wie ist das bei euch?

x 3


Danke für deinen Beitrag!

01.07.2016 12:32 • #3


Prati
Zitat:
Was ich nun von euch wissen möchte-
wie fühlt sich bei euch dieser Druck/Schmerz bzw. Beklemmung an?
Habt ihr das ständig, nur ab und zu? Verändert sich die Frenquenz?
Baut sich dieser Druck langsam auf und verschwindet auch wieder?
Könnt ihr irgend etwas dagegen tun, wenn ihr merkt, es fängt wieder an?


Hallo samsung,

fühlt sich bescheiden an...

So, als würde mir etwas auf der Brust sitzen oder - wenn es ganz schlimm ist, als wäre der Druck von Innen nach Aussen. Kommt und geht - in akuten Phasen ständig präsent.

Frequenz - hängt von Tagesform, vom jeweiligen Trigger ab (Kaffee zB., wenn ich körperlich gerade durchhänge). Auch, in wie weit ich mich runter fahren kann.

Den Druck nehme ich nach und nach wahr. Sobald zB. folgendes passiert - unangenehme Empfindungen führt zu entsprechenden Gedanken, die wiederum weitere Empfindungen hervor rufen und/oder wahrnehmen lassen. Lässt dann meist über Nacht nach, ist aber am Folgetag noch wahrnehmbar (als es ganz schlimm war tagelang, da immer wieder neue PAs auftraten).

Was in akuten Fällen hilft - Klopftechnik und Akupressurpunkte gegen Angst/Panik (Youtube). Bei mir im speziellen hilft am Besten - fühlen. Heisst - hinsetzen und zulassen. Wenn die Empfindungen ganz stark werden, geht das aber nur nach einiger Zeit. Oder gar nicht. Dann hilft nur - auf den Schlaf warten...

VG!
Prati

01.07.2016 14:17 • #4


Hallo Prati,

ja, das kenn ich...bei mir baut sich der Druck auch langsam auf und ich hab das Gefühl, ich kann ihn mit Gedanken etwas steuern (bzw. eigentlich verstärke ich ihn eher mit negatibven, angstvollen Gedanken....).
Aber so lang angehalten hat er bei mir noch nie, maximal eine halbe Studen oder so...es wurde dann immer wieder leichter mit der Zeit, bzw. manchmal kommt er auch in Wellen (wird stärker und schwächer).

Wie hältst du das so lang aus? Ich hab total Angst, wenns so intensiv wird!
Zulassen ginge gar nicht, dann würde es so heftig werden, dass ich es nicht mehr aushalte. Vor allem dauert es dann noch länger.

Und es schmerzt dann ja auch sehr stark...so als würde sich etwas verspannen, zusammenziehen, mein Herz zusammendrücken, schwer zu beschreiben.

Ablenkung ist am Allerbesten bei mir. Wenn möglich.

Wie lang hast du das schon?

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

01.07.2016 15:45 • #5


Prati
Samsung,

verstehe deine Angst, die ich auch habe!

Bei mir fing alles an Pfingsten an. Horror. Pur. In allen Formen und Farben sozusagen. Notaufnahme 2x, zig Arztbesuche seit dem. Und da ich allein lebe und selbst gewählt in den letzten Jahren den Einzelgänger gespielt habe, ist da niemand der mich unterstützen könnte.

Deswegen habe ich mich dafür entschieden - ich gehe dagegen nicht mehr an. So gut es eben geht. Lieber nehme ich das bewusst wahr als das ich irgendwie davor versuche wegzulaufen. Die Gedankenkreisel machen mich verrückt und das Signal an den Körper ist eindeutig - mit dir stimmt was nicht.

Meine Erfahrung seit dem - wenn ich das wirklich tue, ist es nicht nur auszuhalten sondern lässt sich annehmen. Und es fühlt sich - dann - auch nicht mehr so schlimm an. Teilweise gehen die Empfindungen auch nach einiger Zeit vorbei. Oder sie werden nicht mehr als dominant wahrgenommen. Das gibt mir eher Ruhe als mich abzulenken, was mich auf Dauer wiederum total kirre macht. Aber ich bin auch extrem sensibel und reizoffen. Da fällt es mir in der Regel sehr schwer besonders intensive Empfindungen oder Gefühle beiseite zu schieben.

Aber ich bin eindeutig noch in der Experimente-Phase.

Viel Kraft und LG wünscht
Prati

01.07.2016 17:05 • #6


Salzkristall
@Prati

Ich erkenne mich gut in dir wieder. Wie alt bist du, wenn ich fragen darf?
Ich war oder bin auch eher gerne für mich. Habe zwar einen kleinen und treuen Freundeskreis, aber den kann ich bei solchen Sachen ja natürlich nicht mit rein bringen.

Daher leidet halt meine Familie sehr. Denn in so Momenten suche ich menschliche Nähe, da bleiben dann halt meine Eltern, bzw. insbesondere meine Mom.

Das macht die auf Dauer natürlich auch total kirre, das kann ich verstehen, aber ich tu's ja auch nicht mit Absicht.
Leider ist das bei meiner Oma väterlicherseits ähnlich, bzw. noch schlimmer, daher ist meine Mom in der Hinsicht eh schon gebrandmarkt und sieht da gleich rot... :l

01.07.2016 17:15 • #7


Prati
Hallo salzkristall,

40. Und ja - auch ich erkenne mich in dem von dir Ge- und Beschriebenen wieder. Das heisst - entweder sind du, ich und viele andere hier sterbenskrank. Oder wir haben alle einen an der Waffel...

Meine Familie, die nur aus meiner Mutter besteht, ist für mich nur bedingt hilfreich. Aber das mag auch daran liegen, dass ich da schon ewig raus bin. Aber ich verstehe, dass das die Beziehung ordentlich belasten bzw. deine Mutter im Zweifel auch überfordern kann. Denn die macht sich Sorgen wie verrückt und kann gleichzeitig so gar nichts (wirklich) tun um zu helfen. Und hat auch noch ihre eigene Geschichte im Gepäck...

01.07.2016 17:54 • #8




Dr. Matthias Nagel