Zitat von Feaw:Mein papa denkt Medikamente seien wie Alk. von der Sucht und auch vom Entzug
Da liegt er nicht mal falsch. Alk. und Benzoabhängige landen immer auf gemeinsamen Entgiftungsstationen, die Probleme des Entzugs (und die Risiken) sind ziemlich identisch. Wenn du einen Entzug innerhalb von drei bis vier Wochen machen willst oder musst, dann musst du das stationär machen, alles andere ist gefährlich. Die Alternative wäre ein langsamer ambulanter Entzug nach dem Ashton-Manual. Da musst du erstmal einen Arzt finden, der das macht, und außerdem dringendst einen ambulanten Therapieplatz. Den Abstand von zu Hause mittels psychosomatisch-psychotherapeutischer Klinik kannst du vergessen, so lange du noch nicht clean bist.
Zitat von Feaw:Ich hab mir die Klinik angeguckt der Satz wir sind nicht beim Aldi hat gessessen und jetzt darf ich mir wieder was anderes überlegen weil ich kann mir ehrlich gesagt zwar vorstellen das das mit dem Entzug in 3-4 wochen klappt aber Therapieren und das verhalten anpassen niemals und bei solchem Personal was kommt denn wenn ich i-wie tatsächlich zum Aldi möchte wir sind kein freilauf gehege?
Es ginge wirklich erstmal nur um die Entgiftung. Wenn die dort von Therapie reden, meinen sie wahrscheinlich bestenfalls den Umgang mit Suchtdruck und die Rückfallprophylaxe. Zugrunde liegende Probleme können weder in diesem Setting, noch in so kurzer Zeit angegangen werden. Deswegen wäre es so wichtig, unmittelbar im Anschluss einen ambulanten Therapieplatz zu haben oder - sogar besser m.E. - eine (wenigstens teil-)stationäre Therapie in einer psychosomatischen Klinik anzutreten. Und in einer solchen Klinik dürftest du dich auch umsehen. Eine Entgiftungsstation ist nunmal tatsächlich kein Aldi, es besteht immer die Gefahr, dass Besucher die Patienten erheblich triggern oder sonstwie die Abläufe stören. Und Freilaufgehege sind sie auch nicht, manche arbeiten mit Ausgangs- und Kontaktsperren. Das heißt aber nicht, dass man gar nicht mehr rauskann, wenn man mal drin ist, sondern dass man die Therapie dort abbrechen müsste, wenn man solche Sperren nicht akzeptieren kann oder will. Schade, dass die Therapeuten dort wohl eher von der robusteren Sorte sind. Ein bisschen liegt das in der Natur der Sache, sie werden im Umgang mit Suchtkranken sehr auf Abgrenzung getrimmt, und auch in der Suchttherapie spielen Regeln und Grenzen eine große Rolle. Aber: Es wäre nur für einen sehr überschaubaren Zeitraum.
Zitat von Feaw:Also ehrlich das kann ich auch zuhause haben ...
Nein, kannst du nicht.
Zitat von Feaw:ich kann mir nicht vorstellen das ich da glücklich werde... oder besser gesagt gesund:( ich hab die letzten tage gesehen das das leben auch anders geht wenn mann sich stellt jetzt muss ich das nur noch i-wie mit den Tabletten hinbekomm...
Ich hab gedacht ich geh morgen mal zum Arzt hol mir ne Überweisung... und lass mal Blut abnehmen oder überhaupt mal i-was checken ich weiss nicht ob das i-wie gesundheits schädigend ist was ich hier mache mit den Tabletten...
Sicher würdest du während oder durch so einen Entzug weder glücklich noch gesund werden. Es wäre wohl nicht einmal angenehm oder auch nur okay. Es wäre ganz einfach der notwendige Anfang, weil du - so lange du (hochdosis-)benzoabhängig bist - in keine psychotherapeutische Klinik reinkommst und auch nur ganz geringe Chancen hast, einen ambulanten Psychotherapeuten zu finden, der unter diesen Umständen mit dir arbeiten würde. Aber noch was Positives zum Schluss: Rein körperlich sind Benzos verhältnismäßig harmlos, es ist also sehr unwahrscheinlich, dass du dir damit Gesundheitsschäden zuziehst.
Liebe Grüße
Christina